Pressemeldung
17.06.2016 - Nr. 109

Theologische Gespräche zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Russischen Orthodoxen Kirche

Dialogrunde in St. Petersburg befasst sich mit Ehe und Familie

Heute ist die 9. Gesprächsrunde im theologischen Dialog zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Russischen Orthodoxen Kirche in St. Petersburg zu Ende gegangen. Seit Dienstag waren Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und des Moskauer Patriarchats zu Beratungen zusammen gekommen. Thematisch stand das christliche Verständnis von Ehe und Familie im Fokus der Gespräche. Auf dem Hintergrund der Beratungen der beiden Bischofssynoden in Rom (2014 und 2015) und des Nachsynodalen Schreibens Amoris laetitia von Papst Franziskus tauschten sich die Teilnehmer über die gegenwärtigen Herausforderungen aus, vor denen christliche Ehepaare und Familien in einem gesellschaftlichen Kontext stehen, in dem lebenslange Partnerschaften und generationenübergreifendes Zusammenleben immer weniger selbstverständlich sind.

Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), würdigte zum Abschluss der Tagung die vertrauensvolle Atmosphäre des Dialogs und den dadurch möglichen offenen Austausch über gemeinsame Probleme und Sorgen, aber auch Hoffnungen und Perspektiven: „Unsere Gespräche haben gezeigt: ‚Wir sind nicht Konkurrenten, sondern Geschwister‘, wie Papst Franziskus und Patriarch Kyrill es im Februar in ihrer Gemeinsamen Erklärung von Havanna formuliert haben.“

Zum Programm der ökumenischen Begegnung zählten neben Vorträgen zu biblischen, dogmatischen und sozialethischen Aspekten des Themas auch Besuche in zwei orthodoxen Gemeinden, im katholischen Priesterseminar sowie in der orthodoxen Geistlichen Akademie von St. Petersburg. „Das gemeinsame Nachdenken über die gegenwärtigen Herausforderungen für das christliche Verständnis von Ehe von Familie haben den bei der vorherigen Gesprächsrunde in Magdeburg begonnenen Austausch über die Bedeutung christlicher Werte in der heutigen Gesellschaft vertieft und konkretisiert“, unterstrich Dr. Johannes Oeldemann vom Johann-Adam-Möhler-Institut in Paderborn, der die Gesprächsreihe auf deutscher Seite koordiniert.

Zum Abschluss der Theologischen Gespräche veröffentlichten die Teilnehmer ein gemeinsames Kommuniqué, das dieser Pressemeldung als Anhang beigefügt ist. Die Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und des Moskauer Patriarchates befürworten die Fortführung der Gespräche. Die nächste Dialogrunde wird voraussichtlich in zwei Jahren in Deutschland stattfinden.

Die Gesprächsrunde fand unter der Leitung von Erzbischof Feofan von Berlin und Deutschland und Bischof Dr. Gerhard Feige statt. Seitens der Deutschen Bischofskonferenz waren außerdem die Weihbischöfe Dr. Nikolaus Schwerdtfeger (Hildesheim) und Dr. Thomas Löhr (Limburg) beteiligt.


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