Pressemeldung
30.11.2017 - Nr. 202

Neues Dokument in der Reihe „Das Kirchenjahr in der Tradition des Ostens und des Westens“ veröffentlicht

Bischof Feige: Heilige als Wegweiser

Die Gemeinsame Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland hat heute (30. November 2017) ihr neues Dokument „Christus feiern mit der Gottesmutter und allen Heiligen“ veröffentlicht. Darin werden Herrenfeste, die besonderen Ereignissen im Leben Jesu Christi gewidmet sind, und Feste der Gottesmutter Maria exemplarisch vorgestellt. Außerdem finden sich Heiligenfeste und Feste, die auf besondere Aspekte des christlichen Glaubens oder der jeweiligen Frömmigkeitspraxis eingehen – wie zum Beispiel Kreuzerhöhung, Fronleichnam oder Ikonenfeste.

Die beiden Vorsitzenden der Gemeinsamen Kommission, der orthodoxe Metropolit Augoustinos (Bonn) und der katholische Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg) unterstreichen die Bedeutung dieser Feste: „Sie sind für die Frömmigkeit wichtig. Sie helfen, das Heilswirken Gottes durch Jesus Christus mit seinen unterschiedlichen Akzentsetzungen zu erschließen und in der Glaubenspraxis der Christen zu verankern. Das gilt für die Tradition der Kirche im Osten wie im Westen.“ Bischof Feige fügt hinzu: „In der Gottesmutter Maria und in den Heiligen begegnen uns Menschen, die auf je eigene Weise in ihrer ganzen Existenz von Christus geprägt sind und von ihm Zeugnis geben. Dadurch werden sie zu persönlichen Wegweisern für Jesus Christus, die uns heute auf dem Glaubensweg Orientierung geben können.“ Viele der beschriebenen Feste sind in beiden Traditionen verankert und werden häufig auch am gleichen Tag gefeiert. „Dies bewusst zu machen kann dazu beitragen, dass orthodoxe und katholische Christen in Deutschland noch stärker die Gemeinschaft im Glauben erkennen und einander näher kommen“, so Metropolit Augoustinos. Das sei nach seiner Auffassung auch ein wichtiger Aspekt der Beheimatung orthodoxer Christen in Deutschland.

Der Text erscheint am Festtag des heiligen Apostels Andreas, der in beiden Kirchen am 30. November gefeiert wird. „Dieses Datum haben wir bewusst gewählt“, so Bischof Feige. „Andreas hat für die orthodoxe Kirche eine ähnlich hohe Bedeutung wie sein Bruder Petrus für die katholische Kirche. Seit vielen Jahren ist es eine gute Tradition, dass der Papst zum Andreasfest eine Delegation nach Konstantinopel an den Sitz des Ökumenischen Patriarchen entsendet, und umgekehrt eine Delegation des Ökumenischen Patriarchen zum Petrusfest am 29. Juni nach Rom reist. Auf diese Weise kommt zum Ausdruck, dass die brüderliche Beziehung zwischen den beiden Aposteln auch für unsere Kirchen gilt.“

Metropolit Augoustinos und Bischof Feige wünschen der Broschüre, dass sie viele erreicht: „Wir hoffen, dass die Gläubigen beider Kirchen mit Hilfe des Dokumentes freudig und dankbar in der Gemeinschaft mit der Gottesmutter Maria und den Heiligen in das Lob Christi einstimmen. Das Wissen um die vielen Gemeinsamkeiten in den Festen des Kirchenjahres möge uns noch näher zusammenführen und unsere geschwisterliche Verbundenheit im Glauben weiter stärken und vertiefen.“

Die neue Broschüre schließt die Reihe der Dokumente der Gemeinsamen Kommission über das Kirchenjahr in der Tradition des Ostens und des Westens ab: „eine bewährte, brüderliche Zusammenarbeit, die immer über die Tagesordnung hinausgeht und im Anderen den Freund, ja den Bruder in Christo entdeckt“, hebt Metropolit Augoustinos hervor.

Hintergrund

Die Gemeinsame Kommission ist ein katholisch-orthodoxes Dialoggremium, das sich mit theologischen Fragestellungen in pastoraler Perspektive befasst. Zu ihr gehören Bischöfe der Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland sowie weitere Experten beider Kirchen. Seit 2007 erarbeitet die Gemeinsame Kommission Texte über das Kirchenjahr in der Tradition des Ostens und des Westens, um es für orthodoxe und katholische Kirchengemeinden und ihre Gläubigen sowie darüber hinaus für die interessierte Öffentlichkeit zu erschließen. Sie führt die Arbeit der früheren Gemeinsamen Kommission der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz fort, die in ihrem 25-jährigen Bestehen eine Reihe von gemeinsamen Handreichungen zu pastoralen Themen publiziert hat. Bisher sind in der Reihe „Das Kirchenjahr in der Tradition des Ostens und des Westens“ die Broschüren „Der Sonntag – ‚Urfeiertag‘ der Christen“ (2010), „Ostern – das Hauptfest der Kirche in Ost und West“ (2012) und „Weihnachten – die Feier der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus“ (2014) erschienen.

Hinweis:

Die Broschüre „Das Kirchenjahr in der Tradition des Ostens und des Westens. IV. Christus feiern mit der Gottesmutter und allen Heiligen“ kann in der Rubrik Veröffentlichungen bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Die Broschüre steht ebenfalls unter www.obkd.de (Rubrik: „Texte der OBKD“) zum Herunterladen bereit.

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