Pressemeldung
01.08.2006 - Nr. 070

Katholischer Medienpreis für Cornelia Klaila, Tilmann Kleinjung und Mario Kaiser

Feierliche Preisverleihung mit Karl Kardinal Lehmann am 9. Oktober 2006 in Bonn

Den Katholischen Medienpreis 2006 erhalten Cornelia Klaila und Tilmann Kleinjung in der Kategorie elektronische Medien sowie Mario Kaiser in der Kategorie Printmedien. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, wird den Katholischen Medienpreis der Deutschen Bischofskonferenz, der in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband (KM) ausgeschrieben wird, am Montag, dem 9. Oktober 2006 in Bonn verleihen.
Zu dem Festakt um 18:30 Uhr im Rheinischen LandesMuseum in Bonn werden rund 200 Gäste aus Kirche, Politik und Medien erwartet. Im Anschluss an die Preisverleihung lädt die Deutsche Bischofskonferenz zu einem Empfang ein.

Die diesjährigen Preisträger in der Kategorie elektronische Medien sind Cornelia Klaila (Jahrgang 1967, Diplom-Ökonomin, Pressesprecherin bei der Hypo-Vereinsbank, München und freie Autorin im Bayerischen Rundfunk) und Tilmann Kleinjung (Jahrgang 1971, evangelischer Theologe, Redakteur beim Bayerischen Rundfunk). Sie erhalten die Auszeichnung für ihr Radiofeature »Niemand hat mir gesagt, dass es so weh tut - Weiterleben nach dem Tsunami«, das am 26.12.2005 im Bayern2Radio ausgestrahlt wurde. Das Radiofeature lässt Menschen zu Wort kommen, die den Tsunami am 2. Weihnachtstag 2004 in Südostasien erlebt und überlebt haben. Protagonistin ist eine jüngere Frau. Ihre Tagebuchaufzeichnungen, eine Art innerer Dialog, spiegeln den existenziellen Kampf, im Strudel kaum zu benennender Trauer um den Verlust von Angehörigen, eine Balance zu finden. Man versteht sehr schnell: Ein Schlussstrich wird unter eine solche Katastrophe nie gezogen werden können. Inhaltlich wie radiohandwerklich brillant inszeniert - so die Jury - entsteht durch das Feature eine eigentümliche Dynamik. Die Autoren weichen der Fassungslosigkeit nicht aus. Tod, Verlust, tiefste Bodenlosigkeit - dennoch finden sich zwischen den Zeilen Aspekte der Hoffnung und Zuversicht, Perspektiven für ein Weiterleben. Übergänge werden spürbar.

In der Kategorie Printmedien wird der Spiegel-Autor Mario Kaiser für seine Reportage »Die Kunst der Sozialklempner« (erschienen in: Der Spiegel, Nr. 35/2005, 29.08.2005) ausgezeichnet. Mario Kaiser (Jahrgang 1970, Studium der Politologie und Volkswirtschaftslehre in den USA und Deutschland, Journalistenschule in New York, seit 2004 Autor beim Spiegel) schildert am Beispiel eines Landarztes in Mecklenburg-Vorpommern, einer Sozialarbeiterin in Leipzig und eines Streetworkers in Hamburg, wie Menschen versuchen, den Sozialstaat an seinen Bruchstellen zusammenzuhalten. Dem Autor gelingt es, die Diskussion über den Sozialstaat aus der Sphäre des Abstrakten zu lösen und sie auf den Boden von leicht nachvollziehbaren Alltagserfahrungen zu stellen. Er liefert journalistisch dichte Beschreibungen von Personen, die sich ungeachtet eigener physischer und psychischer Belastungen unablässig darum bemühen, dass Menschen, die ganz unten sind, nicht vollends aus der Gesellschaft rutschen. Durch ihre Arbeit, so unterschiedlich sie ist, fließt ein Strom der Liebe. So setzen sie Zeichen der Hoffnung, verbreiten Optimismus in einer Zeit, in der viele vor den Problemen des Alltags kapitulieren möchten. Die Jury würdigt damit eine journalistische Leistung, die nicht nur auf die Schwächen und enger werdenden finanziellen Spielräume des Sozialstaates verweist, sondern Menschen zur sozialen Eigen- und Mitverantwortung ermuntert.
Beide ausgezeichneten Beiträge, so die Jury, fördern die Orientierung an christlichen Werten.

Der Katholische Medienpreis ist in jeder Kategorie mit jeweils 5.000 EUR dotiert. Die Preisträger wurden aus insgesamt 130 eingereichten Beiträgen (39 Print-Beiträge, 32 Hörfunk-Beiträge, 57 Fernseh-Beiträge, 2 Internet-Beiträge) von einer sechsköpfigen Jury unter der Leitung des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission, Weihbischof Friedrich Ostermann (Münster), ausgewählt. Weitere Mitglieder der Jury waren Dr. Claudia Nothelle (ARD-Hauptstadtstudio, Berlin), Gisela Steinhauer (WDR, Köln), Ulrich Engelberg (Ruhr-Wort, Essen), Gernot Facius (Die Welt, Bonn) und Bernhard Remmers (Verlagsgruppe Bistumspresse, Zentralredaktion, Osnabrück).

Hinweis:
Im Anschluss an die Preisverleihung am 9. Oktober im Rheinischen LandesMuseum in Bonn findet ein Fototermin mit Karl Kardinal Lehmann und den Preisträgern statt. Fotos der Preisträger sind abrufbereit bei:
KNA-Bild, Adenauerallee 134, 53113 Bonn, Tel: 0228/26000-800, Fax: 0228/26000-815.



Alle Rechte vorbehalten © 2017 Deutsche Bischofskonferenz

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz | DBK.de | pressestelle(at)dbk.de | Kaiserstrasse 161 | 53113 Bonn | Telefon: 0228 103-214 | Fax: 0228 103-254