Pressemeldung
24.11.2015 - Nr. 225

Besuch von Patriarch Raï – Pressegespräch zur Vorstellung einer Arbeitshilfe über Syrien

Ende der religiösen Pluralität? Zur Zukunft der Christen im Nahen Osten

Die aktuelle Diskussion über die Flüchtlinge, die nach Europa und vor allem nach Deutschland kommen, lenkt den Blick auf die Lage der Christen im Nahen und Mittleren Osten. Der wachsende religiöse Extremismus bedroht dort die christlichen und andere Minderheiten, die in der Vergangenheit mit der muslimischen Mehrheit weitgehend friedlich zusammengelebt haben. Jetzt aber sehen viele in der Flucht den einzigen Weg, ihr eigenes und das Leben ihrer Familien zu retten. Es entsteht eine Situation, die zum Ende des orientalischen Christentums führen könnte.

Um diese Problematik mit ihren aktuellen Auswirkungen zu besprechen, laden wir zu drei Terminen ein:

Besuch des Oberhauptes der maronitischen Christen, Patriarch Raï

Vom 26. November bis 2. Dezember 2015 besucht das Oberhaupt der maronitischen Christen, Patriarch Béchara Pierre Kardinal Raï (Beirut/Libanon), Deutschland. Er wird in Frankfurt die maronitische Gemeinde besuchen und mit Weihbischof Dr. Thomas Löhr (Limburg) zusammentreffen. Weitere Stationen sind unter anderem eine Begegnung mit Kardinal Rainer Maria Woelki in Köln, der Besuch kirchlicher Hilfswerke in Aachen, ein Treffen im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn, politische Gespräche in Berlin und München, sowie Begegnungen mit dem Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Über presseöffentliche Termine informiert die Übersicht am Ende dieser Pressemitteilung.

Pressegespräch zur Lage der Christen im Nahen Osten und Vorstellung der Arbeitshilfe „Syrien“

Die Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen“ stellt in diesem Jahr Syrien in den Mittelpunkt. Die dramatische Lage für die Christen im Bürgerkrieg und damit verbundene Fluchtbewegungen führen zu massiven Veränderungen der christlichen Präsenz im Nahen Osten. In einem Pressegespräch am Montag, den 30. November 2015 um 10.30 Uhr im Katholischen Büro (Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin) stellt der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), die neue Arbeitshilfe „Syrien“ vor. Im Pressegespräch wird sich Patriarch Béchara Pierre Kardinal Raï aus dem Libanon den Fragen der Journalisten stellen, eine Analyse der aktuellen Situation im Nahen Osten vornehmen und über die Lage der syrischen Flüchtlinge im Libanon berichten. An dem Pressegespräch nimmt auch der Präsident von Missio in Aachen, Prälat Dr. Klaus Krämer, teil. Zur besseren Planung bitten wir um eine Anmeldung für dieses Pressegespräch mit einer E-Mail an pressestelle(at)dbk.de.

Podiumsdiskussion „Ende der religiösen Pluralität? Zur Zukunft der Christen im Nahen Osten“
Die Deutsche Bischofskonferenz lädt zu einem öffentlichen Podium mit Patriarch Béchara Pierre Kardinal Raï in Berlin ein: Am Montag, den 30. November 2015 diskutiert der Patriarch um 19.30 Uhr in der Katholischen Akademie (Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin) mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick und Volker Kauder MdB (Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) unter der Moderation von Prof. Dr. Dirk Ansorge (Philosophisch-Theologische Hochschule St. Georgen) das Thema „Ende der religiösen Pluralität? Zur Zukunft der Christen im Nahen Osten“. In die Veranstaltung führt Weihbischof Thomas Maria Renz (Rottenburg-Stuttgart), Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, ein. Auch hier bitten wir zur besseren Planung um eine Anmeldung unter der E-Mail pressestelle(at)dbk.de.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Übersicht Presstermine beim Besuch von Patriarch Béchara Pierre Kardinal Raï:

27. November 2015

  • 10.10 Uhr Fototermin mit dem Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki und Patriarch Béchara Pierre Kardinal Raï vor dem Hauptportal des Kölner Doms. Anmeldungen und Rückfragen zu diesem Termin bitte an die Pressestelle des Erzbistums Köln: presse(at)erzbistum-koeln.de, Tel.: 0221/1642-1411.

28. November 2015

  • 16.30 Uhr Treffpunkt Dompfarrhaus in Frankfurt am Main (Domplatz 14; 60311 Frankfurt): Rundgang mit Patriarch Béchara Pierre Kardinal Raï zum Großen Stadtgeläute und Domführung.
  • 18.00 Uhr Feierlicher Gottesdienst im Kaiserdom St. Bartholomäus zu Frankfurt. Für beide Termine Anmeldung und Information unter: info@bistumlimburg.de; Tel.: 06431/295-277.

30. November 2015

  • 10.30 Uhr Pressegespräch mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick in Berlin (Katholisches Büro).
  • 19.30 Uhr Podiumsdiskussion mit weiteren Gästen in Berlin (Katholische Akademie).

Hintergrund

Kardinal Raï:
Béchara Pierre Raï wurde am 3. September 1967 zum Priester der maronitischen Kirche geweiht. 1986 erfolgte die Ernennung zum Weihbischof im Maronitischen Patriarchat von Antiochien. Am 15. März 2011 wählte ihn die Synode der Maroniten in Bkerke zum Maronitischen Patriarchen von Antiochien und des ganzen Orients. Papst Benedikt XVI. nahm Patriarch Raï am 24. November 2012 in das Kardinalskollegium auf.

Maronitische Kirche:
Die maronitische Kirche ist eine mit Rom unierte Ostkirche. Ihre Gründung geht auf den Mönch Maron im 7. Jahrhundert n. Chr. zurück. Die Maroniten sind die größte christliche Gemeinschaft im Libanon. Maroniten gibt es weltweit verstreut. 1182 erfolgte die Union mit Rom. Nach der Wahl des Patriarchen sieht das Kirchenrecht für die Ostkirche vor, dass der amtierende Papst in einem persönlichen Schreiben an den neuen Patriarchen die kirchliche Gemeinschaft gewährt.

Christen im Libanon:
Im Libanon werden rund 41 Prozent der Bevölkerung dem Christentum zugerechnet. Der andere Bevölkerungsteil sind überwiegend Muslime und als Minderheit Drusen. Die größte christliche Gemeinschaft sind die Maroniten. Es gibt außerdem eine große Gruppe griechisch-orthodoxer und griechisch-katholischer Christen.

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