Pressemeldung
24.02.2015 - Nr. 030

Deutsche Bischofskonferenz wählt Delegierte für Bischofssynode in Rom

Theologische Debatte der Lineamenta

Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat heute (24. Februar 2015) die Delegierten für die im Oktober in Rom stattfindende Bischofssynode gewählt. Gemäß den Statuten der Synode mussten aus Deutschland drei Mitglieder der Bischofskonferenz gewählt werden: Kardinal Reinhard Marx, Bischof Dr. Heiner Koch (Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie) und Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Vorsitzender der Pastoralkommission). Im Falle einer Verhinderung der gewählten Mitglieder der Synode hat die Vollversammlung als Vertreter Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Vorsitzender der Jugendkommission) und Weihbischof Wilfried Theising (stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie) gewählt.

In einem Pressegespräch hoben die künftigen Synodenteilnehmer hervor, dass es in den kommenden Wochen darum gehe, den römischen Fragebogen für die Synode zu beantworten und auf dem Weg bis Oktober 2015 auch theologische Fragen zu vertiefen. In diesem Zusammenhang erinnerten die Bischöfe an das Dokument des Ständigen Rates vom Juni 2014, in dem grundlegende Fragen der Synodenthematik erörtert werden und das unter dem Titel „Theologisch verantwortbare und pastoral angemessene Wege zur Begleitung wiederverheirateter Geschiedener – Überlegungen der Deutschen Bischofskonferenz zur Vorbereitung der Bischofssynode“ erschienen ist.

Bischof Koch erhofft sich von der Synode, dass die Bedeutung des Ehesakramentes in seiner ganzen Tiefe erfasst und diskutiert werde. „Es wird wichtig sein, dass wir auch die Fragen nach der Weitergabe des Glaubens in der Familie und gerade bei Jugendlichen stellen. Ich bin sicher, dass wir von allen Synodenteilnehmern in Rom lernen werden.“ Für Bischof Bode hat sich in den theologischen Debatten der letzten Jahre bereits viel getan. Es gehe nicht nur um die Frage der Seelsorge für die wiederverheiratet Geschiedenen sondern um die ganze Breite der Familienfrage: „Dabei gilt es auch die Lehre des Konzils im Blick zu halten, denn gerade damit wurde vor 50 Jahren ein wesentlicher Durchbruch für die Kirche in die Gesellschaft hinein erreicht.“ Bischof Wiesemann betonte im Pressegespräch, welche Bedeutung das Thema Familie für die junge Generation habe: „Junge Menschen suchen Räume von Verlässlichkeit, Geborgenheit, sie suchen Werte wie Treue und Liebe. An diesen Räumen für junge Menschen müssen wir arbeiten.“ Weihbischof Theising erinnerte in diesem Zusammenhang an die notwendige Verknüpfung von Theorie und Praxis: „Wir leben in der Kirche von einer vielfältigen Erfahrung von Familie. Die gilt es in die Synodendiskussion mit einzubringen.“ Kardinal Marx freut sich auf die Diskussionen während der Bischofssynode und auch das theologische Gespräch in der Bischofskonferenz: „Ich möchte schon, dass wir miteinander versuchen, den Geist der Synodalität zu finden. Es geht nicht darum, die eigene Meinung im Sturm durchzusetzen. Wir alle haben eine Verantwortung dafür, dass Türen nicht geschlossen, sondern geöffnet werden. In diesem Sinne wünsche ich mir eine Synode, die einen gemeinsamen Weg und Türen und Herzen der Menschen öffnet.“

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