Katholisch in Lutherstadt

Der Marktplatz mit der evangelischen Stadtkirche Sankt Marien in Wittenberg. © KNA

Der Bischof von Magdeburg, Dr. Gerhard Feige, der vor allem für die Ökumene in der Deutschen Bischofskonferenz zuständig ist, lädt herzlich zu den Angeboten der katholischen Kirche während der Weltausstellung Reformation in der Lutherstadt Wittenberg ein.

Eine Fahne zu Lutherdekade in Wittenberg. Die evangelische Kirche hat mit einer Lutherdekade das Reformationsjubiläum 2017 vorbereitet. © KNA

„Katholisch in Lutherstadt“ lautet das Oberthema der katholischen Angebote in Wittenberg. Zwei scheinbare Gegensätze: „katholisch“ und „Luther“. Zentrum des Projektes ist die katholische Kirche Unbefleckte Empfängnis am Rande der Altstadt von Wittenberg (Mauerstraße 14, 06886 Lutherstadt Wittenberg).

21 deutsche Bistümer und andere Institutionen bieten ein wöchentlich wechselndes Programm. Zusätzlich gibt es ein dauerhaftes Kirchencafé, in dem man ins Gespräch kommen kann, sowie zwei Ausstellungen. Lesen Sie mehr daüber, wie die katholische Kirche auf der Weltausstellung Reformation vom 20. Mai bis 10. September 2017 in ökumenischer Nachbarschaft dauerhaft präsent ist.

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Aktuelles

Das Programm im Juni

Aus dem Erzbistum Freiburg für das Projekt vor Ort: Domkapitular Dr. Peter Birkhofer und Dekan Peter Nicola. © KNA
Verantwortliche des Projekts aus dem Erzbistum Paderborn: (v.l.) Msgr. Dr. Michael Hardt, Dr. Johannes Oeldemann, Pfarrer Bernhard Brackhane © Erzbistum Paderborn


Wochenprogramm Juni und Juli

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Vom 20. bis 22. Mai gestaltet das Bistum Aachen das Programm, unter anderem stellt Dr. Norbert Wichard den „Schöpfungspfad im Nationalpark Eifel“ vor.
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Vom 24. bis 29. Mai bringt die Bischöfliche Aktion Adveniat e. V. Lateinamerika nach Wittenberg. Michael Huhn informiert über Pfingstkirchen und Charismatiker in Lateinamerika, dem katholischen Kontinent. Der Freitagabend bringt mit einer Lesung – „Du bringst meine Bequemlichkeit durcheinander.“ – aus Meditationen von Dom Hélder Câmara den brasiliansichen Erzbischof nahe, der die Spiritualität des Kontinents wesentlich geprägt hat. Michael Huhn (Adveniat, Essen) und Thilo Esser (Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, Aachen) stellen außerdem die Arbeit der beiden Hilfswerke vor.
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Vom 31. Mai bis 5. Juni organisiert das Erzbistum Freiburg das Programm. Unter anderem tritt die Tanzkompanie „Tipping Point“ unter der Leitung: Barbara J. Lins auf und Dr. Jakob Johannes Koch aus Bonn hält einen bildreichen Vortrag über „Ökumenische Theologen“ – Malerei an der Schwelle zur Konfessionalisierung am Schwerpunktbeispiel Lucas Cranach.
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Vom 6. bis 13. Juni gestalten die Erzbistümer Hamburg und Paderborn das Programm in Wittenberg. Dr. Johannes Oeldemann, Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik aus Paderborn, stellt die heutige katholische Sicht auf Martin Luther und die Reformation vor und lädt zum Gespräch ein. Darüber hinaus gibt es Konzert- und Gesprächsangebote.
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Vom 13. bis 20. Juni sind die Bistümer Regensburg und Dresden-Meißen federführend für das Programm, Schwerpunkte sind u. a. Marienfrömmigkeit in der Reformationszeit und eine marianische Vesper. Selbstverständlich gibt es auch verschiedene Gesprächsangebote.
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Vom 20. bis 27. Juni organisiert das Bistum Magdeburg die Programmelemente. Am 24. Juni 2017 pilgert Bischof Dr. Gerhard Feige bei der Kinderwallfahrt gemeinsam mit jungen Gläubigen. Außerdem diskutiert eine Projektgruppe das Thema „Woran ich als (katholischer) Christ glaube“.
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Eröffnung am 19. Mai 2017

Anlässlich der Weltausstellung Reformation in Wittenberg, sind am Freitag, 19. Mai 2017, die Veranstaltungsangebote der katholischen Kirche während der Weltausstellung eröffnet worden. Unter dem Leitthema „Katholisch in Lutherstadt“ wollen die verschiedenen Veranstaltungen dazu beitragen, über die katholische Kirche und die Reformation ins Gespräch zu kommen. Die katholische Kirche möchte so während der Weltausstellung Reformation ein Zeichen der gewachsenen ökumenischen Verbundenheit setzen. Der Bischof von Magdeburg und Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige, hob bei der Eröffnung hervor, dass die katholische Kirche Gastgeber und Gast zugleich sei: „Als Gastgeber heißen wir alle Besucher der Stadt Wittenberg und der Weltausstellung zu unseren Angeboten willkommen.“ Gleichzeitig sei man auch gerne Gast: „Als Gast bringt man zu einer Feier Geschenke mit. Unseres ist die katholische Tradition, die in der Wittenberger Gemeinde gelebt wird“, so Bischof Feige.

Die vielfältigen Veranstaltungsangebote bei „Katholisch in Lutherstadt“ werden vier Monate lang wochenweise von (Erz-)Bistümern und Hilfswerken durchgeführt. Täglich laden Kurzmeditationen zu jeder vollen Stunde und eine abendliche Vesper zum Innehalten und gemeinsamen Gebet ein. Sonntags um 10.30 Uhr findet eine Eucharistiefeier statt. Das Gesprächsangebot „Was ich schon immer einen Katholiken fragen wollte“ bittet täglich um 15.00 Uhr Besuchern die Möglichkeit, sich mit katholischen Christen auszutauschen. Kulturelle und akademische Veranstaltungen an den Wochenenden runden das Programm ab. Außerdem gibt es ein Kirchencafé, das vom Augustinuswerk e. V. betreut wird. In zwei Ausstellungen wird die Thematik erweitert: „Katholisch den Glauben feiern“ erschließt den katholischen Kirchenraum und „Katholisch in Luthers Stadt in 9,5 Themen“ beleuchtet die Geschichte der katholischen Pfarrei in Wittenberg. Beide Ausstellungen wurden vom Institut für Katholische Theologie und ihre Didaktik von der Universität Halle-Wittenberg konzipiert.

An der Ausstellungseröffnung und der anschließenden Vesper in der katholischen Kirche von Wittenberg nahm neben Mitgliedern des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und weiteren Partnern der Ökumene auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr.  Reiner Haseloff teil. In seinem Grußwort würdigte der Ministerpräsident den katholischen Beitrag zum Reformationsgedenken. „Es ist ein entscheidendes Signal, dass wir uns in einem ökumenischen Geist an die Reformation erinnern und heute mehr das Verbindende suchen als das, was uns trennt“, sagte Ministerpräsident Haseloff.

Bischof Feige dankte bei der Eröffnung den (Erz-)Bistümern und Hilfswerken, ein ansprechendes und vielfältiges Programm entwickelt zu haben und sprach von einem Zeichen „deutschlandweiter Solidarität“. Mit Blick auf die Ökumene betonte er: „Dass Katholiken und Protestanten in Wittenberg so gut miteinander kooperieren, war – wie wir aus der Geschichte wissen – nicht immer der Fall. Von Herzen bin ich darum für die vielen ökumenischen Geschenke dankbar, die uns das Christusfest schon beschert hat, und hoffe, dass wir mit den katholischen Angeboten ein weiteres Geschenk hinzugeben können. Ich wünsche Ihnen und allen Besucherinnen und Besuchern der Weltausstellung anregende Erkenntnisse und Freude beim Entdecken der vielfältigen Angebote von ‚Katholisch in Lutherstadt‘.“

Grußwort von Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz
Grußwort

 

 

Einladung der Pfarrgemeinde

Pfarrer Markus Lorek stellt die katholische Pfarrgemeinde St. Marien in Wittenberg vor und lädt Interessierte dazu ein, vorbeizukommen.

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Ausstellungen in Wittenberg

Diese beiden Ausstellungen prägen das katholische Programm vom 20. Mai bis 20. September 2017:

Katholisch in Luthers Stadt in 9,5 Themen:
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts leben wieder Katholiken in Wittenberg. Das waren zunächst Angehörige des Militärs, zunehmend jedoch auch Zivilpersonen. Schritt für Schritt erhielten sie seelsorgerliche Betreuung bis schließlich dauerhaft ein katholischer Priester in der Stadt lebte und eine Gemeinde entstand. Die kompakte Ausstellung „Katholisch in Luthers Stadt in 9,5 Themen“ stellt einzelne Ereignisse dieser Geschichte in assoziativen Objekten und mit informativen Texten dar. Am 19. Mai 2017 wird sie im Einkaufszentrum Arsenal im Zentrum von Lutherstadt Wittenberg eröffnet. Sie wandert anschließend an weitere Standorte in der Stadt.

Katholiken feiern den Glauben:
Informationstafeln und kurze Filmsequenzen stellen in der Kirche Unbefleckte Empfängnis in Wittenberg (Mauerstraße 14, 06886 Lutherstadt Wittenberg) wichtige Ausstattungselemente der katholischen Kirche in Wittenberg vor. Sie geben einen Einblick in deren Bedeutung für die Menschen, die glauben und in der katholischen Kirche Gottesdienste feiern.

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