Katholisch in Lutherstadt

Der Marktplatz mit der evangelischen Stadtkirche Sankt Marien in Wittenberg. © KNA
Eine Fahne zu Lutherdekade in Wittenberg. Die evangelische Kirche hat mit einer Lutherdekade das Reformationsjubiläum 2017 vorbereitet. © KNA

„Katholisch in Lutherstadt“ lautete das Oberthema der katholischen Angebote in Wittenberg. Zwei scheinbare Gegensätze: „katholisch“ und „Luther“. Zentrum des Projektes war die katholische Kirche Unbefleckte Empfängnis am Rande der Altstadt von Wittenberg (Mauerstraße 14, 06886 Lutherstadt Wittenberg).

21 deutsche Bistümer und andere Institutionen boten ein wöchentlich wechselndes Programm. Zusätzlich gab es ein dauerhaftes Kirchencafé, in dem man ins Gespräch kommen konnte, sowie zwei Ausstellungen.

Bilanz der katholischen Angebote während der Weltausstellung Reformation
Zur Pressemitteilung vom 10.09.2017

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Aktuelles

Ökumenischer Taufgedächtnis-Gottesdienst im „Erlebnisraum Taufe“ mit Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bistum Hildesheim: Bernhard Schneider (ganz l.), Dr. Michael Lukas (2. v. l.), Dr. Dagmar Stoltmann-Lukas (4. v. l.) und Daniela Schneider (7. v. l.). Alle anderen sind aus dem Team des Taufraums. © DBK/Hammes

Christliche Partner

Die evangelischen Partner-Landeskirchen der katholischen Bistümer sind natürlich auch in Wittenberg präsent. So hat die Evangelisch-lutherische Kirche Hannover in der Straße „Am Stadtgraben“ einen „Erlebnisraum Taufe“ aufgebaut und informiert Interessierte darüber wie es ist Christ zu werden. Zuletzt war ein Team des Bistums Hildesheim in Wittenberg, um dort das katholische Programm zu gestalten. Aus diesem Anlass haben sich Vertreter der beiden Partnerkirchen zu einem ökumenischen Taufgedächtnisgottesdienst im Erlebnisraum Kirche getroffen.

Gelebte Ökumene: Treffen der Verantwortlichen aus den Bistümern Mainz und Limburg und der Landeskirche Hessen-Nassau. © DBK/Hammes

Die Landeskirche Hessen-Nassau ist die Partnerlandeskirche der Bistümer Mainz und Limburg. Verantwortliche dieser Partner haben sich am Freitag, 25. August 2017, zu einem gemeinsamen Morgengebet mit dem Team der „Lichtkirche“ getroffen, der Präsenz der Landeskirche Hessen-Nassau in Wittenberg.

Das Programm bis zum 10. September 2017

Vor Ort in Wittenberg: Das Team aus den Bistümern Mainz und Limburg mit dem Limburger Weihbischof Dr. Thomas Löhr (vorne Mitte). © DBK/Hammes

Wochenprogramm August bis September
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Wochenprogramm August
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Wochenprogramm Juli bis Anfang August
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Wochenprogramm Juni und Juli
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Aktuelle Programmdetails finden Sie jeweils im Wochenprogramm.

Zum Abschluss des katholischen Programms in der Lutherstadt laden wir herzlich ein: zum Gottesdienst am Samstag, 9. September 2017 um 18.00 Uhr mit anschließendem Imbiss auf dem Kirchvorplatz sowie zur Eucharistiefeier am Sonntag, 10. September 2017, um 10:30 Uhr in die katholische Kirche Unbefleckte Empfängnis. Im Anschluss an die Eucharistiefeier gibt es wie zuvor noch einmal Kurzmeditiationen, Gesprächsangebote in der Kirche und die Vesper.

Die Bistümer Fulda und Speyer sind vom 6. bis 10. September 2017 in Wittenberg aktiv. Auf dem Programm steht unter anderem „Trink vergnügt deinen Wein“, eine biblische Weinprobe mit Klezmermusik. Gezeigt wird auch die Preview eines Kinofilms zum Reformationsgedenken: „Gratia Dei“, zu dem Dr. Ulrike Wick-Alda eine Einführung gibt und zur Diskussion anregen will.

Vom 30. August bis 4. September 2017 war das Bistum Osnabrück für das Programm verantwortlich: v.l.n.r.: Farina Dierker, Dominik Lübbers, Stephanie Lübbers, Dr. Stephanie Van de Loo, Prof. Margit Eckholt, Domkapitular Msgr. Reinhard Molitor.
© DBK/Hammes

Vom 30. August bis zum 4. September 2017 ist das Bistum Osnabrück für das Programm verantwortlich. Ein Höhepunkt sind Impulse zum Thema „Weisheitlich leben – Hilgegard von Bingen“ mit Prof. Dr. Margit Eckholt, Farina Dierker sowie Stefanie und Dominik Lübbers. Unter dem Leitwort „ökologische Umkehr“  zeigen sie außerdem anhand von Texten, Gebeten und Musik Wege zur Schöpfungsspiritualität von Papst Franziskus. Außerdem geht Reinhard Molitor in „Luther – mal katholisch“ der Frage nach, was der Reformator für die katholische Kirche heute bedeutet.

Die Bistümer Mainz und Limburg sind vom 23. bis 28. August 2017 vor Ort. Begeleitet von Lutherliedern aus dem Gotteslob sprechen Maria Becker, Dr. Christoph May und Christian Scott Trenk über „Unterschätzung – Konfrontation – Annäherung. Luther und die Päpste“. Zum Thema „Luther und Wein“ hält Daniel Deckers, Journalist der FAZ aus Frankfurt am Main, einen Vortrag und macht darin eine Reise in die Zeit Luthers, als Wasser noch nicht trinkbar war.

Vom 16. bis 21. August 2017 gestalten unter anderem verschiedene Gemeinden aus dem Bistum Magdeburg das Programm mit Vesper, Eucharistiefeiern und Gesprächsangeboten. 

Die Bistümer Erfurt und Görlitz sind vom 9. bis 14. August 2017 für das katholische Programm in Wittenberg zuständig. Frau Dr. Anne Rademacher vom Bistum Erfurt beleuchtet dabei die Frage „Wer braucht heute noch Luthers gnädigen Gott?“ aus katholischer Sicht. An diesen Vortrag schließt sich das Konzert „wolkenhimmelwärts“ des Fakultätschores der Universität Erfurt an, in dem neue und neueste Lieder präsentiert werden, die extra für den Chor und den Kirchentag 2017 geschrieben wurden.

Vom 2. bis 7. August 2017 gestalten die Bistümer Würzburg und Hildesheim gemeinsam das Programm. Dr. Christian Hennecke vom Bistum Hildesheim ordnet in einem Vortrag die Sicht der Katholiken auf Luther ein. Darüber hinaus sind alle Interessierten herzlich zu Gesprächsangeboten und zur Vesper eingeladen.

Unter dem Eindruck des Hl. Martin von Tours gestaltet das Bistum Rottenburg-Stuttgart vom 26. bis 31. Juli 2017 seine Präsenz in Wittenberg. Geboten wird unter anderem eine Talkrunde zu einer Umkehr der Sicht auf Martin Luther mit Domkapitular Thomas Weißhaar und weiteren Gesprächspartnern. Außerdem gibt es Orgelmeditationen mit Liedern von Martin Luther und aus der schwäbisch-katholischen Tradition.

Vom 19. bis 24. Juli 2017 ist das Erzbistum München und Freising in Wittenberg aktiv. Besondere Programmpunkte sind der Erfahrungsbericht der Ordinariatsdirektorin Dr. Gabriele Rüttiger, die eine hohe Leitungsposition in der Kirche übernommen hat, sowie das gemeinsame Singen alpenländisch-geistlicher Lieder und der Blick eines konfessionsverschiedenen Ehepaares auf Martin Luther.

Das Erzbistum Bamberg übernimmt das Programm vom 12. bis 17. Juli 2017. Josef Gründel aus dem Ökumenereferat des Erzbistums spricht und diskutiert über „Martin Luther mit katholischer Brille gesehen“. Zudem gibt es eine Talkrunde zum Thema „Ökumene in Bayern“ mit Josef Gründel und Britta Mann von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Vesper und Gesprächsangebote ergänzen wie immer das Angebot.

Vom 5. bis 10. Juli 2017 bietet das Bistum Essen besondere Highlights an: Die Worship-Band lädt zum gemeinsamen Singen und Beten ein, der Mädchenchor des Essener Doms gibt ein Konzert und gestaltet eine Messe, die Weihbischof Wilhelm Zimmermann aus Essen feiern wird. Zudem lädt Ökumenereferent Volker Meißner zum Vortrag „Martin Luther – ein Reformkatholik: Wie sehen Katholiken heute den Reformator?“ ein.

Das Erzbistum Berlin gestaltet das Programm vom 28. Juni bis 3. Juli 2017. Neben den durchgehenden Angeboten lädt Andreas Brock vom Kolpingwerk zum Gespräch über das Thema „Wer Mut zeigt, macht Mut. Adolph Kolpings bleibende Relevanz für heute“ ein. Außerdem wird ein Musicalfilm über das Leben Kolpings gezeigt.

Vom 20. bis 27. Juni organisiert das Bistum Magdeburg die Programmelemente. Am 24. Juni 2017 pilgert Bischof Dr. Gerhard Feige bei der Kinderwallfahrt gemeinsam mit jungen Gläubigen. Außerdem diskutiert eine Projektgruppe das Thema „Woran ich als (katholischer) Christ glaube“.
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Vom 13. bis 20. Juni sind die Bistümer Regensburg und Dresden-Meißen federführend für das Programm. Schwerpunkte sind u. a. Marienfrömmigkeit in der Reformationszeit und eine marianische Vesper. Selbstverständlich gibt es auch verschiedene Gesprächsangebote.
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Vom 6. bis 13. Juni gestalten die Erzbistümer Hamburg und Paderborn das Programm in Wittenberg. Dr. Johannes Oeldemann, Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik aus Paderborn, stellt die heutige katholische Sicht auf Martin Luther und die Reformation vor und lädt zum Gespräch ein. Darüber hinaus gibt es Konzert- und Gesprächsangebote.
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Vom 31. Mai bis 5. Juni organisiert das Erzbistum Freiburg das Programm. Unter anderem tritt die Tanzkompanie „Tipping Point“ unter der Leitung: Barbara J. Lins auf und Dr. Jakob Johannes Koch aus Bonn hält einen bildreichen Vortrag über „Ökumenische Theologen“ – Malerei an der Schwelle zur Konfessionalisierung am Schwerpunktbeispiel Lucas Cranach.
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Vom 24. bis 29. Mai bringt die Bischöfliche Aktion Adveniat e. V. Lateinamerika nach Wittenberg. Michael Huhn informiert über Pfingstkirchen und Charismatiker in Lateinamerika, dem katholischen Kontinent. Der Freitagabend bringt mit einer Lesung – „Du bringst meine Bequemlichkeit durcheinander.“ – aus Meditationen von Dom Hélder Câmara den brasiliansichen Erzbischof nahe, der die Spiritualität des Kontinents wesentlich geprägt hat. Michael Huhn (Adveniat, Essen) und Thilo Esser (Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, Aachen) stellen außerdem die Arbeit der beiden Hilfswerke vor.
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Vom 20. bis 22. Mai gestaltet das Bistum Aachen das Programm, unter anderem stellt Dr. Norbert Wichard den „Schöpfungspfad im Nationalpark Eifel“ vor.
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Eröffnung am 19. Mai 2017

Anlässlich der Weltausstellung Reformation in Wittenberg, sind am Freitag, 19. Mai 2017, die Veranstaltungsangebote der katholischen Kirche während der Weltausstellung eröffnet worden. Unter dem Leitthema „Katholisch in Lutherstadt“ wollen die verschiedenen Veranstaltungen dazu beitragen, über die katholische Kirche und die Reformation ins Gespräch zu kommen. Die katholische Kirche möchte so während der Weltausstellung Reformation ein Zeichen der gewachsenen ökumenischen Verbundenheit setzen. Der Bischof von Magdeburg und Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige, hob bei der Eröffnung hervor, dass die katholische Kirche Gastgeber und Gast zugleich sei: „Als Gastgeber heißen wir alle Besucher der Stadt Wittenberg und der Weltausstellung zu unseren Angeboten willkommen.“ Gleichzeitig sei man auch gerne Gast: „Als Gast bringt man zu einer Feier Geschenke mit. Unseres ist die katholische Tradition, die in der Wittenberger Gemeinde gelebt wird“, so Bischof Feige.

Die vielfältigen Veranstaltungsangebote bei „Katholisch in Lutherstadt“ werden vier Monate lang wochenweise von (Erz-)Bistümern und Hilfswerken durchgeführt. Täglich laden Kurzmeditationen zu jeder vollen Stunde und eine abendliche Vesper zum Innehalten und gemeinsamen Gebet ein. Sonntags um 10.30 Uhr findet eine Eucharistiefeier statt. Das Gesprächsangebot „Was ich schon immer einen Katholiken fragen wollte“ bittet täglich um 15.00 Uhr Besuchern die Möglichkeit, sich mit katholischen Christen auszutauschen. Kulturelle und akademische Veranstaltungen an den Wochenenden runden das Programm ab. Außerdem gibt es ein Kirchencafé, das vom Augustinuswerk e. V. betreut wird. In zwei Ausstellungen wird die Thematik erweitert: „Katholisch den Glauben feiern“ erschließt den katholischen Kirchenraum und „Katholisch in Luthers Stadt in 9,5 Themen“ beleuchtet die Geschichte der katholischen Pfarrei in Wittenberg. Beide Ausstellungen wurden vom Institut für Katholische Theologie und ihre Didaktik von der Universität Halle-Wittenberg konzipiert.

An der Ausstellungseröffnung und der anschließenden Vesper in der katholischen Kirche von Wittenberg nahm neben Mitgliedern des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und weiteren Partnern der Ökumene auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr.  Reiner Haseloff teil. In seinem Grußwort würdigte der Ministerpräsident den katholischen Beitrag zum Reformationsgedenken. „Es ist ein entscheidendes Signal, dass wir uns in einem ökumenischen Geist an die Reformation erinnern und heute mehr das Verbindende suchen als das, was uns trennt“, sagte Ministerpräsident Haseloff.

Bischof Feige dankte bei der Eröffnung den (Erz-)Bistümern und Hilfswerken, ein ansprechendes und vielfältiges Programm entwickelt zu haben und sprach von einem Zeichen „deutschlandweiter Solidarität“. Mit Blick auf die Ökumene betonte er: „Dass Katholiken und Protestanten in Wittenberg so gut miteinander kooperieren, war – wie wir aus der Geschichte wissen – nicht immer der Fall. Von Herzen bin ich darum für die vielen ökumenischen Geschenke dankbar, die uns das Christusfest schon beschert hat, und hoffe, dass wir mit den katholischen Angeboten ein weiteres Geschenk hinzugeben können. Ich wünsche Ihnen und allen Besucherinnen und Besuchern der Weltausstellung anregende Erkenntnisse und Freude beim Entdecken der vielfältigen Angebote von ‚Katholisch in Lutherstadt‘.“

Grußwort von Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz
Grußwort

 

 

Einladung der Pfarrgemeinde

Pfarrer Markus Lorek stellt die katholische Pfarrgemeinde St. Marien in Wittenberg vor und lädt Interessierte dazu ein, vorbeizukommen.

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Ausstellungen in Wittenberg

Diese beiden Ausstellungen prägen das katholische Programm vom 20. Mai bis 20. September 2017:

Katholisch in Luthers Stadt in 9,5 Themen:
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts leben wieder Katholiken in Wittenberg. Das waren zunächst Angehörige des Militärs, zunehmend jedoch auch Zivilpersonen. Schritt für Schritt erhielten sie seelsorgerliche Betreuung bis schließlich dauerhaft ein katholischer Priester in der Stadt lebte und eine Gemeinde entstand. Die kompakte Ausstellung „Katholisch in Luthers Stadt in 9,5 Themen“ stellt einzelne Ereignisse dieser Geschichte in assoziativen Objekten und mit informativen Texten dar. Am 19. Mai 2017 wird sie im Einkaufszentrum Arsenal im Zentrum von Lutherstadt Wittenberg eröffnet. Sie wandert anschließend an weitere Standorte in der Stadt.

Katholiken feiern den Glauben:
Informationstafeln und kurze Filmsequenzen stellen in der Kirche Unbefleckte Empfängnis in Wittenberg (Mauerstraße 14, 06886 Lutherstadt Wittenberg) wichtige Ausstattungselemente der katholischen Kirche in Wittenberg vor. Sie geben einen Einblick in deren Bedeutung für die Menschen, die glauben und in der katholischen Kirche Gottesdienste feiern.

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