Archiv der Gebetsmeinungen

2. Quartal 2017

Papst Franziskus hat im März in besonderer Weise zum Gebet für verfolgte Christen aufgerufen. Diesem Gebet schließt sich die katholische Kirche in Deutschland an:

„Wie viele Menschen werden aufgrund ihres Glaubens verfolgt! Sie werden gezwungen, ihr Zuhause, ihre Kirchen, ihr Land und alles, was ihnen teuer und lieb ist, zu verlassen. Sie werden verfolgt und hingerichtet, weil sie Christen sind. Ihre Verfolger machen keinen Unterschied, welcher Konfession sie angehören. Ich möchte Ihnen eine Frage stellen: Wie viele von Ihnen beten für die verfolgten Christen? Lassen Sie sich dazu ermutigen, es mit mir zu tun: Damit unsere Brüder und Schwestern die Hilfe aller Kirchen und Gemeinschaften erfahren, durch Gebet und materielle Hilfe!“ (Quelle: Radio Vatican)

Im Mittelpunkt der von der Deutschen Bischofskonferenz getragenen Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“ steht in diesem Jahr Nigeria. Dort kommt es besonders im Norden und in der Mitte des Landes zu ethnischen und religiösen Konflikten. Erzbischof Dr. Schick (Bamberg), der Vorsitzende der Kommission Weltkirche, hat das Land in der Osterwoche besucht.

1. Quartal 2017

Gebet

Himmlischer Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, Ewiger Gott, wir bitten dich im Namen deines Sohnes Jesus Christus für die Christen in Mali, im Tschad, in Niger, Mauretanien und Burkina Faso. Herr, verwandle die Herzen all derer, die sich vom Hass mitreißen lassen, auf dass sie in dir die Hoffnung auf das Heil erkennen und auf ewig deine Friedensboten werden.

Wir danken dir Herr, denn du bleibst deinen Versprechen treu.
Dir sei Ehre und Preis von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen Jesus,
du weißt, wie oft wir jeden Tag Fehler begehen und sündigen,
und du kennst die Leidenschaft in unseren Augen.
Du kennst die Fallstricke des Vogelfängers und sein Netz,
das er aufspannt auf unseren Wegen im Busch und in unseren Dörfern.
Du weißt, dass wir auf Abwege geraten und dem Horn des Rhinozeros folgen
und uns herumtreiben wie Geier und Hühnerhabichte.
Aber du, der du die Schwäche unserer tönernen Füße kennst
und all unsere anderen Schwächen und die Momente, in denen wir aufbrausend werden,
Gott, lass uns unser Temperament zügeln
und bewahre uns von allem Übel.

Pfarrer Kinda Tegwende Leonard/Sore Mahamoudou, Burkina Faso

Quelle:
www.oikoumene.org

Hinweis:
Das Gebet darf für einzelne Gottesdienste abgedruckt und verwendet werden, sofern es nicht komerziell genutzt wird.

 

 

4. Quartal 2016

Gebet für den Frieden in Syrien

Wir rufen dich, Gott.

Schau auf die Mütter und Väter, Kinder und Jugendlichen,
Männer und Frauen in Syrien und in den Flüchtlingslagern.

Sie erleben einen Alltag, der zerschnitten ist
durch Schüsse und die Explosionen der Bomben.

Sie erleben einen Alltag, der zerschnitten ist
von der Angst, das eigene Leben zu verlieren.

Sie müssen mit ansehen,
wie geliebte Menschen gequält und ermordet werden.

Sie wissen,
dass ein ehrliches Wort den Tod bedeuten kann.

Das Erlebte hat Wunden geschlagen.

Gott, sieh die Not dieser Menschen.
Wir sind in Gedanken bei ihnen.

Gott, wir bitten dich:
Berühre die Herzen der Verantwortlichen.

Berühre Befürworter und Gegner des Regimes.
Lass Frieden und Liebe in ihre Herzen zurückkehren.

Gott, wir bitten dich,
Lass sie den Mut haben, aufeinander zuzugehen.
Lass sie Lösungen finden, bei denen alle Menschen in Syrien künftig in Frieden und Würde leben können.

Gott, wir bitten dich,
Schenke den vom Krieg traumatisierten Menschen Wege zur Heilung.

Gott, wir bitten dich,
Lass Frieden und Liebe bei uns allen einziehen.

Amen.

Quelle: ekhn.de

 

 

3. Quartal 2016

Gebet in Solidarität mit bedrängten und verfolgten Christen

Geist, der das Leben weckt,
du bist der Schwachen Kraft,
gibst ihnen Zuversicht
mitten in Todesnot;
hell wird uns offenbar,
was uns der Glaube sagt:
Christus hat unsern Tod besiegt.

Alles verwelkt im Tod,
Staub wird des Menschen Leib.
Doch wer in Christus stirbt,
Wird mit ihm auferstehn:
Wer sich zu ihm bekennt,
fürchtet die Marter nicht,
wird im Tode mit Christus eins.

Ihm, der als Weizenkorn
für uns zerrieben ward,
folgen die Jünger nach,
bringen sich dar mit ihm,
werden wie er zum Brot,
welches das Leben nährt,
Pilger stärkt auf dem Weg zu Gott.

Dich, Herr verehren wir,
König der Märtyrer.
Dein ist die Herrlichkeit,
von der ihr Glaube zeugt.
Führ uns durch deinen Geist
heim in des Vaters Reich,
wo in Ewigkeit Friede herrscht.

Amen.

(aus dem Stundengebet der Kirche)

 

 

2. Quartal 2016

Gebet für die verfolgten Christen

Herr, viele Christinnen und Christen werden weltweit
ihres Glaubens wegen bedroht und verfolgt.
Von der Liebe geleitet sind sie bereit, für Dich in den Tod zu gehen.
Denn Du bist die Liebe selbst.
Wir bitten Dich,nimm sie auf bei Dir.

Herr, wir vertrauen Dir auch Ihre Verfolger an:
Öffne ihr Herz für das Leid, das sie anderen antun.
Lass sie Dich in den Opfern ihres Handelns erkennen
und führe sie auf den Weg der Bekehrung.
Jungfrau Maria, mit dem Schwert im Herzen hast Du
vereint mit Jesus das Böse besiegt.
Erbitte für uns den Geist der Stärke, damit er uns von Angst,
Feigheit und Verzagtheit befreit,
damit er unseren Glauben erneuert
und in uns den Mut weckt, in jeder Bedrängnis zu bekennen,
dass Christus der Herr ist.

Amen.

(Quelle unbekannt)

 

 

1. Quartal 2016

Gebet für die verfolgte Kirche

Gott, nach dem geheimnisvollen Ratschluss
deiner Liebe lässt Du die Kirche teilhaben
am Leiden deines Sohnes.

Stärke unsere Brüder und Schwestern,
die wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
Gib ihnen Kraft und Geduld, damit sie
in ihrer Bedrängnis auf dich vertrauen und
sich als deine Zeugen bewähren.

Gib ihnen die Kraft, in der Nachfolge Christi
das Kreuz zu tragen und auch in der Drangsal
ihren christlichen Glauben zu bewahren.

Amen.

(aus dem Gotteslob)

 

 

4. Quartal 2015

Der orthodoxe Christ Talal Dayoob aus Homs in Syrien hat für das Hilfswerk Missio-Aachen im Jahr der Barmherzigkeit eine Ikone „Maria, die Erbarmerin“ gemalt. Das Gebet vor dieser Ikone soll ein Band der Solidarität zwischen den bedrängten und verfolgten Christen im Nahen und Mittleren Osten und Christen in Deutschland knüpfen.

Mutter der Barmherzigkeit

Halte mich in deinen Armen, du gottesgebärende Mutter,
und öffne meine Arme für Menschen, die Zuflucht suchen.
Berge mein Leid in deinem Herzen, du barmherzige Mutter,
und mach mein Herz mit-leidend mit den Heimatlosen.
Tröste mich mit deiner innigen Hingabe, du zärtliche Mutter,
und lass meine Worte wohltun den Trauernden.
Umschlinge mich mit deiner schöpferischen Liebe, du menschliche Mutter,
und lass uns in einander Bruder und Schwester sehen:
Gemeinsam unter deinem Schutz,
gemeinsam auf der Suche nach Heimat,
gemeinsam im Wunsch nach Frieden.
Du Mutter aller Menschen hast Freuden und Leid erlebt,
warst auf der Flucht und mittellos, du hast die Qualen des Todes mitangesehen,
wende deine Augen nicht ab von unserem Schicksal,
denn unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, du Mutter aller Menschen.

Ingelore Haepp, © Missio

3. Quartal 2015

Lebenszeichen

Hörende lass uns sein, Gott,
aufmerksam für deinen Ruf,
berührbar für die Angst und Not
unserer Glaubensgeschwister in Bedrängnis.
Sehende lass uns sein, Gott,
die nicht die Augen verschließen vor dem Leid,
die hinsehen und das Unrecht benennen,
in das Menschen geraten,
weil sie glauben und dich bezeugen.
Sprechende lass uns sein, Gott,
die deinen Namen sagen,
der für Gerechtigkeit steht,
die widersprechen,
wenn dein Name Menschen in Bedrängnis bringt.
Mitfühlende lass uns sein, Gott,
die trauern mit denen,
die Opfer werden von Gewalt und Tod,
um deines Namens willen.
Kämpferisch lass uns sein, Gott,
eintreten für das Recht aller Menschen,
ihren Glauben zu leben,
dir die Ehre zu geben. Amen.

Irmgard Icking, © Missio

Weitere Informationen und liturgische Handreichungen zur Aktion Lebenszeichen des katholischen Hilfswerks Missio finden sich unter: www.missio-hilft.de/de/aktion/lebenszeichen

2. Quartal 2015

Beten wir gemeinsam mit Papst Franziskus eine Station aus dem Kreuzweg am Kolosseum 2015:

ZWEITE STATION
Jesus nimmt das Kreuz auf sich
„Unter die Verbrecher gerechnet“

V. Adoramus te, Christe, et benedicimus tibi.
R. Quia per sanctam crucem tuam redemisti mundum.

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus (15,20)

Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Purpurmantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an. Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen.

GEFÜHLE UND GEDANKEN JESU
Mich umringen die Soldaten des Statthalters. Für sie bin ich nicht mehr ein Mensch, sondern eine Sache. Mit mir wollen sie ihr Spiel treiben, sich über mich lustig machen. Darum verkleiden sie mich als König. Auch eine Krone ist bereit – aber aus Dornen. Mit einem Stock schlagen sie mich auf den Kopf. Sie spucken mich an. Sie führen mich hinaus.

Dramatische Worte des Propheten Jesaja über den Gottesknecht hallen in meinem Innern nach. Da heißt es, er habe keine schöne und edle Gestalt; er wird verachtet, ist ein Mann voller Schmerzen; er ist wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt; er ist zu Tode getroffen. Jener Knecht bin ich, um die Größe der Liebe Gottes zum Menschen zu offenbaren.

UNSERE INNERE ANTWORT
Du, o Jesus, wurdest also „unter die Verbrecher gerechnet“. In der ersten christlichen Generation sind Petrus und Johannes, Paulus und Silas ins Gefängnis gekommen, eigens weil sie öffentlich von dir sprachen. Und so ist es im Laufe der Jahrhunderte viele Male geschehen.

Auch in diesen Tagen gibt es Männer und Frauen, die eingekerkert, verurteilt oder sogar niedergemetzelt werden, nur weil sie gläubig sind oder sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Sie schämen sich deines Kreuzes nicht. Sie sind uns bewundernswerte Vorbilder, die wir nachahmen müssen.

GEBET
Lasst uns beten mit den Worten eines Märtyrers: Shahbaz Bhatti

Am Morgen des 2. März 2011 wurde der Pakistaner Shahbaz Bhatti, Minister für die religiösen Minderheiten, von einer Gruppe bewaffneter Männer getötet. In seinem geistlichen Testament hatte er geschrieben:

„Ich erinnere mich an einen Karfreitag, als ich gerade dreizehn Jahre alt war: Ich hörte eine Predigt über das Opfer Jesu für unsere Erlösung und für das Heil der Welt. Und es kam mir der Gedanke, als Antwort auf diese seine Liebe unseren Brüdern und Schwestern Liebe zu schenken, indem ich mich in den Dienst der Christen stellte, besonders der Armen, der Notleidenden und der Verfolgten, die in diesem islamischen Land leben.
Ich möchte, dass mein Leben, mein Charakter, meine Handlungen für mich sprechen und zum Ausdruck bringen, dass ich Jesus Christus nachfolge. Dieser Wunsch ist in mir so stark, dass ich mich … privilegiert fühlen würde, wenn es Jesus gefiele, mein Leben als Opfer anzunehmen.“

Im Licht dieses Zeugnisses wollen wir beten: Herr Jesus, verleihe den Verfolgten innere Stärke. Möge das Grundrecht auf Religionsfreiheit in der Welt Verbreitung finden. Wir danken dir für alle, die wie „Engel“ wunderbare Zeichen setzen für das Kommen deines Reiches. – Amen.

Die Meditationen zu den Kreuzwegstationen stammen von Renato Corti, dem emeritierten Bischof von Novara (Italien). Der Wortlaut aller Kreuzwegmeditationen lässt sich hier abrufen.
Zur Internetseite des Vatikan


1. Quartal 2015

Beten wir gemeinsam mit Papst Franziskus anlässlich des Stephanustages für die verfolgten und bedrängten Christen in aller Welt:

Liebe Brüder und Schwestern!

Das Evangelium des heutigen Festes gibt einen Teil der Rede wieder, die Jesus an die Jünger gehalten hat, als er sie aussandte. Er sagt unter anderem: „Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet“ (Mt 10,22). Diese Worte des Herrn stören die Feier der Weihnacht nicht, sondern nehmen ihr jenen falschen süßlichen Überzug, der nicht zu ihr gehört. Sie lassen uns begreifen, dass in den Prüfungen, die aufgrund des Glaubens angenommen werden, die Gewalt von der Liebe, der Tod vom Leben besiegt wird.

Und um Jesus wirklich in unser Dasein aufzunehmen und die Freude der Heiligen Nacht andauern zu lassen, ist der Weg gerade jener, den das Evangelium weist: für Jesus Zeugnis ablegen in Demut, im stillen Dienst, ohne Angst, gegen den Strom zu schwimmen und persönlich dafür einzustehen. Und wenn auch nicht alle wie der heilige Stephanus berufen sind, ihr Blut zu vergießen, so wird aber von jedem Christen gefordert, in jeder Situation konsequent mit dem Glauben, den er bekennt, in Übereinstimmung zu sein. Und die christliche Kohärenz ist eine Gnade, um die wir den Herrn bitten müssen. Kohärent sein, als Christen leben und nicht sagen: „Ich bin Christ“, und dann wie ein Heide leben. Die Kohärenz ist eine Gnade, um die wir heute bitten müssen.

Dem Evangelium zu folgen ist gewiss ein anspruchsvoller, doch schöner, sehr schöner Weg, und wer ihn treu und mutig geht, empfängt das den Männern und Frauen guten Willens vom Herrn verheißene Geschenk. Wie die Engel am Weihnachtstag sangen: „Friede! Friede!“ Dieser von Gott geschenkte Friede vermag den Geist derer zu ermutigen, die durch die Prüfungen des Lebens das Wort Gottes anzunehmen wissen und sich bemühen, es standhaft bis zum Ende zu beachten (vgl. Mt 10,22).

Heute, Brüder und Schwestern, beten wir in besonderer Weise für alle, die aufgrund ihres Zeugnisses für Christus diskriminiert, verfolgt und getötet werden. Ich möchte einem jeden von ihnen sagen: Wenn ihr dieses Kreuz mit Liebe tragt, dann seid ihr in das Geheimnis von Weihnachten eingetreten, dann seid ihr im Herzen Christi und der Kirche. Beten wir außerdem, dass auch dank des Opfers dieser Märtyrer von heute – es sind viele, ganz viele! – überall auf der Welt der Einsatz für die konkrete Anerkennung und Gewährleistung der Religionsfreiheit gestärkt werde, die ein unveräußerliches Recht jedes Menschen ist.

Auszug aus der Ansprache von Papst Franziskus im Rahmen des Angelusgebets am 26. Dezember 2014, dem Gedenktag des ersten christlichen Märtyrers Stephanus.

Der gesamte Wortlaut der Ansprache ist hier abrufbar:
zur Internetseite des Vatikan


4. Quartal 2014

Beten wir anlässlich des Monats der Weltmission für die Christen in Pakistan

Gott,
alles hast du geschaffen und
erhältst es wunderbar am Leben.
Von der ganzen Menschheit und
Schöpfung wirst du gepriesen.

Barmherziger Vater,
gewähre all denen Befreiung,
die in Pakistan, aber auch
in so vielen anderen Ländern
dieser Erde,
ihren Lebensunterhalt durch
Zwangsarbeit bestreiten müssen.
Zeige den Unterdrückten
dein liebevolles Antlitz
und den Ausbeutern
deine Bereitschaft,
ohne Bedingungen zu verzeihen.
Segne Pakistan ebenso
wie unser Heimatland
mit Wohlergehen
und Fruchtbarkeit,
damit alle genug
zum Überleben haben.

Gott des Friedens,
gewähre all denen Frieden,
die unter politischem Terrorismus
und religiöser Gewalt leiden,
die wegen ihres Glaubens
und ihrer Überzeugung
verfolgt werden.

Jesus, Erlöser der Menschheit,
du bist als unser Bruder mit uns
auf dem Weg zur Freiheit.
Führe uns bei unserem Einsatz
für die Menschenrechte,
für Gerechtigkeit
und für die Befreiung der Armen,
Unterdrückten, Benachteiligten
und Ausgebeuteten.

Heiliger Geist,
du göttliche Weisheit,
begeistere und erleuchte
unsere Jugend,
stärke Frauen wie Männer,
und verwandle uns alle.
Lass Eintracht herrschen
zwischen Menschen
unterschiedlicher Kulturen,
Religionen und Nationen.

Heiliger, dreieiniger Gott,
beschenke all jene
mit der Fülle des Lebens,
die ihre ganze Existenz,
ihre Begabungen
und persönlichen Möglichkeiten
einsetzen für die Entwicklung
und das Wohlergehen
der Menschheit.
Der Name Gottes
sei allezeit gepriesen
durch Jesus Christus,
den Herrn unserer Geschichte
und der Ewigkeit.

Amen.


Der Verfasser des Gebets, Emmanuel Asi (*1949), ist katholischer Priester der Erzdiözese Lahore in Pakistan.

Weitere Informationen zum Ökumenischen Friedensgebet finden Sie unter www.oekumenisches-friedensgebet.de.

3. Quartal 2014

Beten wir gemeinsam mit Papst Franziskus für die Christen im Irak:

Liebe Brüder und Schwestern!
Die Nachrichten aus dem Irak sind leider äußerst schmerzlich. Ich schließe mich den Bischöfen des Landes an und appelliere mit ihnen an die Regierenden, dass durch den Dialog die nationale Einheit bewahrt und der Krieg vermieden werden möge.
Ich stehe den Tausenden von Familien nahe, besonders den christlichen, die ihre Häuser verlassen mussten und in großer Gefahr sind. Gewalt erzeugt weitere Gewalt; der Dialog ist der einzige Weg zum Frieden. Wir wollen zur Gottesmutter beten, dass sie das Volk des Iraks behüte.


Auszug aus der Ansprache von Papst Franziskus beim Angelusgebet auf dem Petersplatz am 29. Juni 2014.

Der vollständige Wortlaut der Ansprache ist auf der Internetseite des Vatikan dokumentiert.
Zur Ansprache

Interview mit Erzbischof Dr. Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, zur aktuellen Lage im Irak auf www.domradio.de
Zum Interview

Terror und Vertreibungen im Irak: Katholische Kirche ruft zu Solidarität mit religiösen Minderheiten und Ausweitung der humanitären Hilfe auf
Zur Pressemitteilung vom 08.08.2014

Erzbischof Schick zur Vertreibung der Christen aus der irakischen Stadt Mossul
Zur Pressemitteilung vom 23.07.2014

2. Quartal 2014

Beten wir gemeinsam mit Papst Franziskus für die Christen in unterschiedlichen Teilen Afrikas:

Unaufhörlich bleibt der Exodus der Christen aus dem Nahen Osten und aus Nordafrika ein Grund zur Sorge. Sie wünschen sich, weiterhin ein Teil des gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Ganzen der Länder zu sein, zu deren Aufbau sie beigetragen haben, und trachten danach, zum Gemeinwohl der Gesellschaften beizusteuern, in die sie als Stifter von Frieden und Versöhnung voll und ganz einbezogen sein wollen.

Auch in anderen Teilen Afrikas sind die Christen gerufen, Zeugnis für die Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu geben. Man darf nie davon ablassen, das Gute zu tun, auch wenn es schwierig ist und wenn man Akte der Intoleranz, wenn nicht sogar echter Verfolgung erleidet. In weiten Gebieten Nigerias hört die Gewalt nicht auf und wird weiter viel unschuldiges Blut vergossen. Ich denke vor allem auch an die Zentralafrikanische Republik, wo die Bevölkerung aufgrund der Spannungen leidet, die das Land durchziehen und mehrmals Zerstörung und Tod gesät haben. Während ich mein Gebet für die Opfer und die unzähligen Evakuierten versichere, die unter Bedingungen des Elends zu leben gezwungen sind, hoffe ich darauf, dass die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft dazu beitragen, dass die Gewalt aufhört, der Rechtsstaat wiederhergestellt wird und den humanitären Hilfen der Zugang auch in den entlegenen Zonen des Landes gewährleistet wird.

Auszug aus der Ansprache von Papst Franziskus beim Neujahrsempfang für die Mitglieder des beim Heiligen Stuhl akkreditierten diplomatischen Korps am 13. Januar 2014.

Der vollständige Wortlaut der Ansprache ist auf der Internetseite des Vatikan zu finden.
Zur Ansprache

Über die Situation in der Zentralafrikanischen Republik informieren auch folgende Pressemitteilungen der Deutschen Bischofskonferenz:

Der Gewalt ein Ende setzen.
Zur Pressemitteilung vom 23. Januar 2014

Zentralafrikanische Religionsführer auf Friedensmission in Deutschland.
Zur Pressemitteilung vom 31. März 2014

Über die Situation in Nigeria informiert das Referat von Kardinal John Onaiyekan, Erzbischof von Abuja (Nigeria), das er im Rahmen der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am 12. März 2014 in Münster gehalten hat.
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1. Quartal 2014

Beten wir gemeinsam mit Papst Franziskus für die Christen und den Frieden im Nahen Osten:

Beten wir voll Vertrauen, dass im Heiligen Land und im ganzen Nahen Osten der Friede immer wieder aufstehen möge von den zu häufigen und zuweilen dramatischen Unterbrechungen. Feindschaft und Spaltungen mögen für immer aufhören. Rasch sollen die Friedensvereinbarungen wieder aufgenommen werden, die häufig von gegensätzlichen und dunklen Interessen gelähmt werden.

Es möge endlich für alle die reale Gewährleistung der Religionsfreiheit gesichert werden, zusammen mit dem Recht der Christen, in Ruhe dort zu leben, wo sie geboren wurden, in der Heimat, die sie als Bürger seit zweitausend Jahren lieben, um wie stets zum Wohl aller beizutragen.

Jesus, der Herr, der mit der Heiligen Familie die Erfahrung der Flucht gemacht hat und in eurem gastfreundlichen Land aufgenommen wurde, möge über die Ägypter wachen, die auf den Wegen der Welt Würde und Sicherheit suchen. Und gehen wir immer voran, indem wir den Herrn suchen, indem wir neue Wege suchen, um uns dem Herrn zu nähern.

Auszug aus der Predigt von Papst Franziskus im Rahmen der Eucharistiefeier mit dem koptischen Patriarchen von Alexandrien, Ibrahim Isaak Sidrak, am 9. Dezember 2013 in der Kapelle des Domus Sanctae Marthae.


Hinweis zur Quelle:
Der vollständige Wortlaut der Predigt von Papst Franziskus auf der Internetseite des Vatikan

Weitere Informationen und Hintergrund:
Ein Interview mit Patriarch Sidrak über die Situation der Kirche in Ägypten finden Sie auf der Internetseite von Missio

4. Quartal 2013

Du bist ein Gott des Friedens
Ökumenisches Friedensgebet 2013

Gott, heute kommen wir zu dir, um deinen Namen zu loben. Wir danken dir für alles, was du für uns getan hast.

Wir loben dich, denn du bist ein Gott des Friedens.

Dein Sohn Jesus Christus hat uns seinen Frieden versprochen, der nicht von dieser Welt ist. Darum müssen wir uns nicht fürchten, auch wenn wir durch Gewalt anderer Menschen bedroht werden. Wir danken dir für deine Worte des Trostes.

Wir loben dich, denn du bist ein Gott des Friedens.

Guter Gott, wir bitten für unsere Heimat:

  • um Frieden im ganzen Land,
  • um Frieden in den Dörfern und Städten,
  • um Frieden in den Wohnungen und Häusern.

Wir loben dich, denn du bist ein Gott des Friedens.

Besonders bitten wir dich um Frieden in Ägypten: um Frieden zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften und zwischen allen Interessensgruppen. Aber wir bitten auch um Entwicklung und Fortschritt. Wir bitten um politische und soziale Stabilität und eine gut geführte Wirtschaft, damit es dem gesamten Volk gut geht.

Wir loben dich, denn du bist ein Gott des Friedens.

Wir beten auch für den Frieden im ganzen Nahen Osten, insbesondere in Palästina sowie für den Frieden zwischen den arabischen Staaten und Israel. Wir bitten aus ganzem Herzen, dass dieser Frieden ohne Krieg, ohne Hass und ohne Blutvergießen zustande kommt.

Wir loben dich, denn du bist ein Gott des Friedens.

Guter Gott, du bist unsere Hoffnung für Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit auf der ganzen Welt, für Frieden zwischen allen Völkern und Nationen. Lass die Welt spüren, dass dir Krieg und Gewalt ein Gräuel sind.

Denn du bist ein Gott des Friedens.

Dir sei Lob und Dank in Ewigkeit.
Amen.

Pastor Samuel Rozfy Ibrahim

Hintergrund:

Samuel Rozfy Ibrahim ist ordinierter Pfarrer der Koptisch-Evangelischen Kirche in Ägypten und lehrt als Professor für Praktische Theologie am Evangelical Theological Seminary in Kairo. Er hat sich spezialisiert in „Urban Mission“ und ist dem christlich-islamischen Dialog sehr verbunden.

Das Ökumenische Friedensgebet wird seit 2003 vom Internationalen Katholischen Missionswerk e.V. (missio) und dem Evangelischen Missionswerk in Deutschland (EMW) gemeinsam herausgegeben. Ein Download des Ökumenischen Friedensgebetes aus diesem und den letzten Jahren ist möglich unter:
www.missio-hilft.de/de/themen/spiritualitaet/friedensgebet/

 

2. und 3. Quartal 2013


Beten wir gemeinsam mit Papst Franziskus für Frieden in Syrien:

Heute, liebe Brüder und Schwestern, möchte ich mir den Schrei zu eigen machen, der von jedem Winkel der Erde, von jedem Volk, aus dem Herzen eines jeden und von der einen großen Menschheitsfamilie mit immer größerer Ängstlichkeit aufsteigt. Es ist der Schrei nach Frieden. Es ist der Schrei, der laut ruft: Wir wollen eine friedliche Welt; wir wollen Männer und Frauen des Friedens sein; wir wollen, dass in dieser unserer Weltgemeinschaft, die durch Spaltungen und Konflikte zerrissen ist, der Friede aufbreche und nie wieder Krieg sei! Nie wieder Krieg! Der Friede ist ein zu kostbares Gut, als dass er nicht gefördert und geschützt werden müsste.

Mit leidvoller Sorge verfolge ich die vielen Konfliktsituationen auf dieser unserer Erde. Doch in diesen Tagen geht mir besonders schmerzlich ans Herz, was in Syrien passiert. Ich ängstige mich angesichts der dramatischen Entwicklungen, die bevorstehen.
Mit all meiner Kraft rufe ich die Konfliktparteien auf, der Stimme des eigenen Gewissens zu folgen, sich nicht in egoistische Interessen zu verschließen, sondern den Anderen als Bruder zu betrachten und mit Mut und Entschiedenheit den Weg der Kontakte und der Verhandlungen zu beschreiten, um die blinde Konfrontation zu überwinden. Ebenso nachdrücklich rufe ich auch die Internationale Gemeinschaft auf, jede Anstrengung zu unternehmen, um ohne weiteren Aufschub eindeutige Initiativen für den Frieden in jenem Land voranzubringen; Initiativen, die sich auf den Dialog und die Verhandlung zum Wohl der gesamten syrischen Bevölkerung stützen.

Eine Kette des Einsatzes für den Frieden möge alle Männer und Frauen guten Willens verbinden! Diese ernste und eindringliche Einladung richte ich an die katholische Kirche in der ganzen Welt, und ich weite sie auch auf alle Christen anderer Konfessionen, auf die Männer und Frauen der verschiedenen Religionen und auf jene Brüder und Schwestern, die nicht glauben, aus: Der Frieden ist ein Gut, das alle Grenzen überwindet, weil es eben ein Gut der ganzen Menschheit ist.

Maria, Königin des Friedens, bitte für uns!

(Papst Franziskus in seinem Angelusgebet vom 1. September 2013)

Lesen Sie auch:

  • Kompletter Wortlaut des Gebetsaufrufs von Papst Franziskus sowie Materilien für die weltweite Gebetsinitiative am 8. September 2013 im Syrien-Dossier der Deutschen Bischofskonferenz. Zum Dossier
  • Videoaufzeichnung des Gebetsaufrufes von Papst Franziskus auf der Internetseite von Radio Vatikan. Video ansehen



1. Quartal 2013

 

Gebet für den Frieden in Ägypten:

"Guter Gott, die heilige Familie fand in Ägypten Aufnahme. Sie wird dort bis heute tief verehrt. Wie damals die heilige Familie, so erleben auch heute viele Menschen Furcht und Unsicherheit.

Wir bitten dich:

Für alle, die Angst haben, vor dem was auf sie zukommt: Sei du ihnen Zukunft und Hoffnung, Gott!

Für alle, die niedergedrückt sind von Enttäuschung und Resignation: Sei du ihnen Zukunft und Hoffnung, Gott!

Für alle, die verzweifelt sind, weil ihre Freiheit schwindet: Sei du ihnen Zukunft und Hoffnung, Gott!

Für alle, die um ihr Leben fürchten, weil sie dich bekennen: Sei du ihnen Zukunft und Hoffnung, Gott!

Für alle, die Armen und Verachteten in deinem Namen Hoffnung und Zukunft schenken: Sei du ihre Kraft und erfülle sie mit der Freude deiner Nähe.
Amen."

(Quelle: missio – Internationales Katholisches Missionswerk e. V., Aachen 2013)

4. Quartal 2012


Beten wir gemeinsam mit Papst Benedikt XVI. für die Christen im Nahen Osten:

„Ich wende mich den christlichen Gemeinschaften zu, die unter Verfolgung, Diskriminierung, Akten der Gewalt und der Intoleranz leiden, insbesondere in Asien, in Afrika, im Nahen Osten und besonders im Heiligen Land, dem von Gott auserlesenen und gesegneten Ort. Während ich Ihnen meine väterliche Zuneigung erneuere und sie meines Gebetes versichere, bitte ich alle Verantwortlichen um schnelles Handeln, um jeden Übergriff auf Christen zu beenden, die in jenen Gebieten leben. Die Jünger Christi mögen angesichts der gegenwärtigen Widrigkeiten nicht den Mut verlieren, denn das Zeugnis des Evangeliums ist und wird immer ein Zeichen des Widerspruchs sein.

Erneuern wir die übernommene Verpflichtung zur Nachsicht und zum Verzeihen, die wir im Vater unser von Gott erbitten, wo wir selbst die Bedingung und das Maß des ersehnten Erbarmens festlegen, wenn wir nämlich beten: ‚Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern’ (Mt 6,12). Gewalt wird nicht mit Gewalt überwunden. Unser Schmerzensschrei soll immer vom Glauben, von der Hoffnung und vom Zeugnis der Liebe Gottes begleitet werden.“



3. Quartal 2012


Beten wir gemeinsam mit Papst Benedikt XVI. für Frieden in Nigeria:

„Ich verfolge mit tiefer Sorge die Nachrichten aus Nigeria, wo die vor allem gegen die Christen gerichteten Terroranschläge weitergehen. Während ich für die Opfer und die Leidtragenden bete, appelliere ich an diejenigen, die für diese Gewalttaten verantwortlich sind, unverzüglich davon abzulassen, das Blut so vieler Unschuldiger zu vergießen. Im übrigen hoffe ich auf die volle Mitarbeit quer durch alle Gesellschaftsschichten Nigerias, damit nicht der Weg der Rache weiterverfolgt werde, sondern alle Bürger am Bau einer friedlichen und versöhnten Gesellschaft mitwirken mögen, in der das Recht, frei den eigenen Glauben bekennen zu können, wirksam geschützt ist.“

(Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz am 20. Juni 2012)


Hintergrund:

In Nigeria treten immer wieder blutige Konflikte auf zwischen Muslimen und Christen. In jüngster Zeit hat die radikal-islamische Gruppe Boko Haram wiederholt Anschläge auf Kirchen und christliche Gemeinden verübt, denen zahlreiche Menschen zum Opfer fielen. In dem Konflikt spielen vor allem Bestrebungen nach kultureller und wirtschaftlicher Dominanz auf Seiten der Muslime eine große Rolle. Die Entwurzelung großer Teile der Bevölkerung aufgrund wirtschaftlicher, sozialer und gesellschaftlicher Probleme und der daraus resultierende Wunsch nach strikter Ordnung, haben zur Einführung der Scharia in einigen Bundesstaaten Nigerias geführt. Minderheitenschutz ist in diesen Gebieten trotz gegenteiliger Behauptungen der Politik nicht gewährleistet, was sich insbesondere für die Christen negativ auswirkt. Die nigerianischen Bischöfe haben sich mehrfach für ein friedliches und gleichberechtigtes Miteinander der Religionen und Kulturen im Vielvölkerstaat Nigeria ausgesprochen.


Lesen Sie auch:
Statement der Nigerianischen Bischofskonferenz CBNC zur Lage im Land
Statement vom 26.06.2012 herunterladen (pdf-Datei, ca. 50 KB)

 

2. Quartal 2012

Beten wir gemeinsam mit Papst Benedikt zu Maria für die Kirche in China:

„Unsere Liebe Frau von Sheshan, unterstütze den Einsatz all derer, die in China unter den täglichen Mühen weiter glauben, hoffen und lieben, damit sie sich nie fürchten, der Welt von Jesus und Jesus von der Welt zu erzählen. An der Statue, die über dem Heiligtum thront, hältst du deinen Sohn hoch und zeigst ihn der Welt mit ausgebreiteten Armen in einer Geste der Liebe. Hilf den Katholiken, stets glaubwürdige Zeugen dieser Liebe zu sein, indem sie mit dem Felsen Petrus vereint bleiben, auf den die Kirche gebaut ist.

Mutter von China und von Asien, bitte für uns jetzt und immerdar. Amen!“

(Papst Benedikt XVI.)


Hintergrund:

Auf Initiative von Papst Benedikt XVI. wird der Gebetstag für die Kirche in China seit 2007 jeweils am 24. Mai begangen. Dabei handelt es sich um jenen Tag, an dem jährlich tausende chinesischer Katholiken zum Marienheiligtum Sheshan in der Nähe von Shanghai pilgern, um für ihr Land und die Kirche zu beten. Die Bemühungen des Papstes sind darauf gerichtet, die wachsende Einheit der Kirche in China mit der Weltkirche und die Versöhnung der Katholiken in diesem Land zu fördern. Nach wie vor bestehen Spannungen zwischen den von der chinesischen Regierung anerkannten Bischöfen und der so genannten Untergrundkirche.


Lesen Sie auch:

Aufruf zum Gebet für die Kirche in China
Pressemitteilung vom 24.05.2012

 

1. Quartal 2012

Gemeinsam mit der Kirche in Nigeria beten wir für die Christen in diesem Land:

„Gott unser Vater!
Schau gnädig auf uns herab in dieser Zeit, in der wir dich besonders benötigen. Bringe unsere politischen Führer ab von allem Bösen, von Eigensucht und Unterdrückung und von Korruption, so wie du damals dein Volk in der Wüste von seinen Feinden befreit hast. Heile unsere Spaltungen und Missverständnisse und lehre uns einander zu lieben, so dass wir Beispiel werden für unsere Kinder.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.“

(Nigerianische Bischofskonferenz)

„Die Versöhnung ist der einzige Weg, der Nigeria und ganz Afrika zu wahrem Frieden und fortschritt führen kann.“
(Sel. Papst Johannes Paul II.)

 

Hintergrund

In Nigeria treten immer wieder blutige Konflikte auf zwischen Muslimen und Christen. In jüngster Zeit hat die radikal-islamische Gruppe Boko Haram wiederholt Anschläge auf Kirchen und christliche Gemeinden verübt, denen zahlreiche Menschen zum Opfer fielen. In dem Konflikt spielen vor allem Bestrebungen nach kultureller und wirtschaftlicher Dominanz auf Seiten der Muslime eine große Rolle. Die Entwurzelung großer Teile der Bevölkerung aufgrund wirtschaftlicher, sozialer und gesellschaftlicher Probleme und der daraus resultierende Wunsch nach strikter Ordnung, haben zur Einführung der Scharia in einigen Bundesstaaten Nigerias geführt. Minderheitenschutz ist in diesen Gebieten trotz gegenteiliger Behauptungen der Politik nicht gewährleistet, was sich insbesondere für die Christen negativ auswirkt. Die nigerianischen Bischöfe haben sich mehrfach für ein friedliches und gleichberechtigtes Miteinander der Religionen und Kulturen im Vielvölkerstaat Nigeria ausgesprochen.

 

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4. Quartal 2011

Für Pakistan

„Es gibt nur einen Weg, den wir gehen müssen, und das ist der Weg des Evangeliums Jesu Christi. Er sagt uns, dass es nur ein Gebot gibt: lieben, selbst unsere Feinde, und für die beten die und verfolgen (vgl. Mt 5,44). Der heilige Paulus sagt uns: „Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute!“ (Röm 12,21). Christus prangerte die Gewalt an, nicht indem er sie am Kreuz annahm. Mit dem gekreuzigten Christus werden wir sie auch besiegen. Er sagte uns: „Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen“ (Mt 26,52).

Wir glauben unerschütterlich daran, dass das Opfer der Märtyrer nicht vergeblich sein wird, und wir beten inständig, dass ihr Blut den Hass und die Gewalt von den Herzen aller Menschen in unserem Land abwaschen möge, damit wir lernen können, für den Fortschritt, den Wohlstand und den Frieden aller Menschen Pakistans zu arbeiten.

Maria, die Mutter der Kirche schließe uns alle in ihre schützenden Arme.“

(Auszug aus einem Hirtenbrief der Pakistanischen Bischofskonferenz)


Hintergrund
In Pakistan sind die Christen eine kleine Minderheit, ihr Anteil an der Bevölkerung liegt unter drei Prozent. Katholiken stellen weniger als ein Prozent der Bevölkerung dar. Im muslimischen Pakistan leben Angehörige nichtislamischer Religionen als Bürger zweiter Klasse: sie sind ungleich vor dem Gesetz (die Aussagen eines Christen vor einem pakistanischen Gericht zählen nur halb so viel wie die eines Muslims), sozial ausgegrenzt und Zielscheibe zahlreicher Übergriffe islamischer Extremisten.

Seit einigen Jahren dokumentiert die Katholische Bischofskonferenz die konkreten Fälle der Menschenrechtsverletzungen und macht auf ihre negativen gesellschaftlichen Folgen aufmerksam. Sie versteht ihre Rolle als Wächter der Toleranz und des sozialen Friedens (vgl. http://www.pcbcsite.org).

 

3. Quartal 2011

Für den Irak

„Diese niederträchtige Geste des Todes - Bomben vor die Häuser von Christen im Irak zu legen, um sie zum Auswandern zu zwingen – beleidigt Gott und die gesamte Menschheit. […] Vor dieser Strategie der Gewalt, die auf Christen abzielt, und die Folgen für die gesamte Bevölkerung hat, bete ich für die Opfer und ihre Angehörigen und ermutige die kirchlichen Gemeinden, im Glauben zu bleiben und weiterhin die Gewaltfreiheit zu bezeugen, die aus dem Evangelium kommt.“ (Papst Benedikt am 2. Januar 2011)

Gemeinsam mit dem Heiligen Vater beten wir für die Christen im Irak:

Allmächtiger Gott,
gib den Christen im Irak die Kraft in deiner nachfolge das Kreuz der Verfolgung und Unterdrückung zu tragen und auch in der Drangsal den Glauben an Deinen Sohn zu bewahren. Hilf, dass das Martyrium eines ganzen Volkes, des Volkes der ältesten Christen, ein Ende findet und dass sie unbeschwert dir folgen können.


Hintergrund
Seit dem Sturz Saddam Husseins hat sich die Lage der Christen beträchtlich verschlechtert. Die Motive für die Gewalt gegen Christen sind vielfältig: religiös, politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Irakische Christen sind seit Jahrhunderten in dem Land verwurzelt. Bereits vor 2.000 Jahren gab es in der Region erste Gemeinden – weit vor der Entstehung des Islam.

Heute sind sie der Verfolgung durch kriminelle Banden und radikale Islamisten ausgesetzt, die sie als Verbündete des Westens ansehen. Während der westliche Einfluss im Land abnimmt und ausländische Truppen das Land verlassen, wollen Extremisten offenbar das Land von Christen „säubern“ und sie durch Gewaltakte und Einschüchterungen zum Verlassen ihrer Heimat zwingen.

Im Juni 2011 ist eine Delegation der Deutschen Bischofskonferenz unter der Leitung von Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), dem Vorsitzenden der Kommission Weltkirche, in den Nordirak gereist.
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Lesetipp:

Zur Situation der Christen im Nahen Osten hat die Deutsche Bischofskonferenz auch eine Arbeitshilfe herausgegeben. Sie können diese Arbeitshilfe herunterladen oder als Broschüre bestellen. Mehr lesen



2. Quartal 2011

 
Für Ägypten:

Fassungslos, Herr und Gott, stehen wir vor dem, was da geschehen ist.
Wir bringen unsere Klage vor dich.
Ägypten war die Heimat der ersten Christen.
Auch du hast auf der Flucht vor Herodes in Ägypten Schutz gefunden.
Heutzutage müssen Christen dort täglich um ihr Leben bangen, wenn sie sich zu dir bekennen. Lass nicht zu, dass Willkür und Intoleranz das Leben der Christen zu einem Kampf ums Überleben machen. Schenke ihnen die Kraft und die Ausdauer am Glauben festzuhalten und in ihm Trost zu finden.
Wir bitten dich auch für die Verletzten, heile du sie an Leib und Seele.
Wir beten zu dir für dieses Land, lass das Zusammenleben aller besser
gelingen, lass nicht Vorurteile das Vertrauen zerstören.
Hilf allen Ägyptern bereit zu sein zu einem friedlichen und versöhnlichen Umgang miteinander.
Und hilf allen Christen der ganzen Welt, im festen Vertrauen auf dich zu leben.
Lass sie überall auf der Welt ohne Angst dir Lob und Preis im Gottesdienst bringen und in Frieden deinen Namen ehren. Amen.

Quelle: Deutschsprachige Katholische Gemeinde Kairo


Hintergrund:
In Ägypten dürfen Christen ihren Glauben zwar offiziell ausleben und die Möglichkeit des Gottesdienstes ist gegeben, doch haben sie dann wieder mit Konsequenzen zu rechnen, die sich äußern von Schikane am Arbeitsplatz bis hin zu Ehrenmorden. Besonders gefährlich leben diejenigen Christen, die vom Islam übergetreten sind. Obwohl das ägyptische Recht dies nicht verbietet, ist eine offizielle Anerkennung der Konversion nicht vorgesehen. Oft werden sie sogar von ihren Familien verstoßen, verfolgt und gefoltert.
Die Hoffnung auf Besserung der Zustände seit dem Sturz des Mubarak-Regimes konnte sich bisher nicht erfüllen. Seit Anfang des Jahres wurden erneut viele Christen getötet und Kirchen niedergebrannt.


Lesen Sie dazu auch:

Informationen aus dem Pressegespräch vom 16.03.2011 zur Lage in Ägypten mit Kardinal Patriarch Antonios Naguib, Patriarch der koptisch-katholischen Kirche von Alexandrien



1. Quartal 2011

 

„Ich wende mich schließlich den christlichen Gemeinschaften zu, die unter Verfolgung, Diskriminierung, Akten der Gewalt und der Intoleranz leiden, insbesondere in Asien, in Afrika, im Nahen Osten und besonders im Heiligen Land, dem von Gott auserlesenen und gesegneten Ort. Während ich ihnen meine väterliche Zuneigung erneuere und sie meines Gebetes versichere, bitte ich alle Verantwortlichen um schnelles Handeln, um jeden Übergriff auf Christen zu beenden, die in jenen Gebieten leben. Die Jünger Christi mögen angesichts der gegenwärtigen Widrigkeiten nicht den Mut verlieren, denn das Zeugnis des Evangeliums ist und wird immer ein Zeichen des Widerspruchs sein."
Papst Benedikt XVI., Botschaft zum Weltfriedenstag 2011



Hintergrund:
Der Heilige Vater wendet sich jährlich mit einer Botschaft zur Feier des Weltfriedenstages an die Weltöffentlichkeit. In diesem Jahr stellt er seine Botschaft unter den Titel „Religionsfreiheit, ein Weg für den Frieden“ und rückt damit das Menschenrecht der freien Religionsausübung in den Mittelpunkt seiner friedensethischen Überlegungen. Beten wir gemeinsam mit Papst Benedikt XVI. für die Umsetzung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit in allen Ländern der Erde.

 

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4. Quartal 2010

Für Indien:

„Während ich jeden Angriff auf das menschliche Leben, dessen Heiligkeit die Achtung aller erfordert, entschieden verurteile, bringe ich meine geistige Nähe und Solidarität mit den Brüdern und Schwestern zum Ausdruck, die so hart geprüft werden. Ich bitte den Herrn inständig, dass er sie begleiten und stützen möge in dieser Zeit des Leidens und dass er ihnen Kraft gebe, den Dienst der Liebe zum Wohl aller fortzusetzen.“

Papst Benedikt XVI. in der Generalaudienz vom 27. August 2008


Zur Situation:
Die Gewalt gegen Christen in Indien hatte im August 2008 mit einem ungeklärten Mordanschlag auf einen radikalen Hinduführer begonnen. Im Bundesstaat Orissa wurden damals bei vermeintlichen Racheakten laut Behördenangaben mindestens 22 Christen getötet und viele verletzt. Kirchennahe Quellen sprechen von mehr als 50 Toten. Der Mob zerstörte rund 1.500 Häuser und brannte 50 Kirchen nieder; etwa 50.000 Christen flohen. Christen im südindischen Bundesstaat Karnataka klagen über anhaltende Übergriffe durch Hindu-Nationalisten. Seit die nationalistische Partei BJP vor zwei Jahren an die Macht kam, seien mehr als 1.000 Gewalttaten auf Christen verübt worden, erklärten rund 100 Kirchenvertreter, darunter zahlreiche Bischöfe, bei einem Treffen des christlichen Forums KUCF (Karnataka United Christian Forum) am 5. Oktober 2010 in Bangalore.

Zur Initiative 2010



3. Quartal 2010

Für Indien:

Vater im Himmel,
Du lässt Deine Sonne scheinen über Bösen und Guten. Dein Sohn Jesus Christus ist für alle gestorben und in seiner glorreichen Auferstehung behielt er die fünf Wundmale. Mit seiner göttlichen Kraft steht er nun denen bei, die Verfolgung und Martyrium erleiden, um dem Glauben der Kirche treu zu sein.

Barmherziger und mächtiger Vater,
mach, dass heute Kain aufhört, den hilflosen Abel, den unschuldigen Abel zu ermorden. Mögen die Christen in Indien wie Maria zu Füßen des Kreuzes verharren, an dem Christus den Tod erleidet. Tröste die von Gewalt Bedrohten und die von Unsicherheit Bedrängten. Möge Dein Geist der Liebe das Zeugnis und das Blut derer fruchtbar machen, die verzeihend sterben.

(Indische Bischofskonferenz)

Zur Situation:
Das Leben im indischen Subkontinent wird immer wieder von Gewalt überschattet. In der indischen Gesellschaft mit ihrer kulturellen, sprachlichen und ethnischen Vielfalt existieren Spannungen hauptsächlich sozialer, wirtschaftlicher aber leider auch religiöser Natur.

Betroffen von den Gewaltausbrüchen sind insbesondere die religiösen Minderheiten der Muslime und Christen. Obwohl die Christen nur ungefähr 2,3% der indischen Bevölkerung ausmachen werden sie immer wieder Opfer brutalster Gewalt. Die letzte Welle dieser Gewalt ereignete sich 2008 im nordöstlichen Bundesstaat Orissa wo einige Dutzend Menschen, neben Christen auch Hindus, die ihren christlichen Nachbarn zur Hilfe eilten, von Anhängern radikaler hindu-nationalistischer Organisationen getötet wurden und mehrere tausend Menschen aus ihren Dörfern flüchten mussten. Obwohl man keinesfalls von staatlich konzertierten Aktionen sprechen kann, hat zumindest die Regierung des Bundesstaats Orissa die Gewaltausbrüche weder verhindert, noch im Anschluss die Sicherheit der Flüchtlinge und ihre Rückkehr sichergestellt.  

Die indische Bischofskonferenz setzt sich für eine klare Aufklärung der Vorfälle, eine Verurteilung der Täter und eine Entschädigung für die Opfer ein. Nur so ist Versöhnung möglich und auch ein in Zukunft sicheres Leben der Christen in Orissa und anderen Teilen Indiens vorstellbar.



2. Quartal 2010

Für Nigeria

Gott unser Vater!
Schau gnädig auf uns herab in dieser Zeit, in der wir dich besonders benötigen. Bringe unsere politischen Führer ab von allem Bösen, von Eigensucht und Unterdrückung und von Korruption, so wie du damals dein Volk in der Wüste von seinen Feinden befreit hast. Heile unsere Spaltungen und Missverständnisse und lehre uns einander zu lieben, so dass wir Beispiel werden für unsere Kinder.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

(Nigerianische Bischofskonferenz)

Zur Situation:
In Nigeria treten immer wieder blutige Konflikte auf zwischen Muslimen und Christen. Anfang März 2010 starben bei einem Angriff muslimischer Nomaden auf christliche Dörfer im Bundesstaat Plateau etwa 500 Menschen. Daraufhin wurden 96 Männer des traditionell muslimischen Stammes der Hausa-Fulani festgenommen. In dem Konflikt spielen vor allem Bestrebungen nach kultureller und wirtschaftlicher Dominanz auf Seiten der Muslime beziehungsweise Unabhängigkeit auf christlicher Seite eine große Rolle. Die Entwurzelung großer Teile der Bevölkerung aufgrund wirtschaftlicher, sozialer und gesellschaftlicher Probleme und der daraus resultierende Wunsch nach strikter Ordnung, haben zur Einführung der Scharia in einigen Bundesstaaten Nigerias geführt. Minderheitenschutz ist in diesen Gebieten trotz gegenteiliger Behauptungen der Politik nicht gewährleistet, was sich insbesondere für die Christen negativ auswirkt. Die nigerianischen Bischöfe haben sich mehrfach für ein friedliches und gleichberechtigtes Miteinander der Religionen und Kulturen im Vielvölkerstaat Nigeria ausgesprochen.



1. Quartal 2010

Wir beten in den Gebetsanliegen des Heiligen Vaters für das Jahr 2010 für alle um des Evangeliums willen verfolgten Christen, dass sie mit dem Beistand des Heiligen Geistes beharrlich ihr treues Zeugnis für die Liebe Gottes zu allen Menschen ablegen.

Zur Situation:
In vielen Teilen der Welt werden Kirchen, christliche Gemeinschaften und einzelne Gläubige bedrängt und verfolgt. In Ländern wie Vietnam oder China sind solche Repressionen Ausdruck einer systematischen Verletzung der Religionsfreiheit eines atheistisch geprägten Staates. Daneben gibt es Diskriminierung und Verfolgung von Christen in Staaten mit starker religiöser Prägung, die mit dem Vorranganspruch einer einzelnen Religion einhergehen. Hier sind insbesondere Staaten islamischer Prägung wie etwa Saudi Arabien zu nennen. In anderen Weltgegenden wiederum werden Gläubige aufgrund ihres Einsatzes für Gerechtigkeit und Frieden bedroht und ermordet. Hier sind insbesondere Staaten in Lateinamerika zu nennen. Schätzungen gehen davon aus, dass aktuell mehr als zwei Drittel aller religiös Verfolgten Christen sind.

 

4. Quartal 2009

Für den Südsudan

Herr, unser Gott,

in diesen Monaten beten wir besonders für unsere Glaubensbrüder und -schwestern im Südsudan. Herr, Du kennst ihr jahrzehnte-langes Leiden und weißt um ihren Schmerz: immer wieder wurden sie benachteiligt, gedemütigt und verfolgt, weil sie Dich bekennen und weil sie eine schwarze Hautfarbe haben.

Gott, schenke ihnen den Geist der Kraft und des Trostes, damit sie weiterhin treu im Glauben an Dich und Deinen Sohn Jesus Christus bleiben. Sende Deinen Geist der Freiheit und der Vernunft aber auch Ihren Verfolgern und Peinigern, damit Friede und Gerechtigkeit im Sudan entstehen können.


Im Sudan herrschte 21 Jahre Bürgenkrieg zwischen den christlich und animistisch geprägten Regionen im Südens des Landes und den arabisch-muslimische geprägten Regionen im Norden. Im Mai 2004 haben sich die Kriegsparteien nach langen Verhandlungen auf einen Rahmenvertrag für den Frieden geeinigt, der schließlich zu einer Teilautonomie des Südsudans führte. Im Jahr 2010 soll es nun zu einer Volksabstimmung über die staatliche Unabhängigkeit des Südens kommen. Eine Teilung des Landes bedeutete für die arabisch-islamische Regierung in Karthoum den Verlust wichtiger Ölfördergebiete. In jüngster Zeit häufen sich wieder die Übergriffe auf die christlich geprägte Bevölkerung des Südens. Ein erneutes Ausbrechen des Bürgerkrieges würde die Volksabstimmung verhindern.



3. Quartal 2009

Für Pakistan

Herr, unser Gott, wir bitten Dich für unsere Brüder und Schwestern im Glauben in Pakistan. Stärke sie, die wegen ihres Glaubens diskriminiert und ausgegrenzt werden. Gib ihnen Geduld und Ausdauer, damit sie in ihrer Bedrängnis auf dich vertrauen und sich als deine Zeugen bewähren. Gib ihnen die Kraft, in der Nachfolge Christi das Kreuz zu tragen und auch in der Drangsal ihren christlichen Glauben zu bewahren.


In Pakistan sind die Christen eine kleine Minderheit, ihr Anteil an der Bevölkerung liegt unter drei Prozent. Katholiken stellen weniger als ein Prozent der Bevölkerung dar. Im muslimischen Pakistan leben Angehörige nichtislamischer Religionen als Bürger zweiter Klasse: sie sind ungleich vor dem Gesetz (die Aussagen eines Christen vor einem pakistanischen Gericht zählen nur halb so viel wie die eines Muslims), sozial ausgegrenzt und Zielscheibe zahlreicher Übergriffe islamischer Extremisten. Seit einigen Jahren dokumentiert die Katholische Bischofskonferenz die konkreten Fälle der Menschenrechtsverletzungen und macht auf ihre negativen gesellschaftlichen Folgen aufmerksam. Sie versteht ihre Rolle als Wächter der Toleranz und des sozialen Friedens.

Mehr zum Thema unter www.pcbcsite.org

2. Quartal 2009

Für Nordkorea

Herr, wir bitten Dich

für unsere Brüder und Schwestern in Nordkorea, die wegen ihres Glaubens an Dich und Deine Kirche in Arbeitslagern und Gefängnissen verbringen. Du hast den Gefangenen Freiheit verkündet (Lk 4,19) und durch Deinen Tod und Deine Auferstehung alle Fesseln und Ketten gesprengt. Dem Apostel Petrus hast Du Deinen Engel gesandt, der ihn aus der Haft in Jerusalem befreite, damit er Deinem Volk, das Du Dir aus allen Völkern sammelst, weiter dienen konnte. So bitten wir Dich auch für Deine Diener in Nordkorea: Sei ihnen nahe und schütze sie. Lass ihnen Gerechtigkeit widerfahren und schenke ihnen Freiheit. Den Verantwortlichen in Nordkorea aber gebe Dein Heiliger Geist Einsicht und Barmherzigkeit, damit sie frei und unversehrt leben können.


Obwohl das Christentum in Korea auf eine lange Geschichte zurückblicken kann, sind heute kaum mehr zwei Prozent der Nordkoreaner Christen. Vor dem Koreakrieg wohnten allein in der Hauptstadt Pjöngjang fast 500.000 Christen. Im Zuge des Krieges aber flohen viele von ihnen nach Südkorea oder wurden zu Märtyrern. Allein 23 deutsche Missionsbenediktiner aus St. Ottilien und 2 Benediktinerinnen aus Tutzing fanden damals den Tod. Zwar gibt es heute in Pjöngjang drei offizielle Kirchen, jedoch sind diese vor allem „Ausstellungshäuser” zu Propagandazwecken. Fast alle Gläubigen in Nordkorea gehören Untergrundgemeinden an. Die öffentliche Religionsausübung ist strikt verboten. Verletzungen der Menschenrechte, einschließlich vieler Rechtsbrüche auf religiösem Gebiet sind in Nordkorea an der Tagesordnung. Das Christentum wird seitens der Regierenden als gefährlicher ausländischer Einfluss betrachtet. Das Überleben der Christen ist daher nur im Untergrund möglich. Oft wissen selbst Kinder nicht, dass ihre Eltern Christen sind. Entdeckte Christen werden verhaftet, gefoltert und in Arbeitslager verschleppt. Schätzungen zufolge gibt es dennoch zwischen 200.000 bis 500.000 Christen in Nordkorea.



1. Quartal 2009

Für Indien

Vater im Himmel,

Du lässt Deine Sonne scheinen über Bösen und Guten. Dein Sohn Jesus Christus ist für alle gestorben und in seiner glorreichen Auferstehung behielt er die fünf Wundmale. Mit seiner göttlichen Kraft steht er nun denen bei, die Verfolgung und Martyrium erleiden, um dem Glauben der Kirche treu zu sein. Barmherziger und mächtiger Vater, mach, dass heute Kain aufhört, den hilflosen Abel, den unschuldigen Abel zu ermorden. Mögen die Christen in Indien wie Maria zu Füßen des Kreuzes verharren, an dem Christus den Tod erleidet. Tröste die von Gewalt Bedrohten und die von Unsicherheit Bedrängten. Möge Dein Geist der Liebe das Zeugnis und das Blut derer fruchtbar machen, die verzeihend sterben.

(Indische Bischofskonferenz)


In den vergangenen Monaten kam es im nordindischen Bundestaat Orissa zu gewaltsamen Übergriffen auf Christen und kirchliche Einrichtungen. Mehr als 100 Christen fanden den Tod. Schätzungsweise 15 000 Christen flohen in die Wälder der Region, um sich vor Angriffen zu schützen. Anlass der erneuten Gewalt war die Ermordung des radikalen Hinduführers Swami Laxmanananda Saraswati, der unter anderem für die Übergriffe gegen Christen in der Weihnachtszeit 2007 im Bezirk Kandhamal verantwortlich gemacht wird. Die Verantwortung für die Ermordung hat die maoistische Guerillabewegung der Naxaliten übernommen. Dennoch richtete sich der Hass der Hindufundamentalisten gegen die christliche Minderheit in der Region. 1 500 Häuser von Christen wurden zerstört, 50 Kirchen gebrandschatzt und geplündert. Priester, Ordensfrauen und kirchliche Mitarbeiter wurden verprügelt, ihre Fahrzeuge in Brand gesteckt. Zeugen berichteten, dass vor den Augen der Polizei Menschen zerstückelt und Frauen vergewaltigt wurden. Eine Nonne wurde offenbar bei lebendigem Leib verbrannt. Erzbischof Cheenath von Bubaneshwar konnte nur mit Mühe vor dem Mob geschützt werden. Die indische Zentralregierung verurteilte die Ausschreitungen zwar, verzichtete aber auf wirkungsvolle Gegenmaßnahmen. Zeugen berichten von halbherzigen Versuchen, die Gewalt einzudämmen, bis hin zu sympathisierender Tatenlosigkeit von Polizei und Militär.

4. Quartal 2008

Gebet für China

Himmlischer Vater, Schöpfer der Welt und Lenker der Geschichte, Du liebst alle Völker. Unsere Schwestern und Brüder in China haben eine lange Zeit leidvoller Prüfungen durchgestanden und dabei das Zeugnis der Treue zu Christus und seiner Kirche gegeben. Wir bitten Dich, mach sie im Glauben fest, in der Hoffnung beständig und in der Liebe stark, damit durch ihr Zeugnis immer mehr Menschen den Weg zu Christus finden.
Herr, Jesus Christus, durch Dein Leben, Sterben und Auferstehen hast Du die Welt erlöst. Wir bitten Dich, sende dem chinesischen Volk Deinen Heiligen Geist, dass es die Frohbotschaft annehme und so an der Neuordnung der Welt mitwirke.
Darum bitten wir durch die Fürbitte Mariens, der Patronin Chinas, und der Heiligen Märtyrer dieses Landes. Amen.




Im Mittelpunkt der aktuellen Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“ steht die oft bedrückende Lage der Christen in der Volksrepublik China. Nach wie vor schränkt die staatliche Religionspolitik die Freiräume der Kirche massiv ein. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde diese Situation durch den im Jahr 2007 veröffentlichten Brief von Papst Benedikt XVI. an die Katholiken in China bekannt. Das Schreiben ist zugleich ein Aufruf des Papstes zur Solidarität mit der Kirche im Land der Mitte. Die gerade veröffentlichte Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz ist Ausdruck dieser Solidarität.



3. Quartal 2008

Gott unser Vater, wir bitten Dich für unsere Brüder und Schwestern, die in Ägypten leben und wegen ihres Glaubens benachteiligt und verfolgt werden:
Gib ihnen Kraft, damit sie in ihrer Bedrängnis die Hoffnung nicht verlieren. Besonders beten wir für diejenigen unter ihnen, die mit dem Opfer ihres Lebens Zeugnis für Dich abgelegt haben: Lass sie Deine Herrlichkeit schauen.

Anfang Juni 2008 wurden erneut vier koptische Christen in Kairo ermordet. In der Ortschaft Deir Abu Fana, 210 km südlich von Kairo, wurde zudem ein koptisches Kloster von bewaffneten radikalen Muslimen angegriffen. Dabei wurden drei koptische Mönche entführt, misshandelt und zum Teil schwer verletzt. Einen anschließenden friedlichen Protestmarsch von etwa 300 Kopten hat die Polizei gewaltsam aufgelöst. Im Oktober 2007 hatte es in Deir Abu Fana bereits einen ähnlichen Vorfall gegeben, bei dem 20 Personen verletzt wurden.

Im mehrheitlich muslimischen Ägypten leben etwa zehn Millionen Christen (12-15 % der Gesamtbevölkerung). Die meisten ägyptischen Christen sind Kopten. Sie gehören der koptisch-orthodoxen Kirche an. Eine Minderheit bilden die Gläubigen der koptisch-katholischen Kirche, die mit der römisch-katholischen Kirche uniert ist. Weitere kleinere Glaubensgemeinschaften sind die griechisch-orthodoxen, griechisch-katholischen und protestantisch-arabischen Christen.

Vgl. dazu auch „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit. Naher Osten“ (Arbeitshilfen Nr. 210).

2. Quartal 2008

Herr Jesus Christus! Mit unserem Papst Benedikt bitten wir Dich, „dass die Christen, die in vielen Teilen der Welt auf unterschiedliche Weise wegen des Evangeliums verfolgt werden, mit Hilfe der Kraft des Heiligen Geistes weiterhin mutig und offen das Wort Gottes verkünden.“ Insbesondere befehlen wir Dir die Christen im Irak an, die in den vergangen Monaten einen hohen Blutzoll für ihr Bekenntnis haben leisten müssen.

2007 sind weltweit 123 Christen aus Glaubensgründen getötet worden. Allein 47 kamen bei Mordanschlägen im Irak ums Leben. Zuletzt war der Leichnam des entführten chaldäisch-katholischen Erzbischofs von Mossul, Paul Faraj Rahho, auf einer Müllhalde gefunden worden. Im Irak hat sich die Lage der christlichen Minderheit seit Kriegsbeginn 2003 dramatisch verschlechtert. Dutzende Kirchen wurden niedergebrannt, viele Christen ermordet, Diskriminierung und Anfeindung sind an der Tagesordnung. Die Mehrheit der Christen im Irak gehört zu der mit Rom unierten chaldäischen Kirche, deren Oberhaupt, der in Bagdad residierende Patriarch von Babylon, Kardinal Emmanuel III. Delly, die Befürchtung ausgedrückt hat, dass es innerhalb einer Generation keine Christen mehr im Irak geben werde.

1. Quartal 2008

Herr Jesus Christus! Wir bitten Dich heute für unsere Brüder und Schwestern in Pakistan. Sie stehen am Rande der Gesellschaft und werden häufig drangsaliert. In den Zeiten der Krise werden gerade sie auch Zielscheibe der Gewalt. Herr, halte Deine schützende Hand über sie und schenke ihnen Zuversicht aus der Kraft des Glaubens: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir.“ (Jes 43,1)

In Pakistan sind die Christen eine kleine Minderheit, ihr Anteil an der Bevölkerung liegt unter drei Prozent. Katholiken stellen weniger als ein Prozent der Bevölkerung dar. Im muslimischen Pakistan leben Angehörige nichtislamischer Religionen als Bürger zweiter Klasse: Sie sind sozial ausgegrenzt, Zielscheibe zahlreicher Übergriffe islamischer Extremisten und ungleich vor dem Gesetz, so zählen die Aussagen eines Christen vor einem pakistanischen Gericht nur halb so viel wie die eines Muslims. Seit einigen Jahren dokumentiert die Pakistanische Bischofskonferenz konkrete Fälle von Menschenrechtsverletzungen und macht auf ihre negativen gesellschaftlichen Folgen aufmerksam. Sie versteht ihre Rolle als Wächter der Toleranz und des sozialen Friedens.

4. Quartal 2007

Allmächtiger Gott! Du hast einst das Rufen Deines Knechtes Abraham, der aus Ur in Chaldäa stammte, erhört und ihm Heimat und Frieden geschenkt. Höre auch heute das Rufen Deiner leidenden Kirche im Irak: Ihr Alltag ist von Angst, Flucht und Terror geprägt. Nimm Dich Deiner Gläubigen an und erfülle Deine Verheißung: „Fürchte Dich nicht, Du kleine Herde! Denn Euer Vater hat beschlossen, Euch das Reich zu geben.“ (Lk 12,32)

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