Kunstprojekt

„Glaubst Du, was Du weißt, oder weißt Du, was Du glaubst?“

Zwei Prozessionen kreuzen sich.
27. November 2013 um 20.00 Uhr

Den Abschluss der Veranstaltungen in Berlin bildet ein einzigartiges Kunstprojekt, bei dem Gläubige und Nichtgläubige die Gelegenheit erhalten, sich in die Rolle des jeweils anderen hineinzuversetzen.

Das Bode-Muesum auf der Museumsinsel in Berlin @ Wikimedia / Jean-Pierre Dalbéra

Grundlage dafür bildet die Vielzahl an sakralen, aber auch profanen Skulpturen des Bode-Museums. Und so wie bei näherer Betrachtung aus wechselnden Blickwinkeln die eine oder andere Plastik nicht mehr so klar und eindeutig dem profanen oder sakralen Lager zugeordnet werden kann, soll auch die scharfe Grenzlinie zwischen gläubig und nichtgläubig befragt und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden.

Die Teilnehmer ziehen in zwei Prozessionen, der Perspektive des Glaubens und der Perspektive des Nicht-Glaubens, an den verschiedenen Skulpturen vorbei, wobei beide Züge sowohl sakrale als auch profane Skulpturen passieren.

Schauspieler entwickeln und präsentieren Reaktionshaltungen zu den einzelnen Skulpturen, ein Chor aus Schülern wird, anknüpfend an Goethes „Faust“, „Gretchenfragen“ stellen. Diese regen die Prozessierenden zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben an und helfen, sich in die jeweils andere Position hineinzuversetzen und sie zu verstehen. Eine Person des öffentlichen Lebens, die die jeweilige Prozession anführt, wird über ihren persönlichen Weg des Glaubens  beziehungsweise Nicht-Glaubens sprechen. Die Prozessionen treffen sich am Ende in der sogenannten „Basilika“, der Mittelhalle des Museums, und kommen dort über das Gesehene, Gehörte und Gedachte ins Gespräch, diskutieren über die Wechselbeziehung von Glauben und Nichtglauben und welche Rolle Kunst in diesem Dialog spielen könnte.

Studenten der Berliner Musikhochschulen komponieren Stücke unter den Stichworten „Kein Netz, Lücke, Unterbrechung“, die an dem Abend uraufgeführt werden.

Eingeladen sind Schüler der Fächer Religion, Ethik, Philosophie, Darstellendens Spiel, Musik und Kunst, sowie Studenten aller Fachrichtungen. Eine verbindliche Anmeldung ist aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl erforderlich.

Mitmachen

30 Kinder der Jahrgangsstufen 5 und 6 können bei einem Schülerprojekt mitmachen, das begleitend zum „Vorhof der Völker“ im Bode-Mudeum stattfindet.

Ein Engagement bei dem Teilprojekt „Gretchenfragebogen – Chor und lebende Bilder“ ist für die Kinder aus mehreren Gründen reizvoll und lehrreich. Sie können sich auf ganz neue Art mit großartigen Skulpturen im Bode-Museum auseinandersetzen, sich ihnen spielerisch kommentierend nähern und ein tieferes Verständnis davon erhalten, was eine Plastik ausmacht. Sie erleben ein Museum aus einer ganz anderen Perspektive. Sie lernen Texte chorisch zu sprechen und erfahren das Gemeinschaftserlebnis, das damit verbunden ist. Und nicht zuletzt machen die Schüler die spannende Erfahrung, in einer großartigen Umgebung bei einer ungewöhnlichen Aufführung mitzuwirken.

Zur Vorbereitung sind zwei bis drei Proben tagsüber und aus organisatorischen Gründen drei Proben in den Abendstunden nötig. Diese werden, wie die Aufführung, spätestens um 21 Uhr beendet.

Oberstufenschüler sind eingeladen, ihre Fragen zu den Themen Glaube und Nichtglaube einzureichen. Diese werden vom Gretchenfragenchor gesprochen, wenn die Prozession an der jeweiligen Skulptur vorüberzieht.

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