Kirche von A-Z

Sakrament

Sakrament ist ein komplexer theologischer Reflexionsbegriff. Zunächst einmal geht es dabei um die grundlegenden Lebensvollzüge der Kirche: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Ehe, Weihe (Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe) und Krankensalbung. Dabei werden Sakramente als sichtbare Zeichen verstanden, die zugleich für eine Glaubenswirklichkeit stehen: Die Anwesenheit und heilende Nähe Gottes mitten im Leben der Menschen.

Lebensvollzüge der Kirche sind die Sakramente insbesondere deshalb, weil die Kirche selbst sich als sichtbares Zeichen der Anwesenheit Gottes unter den Menschen versteht, also selbst sakramentale Bedeutung hat, die in den einzelnen sakramentalen Feiern konkretisiert wird. Diese Sendung, Zeichen der Nähe Gottes unter den Menschen zu sein, hat die Kirche von Jesus Christus empfangen, der selbst das „Ursakrament“, das Zeichen ist, in dem die Christen die Sorge Gottes für die Menschen erkennen. In der Feier der Sakramente haben die Gläubigen also unmittelbar teil am Leben der Kirche aus Jesus Christus.


Schaustellerseelsorge

Siehe den Beitrag unter Circus- und Schaustellerseelsorge


Sedisvakanz

Die Zeit, in der das Amt des Papstes oder eines Bischofs nicht besetzt ist, heißt Sedisvakanz (lat. sedes vacat = der Stuhl steht leer). Da ein Papst auf Lebenszeit gewählt wird, tritt eine Sedisvakanz üblicherweise mit dem Tod ein.

Die Möglichkeit des freiwilligen Amtsverzichts ist heute gemäß c. 332 § 2 CIC möglich. In der Vergangenheit haben von dieser Möglichkeit nur zwei Päpste Gebrauch gemacht: Papst Cölestin V. (1210–1296) im Jahre 1294 und Papst Gregor XII. (1406–1415) im Jahre 1415 auf dem Konzil von Konstanz. Im Jahr 2013 ist als erster Papst der Neuzeit auch Papst Benedikt XVI. von seinem Amt zurückgetreten: Er hat seinen Rücktritt für den 28. Februar um 20 Uhr erklärt. Zu diesem Zeitpunkt hat die Sedisvakanz begonnen.

Während der Sedisvakanz liegt die Leitung der Kirche in den Händen des Kardinalskollegiums, aber nur im Rahmen der allgemeinen Aufgaben und Entscheidungen, die keinen Aufschub dulden. Von Päpsten erlassene Gesetze dürfen in dieser Zeit in keiner Weise korrigiert oder abgeändert werden. Die Katholiken in aller Welt sind aufgerufen, während der Sedisvakanz besonders für eine rasche, einmütige und segensreiche Wahl des neuen Papstes zu beten.

Im Amt bleiben der (Kardinal-)Camerlengo der Heiligen Römischen Kirche (Kardinal Jean-Louis Tauran, seit 20.12.2014), der Großpönitentiar als Leiter des Kurialen Gnadenhofes (zurzeit Kardinal Mauro Piacenza), der Kardinalvikar (Generalvikar) der Diözese Rom (zurzeit Kardinal Agostino Vallini), der Kardinalerzpriester der Vatikanischen Basilika (zurzeit Kardinal Angelo Comastri) sowie der Generalvikar Seiner Heiligkeit für die Vatikanstadt (zurzeit Kardinal Angelo Comastri), ferner der Substitut des Staatssekretariats (zurzeit Erzbischof Giovanni Angelo Becciu), der Sekretär für die Beziehungen zu den Staaten (zurzeit Erzbischof Paul Gallagher) und alle Nuntien sowie diplomatischen Vertreter des Heiligen Stuhls und die Sekretäre der Dikasterien der Römischen Kurie. Sie sind in dieser Zeit dem Kardinalskollegium gegenüber verantwortlich. Auch der Almosenier Seiner Heiligkeit, der für die Almosen und Armenpflege zuständig ist, darf seine karitativen Tätigkeiten in dieser Zeit fortsetzen.

Die Leitung der Kirche ist in dieser Zeit dem Kardinalskollegium anvertraut. Seine Befugnis beschränkt sich jedoch auf die Erledigung der ordentlichen Angelegenheiten und jener Fragen, die keinen Aufschub dulden. Insbesondere hat das Kardinalskollegium die Vorbereitungen für die Wahl des neuen Papstes zu treffen. Das Kardinalskollegium kann in keiner Weise über die Rechte des Apostolischen Stuhls und der Römischen Kirche verfügen und hat keinerlei Vollmacht oder Jurisdiktion in Fragen, die dem Papst zustehen. Von Päpsten erlassene Gesetze dürfen in keiner Weise korrigiert oder abgeändert werden. Dies gilt auch für die Regelungen zur Papstwahl (Universi Dominici Gregis, Kap. I–V).

Die zwischenzeitliche ordentliche Verwaltung der Kirche übernimmt der Camerlengo mit drei Kardinal-Assistenten. Die drei Kardinal-Assistenten, je einer aus jeder Ordnung (d. h. ein Kardinalbischof, ein Kardinalpriester, ein Kardinaldiakon) werden durch Los aus den bereits in Rom eingetroffenen Kardinälen für jeweils drei Tage gewählt. Diese sogenannte Sonderkongregation setzt auch den Tag fest, an dem erstmals das gesamte Kardinalskollegium zur Generalkongregation zusammentritt, um die Trauerfeierlichkeiten und die Wahl des neuen Papstes vorzubereiten. Die ersten vorbereitenden Generalkongregationen finden täglich im Apostolischen Palast im Vatikan statt und werden vom Dekan des Kardinalskollegiums geleitet.

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Seligsprechung

Mit der Seligsprechung stellt die katholische Kirche durch das Urteil des Papstes fest, dass eine verstorbene Person vorbildlich aus dem Glauben gelebt hat und Christus in besonderer Weise nachgefolgt ist. Daraus ergibt sich die offizielle Empfehlung, diese als Vorbild und als Fürsprecher bei Gott anzunehmen. Der Seligsprechung kann eine Heiligsprechung folgen. Erst dann darf die betreffende Person offiziell weltweit verehrt werden.

Der Seligsprechung geht ein kirchliches Untersuchungsverfahren voraus. Dazu muss die jeweilige Ortskirche Informationen über Leben und Sterben der betreffenden Person sammeln und ein Wunder oder den Märtyrertod sowie Tugendhaftigkeit und den „Ruf der Heiligkeit“ nachweisen. Nach Abschluss dieses Verfahrens werden die Akten der Vatikanischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen zugeleitet. Diese prüft in einem eigenen Verfahren die Echtheit der Dokumente und Zeugenaussagen und holt gegebenenfalls Gutachten über Wunder ein. Das Kirchenrecht schreibt normalerweise eine Fünfjahresfrist zwischen dem Tod und dem Auftakt des Seligsprechungsverfahrens vor.


Staatsleistungen

Staatsleistungen sind finanzielle Zuwendungen des Staates an die Kirchen. Staatleistungen im Sinne des Grundgesetzes sind alle staatlichen Zuwendungen von vermögenswerten Vorteilen, die zum Stichtag 14. August 1919 (= Inkrafttreten der Weimarer Reichsverfassung) bestanden und auf Gesetz, Vertrag oder besonderen Rechtstiteln beruhen. Staatsleistungen sind wiederkehrende Leistungspflichten und nicht Einmalzahlungen. Der historische Entstehungszusammenhang unterscheidet die Staatsleistung von der Subvention.

Während eine Subvention aktuelle sozial- und kulturstaatliche Ziel- und Zwecksetzungen verfolgt, erfüllen Staatleistungen im Sinne des Artikels 140 Grundgesetz/138 Absatz 1 Weimarer Reichsverfassung historisch fundierte Leistungs- und Unterhaltungsverpflichtungen. Rechtsgrund für die Staatsleistung ist altes Recht, dessen fortwirkende Rechtsgeltung bis zur (endgültigen) Ablösung durch Artikel 140 Grundgesetz/138 Absatz 1 Weimarer Reichsverfassung gewährleistet wird. Religionsfördernde Maßnahmen des Staates, die später begründet wurden oder auch staatliche Einmalzahlungen, sind keine Staatsleistungen.

Weitere Informationen: Kirche und Geld, Staatsleistungen


Sternsinger
Stundengebet

Das Stundengebet, auch Brevier genannt, ist das tägliche mehrfache verpflichtende Gebet für Priester, Diakone und Ordensleute, zu dem auch die Gläubigen eingeladen sind. Zentrales Element des Stundengebets sind die Psalmen, biblische Schriftlesungen und Gebete. Zum Stundengebet gehört die Laudes (Morgengebet), die Terz (zur 3. Stunde), die Sext (zur 6. Stunde), die Non (zur 9. Stunde) sowie die Vesper (Abendgebet) und die Komplet (Nachtgebet).


Synode

Siehe den Beitrag unter Bischofssynode