Amazonassynode 2019

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© Adveniat/Thomas Milz

Die Amazonassynode steht unter dem Thema „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ und ist eine Sonderversammlung von Bischöfen und Ordensvertretern aus Ländern der Amazonasregion im Vatikan, darunter die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen im Amazonasgebiet sowie weitere Bischöfe, mehrere Kardinäle, Ordensleute und Experten. Sie werden über seelsorgliche Fragen in der Region des Amazonasgebietes beraten.

Folgende Themen werden auf der Synode besprochen:

  • Probleme, die sich durch die Ausbeutung der Rohstoffvorkommen und durch Monokulturen ergeben, vor allem für die indigene Bevölkerung wie Landkonflikte, Vertreibung, Umweltverschmutzung
  • Mehr Aufmerksamkeit für indigene Traditionen
  • Seelsorge in einem riesigen und schwer zugänglichen Gebiet

Wer nimmt teil?

Amazonasbischöfe aus Bolivien, Brasilien, Ecuador, Peru, Kolumbien, Venezuela, Französisch-Guayana, Guayana und Suriname sowie die Spitzen von sieben Bischofskonferenzen, Vertreter der römischen Kurie und die Leitung des Panamazonien-Netzwerks REPAM (Red Eclesial PanAmazonica) sowie die Mitglieder des Vorbereitungsgremiums. Hinzu kommen 15 Ordensdelegierte und mehrere vom Papst direkt persönlich ernannte Teilnehmer. Zudem sind Experten und sogenannte „Auditores“ (Hörer), aber auch Beobachter verschiedener Glaubensgemeinschaften und Institutionen dabei. Zusätzlich werden etwa 20 Indigene ihre Interessen bei der Synode vertreten und auch einige Unternehmensvertreter.

Wie läuft die Synode ab?

Der Papst hatte die Synode am 15. Oktober 2017 in Rom angekündigt und die Vorbereitung flankiert mit einem Besuch im peruanischen Puerto Maldonado am 19. Januar 2018. Am 18. Juni veröffentlichte das vatikanische Synodensekretariat ein Vorbereitungsdokument (Instrumentum laboris) mit einem Fragenkatalog. Das Instrumentum laboris wurde auf Grundlage der Rückmeldungen zu diesem Fragenkatalog erstellt, die teils in rund 260 lokalen und regionalen Vorbereitungstreffen erarbeitet wurden. Die Beratungen während der Synode im Herbst umfassen Debatten im Plenum, an denen auch der Papst teilnimmt, und Kleingruppenarbeit. Dem brasilianischen Kardinal Claudio Hummes kommt die wichtige Aufgabe zu, die Synode als sogenannter Generalrelator zu moderieren.

In der letzten Sitzungswoche verabschieden die Synodenteilnehmer ein Schlussdokument, das Papst Franziskus übergeben wird. Die Ergebnisse dieser Synode sind nicht bindend, dienen aber dem Papst als Basis für weitere Entscheidungen.

Was bedeutet die Amazonassynode für Europa?

Das Amazonasbecken ist das zweitgrößte Waldgebiet der Erde und ist bedeutend für das weltweite Klima. Die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten ist noch immer nicht erfasst und schon jetzt wirken sich Rodungen und Umweltverschmutzung in diesem Gebiet gravierend aus. Innerkirchlich könnten neue Wege in der Seelsorge des Amazonasgebietes möglicherweise auch Auswirkungen für die Kirche in Europa und in Deutschland haben.

Weitere Informationen
  • Arbeitspapier (Instrumentum laboris)
    Eine deutsche Arbeitsübersetzung der Hilfswerke Adveniat und Misereor
  • „Amazonassynode hat auch für Deutschland eine große Bedeutung“
    Bischöfliche Kommission Adveniat besuchte Ecuador
  • Vatikanseite
    Speziallseite zur Synode
  • Adveniat zur Amazonassynode
    Das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, Adveniat e. V., begleitet die Synode intensiv und hat sich zum Vorbereitungsdokument geäußert.
  • Über die Amazonasregion (Adveniat)
    Klimawandel, rücksichtslose Ausbeutung von Rohstoffen, Wasserkraftwerke sowie gigantische Soja-, Zuckerrohr- und Palmölplantagen zerstören die Lebenswelt der ursprünglichen Völker Amazoniens. Deswegen setzt sich Adveniat als Teil des kirchlichen Amazonasnetzwerks REPAM besonders für die Zukunft der bedrohten Völker und Schöpfung am Amazonas ein.
  • Portal www.weltkirche.de
    Das Portal weltkirche.de informiert ebenfalls über die Amazonassynode