Bischofssynode Jugend 2018

Die XV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode wird vom 3. bis 28. Oktober 2018 unter dem Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ in Rom stattfinden.

Arbeitsdokument zur Synode

„Es muss eine Synode der Jugend werden!“

BDKJ begrüßt die vielen jugendverbandlichen Themen im heute (19. Juni 2018) veröffentlichten Arbeitsdokument zur Jugendsynode / Unklar bleibt die Beteiligungsmöglichkeit junger Menschen

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) begrüßt die Themenauswahl des Vatikans für das Arbeitsdokument zur Jugendsynode. Das Dokument war am 19. Juni 2018 veröffentlicht worden. Offen bleiben hingegen Fragen nach der Beteiligung junger Menschen bei der Jugendsynode im Oktober in Rom.

Mit der Veröffentlichung des Arbeitsdokuments (Instrumentum laboris) geht der Vatikan den nächsten Schritt bei der Vorbereitung der Jugendsynode. Das Dokument bildet die Grundlage für die Gespräche bei der Synode im Oktober in Rom. „Wir sind froh, dass die Themen aufgenommen wurden, die junge Menschen bewegen“, erklärt BDKJ-Bundesvorsitzender Thomas Andonie. „Junge Menschen wollen über die Rolle der Frau in Kirche und Gesellschaft diskutieren  das wurde zuletzt bei der Vorsynode deutlich. Die prominente Aufnahme dieses Themas in das Arbeitsdokument zeigt, dass der Vatikan bereit ist, in die Diskussion einzusteigen.“

Auch weitere Themen, die unter anderem vom BDKJ eingebracht worden waren, wie beispielsweise ein selbstkritischer Blick der Kirche auf sich selbst, eine Förderung der Dezentralisierung aufgrund regionaler Unterschiede sowie eine Betonung der Wichtigkeit des Engagements für benachteiligte junge Menschen sind im Arbeitsdokument enthalten.

Offen bleibt hingegen die Frage, wie junge Menschen im Oktober in Rom konkret beteiligt werden – obwohl im nun erschienenen Arbeitsdokument sogar betont wird, dass jungen Menschen häufig „eine passive Rolle zugewiesen“ (Arbeitsdokument, Nr. 66) wird. „Die Bischöfe sollten sich nicht um die Chance bringen, direkt und auf Augenhöhe mit jungen Menschen zu sprechen“, erklärt BDKJ-Bundespräses Dirk Bingener. „Nur im Miteinander von jungen Menschen und Synodenvätern wird Neues entstehen können. Die Jugendsynode muss eine Synode der Jugend werden!“ Die Forderung des BDKJ, gleich viele Jugendvertreter*innen wie Bischöfe zur Jugendsynode zu berufen, hatte zuletzt bei der Vorsynode ein positives Echo ausgelöst. BDKJ-Bundesvorsitzender Thomas Andonie, der diese Forderung dort eingebracht hatte, erklärt: „Wir sind gespannt auf die Ideen des Vatikans, wie junge Menschen bei der Jugendsynode eingebunden werden. Wir hoffen, dass in Kürze ein Konzept vorgestellt wird.“

Hinweis: Das Arbeitsdokument zur Synode ist derzeit nur in italienischer Sprache verfügbar: Zur Vatikanseite

Vorbereitungsdokument zur Synode

Zur inhaltlichen Vorbereitung auf die Synode hat der Vatikan am 13. Januar 2017 ein Vorbereitungsdokument veröffentlicht, dem ein Fragebogen angehängt war. Dieser richtete sich an die Bischofskonferenzen und Ordensoberen, an die Dikasterien der Römischen Kurie sowie die Synoden und Hierarchenräte der Katholischen Ostkirchen. Zudem gab es einen Online-Fragebogen des Vatikans für alle Menschen zwischen 16 und 29 Jahren. Dieser war vom 14. Juni bis 31. Dezember 2017 unter youth.synod2018.va online.

Vom 19. bis 24. März 2018 hatte das Synoden-Generalsekretariat Vertreter der jungen Generation zu einem Vorbereitungstreffen in den Vatikan eingeladen. An dieser Vorsynode nahmen 300 Jugendliche und junge Erwachsene aller Kontinente teil. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte als Delegierte für diese „Vorsynode“ Magdalena Hartmann (Rottenburg-Oberndorf, Mitglied in der Schönstattjugend) und Thomas Andonie (Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend BDKJ), benannt. Das Vorbereitungstreffen wurde am Samstag, 24. März 2018, beendet. Am Palmsonntag (25. März 2018) haben die Teilnehmer der Vorsynode dem Papst ein Abschlussdokument überreicht, das in die Vorbereitungen der Bischofssynode im Herbst einfließen soll.

Abschluss der Vorsynode

In der Frühjahrs-Vollversammlung in Ingolstadt haben die deutschen Bischöfe ihre Vertreter bei der Synode gewählt, die sich in einem Pressegespräch am 20. Februar 2018 in Ingolstadt vorgestellt haben:

  • Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz;
  • Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Vorsitzender der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz;
  • Weihbischof Johannes Wübbe (Osnabrück), Mitglied der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Zur Vorsynode im März im Vatikan entsendet die Deutschen Bischofskonferenz folgende Delegierte:

  • Thomas Andonie (Regensburg), Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ);
  • Magdalena Hartmann (Rottenburg-Oberndorf, Mitglied in der Schönstattjugend).

Mehr lesen:

Jugendliche können an Synodenvertreter aus Deutschland schreiben

In seiner Predigt am 22. Februar 2018 bei der Vollversammlung der Deutschen Bischofkonferenz in Ingolstadt sagte Bischof Oster, dass Jugendliche ab sofort direkt den drei Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz bei der Jugendsynode im Oktober in Rom Vorschläge und Ideen unterbreiten könnten. Diese gingen per Mail an franziskus(at)afj.de. „Wir lesen das alles und antworten euch allen“, so Bischof Oster. Auch warb der Bischof von Passau und Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz dafür, sich an der Vorsynode im März via Facebook zu beteiligen. In dem Sozialen Netzwerk gibt es die Gruppe „Vorsynode der Jugendlichen“.

Papst ruft zur Online-Teilnahme bei der Jugendsynode auf

Papst Franziskus hat junge Leute aus aller Welt zur Beteiligung an den Vorbereitungen der vatikanischen Bischofssynode zum Thema Jugend im Oktober aufgerufen. „Ich wünsche mir sehr, dass alle jungen Leute Protagonisten dieser Vorbereitungen sein können“, sagte das Kirchenoberhaupt am 18. Februar 2018 nach seinem traditionellen Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Der Papst verwies auf die Möglichkeit, sich über das Internet bei einem Vorbereitungstreffen der Synode im März einzubringen.

Die Beiträge der verschiedenen Sprachgruppen im Internet würden mit denen der Teilnehmer vor Ort im Vatikan zusammengeführt, so der Papst. Für weitere Informationen verwies er auf die Internetseite zur Synode, www.synod2018.va.
Quelle: kna

Vatikan: 221.000 Teilnehmer bei Online-Umfrage zur Jugendsynode

Rund 221.000 junge Menschen weltweit haben an einer Online-Umfrage des Vatikan zu ihrem Leben, Einstellungen und Medienverhalten teilgenommen. 100.500 Personen beantworteten die mehrseitige Umfrage zur Vorbereitung einer Bischofssynode zum Thema Jugend vollständig, sagte der Untersekretär der Synode, Bischof Fabio Fabene, am 16. Februar 2018 im Vatikan. Gut die Hälfte von ihnen war den Angaben zufolge zwischen 16 und 19 Jahre alt; es nahmen mehr Frauen (58.000) als Männer (42.500) teil.

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer (56,4 Prozent) stammte demnach aus Europa, gefolgt von Zentral- und Südamerika (19,8 Prozent). Aus Afrika kamen 18,1 Prozent der Teilnehmer. Die Mehrzahl der Befragten bezeichnete sich den Angaben zufolge als Katholiken, für die Religion wichtig sei (73,9 Prozent). 8,8 Prozent gaben an, katholisch zu sein, die Religion jedoch nicht als bedeutsam zu empfinden. 6,1 Prozent der Teilnehmer waren laut Bischof Fabene nicht katholisch, halten Religion jedoch für wichtig. 11,2 Prozent gaben an, nicht katholisch zu sein und Religion unwichtig zu finden.

Die Umfrage werde aktuell noch ausgewertet, es zeichne sich jedoch ab, dass Sinnfragen sowie die Themen Arbeit, Glück, Familie und Gefühlsleben eine wichtige Rolle spielten, so der Generalsekretär der Synode, Kardinal Lorenzo Baldisseri. Wann und in welcher Form die Ergebnisse veröffentlicht werden, ist noch nicht bekannt.

Die Umfrage dient der Vorbereitung der von Papst Franziskus einberufenen Bischofssynode im kommenden Oktober, die sich mit dem Glauben und Lebensentscheidungen junger Menschen befasst. Die Ergebnisse sollen in die Arbeit eines Vorbereitungstreffens im Vatikan im März einfließen. Mit Blick auf die geringe Teilnahme von Afrikanern sagte Baldisseri, er hoffe, dass sich dies beim Vorbereitungstreffen ändern werde. Dazu werden rund 300 Teilnehmer aus aller Welt in Rom erwartet. Darüber hinaus ist auch eine Beteiligung über soziale Netzwerke geplant.
Quelle: kna

Freude am Glauben

Papst Franziskus stellt im Anschluss an die Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium (2013) und Amoris laetitia (2016) jetzt die Freude am Evangelium in den Mittelpunkt. Sie wird als Plan für die Jugend im 21. Jahrhundert besonders hervorgehoben: „,Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird‘ (Joh 15,11): das ist der Plan Gottes für die Frauen und Männer jedes Zeitalters und daher auch für alle Jugendlichen des dritten Jahrtausends – ohne Ausnahme“, so das Vorbereitungsdokument.

„Auch die Kirche möchte auf Eure Stimme hören, auf Eure Sensibilität, auf Euren Glauben, ja auch auf Eure Zweifel und Eure Kritik.“

Papst Franziskus

Welche Jugendlichen sind gemeint?

Im Vorbereitungsdokument aus dem Vatikan heißt es: „Alle Jugendlichen, ohne Ausnahme“ und weiter „Die Jugendlichen sind Subjekt und Objekt der Pastoral. In Wirklichkeit werden sie von der Gesellschaft oft wie eine unnütze oder unbequeme Sache behandelt: die Kirche kann diese Haltung nicht wiederholen, denn alle Jugendlichen ohne Ausnahme haben das Recht, auf ihrem Weg begleitet zu werden.“

Dabei wird jede Gemeinschaft aufgerufen, „besonders den armen, ausgegrenzten und ausgeschlossenen Jugendlichen Aufmerksamkeit zu schenken und sie zu Protagonisten zu machen“.

Per Mausklick auf eines der Fotos öffnet sich die gesamte Bildergalerie.



Brief von Papst Franziskus

Zeitgleich mit dem Vorbereitungsdokument wurde auch ein Brief des Papstes an die Jugendlichen vom 13. Januar 2017 vorgestellt. Hierin ermutigt Papst Franziskus die jungen Menschen, auf die Stimme Gottes zu hören, ein Risiko mit ihm zu wagen und sich einer unbekannten Zukunft entgegenzuwerfen. Wie Abraham in ein neues Land zog, sind Jugendliche heute gerufen, eine neue gerechte und geschwisterliche Welt aufzubauen. Auf diesem Weg stellt ihnen die Kirche erfahrene Begleiter zur Seite, sodass sie auf dem Weg der Berufungsunterscheidung den Plan Gottes für ihr Leben entdecken können.

In einer ersten Reaktion auf das Vorbereitungsdokument und den Papstbrief haben sich der Vorsitzende der Kommission für Geistliche Berufe und kirchliche Dienste, Bischof Dr. Felix Genn (Münster), und der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Stefan Oster (Passau), in einer Pressemitteilung geäußert.

Was heißt „Unterscheidung“ im Sinn der Synode?

Im Vorbereitungsdokument wird erläutert: „Die Unterscheidung wird dann geübt, wenn es gilt, in Situationen der Unsicherheit und angesichts sich widersprechender innerer Regungen Entscheidungen zu treffen und dem eigenen Handeln eine Richtung zu geben. ‚Unterscheidung‘ ist ein klassischer Begriff der Tradition der Kirche, der auf viele verschiedene Situationen angewandt wird. So gibt es die Unterscheidung der Zeichen der Zeit, die darauf ausgerichtet ist, die Gegenwart und das Wirken des Geistes in der Geschichte zu erkennen; die moralische Unterscheidung, welche Gut und Böse unterscheidet; die geistliche Unterscheidung, der es darum geht, die Versuchung zu erkennen, um sie zurückweisen und auf dem Weg zur Fülle des Lebens weitergehen zu können. Die Zusammenhänge zwischen diesen verschiedenen Ausdrucksformen sind klar und sie können nie völlig aufgelöst werden.

Vor diesem Hintergrund geht es hier (bei der Synode) um die Unterscheidung im Hinblick auf die Berufung, das heißt um den Prozess, innerhalb dessen ein Mensch dazu gelangt, im Dialog mit dem Herrn und im Hören auf die Stimme des Geistes, ausgehend vom Lebensstand, die grundlegenden Entscheidungen zu treffen. Jeder Mensch steht vor der Frage, wie es ihm gelingt, die Gelegenheit zur Selbstverwirklichung nicht zu vergeuden. Für die Christen ist diese Frage noch intensiver und tiefer.

Wie kann die frohe Botschaft des Evangeliums gelebt und eine Antwort auf den Ruf gegeben werden, den der Herr an all jene richtet, denen er entgegenkommt: durch die Ehe, das Weiheamt oder das Ordensleben? Und in welchem Bereich können die eigenen Talente fruchtbar gemacht werden: im Berufsleben, im Volontariat, im Dienst an den Letzten, im politischen Einsatz?“

„Herr Jesus Christus, auf dem Weg zur Synode richtet Deine Kirche ihren Blick auf die Jugendlichen in der ganzen Welt. Wir bitten Dich, lass sie mutig ihr Leben in die Hand nehmen, nach den schönsten und sinnvollsten Dingen des Lebens streben und stets ein freies Herz bewahren.

Hilf ihnen, begleitet und geführt von weisen und großherzigen Menschen, dem Ruf, den Du an jeden Einzelnen von ihnen richtest, zu folgen, um ihren Lebensentwurf zu verwirklichen und glücklich zu werden. Halte ihre Herzen offen für große Träume und lass sie auf das Wohl ihrer Brüder und Schwestern achten.

Lass auch sie wie den geliebten Jünger am Fuß des Kreuzes stehen, um Deine Mutter als ein Geschenk von Dir zu empfangen. Lass sie Zeugen Deiner Auferstehung sein und erkennen, dass Du lebst und an ihrer Seite bist, während sie mit Freude verkünden, dass Du der Herr bist. Amen.“

Papst Franziskus, Gebet für die Jugend

Hinweis: Ein Gebetszettel kann unter „Publikationen“ heruntergeladen und bestellt werden.

Downloads & Infos
  • Gebet Papst Franziskus für die Jugend
    In Vorbereitung auf die Bischofssynode hat Papst Franziskus ein Gebet verfasst, das wir als Gebetszettel anbieten. Der Gebetszettel zeigt Papst Franziskus mit Jugendlichen, auf der Rückseite ist das Gebet abgedruckt.
  • Deutsche Bischofskonferenz: Antworten des Fragebogens
    Die Bistümer waren gebeten, ihre Antworten bis zum 1. Mai 2017 an das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz zu senden. Bis Anfang August wurden dort die Rückmeldungen ausgewertet und für die Antwort an den Vatikan aufbereitet.
  • Themenseite der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) zur Jugendsynode
    Innerhalb der DOK beschäftigen sich die Arbeitsgemeinschaften Jugendpastoral und Berufungspastoral der Orden mit dem Thema und nehmen die von Papst Franziskus ausgesprochene Einladung zum Mitdenken an.
  • Jugend-Hearing zur Vorbereitung der Jugendsynode
    Jugend-Hearing der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz im Juli 2017 in Köln, bei dem 25 junge Menschen aus verschiedenen Bereichen katholischer Jugendpastoral ausgewählt wurden.
  • Pressegespräch Frühjahrs-Vollversammlung 2017 in Bensberg
    Über die bevorstehende XV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode haben die deutschen Bischöfe bei ihrer Frühjahrs-Vollversammlung in Bensberg diskutiert.
  • Vorbereitungsdokument zur Jugendsynode
    mit angehängtem Fragebogen, der sich weltweit an die Bischofskonferenzen und Bistümer richtet.
  • Brief des Papstes an die Jugendlichen
    Anlässlich der Vorstellung des Vorbereitungsdokumentes der XV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode