| Pressemeldung | Nr. 068

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Impulspapier zur Krankenseelsorge

„Ich war krank und ihr habt mich besucht“ (Mt 25,36)

Kostendruck und Ökonomisierung, Digitalisierung und Spezialisierung im gesamten Gesundheitswesen, Verkürzung der Liegezeiten im Krankenhaus und Trend zur Ambulantisierung, Schließung von kleinen und Konzentration auf große Krankenhäuser: Diese und weitere massive Veränderungen im Gesundheitsbereich stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Auch die Bedingungen für die kirchliche Krankenseelsorge und die Erwartungen an die Seelsorger verändern sich rasch. Die seelsorgliche Zuwendung zu den Kranken und Sterbenden gehört seit den Anfängen zu den zentralen Aufgaben der Kirche. Kranke zu besuchen, Leiden zu lindern, Trauernde zu trösten und dabei die unverbrüchliche Würde jedes Menschen in seiner je individuellen Verfassung zu bezeugen, ist eine bleibende Aufgabe der kirchlichen Seelsorge.

Um ihrem Auftrag treu zu bleiben, muss die Kirche ihre Sorge für die Kranke, für die Angehörigen und Pflegenden jeweils neu den gesellschaftlichen Veränderungen anpassen. Angesichts dieser Entwicklungen legt die Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz heute (25. April 2018) ein Impulspapier zur Sorge der Kirche um die Kranken unter dem Titel „Ich war krank und ihr habt mich besucht“ (Mt 25,36) – Ein Impulspapier zur Sorge der Kirche um die Kranken vor, das den Pfarreien, den Ehrenamtlichen und den bundesweit mehr als 1.000 hauptamtlichen Krankenhausseelsorgern Orientierung in den aktuellen gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungsprozessen geben möchte.

In seinem Geleitwort betont der Vorsitzende der Pastoralkommission, Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück): „Die Sorge der Kirche um Kranke und Sterbende nimmt, ausgehend von dem Auftrag und dem Vorbild Christi (vgl. Mk 1,32–34), in der Rangfolge pastoraler Verpflichtungen einen hohen und zentralen Stellenwert ein.“ Auch in einem modernen, spezialisierten Gesundheitssystem sei die seelsorgliche Zuwendung zu den Kranken, ihren Angehörigen und dem im Gesundheitswesen arbeitenden Personal eine bleibende Aufgabe. „Die Seelsorgerinnen und Seelsorger bezeugen mit ihrem Dienst am kranken und sterbenden Menschen außerdem die unverbrüchliche Würde eines jeden Menschen in unserer Gesellschaft.“ Der vorliegende Text konkretisiert, so Bischof Bode, diese Überlegungen, indem er die aktuellen Herausforderungen des Gesundheitssystems aufgreift und die damit verbundenen Erfordernisse für die Krankenpastoral thematisiert. „Dies geschieht in dem pastoralen Anliegen, auch unter den Bedingungen eines sich wandelnden Gesundheitssystems nahe bei den kranken und sterbenden Menschen sein zu können. Denn in ihnen begegnen wir dem Herrn: ‚Ich war krank und ihr habt mich besucht‘ (Mt 25,36).“

Ein wichtiges Anliegen des Impulspapiers ist die Verortung der Krankenseelsorge sowohl in den Pastoralkonzepten der (Erz-)Bistümer als auch in den konkreten Aufgaben einer Pfarrei oder Seelsorgeeinheit. Denn mit dem verstärkten Ausbau des ambulanten Versorgungssystems gewinnt die Krankenseelsorge bei Besuchsdiensten, in Heimen und Hospizen an Gewicht. Hauptamtliche Seelsorger sind hier ebenso gefragt wie Ehrenamtliche. In Fortführung des Pastoralwortes der deutschen Bischöfe „Gemeinsam Kirche sein“ geht es um das Zusammenspiel von Professionalität und Charismenorientierung, damit in der Kirche vor Ort die Sorge für Kranke und Sterbende lebendig bleibt und weiterentwickelt werden kann. Das Impulspapier beschreibt den Ort der Krankenhausseelsorge im hochmodernen „System Krankenhaus“. Neue Aufgaben in der Ausbildung von Krankenhausseelsorgern werden thematisiert. Dabei geht es auch um Anforderungen an eine professionelle ethische Beratung – etwa beim Verfassen von Patientenverfügungen, bei der ambulanten Versorgung oder in klinischen Ethikkomitees. Die Bedeutung des Seelsorgegeheimnisses und seine Folgen für die Mitarbeit in multiprofessionellen Teams in der Krankenversorgung werden theologisch und rechtlich eingeordnet. Der aus der US-amerikanischen Medizin übernommene und auch im deutschen Gesundheitswesen inzwischen geläufige Begriff von spiritual care wird ebenso erklärt wie die Unterschiede zur kirchlichen Krankenseelsorge.

Das Impulspapier stellt eine Ergänzung und Aktualisierung des theologischen Grundlagentextes der deutschen Bischöfe „Die Sorge der Kirche um die Kranken“ von 1998 (Die deutschen Bischöfe Nr. 60) dar.


Hinweis:

Das Impulspapier der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz zur Sorge der Kirche um die Kranken „Ich war krank und ihr habt mich besucht“ (Mt 25,36) – Ein Impulspapier zur Sorge der Kirche um die Kranken ist als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik „Publikationen“ verfügbar. Dort kann das Impulspapier auch als Broschüre (Die deutschen Bischöfe, Pastoralkommission, Nr. 46, Bonn 2018) bestellt werden.