| Aktuelle Meldung | Nr. 003

Familienbischof Heiner Koch zur Corona-Krise

Der Vorsitzende der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin), hat an die Solidarität mit den Familien appelliert, die von der Corona-Krise besonders betroffen sind.

„Die augenblicklich notwendigen und sehr sinnvollen, aber auch sehr restriktiven Maßnahmen zur Verlangsamung einer Corona-Pandemie verlangen von uns allen eine große Disziplin und eine noch größere Rücksichtnahme gegenüber unseren Mitmenschen, vor allem gegenüber den in besonderem Maße Schutzbedürftigen“, sagt Erzbischof Koch. Als Familienbischof der Deutschen Bischofskonferenz lägen ihm besonders diejenigen Familien am Herzen, die durch die jetzige Situation schlicht überfordert seien. „Ich denke vor allem an die Alleinerziehenden, die in der Regel einer Erwerbsarbeit nachgehen und die einzigen Verdiener der Familie sind. Sie stehen angesichts der Schließung der gewohnten Kinderbetreuungseinrichtungen ohne Unterstützung vor der nicht zu bewältigenden Herausforderung, Broterwerb und Kinderbetreuung ‚unter einen Hut‘ zu bringen.  Ich denke aber auch an die vielen Familien in unserem Land, die sich redlich in ihrem Alltag mühen, ihren Kindern gute Eltern zu sein und die gerade eben ihr monatliches Auskommen haben. Sie sind bei einem drohenden reduzierten Lohn schlicht verzweifelt, wie es gelingen kann, als Familie funktionsfähig zu bleiben. Und ich denke an jene Kinder, die keine Zuneigung in ihren Familien erfahren. Sie dürfen nicht noch weiter abgehängt werden.“

Der Erzbischof erinnerte daran, dass für Christen Nächstenliebe und die Sorge um die Schwächsten und Hilfsbedürftigen einer Gesellschaft unaufgebbar seien. Dies bedeute keineswegs nur finanzielle Hilfe, so Erzbischof Koch weiter. „Zeit und Zuwendung kosten oftmals keinen Cent, sind aber in diesen Tagen, in denen wir alle zusammenstehen müssen, meist wertvoller und nützlicher als jeder Scheck, der manchmal aber auch als Überbrückung weiterhilft.“ Er hoffe auf das große Potential an Hilfsbereitschaft, das in den Pfarrgemeinden vorhanden ist, wohl wissend, dass hinsichtlich einer Infektionsmöglichkeit mit dem Corona-Virus besondere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden müssen.