| Pressemeldung | Nr. 193

Treffen der Kommission für Ehe und Familie mit Vertretern der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland

In einem Abendgespräch (20. November 2019) hat sich die Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz unter der Leitung ihres Vorsitzenden Erzbischof Dr. Heiner Koch (Berlin) in Köln mit Vertretern der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) über das jeweilige Verständnis von Ehe und Familie ausgetauscht. Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland wurde vertreten durch den Bischof von Aristi, Vasilios Tsiopanas, Vikarbischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland und Vorsitzender der theologischen Kommission der OBKD, den Beauftragten der OBKD für innerchristliche Zusammenarbeit, Erzpriester Constantin Miron, sowie deren Sekretär, Dr. Konstantinos Vliagkoftis.

Das Gespräch fand in einer vertrauensvollen und wertschätzenden Atmosphäre statt. Bischof Vasilios Tsiopanas erläuterte das in der Orthodoxie sehr bedeutsame Prinzip der Ökonomie (Oikonomia), das es erlaube, die buchstabengetreue Auslegung eines kirchlichen Gesetzes (Akribie) zugunsten einer pastoral notwendigen Lösung zurückzustellen. Er betonte, das Prinzip der Ökonomie sei eine „heilsame Nachsicht, die den Sünder rettet“. Auch das jüngste Dokument der Orthodoxen Bischofskonferenz zu Ehe und Familie, ein „Brief der Bischöfe der orthodoxen Kirche in Deutschland an die Jugend über Liebe – Sexualität – Ehe“ aus dem Jahr 2017 stellt sich in pastoraler Absicht den Herausforderungen, denen junge Gläubige in Deutschland heutzutage begegnen. Der lebhafte Austausch zu den jeweiligen pastoralen Lösungen, etwa zu Ehevorbereitung und Ehebegleitung, aber auch zum Kommunionempfang bei konfessionsverbindenden Ehen oder zu vorehelicher Sexualität zeigte die Ähnlichkeit der Fragestellungen.

Erzbischof Koch betonte, „dass das Ringen um eine gute Vorbereitung von jungen Menschen auf die Ehe, die Sorge um den Fortbestand der Ehen und den Zusammenhalt der Familien wie auch die Bereitschaft, sich hierbei den drängenden Fragen pastoral zu stellen, beiden Konfessionen gemeinsam am Herzen liegt.“ Es zeuge von der hohen Wertschätzung der Ehe auch als Sakrament bzw. Mysterion und fußt auf einer gemeinsamen Überzeugung, die der Brief der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland mit den Worten beschreibt: „Für uns Christen hat die Ehe mit jener Liebe Gottes zu tun, die Jesus Christus durch seine Menschwerdung, Kreuzigung und Auferstehung gezeigt hat. Deshalb ist die Ehe für einen Menschen, der an Jesus Christus als den Sohn Gottes glaubt, mehr als eine weltliche Angelegenheit“.