| Pressemeldung | Nr. 104

Vatikan veröffentlicht neues Direktorium für die Katechese

Impuls von Papst Franziskus

Der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung, der unter anderem für Fragen der Katechese zuständig ist, hat heute (25. Juni 2020) ein neues Direktorium für die Katechese vorgestellt. Das Dokument tritt damit in die Reihe der beiden vorausgegangenen Direktorien von 1971 und 1997 und formuliert Grundzüge der Katechese für die Universalkirche. Das Direktorium regt für die Ortskirche an, eigene Direktorien für die Katechese zu entwickeln. Im Dienst der Katechese begleitet die Kirche den Menschen auf dem Weg einer intensiver werdenden Beziehung zu Jesus Christus und zu einem lebendigen, ausdrücklichen, sich auch im Handeln ausdrückenden Bekenntnis zum Glauben.

Das neue Dokument spiegelt seinen zeitgeschichtlichen Kontext und lehramtliche Impulse wider. So beeinflussen die römische Bischofssynode über Die Neuevangelisierung zur Weitergabe des christlichen Glaubens (2012) und das Apostolische Schreiben Evangelii gaudium von Papst Franziskus (2013) das neue Direktorium. Gesellschaftliche Entwicklungen und kulturelle Kontexte verlangen eine permanente Erneuerung der Katechese: neue Wege, kreative Methoden und andere Ausdrucksformen in der Verkündigung (EG 11). Zudem fordern gegenwärtig Megatrends wie die Digitalisierung und Globalisierung die Katechese heraus.

Wie von Papst Franziskus vorgegeben, stellt das Direktorium die Katechese unter den Primat der Evangelisierung. Programmatisch zitiert das Geleitwort des Direktoriums Papst Franziskus: „Wir haben von Neuem entdeckt, dass auch in der Katechese die Erstverkündigung bzw. das ‚Kerygma‘ eine wesentliche Rolle spielt. Es muss die Mitte der Evangelisierungstätigkeit und jedes Bemühens um kirchliche Erneuerung bilden.“ (EG 164)

Unter diesem Vorzeichen führt das Direktorium in drei Abschnitten aus, was eine Katechese unter dem Primat der Evangelisierung bedeutet. Der erste Teil bestimmt das Wesen der Katechese, nimmt ihre unterschiedlichen Subjekte – von den Bischöfen über die Priester bis zu den Katechetinnen und Katecheten – in den Blick und betont die Verantwortung der Kirche für eine entsprechende Qualifizierung all derer, die in der Katechese tätig sind.

Im zweiten Teil wird der Prozess der Katechese mit ihren methodischen und zielgruppenspezifischen Aspekten behandelt. Hier kommen neben Familien, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auch Menschen mit Behinderungen oder mit Migrationshintergrund eigens in den Blick.

Der dritte Teil beschreibt Katechese im Horizont gesellschaftlicher und kultureller Entwicklungen. Säkularisierung und religiöser Pluralismus, Digitalisierung, Ökonomisierung und kulturelle Vielfalt kennzeichnen unsere Gesellschaften, in denen das Evangelium konkret zu werden, das heißt, sich zu inkulturieren hat. Deshalb verlangen weltkirchliche Ausführungen über die Katechese ihre Konkretisierung vor dem Hintergrund der kulturellen Erfahrungen und Traditionen der Kirche an ihrem jeweiligen Ort. Vor diesem Hintergrund steht die Kirche in den einzelnen Ländern, Diözesen und vor Ort vor der Aufgabe, ihre Übersetzungsarbeit für die Katechese in ihrem jeweiligen Kontext zu leisten.


Hinweise:

Die deutschsprachige Fassung des neuen Dokumentes Direktorium für die Katechese ist in einer Arbeitsübersetzung des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz untenstehend verfügbar.

Das Dokument Direktorium für die Katechese erscheint Ende August 2020 als Broschüre der Deutschen Bischofskonferenz in der Reihe „Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls“ (Nr. 224) und kann dann in der Rubrik Publikationen bestellt werden.