| Pressemeldung | Nr. 135

7. internationales Sommercamp im ehemaligen Straflager Spaç (Albanien)

Aus der Vergangenheit lernen für Gegenwart und Zukunft

Das 7. internationale Sommercamp, veranstaltet von der Maximilian-Kolbe-Stiftung, dem Verein des Gefängnismuseums von Spaç in Albanien und der albanischen Kommission Justitia et Pax ist gestern (31. August 2025) in Tirana zu Ende gegangen. Das Treffen bot 20 jungen Teilnehmenden aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Georgien, Italien, Litauen, Nordmazedonien, der Ukraine und anderen ehemaligen kommunistischen Staaten sowie aus Deutschland seit dem 27. August 2025 die Möglichkeit, an einem besonders geschichtsträchtigen Ort zusammenzukommen. Das ehemalige Straflager für politische Gefangene in Spaç (Nordalbanien) ist berüchtigt als Mahnmal für die Verbrechen der kommunistischen Diktatur. Die Gefangenen mussten von 1968 bis zum Zusammenbruch des Regimes im Jahr 1991 in den Minen arbeiten, die auf dem Gebiet des Gefängnisses liegen. Sie wurden misshandelt, ihre Arbeitskraft wurde ausgebeutet, viele von ihnen starben.

Dr. Jörg Lüer, stellvertretender Vorsitzender der Maximilian-Kolbe-Stiftung, sagt: „Auch wenn die albanische Gesellschaft beginnt, Orte wie das ehemalige Straflager in Spaç inzwischen zu erhalten und als Gedenkstätte für Besucher zugänglich zu machen, fehlt es häufig an einer angemessenen Erinnerung an diejenigen, die zu Unrecht dort festgehalten wurden und als Arbeitssklaven leiden mussten. Das Sommercamp ermöglichte es den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die gewaltvolle Geschichte des Kommunismus in Albanien kennenzulernen. In Tirana und Spaç konnten sie in die Vergangenheit eintauchen, sich mit ehemaligen Gefangenen über deren schmerzhafte Erfahrungen austauschen und daraus Perspektiven für eine gute Zukunft finden.“ Die Teilnehmenden aus Albanien und den anderen europäischen Ländern besuchten nicht nur das ehemalige Arbeitslager, sie halfen auch zwei Vormittage beim Erhalt des Ortes. „Konkret und metaphorisch haben sie dazu beigetragen, dass kein Gras über die Sache wächst. In dieser europäischen Kooperation kommt zum Ausdruck, dass der Umgang mit dem toxischen Erbe des Kommunismus eine gesamteuropäische Aufgabe ist. Es geht darum, zur Heilung beizutragen und zusammenzuführen, was Gewalt und Unrecht getrennt haben. Das Zeugnis der ehemaligen Häftlinge ist dabei von großer Bedeutung“, betont Jörg Lüer.
 

Hintergrund

Die Maximilian-Kolbe-Stiftung wurde 2007 mit Unterstützung der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz gegründet. Ziel der katholischen Stiftung ist es, Beiträge zur Stärkung der kirchlichen Versöhnungsarbeit in Europa zu leisten und sich für Opfer von Unrecht und Gewalt zu engagieren. Der hl. Maximilian Kolbe gab 1941 sein Leben stellvertretend für einen Mithäftling im Konzentrationslager Auschwitz und setzte damit ein Zeichen gegen Hass und Gewalt.
 

Hinweise:

Weitere Informationen zur Maximilian-Kolbe-Stiftung und zum Programm des 7. internationalen Sommercamps sind unter www.maximilian-kolbe-stiftung.de verfügbar.