| Pressemeldung | Nr. 154

Theologische Gespräche zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Russischen Orthodoxen Kirche werden fortgeführt

Dialogrunde in Kloster Weltenburg beendet

Zum Abschluss der sechsten Gesprächsrunde zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Russischen Orthodoxen Kirche in Kloster Weltenburg ist eine regelmäßige Fortführung des Dialogs beschlossen worden. Die Teilnehmer unter Leitung des Regensburger Bischofs und Vorsitzenden der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller, und des Erzbischofs von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, Erzbischof Feofan, wollen sich künftig in einem zweijährigen Turnus treffen. Das nächste theologische Gespräch findet 2011 in Russland statt.

Im Mittelpunkt der theologischen Beratungen stand das christliche Menschenbild im Kontext europäischer Entwicklungen. Bischof Dr. Müller betonte in seinem Vortrag den Person-Begriff, „der in seiner weitreichenden Dimension als Kulminationspunkt des christlichen Menschenbildes gilt“. Für die Christen sei es daher selbstverständlich, den Wert und die Würde eines jeden einzelnen Menschen zu schützen. „Gerade deshalb ist das Christentum Garant der Freiheit und die Kirche Anwältin des Menschen.“ Darin liege „ein zukunftsweisender Anknüpfungspunkt für den Dialog zwischen den beiden Schwesterkirchen“, so Müller. Erzbischof Feofan unterstrich, dass „die Gespräche zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Russischen Orthodoxen Kirche ein wichtiger Beitrag zum orthodox-katholischen Dialog insgesamt sind“. Er hob die Übereinstimmung zwischen Orthodoxen und Katholiken in der Anthropologie hervor, in der es „nicht zwei unterschiedliche Denkansätze, sondern nur verschiedene Erfahrungen“ gebe, die sich in der jeweiligen theologischen Tradition widerspiegelten.

Zum Abschluss der Theologischen Gespräche veröffentlichten die Teilnehmer ein gemeinsames Kommuniqué, das diesem Pressetext als Anhang beigefügt ist. Darin stellen die Teilnehmer der Dialogrunde „eine grundlegende Übereinstimmung zwischen Katholiken und Orthodoxen in Fragen der Anthropologie“ fest. „Als gemeinsamer Leitbegriff der anthropologischen Reflexion über den Menschen in der orthodoxen und der katholischen Theologie zeigte sich der Person-Begriff“, heißt es im Text des Kommuniqués.

Die Theologischen Gespräche zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Russischen Orthodoxen Kirche begannen 1986 und wurden bis 1998 in unregelmäßigen Abständen fortgeführt. Nach elfjähriger Unterbrechung sind sie jetzt wieder aufgenommen worden.