| Pressemeldung | Nr. 124

Bischof Fürst wirbt für weltweite Vernetzung in der katholischen Medienarbeit

Dialogreise nach Brasilien beendet

Die Medienarbeit der katholischen Kirche in Brasilien stand im Mittelpunkt der jetzt zu Ende gegangenen Dialogreise des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart). Begleitet wurde er unter anderen vom Hauptgeschäftsführer der Bischöflichen Aktion Adveniat, Prälat Bernd Klaschka.

Bischof Fürst würdigte die vielfältigen Medienengagements der katholischen Kirche in Brasilien. Aus den Begegnungen mit Kirchenvertretern und Programmverantwortlichen von Medienprojekten nehme er neue Impulse für die Arbeit in Deutschland mit: „Ich freue mich, dass hier auch zahlreiche von Adveniat unterstützte Medienprojekte so erfolgreich sind.“ Für die Verbreitung der christlichen Botschaft seien die Medien von enormer Bedeutung. Bischof Fürst sprach sich für eine bessere Vernetzung der katholischen Medienarbeit weltweit aus: „Die Medien ermöglichen, dass sich die Menschen über regionale Grenzen hinweg verständigen können, dass die Menschheitsfamilie als Einheit näher zusammenrückt. Im aufmerksamen Dialog und im gemeinsamen Erfahrungsaustausch können wir alle viel voneinander lernen.“

Prälat Klaschka äußerte sich dankbar, dass sich Bischof Fürst auf den Weg gemacht habe, um sich über die Medienarbeit der katholischen Kirche in Brasilien zu informieren. Diese sei dort hoch professionell und breit aufgestellt. Prälat Klaschka verwies in diesem Zusammenhang auf die katholischen Fernseh- und Radiosender mit großer Reichweite. So strahle beispielsweise der TV- und Radiosender des größten Wallfahrtsortes Aparecida sein Programm nicht nur allein für die jährlich mehr als acht Millionen Pilger, sondern bundesweit aus. Auch die sozialen Medien hätten in Brasilien einen wichtigen Stellenwert für die katholische Medienarbeit.

Auf dem Programm standen ein Vortrag von Bischof Fürst beim 9. Medienkongress der Brasilianischen Bischofskonferenz zur Bedeutung von Internet und sozialen Medien für die Verkündigung weltweit. Außerdem gab es Gespräche mit Programmverantwortlichen der größten katholischen Fernsehsender in Brasilien, „TV Aparecida“ und „TV Canção Nova“ in Cachoeira Pauista, die sich beide im Bundesstaat São Paulo befinden. Die Delegation besuchte außerdem Einrichtungen im Amazonasregenwald: „Es war mir ein Anliegen, auch zu den Adveniat-Projektpartnern an die Ränder der Gesellschaft zu gehen“, erklärte Bischof Fürst. Hier sei vor allem das Radio für Bildung und Informationsvermittlung wichtig. Für Prälat Klaschka ist „Radio Rural“ ein besonders gelungenes Beispiel kirchlicher Medienarbeit: „Von Santarém aus trotzt der diözesane Radiosender ‚Radio Rural‘ unter Leitung von Pfarrer Edilberto Sena der medialen Allmacht von Fernsehsendern. Sena ist – wie ich – fest davon überzeugt, dass Brasiliens Regenwald ohne Agroindustrie und Großprojekte eine Zukunft hat. Er träumt von einem Amazonas ohne Ausbeutung, von Indigenen, die ihre Sprachen nicht verlernen, und Flussanwohnern, die nicht in die Elendsviertel der Städte abwandern.“ An potentiellen Hörern mangele es dort nicht: In der Region wohnen 26 Millionen Menschen. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt das Netzwerk katholischer Radiosender in Amazonien mit rund 47.000 Euro. „Ich verstehe die deutsche Hilfe bei diesem Medienengagement als Zeichen der Solidarität. Solidarität heißt hier: Bedrängten eine Stimme geben“, so Bischof Fürst.

Die deutsche Delegation besuchte auch die beiden größten Erzdiözesen des Landes, São Paulo und Rio de Janeiro, sowie die Hauptstadt Brasília, Sitz der Brasilianischen Bischofskonferenz und der Ordenskonferenz. Hier gab es Gespräche mit dem Erzbischof von São Paulo, Kardinal Odilo Pedro Scherer, dem Erzbischof von Rio de Janeiro, Kardinal Orani João Tempesta sowie mit dem Vorsitzenden der Kommission für Kommunikation der Brasilianischen Bischofskonferenz, Weihbischof Darci José Niciolo CSsR.