| Aktuelle Meldung | Nr. 016

Amtseinführung des neuen Bischofs und Primas der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland, Bischof Serovpé Isakhanyan

Grußwort von Weihbischof Rolf Steinhäuser (Köln) am 24. Mai 2019 in Köln

Exzellenz, lieber Bischof Isakhanyan,

zu Ihrer Einführung als Bischof und Primas der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland gratuliere ich Ihnen im Namen der Deutschen Bischofskonferenz und auch persönlich sehr herzlich. Ich darf Ihnen zu Ihrem neuen Amt die Glück- und Segenswünsche des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und meiner Mitbrüder in der Bischofskonferenz aussprechen.

Die Diözesan-Delegiertenversammlung der Armenischen Apostolischen Kirche hat mit Ihnen einen Geistlichen zum Oberhaupt gewählt, dem die kirchlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse hierzulande seit fast einem Vierteljahrhundert aus eigenem Erleben bestens vertraut sind. Als langjähriger Gemeindepfarrer in verschiedenen Gemeinden in Deutschland und dann auch als Bischofsvikar Ihres verehrten Vorgängers, Erzbischof Karekin Bekdjian, haben Sie einen reichen Erfahrungsschatz gesammelt, der Ihnen bei der Erfüllung der vielen Aufgaben, die mit dem neuen Amt auf Sie zukommen, hilfreich sein wird. Sie bringen die besten Voraussetzungen mit, die Gläubigen Ihrer Kirche in der Diasporasituation, in der sie in Deutschland leben, zusammenzuhalten und ihren Glauben zu stärken.

In den vergangenen Jahren durften wir immer wieder erleben, dass das gute Miteinander der Kirchen und Konfessionen für Sie ein wirkliches Anliegen ist. Sie selbst haben gesagt, Ihr Herz schlage für eine lebendige Ökumene. Für die Deutsche Bischofskonferenz waren und sind Sie ein äußerst verlässlicher und hoch geschätzter Dialogpartner. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die guten Beziehungen zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland mit Ihnen als neuem Bischof weiterführen und ausbauen werden.

An Ihrer Bischofsweihe am 12. Mai 2019 in Etschmiadzin haben der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige, und der stellvertretende Vorsitzende dieser Kommission, Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger, teilgenommen. Dies war ein schöner Ausdruck der geschwisterlichen Verbundenheit zwischen unseren Kirchen. Beide waren in Armenien auf Einladung Seiner Heiligkeit, des Obersten Patriarchen und Katholikos aller Armenier Karekin II. Die Gespräche, die Bischof Feige und Weihbischof Schwerdtfeger während ihrer Reise geführt haben, der Besuch christlicher Kulturstätten, die seit der Unabhängigkeit Armeniens als Zentren des Glaubens wiederbelebt werden, und nicht zuletzt das gemeinsame Gebet in der Gedenkstätte für die Opfer des Genozids in Yerevan werden uns auch hier in Deutschland einander näherbringen.

Es ist im Wesentlichen Ihrer Initiative zu verdanken, lieber Bischof Isakhanyan, dass die Kirchen in Deutschland am 23. April 2015 im Berliner Dom einen ökumenischen Gottesdienst im Gedenken an den 100. Jahrestag des Genozids an Armeniern, Aramäern, Assyrern und Pontos-Griechen gefeiert haben. Dieser Gottesdienst erinnerte an eine schreckliche Zeit in der Geschichte des armenischen Volkes. Aber er war zugleich eine große Stunde der Ökumene in Deutschland, in der Gläubige verschiedener Konfessionen und Herkunft gemeinsam der Opfer gedachten und Gott baten, Wege der Versöhnung zwischen den Nachkommen der Opfer und den Nachkommen der Täter zu zeigen und in der die Last der Vergangenheit nicht vergessen wird, in der sie aber ihre zerstörerische Kraft verliert.

Lieber Mitbruder! Für Ihren Dienst für die Kirche und für die Ihnen anvertrauten Gläubigen wünsche ich Ihnen viel Kraft und Mut. Möge Ihr Wirken unter dem Segen Gottes stehen, damit das Reich Gottes in dieser Welt weiter wächst. Und möge unser ökumenisches Bemühen mit der Hilfe Gottes dazu führen, dass die christlichen Kirchen mit ihren vielfältigen Traditionen immer mehr zusammenwachsen und sie zu der Einheit finden, die Christus will.