| Aktuelle Meldung | Nr. 015

Bischof Bätzing zum Granateneinschlag in der Pfarrei in Gaza-Stadt

„Auch dieser Raum des Friedens ist nicht verschont geblieben“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, äußert sich zum Granateneinschlag auf dem Gelände der katholischen Pfarrei Heilige Familie in Gaza-Stadt: 

"Aus Gaza hat uns heute eine neue erschütternde Nachricht erreicht: Auf dem Gelände der katholischen Pfarrei Heilige Familie in Gaza-Stadt ist im Zuge israelischer Angriffe eine Granate eingeschlagen. Drei Menschen kamen ums Leben, mehrere wurden teils schwer verletzt. Unter den Verletzten befindet sich auch Pfarrer Gabriel Romanelli, der sich seit Jahren unermüdlich für Frieden und Versöhnung engagiert. Mein Gebet gilt den Todesopfern und den Verwundeten sowie deren Angehörigen – den Opfern dieses Tages und allen Opfern dieses Krieges, deren Zahl Tag für Tag steigt. 

Die heutige Explosion wurde vermutlich nicht gezielt herbeigeführt. Aber es ist ein ausdrucksstarkes Symbol, dass sie einen Ort getroffen hat, der inmitten von Krieg und Zerstörung Hunderten Schutzsuchenden Zuflucht bietet. Auch dieser Raum des Friedens ist nicht verschont geblieben. Wenn aber selbst solche Orte von der Gewalt erfasst werden, wird deutlich: Inmitten des andauernden Bombardements gibt es keine sicheren Räume mehr.

Deshalb schließe ich mich den Forderungen von Papst Leo XIV. nach einem sofortigen Waffenstillstand an. Dem allgegenwärtigen Sterben und der alles verschlingenden Gewalt muss Einhalt geboten werden. Selbstverständlich muss die Hamas die grausame Gefangenschaft der verbliebenen Geiseln beenden. Aber gerade weil Israel beansprucht, keine dieser Terrororganisation ähnliche Kriegspartei zu sein, muss die Regierung in Jerusalem ihrerseits dem humanitären Völkerrecht endlich Genüge tun. Die palästinensische Zivilbevölkerung hat das Recht auf uneingeschränkten Zugang zu humanitärer Hilfe. Internationalen Nothilfeorganisationen darf der Zutritt in den Gazastreifen nicht verwehrt werden. Für unzählige Menschen sind dies unmittelbare Überlebensnotwendigkeiten; aber sie bestimmen auch die weitere Zukunft. Denn auf einem zerstörten Boden werden keine Früchte des Friedens wachsen."