| Pressemeldung | Nr. 213
Bischof Bätzing zum Weihnachtsfest
Die Geburt Jesu hat alles zum Guten gewendet und die Geschicke der Menschheit in neue Bahnen gelenkt. Davon hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, heute (25. Dezember 2025) im Weihnachtsgottesdienst in Limburg gepredigt: „Jesus ist der neue Mensch, mit dem sich jeder Mensch verbinden kann, um sich auf das Abenteuer der Menschenfreundlichkeit einzulassen. In der Nacht von Bethlehem wurde der neue Mensch geboren. Mit ihm kann alles anders, kann alles gut werden.“
Weihnachten entfalte bis heute eine heilsame Kraft für die Menschheit und habe große Bedeutung für weltweite Solidarität, für das Einstehen für Menschenwürde und für die Übernahme von globaler Verantwortung. Ausgehend von einer „großen Perspektive“ auf die Welt verdeutlichte Bischof Bätzing, wie klein und zugleich kostbar der Mensch im Gefüge des Universums sei. Deshalb tragen die Menschen auch Mitverantwortung für die Lebensbedingungen heutiger und künftiger Generationen. „Und weil ich von großen Zusammenhängen überzeugt bin und von der Bedeutung selbst kleinster Schritte, mutiger Entscheidungen und beherzten gemeinsamen Handelns, darum sehe ich all die ums sich greifenden Tendenzen der Abschottung heutzutage so kritisch.“
Abschottung, egoistischer Nationalismus und ein Denken nach dem Motto „Wir zuerst“ widerspreche der christlichen Botschaft, betonte der Bischof. Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt ließen sich nur stärken, wenn Solidarität gelebt werde – zwischen Generationen, zwischen Starken und Schwachen, Gesunden und Kranken. Auch der Schutz des Lebens in all seinen Phasen sowie ein konsequentes Handeln gegen die Folgen des Klimawandels seien Ausdruck dieser Verantwortung.
Mit der Geburt Jesu sei eine neue Dynamik in die Welt gekommen. Gott habe sich in Jesus selbst entäußert und sei Mensch geworden – verletzlich, bedürftig und den Menschen gleich. „Der Gott, zu dem sich Christinnen und Christen bekennen, ist so frei, sich aller göttlichen Macht zu entäußern, sich leer zu machen, bedürftig und angewiesen wie ein Kind, um so in sich einen unendlich großen Freiraum zu schaffen für echte Achtsamkeit, wahre Freundschaft und großzügiges Erbarmen“, sagte Bischof Bätzing. Weihnachten stehe damit für einen radikalen Gegenentwurf zu Macht, Gewalt und Gleichgültigkeit. Diese Botschaft wirke bis heute. Die Weihnachtsgeschichte, die Lieder und die Krippen berührten Menschen jeden Alters und hielten die Sehnsucht nach Frieden, Gerechtigkeit und Zuversicht wach.
Hinweise:
Die Weihnachtspredigt von Bischof Dr. Georg Bätzing ist untenstehend als PDF-Datei verfügbar.
Weitere Informationen zu Weihnachten und zu Weihnachtsgottesdiensten finden Sie auf der Themenseite Weihnachten 2025.
