| Pressemeldung | Nr. 083

Bischof Feige beendet Reise nach Armenien

„Die Kirche arbeitet mit großem pastoralen und sozialen Einsatz“

Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), ist heute (17. Mai 2019) von einer Reise nach Armenien  zurückgekehrt. Er zeigte sich beeindruckt von der Aufbauarbeit, die die Armenische Apostolische Kirche in der Zeit seit der Selbständigkeit des Landes 1991 geleistet hat. „Die starke christliche Prägung Armeniens hat in der Sowjetzeit keinen nachhaltigen Schaden genommen. Die Kirche arbeitet heute mit großem pastoralen und sozialen Einsatz, damit der christliche Glaube in der Gesellschaft lebendig bleibt und an künftige Generationen weitergegeben wird“, so Bischof Feige.

Bischof Feige war gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Ökumenekommission, Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger (Hildesheim), auf Einladung des Obersten Patriarchen und Katholikos aller Armenier, Karekin II., in der ehemaligen Sowjetrepublik zu Gast. Er zeigte sich überzeugt, dass die Begegnung mit dem Patriarchen und die Gespräche mit weiteren Vertretern der Armenischen Apostolischen Kirche auf vielfältige Weise dazu beitragen, die guten Beziehungen weiterzuentwickeln. „Durch meinen Aufenthalt in Armenien habe ich unmittelbar erfahren, wie sehr der christliche Glaube und das armenische Volk miteinander verbunden sind. Dazu gehörte auch das Kennenlernen der armenischen Kultur, in der das christliche Erbe tiefe Spuren hinterlassen hat. Auf diese Weise wächst das Verständnis füreinander und so die Gemeinschaft unter uns“, so Bischof Feige.

Zum Besuchsprogramm gehörte auch ein Besuch der Genozidgedenkstätte Zizernakaberd in der Hauptstadt Yerevan, wo die katholische Delegation mit dem neu geweihten Bischof und Primas der Armenischen Kirche in Deutschland, Serovpé Isakhanyan, eine Andacht im Gedenken an die Opfer des Genozids feierte. In das Gästebuch der Gedenkstätte schrieb Bischof Feige die Worte: „In schmerzlicher Erinnerung an das unfassbare Leid zahlloser Menschen bete ich an diesem Ort zu Gott, dass es nie wieder eine solche Tragödie geben wird. Möge die ehrliche Aufarbeitung der schrecklichen Verbrechen von damals Wege in eine versöhnte Zukunft eröffnen.“ Weihbischof Schwerdtfeger erklärte nach dem Besuch der Gedenkstätte: „Die Tage in Armenien haben mir noch bewusster gemacht, wie neben der christlichen Tradition die Erinnerung an den Genozid für die Identität des armenischen Volkes offensichtlich sehr wichtig ist. Es ist gut, dass es einen Ort gibt, wo die Erinnerung wachgehalten wird, damit das Leid der Vergangenheit nicht vergessen wird.“

Während ihres Aufenthaltes in Armenien besuchte die Delegation auch Erzbischof Raphaël Minassian, der für die in Armenien lebenden Gläubigen der mit Rom verbundenen Armenisch-katholischen Kirche zuständig ist. Die Delegation aus Deutschland war beeindruckt von dem vielfältigen caritativen Engagement der Armenisch-katholischen Kirche. „Es ist bewundernswert, wie diese kleine Minderheit sich für Behinderte, Waisenkinder und Kinder aus zerbrochenen Familien, Alleinerziehende und in der ambulanten Pflege einsetzt“, so Weihbischof Schwerdtfeger. „Für die katholische Kirche in Deutschland ist es besonders erfreulich, dass Erzbischof Minassian in dieser Arbeit von Renovabis unterstützt wird.“ Auch die Armenische Apostolische Kirche leistet in unterschiedlichen Bereichen einen wichtigen Dienst für Menschen, die auf diese Hilfe angewiesen sind. Davon konnte sich die Delegation bei ihren Begegnungen mit Vertretern des kirchlichen Sozialdienstes und beim Besuch eines Kinder- und Jugendzentrums überzeugen.

Am vergangenen Sonntag (12. Mai 2019) hatte die Delegation der Deutschen Bischofskonferenz an der Bischofsweihe von Bischof Isakhanyan teilgenommen und war anschließend vom Obersten Patriarchen und Katholikos aller Armenier empfangen worden. Dabei hatten beide Seiten die geschwisterlichen Beziehungen zwischen beiden Kirchen unterstrichen.