| Pressemeldung | Nr. 051

Bischof Wilmer würdigt verstorbenen Bischof Nowak von Magdeburg

„Ein Zeitzeuge in den schweren Zeiten der DDR“

© KNA-Bild
Bischof em. von Magdeburg, Leo Nowak

Heute Morgen (12. April 2026) ist der emeritierte Bischof von Magdeburg, Leo Nowak, verstorben. Von 1994 bis 2004 war er der erste Bischof des nach der Wende wiedererrichteten Bistums Magdeburg. Bischof Nowak wurde am 17. März 1929 in seiner späteren Bischofsstadt geboren, vor 70 Jahren empfing er die Priesterweihe.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer, würdigt den Verstorbenen und hat dem Bistum Magdeburg mit Bischof Dr. Gerhard Feige seine Anteilnahme ausgedrückt. „Mit Bischof em. Nowak durften wir uns in der Deutschen Bischofskonferenz glücklich schätzen, um einen Zeitzeugen zu wissen, der die schwere Zeit in der DDR, die glückliche Wiedervereinigung und den Aufbau der kirchlichen Struktur im vereinten Deutschland miterlebt hat. Leo Nowak ist Zeit seines Lebens Seelsorger geblieben und war für die Menschen da – jene, die der Kirche nahestanden und auch solche, die auf der Suche waren“, schreibt Bischof Wilmer. Dabei hob er vor allem die Verantwortung von Leo Nowak hervor, der zunächst in der DDR Leiter des Seelsorgeamtes in Magdeburg war, bevor er von Papst Johannes Paul II. 1990 zum Apostolischen Administrator ernannt wurde. „Zehn  segensreiche Jahre konnte Bischof Nowak dann bis zu seiner Emeritierung 2004 als Bischof wirken, in dessen neuem Bistum die Wiedervereinigung mit den Händen greifbar war. Dort hat er bis in die letzten Lebensmonate in einer nachklingenden Weise Seelsorge ermöglicht, die sich aus den Erfahrungen der DDR ebenso speiste wie aus dem Wissen um den Wert der deutsch-deutschen Wiedervereinigung“, so Bischof Wilmer. Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz habe er stets eindrucksvoll und einfühlsam über die langjährige priesterliche und bischöfliche Erfahrung in Ostdeutschland berichtet. „Dabei wurde Leo Nowak nicht müde vor jenen Kräften zu warnen, die heute die politisch rechten und linken Ränder radikalisieren: Er war ein Staatsbürger und Demokrat, dem die liebgewonnene Freiheit nach dem Kommunismus ein Herzensanliegen geworden ist. Menschenverachtende Tendenzen in der Politik kritisierte er ebenso deutlich wie jene, die dumpfe Parolen auf den Straßen brüllen und damit vorgeben, die Demokratie zu verteidigen.“

Bischof Wilmer hob in seinem Kondolenzschreiben auch das Wirken von Bischof Nowak in der Bischofskonferenz hervor: „Seine langjährige Verantwortung im Seelsorgeamt der Administratur Magdeburg brachte er dann fruchtbar und mit visionärer Kraft in die Arbeit der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz ein. Die Ökumene war ihm dabei ebenso ein Anliegen wie eine Kirche, die die sozialen Nöte in der unmittelbaren Nachbarschaft wahrnimmt. Mit dem Tod von Leo Nowak verlässt uns ein treuer Bischof seiner Herde, ein Verfechter der Demokratie und ein Mensch, der sich in überzeugender Weise von Christus gerufen gefühlt hat, ganz wie es sein bischöflicher Wahlspruch ausdrückte: ‚Alles in Christus erneuern‘.“