| Aktuelle Meldung | Nr. 016
Erzbischof Bentz zur Situation im Gazastreifen
Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Deutschen Bischofskonferenz, äußert sich zur Situation im Gazastreifen:
Im Zuge der anhaltenden Militäroffensive und der Weigerung der israelischen Regierung, für die Versorgung der palästinensischen Bevölkerung angemessen Sorge zu tragen, erleiden die Bewohner von Gaza ein humanitäres Desaster. Ohne sichere Zufluchtsorte ist das Überleben für unzählige Menschen zur ständigen Herausforderung geworden. Was das bedeutet, zeigen die täglichen Bilder: ausgemergelte Kinder, verzweifelte Mütter und Väter, zerstörte Wohnhäuser, eine Zivilbevölkerung im Zustand völliger Verwahrlosung und Hoffnungslosigkeit. Die Zerstörung durch den Krieg und die Blockade humanitärer Hilfe haben laut Caritas international dazu geführt, dass derzeit 2,1 Millionen Menschen im Gazastreifen akut hungern. Krankheiten breiten sich aufgrund fehlenden sauberen Wassers und eines kollabierten Gesundheitssystems aus.
Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, hat nach seinem Besuch der katholischen Gemeinde in Gaza-Stadt betont, dass das militärische Vorgehen Israels angesichts der unerträglichen Lage „nicht mehr zu rechtfertigen“ sei. Es widerspricht grundlegenden Prinzipien des humanitären Völkerrechts. So legitim der Kampf gegen die Hamas ist, er darf nicht auf dem Rücken der palästinensischen Zivilbevölkerung ausgetragen werden!
Ganz im Sinne von Papst Leo XIV. fordere ich daher – zusammen mit allen Bischöfen Deutschlands – einen sofortigen Waffenstillstand und den umfassenden und ungehinderten Zugang internationaler Hilfsorganisationen zu den betroffenen Gebieten. Nur so kann die dringend benötigte Hilfe die notleidenden Menschen erreichen. Ich wiederhole mit Entschiedenheit: Als Kirche treten wir weiterhin für einen dauerhaften Frieden im Heiligen Land ein. Eine gerechte Lösung setzt voraus, dass die elementaren Interessen von Israelis und Palästinensern gleichermaßen berücksichtigt werden.
