| Pressemeldung | Nr. 203
Erzbischof Burger und Bischof Wilmer zum 7. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung
Im Bundeskabinett ist heute (3. Dezember 2025) der 7. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung vorgelegt worden. Der Vorsitzende der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Stephan Burger (Freiburg), und der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ (Hildesheim), begrüßen den Bericht. Er ermögliche es, in einer langfristigen und detaillierten Betrachtung Herausforderungen der wirtschaftlichen Entwicklung und des Sozialstaates zu identifizieren. Die soziale Lage in Deutschland könne so bewertet und, wo nötig, verbessert werden. Wörtlich erklären die Bischöfe:
Erzbischof Stephan Burger: „Soziale Maßnahmen müssen vor allem bei den Menschen ankommen, die die größten Nöte haben. Der Bericht zeigt, dass derzeit die Möglichkeiten der Unterstützung oft nicht in Anspruch genommen werden. Daher braucht es umfassende Informationen und niedrigschwellige Angebote. Die systematische Einbindung der Perspektive von Menschen mit Armutserfahrung in den Bericht ist begrüßenswert. Eine Frage, die angesichts des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und weiterer Faktoren zunehmend zu einer Frage von Arm und Reich werden dürfte, ist die Sicherung einer menschenwürdigen Pflege für alle, die sie aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung benötigen. Hier braucht es kluge politische Weichenstellungen und eine gesamtgesellschaftliche Kraftanstrengung, um Lasten solidarisch und gerecht zu verteilen. Unser Dank gilt allen, die sich haupt- oder ehrenamtlich für Menschen in Not engagieren. Ihr caritativer und solidarischer Einsatz ist so unverzichtbar wie lobenswert. Das ist tätige Nächstenliebe!“
Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ: „Der 7. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung bestätigt, dass zu den häufigsten Ursachen für Armut Arbeitslosigkeit oder eine Beschäftigung im Niedriglohnsektor zählen. Es muss daher ein politisches und gesellschaftliches Anliegen bleiben, Menschen in angemessene Arbeit zu bringen und sie dort zu halten. Arbeit bedeutet Broterwerb. Sie geht aber darüber hinaus: Menschen können am Arbeitsplatz Sinn und Gemeinschaft erfahren. Das haben wir bereits im April in unserem Dokument Die versöhnende Kraft der Arbeit gesagt. Denn die Konsequenz von Armut ist oft der Verlust von sozialer, gesellschaftlicher und politischer Teilhabe.“
Hintergrund
Die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz hat bereits im April 2025 die Bedeutung von Arbeit für die Entfaltung der menschlichen Person sowie für ein gelingendes Miteinander in ihrem Text Die versöhnende Kraft der Arbeit. Ein Impulspapier zum gesellschaftlichen Zusammenhalt hervorgehoben. Dieses Dokument ist als Broschüre in der Reihe Die Deutschen Bischöfe – Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen (Nr. 57) erschienen und kann in der Rubrik Publikationen bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.
