| Pressemeldung | Nr. 206

Erzbischof Schick bewertet die Ergebnisse der UN-Klimakonferenz positiv

„Zwischenschritt auf dem Weg zu einem effektiven Klimaschutz“

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), bewertet das Abschlussdokument der Kattowitzer Klimakonferenz als „guten Teilerfolg“ und „notwendigen Zwischenschritt auf dem Weg zu einem effektiven Klimaschutz“. „Für den Umweltschutz und die Bewahrung der Schöpfung ist es wichtig, jetzt nicht ständig ‚Ja, aber‘, sondern ‚Ja, und‘ zu sagen“, so Erzbischof Schick.

Das in Kattowitz verabschiedete Regelwerk sei ein Fortschritt. Es konkretisiere das Pariser Abkommen. Weitere Schritte seien nötig. Die Christen und alle Menschen guten Willens müssten weiterhin für die 1,5 Grad-Grenze der Klimaerwärmung eintreten und alles tun, dass sie erreicht werde. Dabei seien alle gefordert. „Die Bewahrung der Schöpfung wird mehr durch das Handeln aller, als durch das Verhandeln der Regierungen erreicht, die alle von ihren Wählern oder Unterstützern abhängig sind. Ohne Werteverhalten ist diese Bewahrung der Schöpfung nicht möglich.“ Dabei seien vor allem die Gerechtigkeit und die Mäßigkeit, verbunden mit Klugheit und Tapferkeit, gefordert. Ein globales Problem wie der Klimawandel sei nur zu lösen, wenn viele Bürgerinnen und Bürger mittun und die Staaten zusammenarbeiten, jeder seinen Beitrag leiste und angemessene Lasten trage. Vor diesem Hintergrund seien die Ergebnisse von Kattowitz schon anerkennenswert.“

Erzbischof Schick, der an mehreren Veranstaltungen am Rande des Klimagipfels teilnahm und einer der Schirmherren des „Ökumenischen Klimapilgerwegs“ ist, sieht in dem „Regelbuch“, auf das sich die Klimakonferenz verständigt hat, einen „wichtigen organisatorischen Rahmen“ für die künftige internationale Kooperation und die Entwicklung nationaler Klimaschutzprogramme. Gleichwohl komme es jetzt darauf an, dass sich die Länder „weitere ambitioniertere Ziele setzen, die auch durch konsequente Politik verwirklicht werden. Wenn es stimmt, dass die bisherigen Absichtserklärungen und Selbstverpflichtungen der Staaten selbst bei sorgfältiger Beachtung auf eine Erhöhung der durchschnittlichen globalen Temperatur um 3 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter hinauslaufen, dann weiß man, wie viel noch zu tun ist. Die Menschheit steht vor einer gigantischen Herausforderung. Unser Handeln muss der Dringlichkeit und dem Ausmaß dieser Herausforderung entsprechen.“ Die Industrieländer, auch Deutschland, müssten hier eine Vorreiterrolle einnehmen. „Wir sind es den Menschen an den Küsten, auf den Inseln und in den Wüsten- und Trockenregionen schuldig“, fügte der Erzbischof hinzu.

Er zeigte sich beeindruckt vom Engagement katholischer Einrichtungen, für die die Enzyklika Laudato si’ eine „großartige Inspiration“ darstelle. „Auch in Kattowitz war viel zu sehen von einem weltweiten Katholizismus, der sich ganz im Sinne von Papst Franziskus sowohl mit der internationalen sozialen Frage, als auch mit der Bewahrung der Schöpfung auseinandersetzt. Besonders hat mich gefreut, wie stark sich die Erzdiözese Kattowitz und ihr Erzbischof Dr. Wiktor Skworc in guter ökumenischer und auch interreligiöser Verbundenheit darum bemüht haben, in der polnischen Öffentlichkeit für eine Klimawende zu werben.“


Hinweis:

Die Deutsche Bischofskonferenz hat vor wenigen Wochen ihr Dokument „Schöpfungsverantwortung als kirchlicher Auftrag – Handlungsempfehlungen zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung für die deutschen (Erz-)Diözesen“ veröffentlicht. In der Arbeitshilfe werden Aspekte des Umweltschutzes und der integralen Entwicklung des Menschen verbunden, entsprechend dem Auftrag aus Papst Franziskus’ Enzyklika Laudato si’. Das Dokument ist als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Publikationen verfügbar. Dort kann dieses auch als Broschüre (Arbeitshilfen Nr. 301) bestellt werden.