| Pressemeldung | Nr. 041
Erzpriester Miron als Vorsitzender der ACK verabschiedet
Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Erzpriester Radu Constantin Miron, hat gestern (19. März 2025) nach fast sechs Jahren den Vorsitz der ACK abgegeben und wurde bei einem Empfang auf der Mitgliederversammlung der ACK in Augsburg verabschiedet. Zu diesem Anlass hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, Erzpriester Miron im Namen der katholischen Bischöfe gewürdigt und ihm in einer digitalen Grußbotschaft für seinen unermüdlichen Einsatz zum Wohl des Miteinanders der Kirchen in Deutschland gedankt, die wir hier dokumentieren.
Lieber Bruder Miron, lieber Constantin!
In die Feierstunde, in der Sie aus der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) verabschiedet werden, übermittle ich Ihnen und allen, die dort versammelt sind, meine herzlichen Grüße.
Sie haben sich über 40 Jahre mit höchstem Engagement in den Dienst der Ökumene in Deutschland gestellt. Die Vielfalt der Aufgaben, die Sie in der multilateralen wie auch in der bilateralen Ökumene mit Herz, Verstand und Tatkraft wahrgenommen haben, ist beeindruckend. Für Ihren unermüdlichen Einsatz auf unterschiedlichen Ebenen und in verschiedenen Kontexten zum Wohle des Miteinanders der Kirchen in Deutschland danke ich Ihnen persönlich und auch im Namen meiner Mitbrüder in der Deutschen Bischofskonferenz von Herzen.
Als Delegierter, Mitglied im Vorstand und schließlich Vorsitzender der ACK in Deutschland haben Sie die Arbeit dieses Gremiums über Jahrzehnte mitgestaltet und in verantwortlicher Position in Kontinuität und mit dem nötigen Blick für neue Herausforderungen weiterentwickelt. Seit Sie 2019 zum Vorsitzenden der ACK in Deutschland gewählt wurden, sind wir einander öfter auch persönlich begegnet. Ich erinnere mich an den bewegenden ökumenischen Gottesdienst für die Corona-Opfer am 18. April 2021 in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. Wegen der Corona-Pandemie durften daran nur wenige Personen vor Ort teilnehmen, was die Trauer um die Verstorbenen noch schwerer wiegen ließ. Auch der ökumenische Gottesdienst für die Verstorbenen und Betroffenen der Flutkatastrophe am 28. August 2021 im Hohen Dom zu Aachen steht mir nachhaltig vor Augen. Ebenfalls in lebendiger Erinnerung ist mir die Zusammenarbeit bei der Vorbereitung und Durchführung des dritten Ökumenischen Kirchentages 2021 in Frankfurt, bei dem wir beide, Sie für die ACK und ich als Bischof von Limburg, in besonderer Weise einbezogen waren.
In Ihrer Zeit als ACK-Vorsitzender war es Ihnen ein wirkliches Anliegen, die Position der „hierzulande kleinen Kirchen“, wie Sie zu sagen pflegen, zu stärken und ihre Perspektiven einzubringen. Das bleibt für die katholische Kirche als einen der immer noch größeren Player in der deutschen Ökumene ein wichtiger Hinweis. Aus der orthodoxen Tradition herkommend, haben Sie sich große Verdienste bei der Einführung und Verbreitung des ökumenischen Tags der Schöpfung, der inzwischen in Deutschland fest etabliert ist, erworben. Auch die Vorbereitungen auf das 1700-jährige Jubiläum des Konzils von Nizäa im kommenden Jahr als einem geschichtsträchtigen Ereignis für die multilaterale Ökumene tragen Ihre Handschrift.
Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz möchte ich heute auch Dank sagen für Ihr Engagement in der katholisch-orthodoxen Ökumene in Deutschland, in der Sie als Ökumenereferent der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland und Beauftragter für innerchristliche Zusammenarbeit der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) und nicht zuletzt als Mitglied in der Gemeinsamen Kommission von Deutscher Bischofskonferenz und OBKD eine prägende Persönlichkeit sind. Für die OBKD haben Sie als Beobachter den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland begleitet und uns spannende Rückmeldungen gegeben. Ihre deutliche Kritik vor der Synodalversammlung im Februar 2021 an einem einfachen „Das ist so!“ als vielfach geübte Antwort, um fällige kirchliche Veränderungen von vornherein abzuwehren, habe ich noch gut im Ohr.
Lieber Bruder Miron, ich schätze Ihre offene Art, Ihre ruhige Ausstrahlung und Ihren hintergründigen Humor, der von einer scharfen Beobachtungsgabe zeugt. Sie werden in der institutionellen Ökumene in Deutschland eine große Lücke hinterlassen. „Das ist so“ – und in diesem Fall werden wir es wohl akzeptieren und im Respekt vor Ihrer Entscheidung auf die Bitte um ein Überdenken Ihres erklärten Abschiedes verzichten müssen. Die neue Lebensetappe, frei von ökumenischen Ämtern, sei Ihnen von Herzen gegönnt. Ich wünsche Ihnen für die vor Ihnen liegende Zeit alles Gute und Gottes Segen. Bleiben Sie den ökumenischen Geschwistern verbunden!
Hinweis:
Das Video der Grußbotschaft von Bischof Bätzing ist auf dem YouTube-Kanal der Deutschen Bischofskonferenz verfügbar.
