| Aktuelle Meldung | Nr. 009

„Kirche kann nur synodale Kirche sein“

Kardinal Marx predigt zur Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag

Zum Gründonnerstag hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, die Notwendigkeit eines gemeinsamen synodalen Weges aller Gläubigen hervorgehoben und fordert, dass die Kirche lernen und sich weiterentwickeln müsse.  „Die Kirche ist unterwegs. Sie ist noch nicht am Ziel! Und sie ist als Gemeinschaft unterwegs, sie ist synodal unterwegs; denn nichts anderes bedeutet das Wort ‚Synode‘: gemeinsam auf dem Weg sein“, sagt der Erzbischof von München und Freising laut Manuskript in seiner Predigt zur Messe vom Letzten Abendmahl im Münchner Liebfrauendom. „Die Mühen und Herausforderungen des Weges kann man sich nicht ersparen, wenn man ans Ziel kommen will.“

Kardinal Marx erinnert daran, dass für das Volk Israel der Weg durch die Wüste „nicht nur ein notwendiges Übel, sondern eine wesentliche Lern- und Entwicklungsphase“ gewesen sei, „um überhaupt zu begreifen, um was es geht in dem verheißenen Land, was der Bund bedeutet, den Gott mit ihnen schließen will“. Die deutschen Bischöfe, deren Vorsitzender der Münchner Erzbischof ist, hatten vor dem Hintergrund der anhaltenden Krise der Kirche und der Diskussion um den Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt bei ihrer jüngsten Frühjahrsvollversammlung einen „Synodalen Weg“ beschlossen, der als gemeinsamer und offener Diskussionsprozess von Klerikern und Laien über die Zukunft der Kirche angelegt ist.

Der Kristallisationspunkt des Unterwegsseins der Kirche sei die Feier der Eucharistie. „Hier zeigt sich am deutlichsten, wer und was Kirche ist, was sie bedeutet, wozu wir gesandt sind: Alle Schwestern und Brüder sind am Tisch des Herrn versammelt und feiern den Tod und die Auferstehung Jesu Christi in ihrer Mitte. Der Priester leitet die Feier und alle wirken mit.“ Im Priester werde die Gestalt Jesu sichtbar, „der allen dient und der für alle da ist, der auf alle hört und jedem die Füße wäscht“. Zur Heiligen Kommunion zu gehen, zu kommunizieren, das bedeute für alle Gläubigen, auch für den Priester, sich in die Haltung Jesu hineinziehen zu lassen, von ihm zu lernen und von ihm her gemeinsam Kirche zu sein. „Als Weggemeinschaft gibt die Kirche Zeugnis von Gott und dient den Menschen.“

Quelle: Pressestelle des Erzbistums München und Freising