| Pressemeldung | Nr. 180

Podium unmittelbar vor der UN-Klimakonferenz COP30

„Klimaschutz dient unserer Sicherheit“

„Ein intaktes Klima und eine umfassende Artenvielfalt kommen uns Menschen unmittelbar zugute.“ Diese Auffassung hat gestern (6. November 2025) Weihbischof Rolf Lohmann (Münster) bei der Podiumsdiskussion „Schöpfungsbewahrung 10 Jahre nach Laudato si’ – Luxus oder Notwendigkeit?“ in Berlin vertreten. Das müsse, so Weihbischof Lohmann, der Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Deutschen Bischofskonferenz ist, deutlicher zur Sprache kommen. Es gäbe eine internationale Verpflichtung, sich gegen die weltweit nachlassenden Bemühungen für Klima- und Umweltschutz zu stellen. Anlass der Veranstaltung war das zehnjährige Jubiläum der Umwelt- und Sozialenzyklika Laudato si’ von Papst Franziskus. Dazu eingeladen hatten die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz und die Katholische Akademie in Berlin.

Im Vorfeld der COP30 in Belém (Brasilien), die am kommenden Montag beginnt, erörterte das Podium Möglichkeiten, den Klima- und Umweltschutz wieder oben auf die gesellschaftliche und politische Tagesordnung zu bringen. Einig waren sich alle, dass es sachliche Debatten und transparente Kommunikation über den Wert des Klima- und Umweltschutzes für Wirtschaft und Gesellschaft braucht. Denn nur gemeinsam könne die Bewahrung der Schöpfung gelingen.

Die Klimaökonomin Prof. Dr. Sabine Fuss betonte mit Blick auf die COP30: „Zehn Jahre nach Laudato si’ und dem Pariser Klimaabkommen sehen globale Gemeingüter wie Klima und Biodiversität sich steigendem Druck ausgesetzt. Mit Blick auf die COP30 in Brasilien wird deutlich, dass eine wirksame Governance dieser Gemeingüter und die Stärkung multilateraler Kooperationen entscheidend sind, um ökologische Stabilität und soziale Gerechtigkeit miteinander zu verbinden.“

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Nachhaltigkeit, Andreas Jung MdB, erklärte: „Es ist wichtig, dass wir ein gesamtgesellschaftliches Bewusstsein schaffen, dass Klima- und Umweltschutz wichtig ist. Das ist kein bloßes ‚grünes‘ Thema, sondern muss ein überparteiliches Anliegen sein.“ Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, Eva Maria Welskop-Deffaa, bekräftigte das weiterhin beflügelnde Potenzial der Enzyklika: „Die Erinnerung an zehn Jahre Laudato si’ ist zugleich die Erinnerung an zehn Jahre Pariser Klimaabkommen. Als Caritas setzen wir alles daran, den ermutigenden Geist der Klima-Enzyklika für die Verhandlungen in Belém wachzuhalten: Das Klima ist ein Gemeingut, das für alle da ist und von allen geschützt werden muss. Ohne mutige Vorreiter-Allianzen bei der globalen Klimafinanzierung werden die Klimaziele nicht erreichbar sein.“

Der Geschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Karl-Sebastian Schulte, hob die Verbindung von Energiewende und lokaler Wirtschaft hervor: „Das Handwerk spielt eine zentrale Rolle für den Klimaschutz, da es wirksame Maßnahmen umsetzt und selbst zunehmend energie- und ressourceneffizient arbeitet. Wie die Kirche trägt das Handwerk aktiv zur Bewahrung der Schöpfung bei und schafft durch seine regionale Verbundenheit Ausbildungs- und Arbeitsplätze vor Ort, sodass Menschen nicht nur Beschäftigung erhalten, sondern auch aktiv am Klima- und Umweltschutz mitwirken können. Kirche und Handwerk verbindet seit jeher der Werteansatz der Bewahrung von Schöpfung, Werten und Traditionen.“

Wie aktuell der Auftrag von Laudato si’ heute ist, verdeutlichte Weihbischof Lohmann mit Verweis auf die Sicherheitspolitik: „Kooperation und gemeinsame Finanzierung sind nicht nur zentral für den Klima- und Umweltschutz; sie sind zugleich auch geopolitisch wichtig, weil sie die weltweite Zusammenarbeit zwischen den Staaten befördern und einen Interessenausgleich ermöglichen. Klima- und Umweltschutz dient somit unserer Sicherheit.“
 

Hinweis:

Das Grußwort von Weihbischof Rolf Lohmann ist untenstehend als PDF-Datei zum Herunterladen verfügbar.