| Aktuelle Meldung | Nr. 014

Stellungnahme des Deutschen Ethikrates „Eingriffe in die menschliche Keimbahn“

Zur heutigen (9. Mai 2019) Stellungnahme des Deutschen Ethikrates „Eingriffe in die menschliche Keimbahn“ erklärt der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp:

„Der Deutsche Ethikrat hat eine Stellungnahme zum Thema ,Eingriffe in die menschliche Keimbahn‘ erarbeitet und am 9. Mai 2019 veröffentlicht.Aus Sicht der katholischen Kirche ist zunächst zu begrüßen, dass der Deutsche Ethikrat mit dieser ausführlichen Stellungnahme einen beachtenswerten Beitrag zur der von ihm selbst bereits im Jahr 2017 im Rahmen einer Ad-hoc-Stellungnahme geforderten Diskussion dieser Thematik leistet. Die rasanten Entwicklungen in der Gentechnik und die im vergangenen Dezember öffentlich gemachte vermutliche Anwendung des Genome Editing-Verfahrens beim Menschen durch den Wissenschaftler He Jiankui machen deutlich, dass diese ethische und gesellschaftliche Debatte höchst erforderlich ist.

Ausdrücklich begrüßens- und unterstützenswert ist die konkrete Forderung des Deutschen Ethikrates nach einem internationalen Moratorium für die klinische Anwendung von Keim-bahneingriffen beim Menschen. Sowohl der aktuelle Stand der Forschung als auch der ethi-schen Debatte in der Gesellschaft sprechen gegen eine Zulassung der klinischen Anwendung von Keimbahneingriffen. Anders als eine Mehrheit des Deutschen Ethikrates hat die katholi-sche Kirche grundlegende Bedenken gegenüber diesen Anwendungsmöglichkeiten und würde einer Zulassung unter den vom Ethikrat benannten Bedingungen weiterhin kritisch gegenüber stehen.

Die katholische Kirche ist der Auffassung, dass die Keimbahn grundlegende Aspekte der menschlichen Existenz bestimmt, die von derartigen Eingriffen berührt würden. Sie hat daher erhebliche Vorbehalte gegen die Annahme, dass die menschliche Keimbahn nicht kategorisch unantastbar ist bzw. auch keine weiteren prinzipiellen Gründe gegen die Weiterverfolgung der Entwicklung von Keimbahneingriffen am Menschen sprechen.

Weiterhin ist festzuhalten, dass Eingriffe in die menschliche Keimbahn – sei es im Rahmen einer PID oder in der Forschung – überwiegend nur unter Rückgriff auf Embryonen erfolgen können. Aus Sicht der Kirche geht die unverlierbare, unhintergehbare Würde des Menschen vom Zeitpunkt der Kernverschmelzung von Ei- und Samenzelle mit einem abwägungsresis-tenten Recht auf Leben einher. Aus dieser Tatsache ergibt sich eine prinzipielle Ablehnung jeder ,embryonenverbrauchenden‘ Forschung und jeder Verzweckung menschlichen Lebens, die es immer wieder herauszustellen und einzufordern gilt.“