| Pressemeldung | Nr. 133

Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September 2025

Weihbischof Lohmann: „Die Umwelt braucht uns“

Am 1. September begeht die Kirche jedes Jahr den Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung, an dem in christlichen Kirchen liturgisch die Schöpfungszeit (1. September bis 4. Oktober) beginnt. Dazu erklärt heute (28. August 2025) Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), der in der Deutschen Bischofskonferenz für Umwelt- und Klimafragen zuständig und Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen ist:

„2025 feiern wir zehn Jahre Laudato si’ und begehen zugleich ein Heiliges Jahr. Papst Franziskus hatte in dieser besonderen Situation als Thema für den diesjährigen Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung das Motto ‚Samen des Friedens und der Hoffnung‘ ausgegeben. ‚Es handelt sich um eine Botschaft von außerordentlicher Aktualität‘, wie Papst Leo XIV. in seiner Botschaft zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung festhält. Denn ‚in verschiedenen Teilen der Welt ist mittlerweile offensichtlich, dass unsere Erde im Verfall begriffen ist. Überall führen Ungerechtigkeit, die Verletzung des Völkerrechts und der Rechte der Völker, die Gier und die daraus resultierende Ungleichheit zu Entwaldung, Umweltverschmutzung und Verlust der Biodiversität.‘

Umso bedauerlicher ist es, dass der Versuch, ein internationales Abkommen zur Beschränkung der weltweiten Plastikproduktion zu verabschieden, im August zum wiederholten Male gescheitert ist. Dabei ist der Schaden von Plastik für die menschliche Gesundheit und die Natur bekannt und ein ambitioniertes Abkommen tut not. Auch weil sich die Probleme mittlerweile gefährlich überlagern: Zeitgleich zu den UN-Verhandlungen flammten in vielen Teilen Europas Waldbrände auf, die in zunehmend ausgedörrten Regionen alljährlich immer größere Lebensräume von Mensch und Natur zerstören.

In dieser von Krisen geplagten Situation mag sich der Gedanke einschleichen, ob ein Samen des Friedens und der Hoffnung nicht zu klein ist. Aber Papst Leo XIV. erinnert uns an die Bedeutung des Samens im Neuen Testament. Jesus vergleicht das Reich Gottes mit einem Samen. So unscheinbar ein Samen ist, kann er doch Großes erzeugen. Durch beharrliches Wachstum bringt er Frucht, mitunter ‚dreißigfach, sechzigfach und hundertfach‘ (Mk 4,8). Ein Samen des Friedens und der Hoffnung stellt die Grundlage für alles weitere Handeln dar. Darauf sollten wir uns immer wieder besinnen.

Möglichkeiten zum Klima- und Umweltschutz gibt es genug – im Kleinen wie im Großen. In den (Erz-)Diözesen werben anlässlich des zehnjährigen Jubiläums von Laudato si’ zahlreiche Engagierte für Maßnahmen zur Bewahrung der Schöpfung. Diese Stimmen sind wichtig. Sie machen darauf aufmerksam, wie viel bereits umgesetzt wird und wie einfach Klima- und Umweltschutz teilweise sein kann. Zugleich wird damit der Blick geweitet auf die großen Aufgaben, die anstehen: vom umweltverträglichen Gebäudemanagement über klimagerechte Mobilität bis hin zu nachhaltigem Wirtschaften in kirchlichen Einrichtungen. Um diesen Prozess effektiv zu gestalten, hat die Deutsche Bischofskonferenz dieses Jahr eine Orientierungshilfe Nachhaltigkeitsberichterstattung für die (Erz-)Diözesen herausgegeben. Sie stellt einen weiteren Mosaikstein dar, um der kirchlichen Schöpfungsverantwortung gerecht zu werden und ist ein kleiner Baustein auf dem langen, gesamtgesellschaftlichen Weg hin zur Klimaneutralität.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch das neue Messformular Für die Bewahrung der Schöpfung hervorheben, das vom Vatikan am 3. Juli 2025 im Auftrag von Papst Leo XIV. veröffentlicht worden ist. Es verdeutlicht den Stellenwert, den die Schöpfung in der christlichen Lehre einnimmt und es bietet weitere Möglichkeiten, das Engagement für die Schöpfung zu leben. Gerade in Zeiten, in denen in Politik und Öffentlichkeit die Bewahrung der Schöpfung an Wert zu verlieren scheint, eröffnet die neue Messe die Möglichkeit, zusammenzukommen und in der Gemeinschaft Kraft zu tanken. Denn die Umwelt braucht uns. Unsere Mitmenschen brauchen uns. ‚In einer Welt, in der die Schwächsten als Erste unter den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels, der Entwaldung und der Umweltverschmutzung leiden, wird die Bewahrung der Schöpfung zu einer Frage des Glaubens und der Menschlichkeit‘, wie Papst Leo mahnt.

Es stimmt hoffnungsvoll, dass in der Vergangenheit international verbindliche Regeln zum Klima- und Umweltschutz vereinbart wurden. Das muss der Weltgemeinschaft auch in Zukunft gelingen. Angesichts der zunehmend dramatischen globalen Klima- und Umweltkrise ist es wichtig, dass wir nicht verzagen, sondern ins Handeln kommen. So mahnt Papst Leo auch uns Christen anlässlich des diesjährigen Weltgebetstags für die Bewahrung der Schöpfung, ‚dass neben dem Gebet auch der Wille und konkrete Taten notwendig sind‘. Gemeinsam lässt sich viel erreichen und ‚durch engagierte und einfühlsame Arbeit können viele Samen der Gerechtigkeit keimen und so zu Frieden und Hoffnung beitragen‘. Als Pilger der Hoffnung schreiten wir voran – 2025 und darüber hinaus.“
 

Hintergrund

Papst Franziskus hat 2015 den 1. September als Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung für die katholische Kirche eingeführt. Mit der Wahl dieses Datums griff der Papst eine orthodoxe Tradition auf und stellte so den Weltgebetstag von Anfang an in einen ökumenischen Kontext. Bereits im Jahr 1989 lud der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Dimitrios „die ganze orthodoxe und christliche Welt“ ein, am 1. September „zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung“.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) führte den ökumenischen Tag der Schöpfung auf dem zweiten Ökumenischen Kirchentag 2010 in München ein. Der 1948 gegründeten ACK in Deutschland gehören 18 Kirchen an. Sieben Kirchen sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Vorsitzender ist Rev. Christopher Easthill. Die Deutsche Bischofskonferenz wird durch Weihbischof Dr. Peter Birkhofer (Freiburg) vertreten. Weitere Informationen finden Sie unter www.oekumene-ack.de.

Weihbischof Rolf Lohmann hält dieses Jahr die Predigt bei der zentralen Feier des ökumenischen Tags der Schöpfung am 5. September 2025 im Haus Düsse, dem Forschungs- und Weiterbildungszentrum der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.
 

Hinweise:

Das neue Messformular Für die Bewahrung der Schöpfung vom 3. Juli 2025 ist unter www.dbk.de verfügbar.

Die Botschaft des Papstes zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am 1. September 2025 steht auf der Themenseite Papstbotschaften bereit.

Informationen zu den Themen Bewahrung der Schöpfung, Klima und Umwelt sowie eine Sammlung der wichtigsten Äußerungen der Deutschen Bischofskonferenz sind auf der Themenseite Klima und Umwelt verfügbar.

Zu zehn Jahren Laudato si᾿ finden Sie alle Informationen sowie die Aktivitäten der (Erz-)Diözesen auf der Themenseite 10 Jahre Enzyklika Laudato si’.