| Pressemeldung | Nr. 203

XXXIV. Weltjugendtag in Panama steht unmittelbar bevor

„Berufung ist nicht für Priester und Ordensleute reserviert“

© pbp

Vom 22. bis 27. Januar 2019 wird in Panama der XXXIV. Weltjugendtag stattfinden. Er steht unter dem Leitwort „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38). Rund 200.000 junge Menschen aus 155 Ländern, darunter ca. 2.300 aus Deutschland, werden bei diesem Großereignis gemeinsam feiern, beten, ihren Glauben bezeugen und vertiefen sowie konkret die soziale Realität des Landes wahrnehmen.

Für Bischof Dr. Stefan Oster SDB (Passau), Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, schließt dieser weitere jugendpastorale Höhepunkt thematisch unmittelbar an die Jugendsynode im Vatikan und die Frage nach der Berufung junger Menschen an. Dabei habe die Synode gezeigt, dass „Berufung“ nicht für Priester und Ordensleute reserviert sei, sondern „dass jeder Mensch, insbesondere jeder Getaufte, seinen einzigen, unvertauschbaren und unersetzlichen Lebensweg gehen kann und gehen soll – einen Weg vor und mit Gott, eben einen Berufungsweg. Und der Lebensweg wird umso mehr als Berufungsweg erfahren, je tiefer ein Mensch in die persönliche und gemeinschaftliche Beziehung mit dem lebendigen Gott, mit Jesus Christus findet“. Ein großes Vorbild und eine Fürsprecherin für den Berufungsweg ist dabei Maria, in deren Zeichen die Vorbereitung auf den Weltjugendtag stand, und die auch die Patronin Panamas ist.

Stephan Jentgens, Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, betont den besonderen sozialen Aspekt dieses Weltjugendtags in Panama: „Wer Panama wirklich kennenlernen will, muss hinter die glitzernden Fassaden der Hochhäuser und Banken im Stadtteil Punta Paitilla blicken und in die Armenviertel gehen, in denen gerade auch die Indigenen und die Schwarzen leben“. Deshalb hat Adveniat auch seine diesjährige Weihnachtsaktion benachteiligten jungen Menschen gewidmet und bietet in Kooperation mit der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (afj) 600 Pilgerinnen und Pilgern aus Deutschland die Möglichkeit, an die Ränder zu gehen und konkrete Projekte zu besuchen – wie zum Beispiel die Pastoral für Indigene oder für Obdachlose. Papst Franziskus selbst wird ein solches Adveniat-Projekt, die Aidspastoral Fundación Casa Hogar Buen Samaritano, besuchen.

Für Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), steht die Beteiligung und Dynamik junger Menschen im Vordergrund. Er betont: „Mit dem Weltjugendtag und den Begegnungen vor Ort, nicht zuletzt beim Youth Hearing von BDKJ und Adveniat, folgen wir dem Ansatz der Jugendverbände, zunächst auf die Lebenswirklichkeit von jungen Menschen zu schauen. Von dort gehen wir gemeinsam mit ihnen die notwendigen Veränderungen im Sinne Jesu an. Jugendliche haben einen feinen Sensus für Ungerechtigkeiten und finden sich nicht damit ab. Sie sind solidarisch. Ich freue mich auf diese Dynamik.“

Viele der Pilgerinnen und Pilger aus Deutschland werden vor der Weltjugendtagswoche in Panama-Stadt auch die Tage der Begegnung im Land Panama, in Costa Rica, Mexiko oder El Salvador verbringen. Dort werden sie bei Familien wohnen und in eine neue Lebens- und Glaubensrealität eintauchen können. Jede Pilgerin und jeder Pilger aus Deutschland erhält als Erkennungszeichen einen einheitlichen Pilgerhut. Dieser Hut ist nicht der als Panama-Hut bekannte, sondern der lokale Kopfschmuck Panamas, der traditionell in „La Pintada“ handgefertigte „Sombrero Pintao“. Er wird in der Regel seitlich getragen. Die Weltjugendtags-Pilgeredition wurde in einer Initiative von Adveniat in Lateinamerika gefertigt.

Die Berufungssuche junger Menschen wird durch eigene Abschnitte im bundesweiten Pilgerbuch zum Thema Treffen guter Entscheidungen unterstützt. Zudem werden mit Sr. Magdalena Morgenstern OSF, Franziskanerin im Kloster Sießen, und P. Clemens Blattert SJ, Leiter der Zukunftswerkstatt der Jesuiten in Frankfurt, zwei ausgewiesene Begleiter für junge Menschen in der deutschen Delegation vertreten sein, die für Gespräche über den eigenen Lebensweg oder die eigene Berufung zur Verfügung stehen werden. „Sie sind letztlich eine Freiraum-Schwester und ein Freiraum-Pater für junge Menschen, Sparring-Partner, bei denen junge Menschen in voller Freiheit einfach mal über ihre Fragen und ihre Suche im Leben sprechen können. Es freut mich sehr, dass wir dieses Angebot machen können“, so Paul Metzlaff (afj).


Hinweise:

Die Statements von Bischof Oster und Stephan Jentgens finden Sie untenstehend als pdf-Dateien sowie auf den Internetseiten www.adveniat.de, www.bdkj.de  und www.wjt.de . Weitere Informationen zu den Adveniat-Projekten sind unter www.adveniat.de/wjt  verfügbar.

Die Medienarbeit zum Weltjugendtag in Panama wird von der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (afj), dem BDKJ und dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat koordiniert. Presseinformationen und -einladungen erfolgen gemeinsam.