Katholischer Medienpreis 2025

Preisträgerin und Preisträger

Eine Journalistin und vier Journalisten erhalten den Katholischen Medienpreis 2025. Der Videojournalist Volker Heise wird mit dem Hauptpreis für den Dokumentarfilm „Masterplan – Das Potsdamer Treffen und seine Folgen“ in der Kategorie Video ausgezeichnet, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Der Film wurde erstmals ausgestrahlt am 24. März 2025 in Das Erste/ARD. Den mit 2.500 Euro dotierten Preis in der Kategorie Print erhalten Dominik Stawski und Nico Schnurr für den Artikel „Station 67“, erschienen am 6. Juni 2024 im Magazin Stern. Nadine Thielen bekommt den mit 2.500 Euro dotierten Preis in der Kategorie Audio für ihren Podcast „Im Fall Stefanie – Eine von 155“, veröffentlicht am 6. März 2025 in der ARD-Audiothek. Den erstmals mit 2.500 Euro dotierten Sonderpreis der Jury erhält Sascha Gröhl für die Doku-Serie „Herbstresidenz mit Tim Mälzer und André Dietz“, ausgestrahlt am 5. März 2025 auf VOX.

Insgesamt hat die Jury unter Vorsitz von Weihbischof Matthäus Karrer 179 Beiträge gesichtet (76 Print, 58 Video und 45 Audio). Die Preisverleihung findet am 9. Oktober 2025 im Münchner Künstlerhaus statt.

Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München und Freising), würdigt die Beiträge der Preisträgerinnen und Preisträger und unterstreicht die Relevanz eines werteorientierten Journalismus: „Besonders in Zeiten zunehmender Polarisierung des öffentlichen Diskurses, in denen Kommunikation und die Verbreitung von Information durch Hass, Hetze und Herabwürdigung geprägt sind, braucht es einen qualitativ hochwertigen und verantwortungsbewussten Journalismus, der Irrtümer und Missstände aufdeckt und die Anliegen der Schwächsten und Ausgegrenzten in den Blick nimmt. Radikalisierung geschieht auch dort, wo ein durch Algorithmen gesteuertes und individualisiertes Informationsangebot an die Stelle eines prüfenden und differenzierenden gesellschaftlichen Austausches tritt. Demgegenüber steht ein Journalismus, der sachlich und menschlich ist und damit zu einer wertebasierten Medienöffentlichkeit beiträgt“, betont der Kardinal. Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger hätten auf ihre Art und Weise dieses Ideal erfüllt, indem sie für Gerechtigkeit, Humanität und Veränderung einstünden und damit gesellschaftlicher Spaltung entgegenwirkten.

Kategorie Video (Hauptpreisträger 2025)

Der Dokumentarfilm „Masterplan – Das Potsdamer Treffen und seine Folgen“ von Volker Heise beleuchtet die Ereignisse um das sogenannte Potsdamer Treffen im November 2023, an dem rechte Vordenker, Parteimitglieder und Unternehmer teilnahmen. Der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner stellte dort seinen „Masterplan zur Remigration“ vor. 

Heise spricht mit Beteiligten und den Investigativreportern von Correctiv, die umfangreiches Material über das Treffen gesammelt und ans Licht gebracht haben. Es geht um die Ideologie, aber auch um die Vernetzung der extremen rechten Szene mit weiten Teilen der Gesellschaft, Politik und Institutionen. Der Film verdeutlicht, wie sehr dieses Ereignis Deutschland erschüttert hat, wie tief die Sorge um die Demokratie reicht – und wie massiv diese angegriffen wird.

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Kategorie Print

Dominik Stawski und Nico Schnurr berichten in ihrem Beitrag „Station 67“ über den kritischen Zustand in deutschen Kliniken am Beispiel einer Kinderintensivstation in Hannover, die sich wegen Personalmangels an der Belastungsgrenze befindet. 

Über einen langen Zeitraum begleiteten die Autoren die Menschen, die sich täglich unter immensen Strapazen für das Funktionieren der Station einsetzen. Der Artikel macht auf eindrückliche Weise fassbar, welch dramatische Auswirkungen Pflegenotstand und Personalmangel, verbunden mit der Ökonomisierung der medizinischen Versorgung, aktuell und konkret haben. Die Jury sieht „Station 67“ als eindringlichen, hochaktuellen und außerordentlich wichtigen Appell für Veränderungen im Gesundheitswesen.

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Kategorie Audio

Mit „Im Fall Stefanie – Eine von 155“ erzählt Nadine Thielen die Geschichte eines erschütternden Verbrechens – und gibt damit einer von vielen Frauen eine Stimme, die Opfer eines Femizids wurden. 

Stefanie war Mutter von vier Kindern, verheiratet mit ihrer Jugendliebe Stefan, lebte im eigenen Haus im Saarland. Im Februar 2023 wurde sie von ihrem Ehemann getötet. Die True-Crime-Serie führt eindrücklich vor Augen, wie psychische und physische Gewalt oft übersehen oder verdrängt werden. Sie thematisiert die ideologischen Prägungen, die dem Femizid zugrunde liegen, und leistet darüber hinaus weit mehr als reine Fallrecherche: Thielen klagt strukturelle Gewaltverhältnisse an, schafft Bewusstsein und gibt Opfern eine Stimme.

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Sonderpreis der Jury

In der Doku-Serie „Herbstresidenz“ von Sascha Gröhl tauchen die Projektpaten Tim Mälzer und André Dietz in das Leben von Senioren im Altenzentrum St. Nikolaus der Caritas im rheinland-pfälzischen Bernkastel-Kues ein. 

Es ist ein Inklusionsprojekt, in dem eine Gruppe von Menschen mit Behinderung die Chance bekommt, sich zu verwirklichen und zu engagieren, und dabei gleichzeitig die angespannte Pflegesituation im Altenheim verbessern soll. Der Beitrag zeichnet sich in besonderer Weise nicht allein dadurch aus, dass er zwei oft übersehene gesellschaftliche Gruppen dokumentarisch in den Blick nimmt – der praktische Ansatz ist auch ein Vorstoß zur Verbesserung ihrer Lebensumstände. Gleichzeitig fördert die Serie ein besseres gegenseitiges Verständnis zwischen Gruppen, die ansonsten kaum Berührungspunkte hätten.

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