Krieg im Mittleren Osten
Am Morgen des 28. Februar 2026 haben Israel und die USA mit Luftschlägen gegen Ziele im Iran begonnen. Es folgten Luftangriffe aus Iran auf Israel und weitere Ziele in der Region. Die Kampfhandlungen im Mittleren Osten beschäftigen auch die deutschen Bischöfe.
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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Wilmer, zur jüngsten Eskalation im Nahen Osten
Angesichts der jüngsten Eskalation im Nahen Osten äußert sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ, mit einem eindringlichen Appell zum Gebet und zur Besonnenheit:
„Die neuerlichen Kampfhandlungen zwischen Israel, den USA und Iran erfüllen mich mit tiefer Sorge. Israels Sicherheit ist für mich von herausragender Bedeutung. Und jeder, der Freiheit liebt, sehnt sich nach dem Moment, an dem die iranische Bevölkerung das Joch einer brutalen Herrschaft abschütteln kann. Aber werden die militärischen Auseinandersetzungen, die am Samstagmorgen begonnen haben, dem Mittleren Osten mehr Frieden und Freiheit bringen? Ich bete in dieser Stunde für die Menschen im Iran und Israel, die einmal mehr Opfer der Gewalt werden. Und ich bete für die Region, dass sie sich endlich zu einer Stätte echten Friedens statt immer wiederkehrenden Blutvergießens wandeln möge. Juden, Muslime und Christen sind an den Kämpfen dieser Tage beteiligt und von ihnen betroffen. Ich lade die Gläubigen der abrahamitischen Religionen ein, sich dem Gebet anzuschließen.“
(Aktuelle Meldung vom 28. Februar 2026)
Europaweite Gebetskette für den Frieden
„Gewalt allein schafft keinen Frieden“
Seit einigen Jahren ruft der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) zu der Initiative „Eucharistischen Kette“ auf, die die Fastenzeit als Gebetszeit für den Frieden in den Blick nimmt. Bischof Dr. Bertram Meier, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, hat zu diesem Anlass am 2. März 2026 in Augsburg einen Gottesdienst gefeiert. In seiner Predigt betonte er: „Der erste Schritt zu einem gerechten Frieden ist die schonungslose Selbstreflexion (...) Gerade dies sollten wir heute bedenken, wenn wir in besonderer Weise für einen unbewaffneten und entwaffnenden Frieden beten. In der Ukraine, im Heiligen Land, in Syrien und in den vielen Krisengebieten dieser Welt begegnen wir einer Wirklichkeit, die von Krieg, Terror, Vertreibung, Hunger, religiöser Vereinnahmung und politischen Machtspielen geprägt ist. Gewalt ist wieder eine selbstverständliche Sprache der Politik und erscheint uns leider oft auch als angemessene Reaktion auf diese Entwicklungen.“
Angesichts des neuen Krieges im Nahen und Mittleren Osten fügte Bischof Meier hinzu, dass das Gebet für den Frieden notwendiger denn je sei: „Wir schauen alle gebannt auf die Bilder, die uns aus dem Iran und der Golfregion erreichen, von den Menschen in den Schutzräumen Israels, ja, bis hin zu den Militärbasen auf Zypern. In den seit Samstag tobenden Konflikt werden mehr und mehr Staaten hineingezogen, es droht ein Flächenbrand in der gesamten Region! Mögen die Waffen bald schweigen und möge vor allem das iranische Volk die Chance bekommen, zur Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zurückzufinden.“
Mehr lesen: Pressemitteilung vom 2. März 2026
Papst Leo XIV. zur Lage im Mittleren Osten
Nach der Eskalation im Mittleren Osten äußerte sich Papst Leo XIV. am 1. März 2026 auf dem Petersplatz. In einem Appell an die am Konflikt Beteiligten und an die diplomatische Welt rief er zum Stopp der Gewaltspirale auf und erinnerte: „Stabilität und Frieden entstehen nicht durch gegenseitige Drohungen oder Waffen, die Zerstörung, Leid und Tod säen, sondern nur durch einen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog.“ Er verfolge mit großer Besorgnis die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten und im Iran in diesen dramatischen Stunden und betonte: „Stabilität und Frieden lassen sich nicht durch gegenseitige Drohungen oder durch Waffen, die Zerstörung, Leid und Tod bringen, erreichen, sondern nur durch einen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog.“
Angesichts der „drohenden Tragödie“ appelliere er „eindringlich an die beteiligten Parteien, ihrer moralischen Verantwortung nachzukommen und die Spirale der Gewalt zu stoppen, bevor sie in einen unüberwindlichen Abgrund mündet!“, warnte der Papst. „Möge die Diplomatie ihre Rolle zurückgewinnen und das Wohl der Völker fördern, die sich nach einem friedlichen, auf Gerechtigkeit gegründeten Zusammenleben sehnen. Und lasst uns weiterhin für den Frieden beten.“
Friedenswort der deutschen Bischöfe
„Friede diesem Haus“
Das Friedenswort der deutschen Bischöfe mit dem Titel Friede diesem Haus ist am 21. Februar 2024 erschienen und steht in der Tradition der friedensethischen Grundlagentexte Gerechtigkeit schafft Frieden (1983) und Gerechter Friede (2000).
Wie diese Vorgängerdokumente ist auch Friede diesem Haus der Versuch, die Friedensbotschaft des Evangeliums im Angesicht der aktuellen weltpolitischen Situation prinzipienfest, aber auch nuanciert und wirklichkeitsgerecht zur Sprache zu bringen. Insbesondere seit dem Frontalangriff auf die Prinzipien der geltenden Ordnung, die der Ukraine-Krieg darstellt, ist die Frage nach der christlichen Gewaltfreiheit neu aufgerufen.
Friede diesem Haus ist als Broschüre in der Reihe Die Deutschen Bischöfe (Nr. 113) erschienen und kann unter Publikationen bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.
