Olympiaseelsorge 2026

Seelsorge bei den XXV. Olympischen Winterspielen und XIV. Paralympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo

Beide Großveranstaltungen stehen unter dem Motto „IT’s Your Vibe“.

 Olympiaseelsorge_1940x1080.png

Die Olympiaseelsorge der katholischen Kirche in Deutschland ist vom 6. bis 22. Februar 2026 bei den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina d’Ampezzo sowie vom 6. bis 15. März 2026 bei den Paralympics im Einsatz. Die katholische Sport- und Olympiaseelsorgerin Elisabeth Keilmann bildet vor Ort mit ihrem evangelischen Kollegen Thomas Weber ein ökumenisches Seelsorgeteam, das für Sportlerinnen und Sportler aus dem Team „D“ (wie Deutschland) da ist, aber auch für deren Familien, Betreuer, Trainer und das Organisationsteam.

Als Seelsorger sind sie nicht nur rund um die Uhr ansprechbar, sondern schaffen auch Gelegenheiten, um zur Ruhe zu kommen, Eindrücke auszutauschen und Kraft für die nächsten Tage zu finden. Es werden Gottesdienste und Meditationen als „Auszeiten“ im Religiösen Zentrum des Athletendorfes und Deutschen Haus angeboten. In Krisenfällen stehen sie als „Notfallseelsorger“ zur Verfügung. Im olympischen Jugendlager gibt es einen Workshop und einen entsprechend gestalteten Gottesdienst.

Die sieben Standorte der Winterspiele sind nicht nur für die Sportverbände eine Herausforderung, sondern auch für das Seelsorgeteam, das an drei Stationen zu diesen Zeiten präsent sein wird: 

  • Mailand: 5. bis 12. Februar 2026
  • Innichen/Toblach (Antholz, Cortina d’ Ampezzo): 12. bis 17. Februar 2026
  • Montanaga (Val di Fiemme: Predazzo & Tesero): 17. bis 22. Februar 2026

Auch die Paralympics vom 6. bis 16. März 2026 sind auf mehrere Standorte in den Alpen verteilt. Bei den Paralympics sind Elisabeth Keilmann für die katholische und Christian Bode für die evangelische Kirche als ökumenisches Seelsorgeteam für die deutsche Mannschaft dabei.

Das Deutsche Haus für die Olympischen Winterspiele und auch für die Paralympics wird im Golfclub von Cortina d’ Ampezzo eingerichtet. Es wird während der Winterspiele zum „Home of Team Deutschland“. Hier können Vertreterinnen und Vertreter aus Sport, Wirtschaft, Medien, Gesellschaft und Politik während der Winterspiele zusammenkommen, um sich auszutauschen, Erfolge zu feiern und Niederlagen gemeinsam zu verarbeiten.
 

Papst Leo XIV.

Brief über die Bedeutung des Sports – das Leben in Fülle anlässlich der Eröffnung der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026
veröffentlicht am 6. Februar 2026

Mehr lesen: PDF-Datei herunterladen

Segenswünsche für die Winterspiele

„Papst Leo XIV. hofft, dass dieses wichtige Ereignis Gefühle der Freundschaft und Brüderlichkeit weckt und das Bewusstsein für den Wert des Sports im Dienste der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen stärkt. Der Heilige Vater versichert seine Gebete, dass diese Tage des gesunden Wettbewerbs dazu beitragen, Brücken zwischen Kulturen und Völkern zu schlagen und so Gastfreundschaft, Solidarität und Frieden zu fördern.“ 
(Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am 29. Januar 2026)

Warum gibt es die ökumenische Olympiaseelsorge?

Das kirchliche Engagement bei sportlichen Großveranstaltungen hat einen theologischen Hintergrund. Im Sport erlebt der Mensch in besonderer Weise die Einheit von Körper, Geist und Seele und auch Kirche wendet sich dem ganzen Menschen zu. Das biblisch-ganzheitliche Menschenbild mit all den Erfahrungen von Freude, Gemeinschaft, Gelingen, Grenzen, Sieg und Niederlage bildet die Grundlage der Sportseelsorge.

In den Gesprächen vor Ort geht es um Themen, die Menschen in vielfältigen Lebenskontexten betreffen. Die wichtigsten Fragen im Sport haben mit dem Menschen zu tun. Darin liegt der Grundgedanke der Sportseelsorge: für die Menschen in den unterschiedlichen Lebenssituationen da zu sein – auch wenn sie keiner Kirche angehören.

Ein Blick zurück
Die Olympischen Sommerspiele in München 1972 waren ein Meilenstein in der Geschichte der ökumenischen Olympiaseelsorge und prägten in besonderer Weise die Partnerschaft von Kirche und Sport. Pfarrer Heinz Summerer war damals Ansprechpartner und Seelsorger der deutschen Athleten und hauptamtlich für die Organisation der kirchlichen Dienste im Olympischen Dorf zuständig. Er baute dort die Pfarrei Frieden Christi auf.

In enger Zusammenarbeit mit der evangelischen Schwestergemeinde der Olympiakirche trieb Pfarrer Summerer unter dem Motto „Zwei Kirchen unter einem Dach“ konfessionsübergreifende Angebote und Aktivitäten voran. Seelsorge fand im Ökumenischen Zentrum, im Olympischen Dorf, an den Sportstätten und im Pressezentrum statt. Weltoffen sollten die Spiele sein und für ein neues Verständnis von olympischer Kultur stehen. Allerdings wurde die anfängliche Fröhlichkeit von dem Attentat auf die israelische Mannschaft schwer überschattet. Im Ökumenischen Kirchenzentrum fand eine Gedenkfeier statt und kirchliche Dienste gewannen an Bedeutung.

Seit 1972 gehört das ökumenische Seelsorgeteam bei allen Sommer- und Winterspielen als fester Bestandteil zur deutschen Mannschaft.