Katholischer Medienpreis 2012

 

Bildergalerie Preisverleihung in Bonn

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Deutsche Bischofskonferenz verleiht Katholischen Medienpreis 2012

Flucht und Migration im Fokus – Appell an Mitmenschlichkeit

Während eines Festaktes im LVR-Landesmuseum in Bonn hat die Deutsche Bischofskonferenz heute zum zehnten Mal den Katholischen Medienpreis verliehen. Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und Juryvorsitzender des Katholischen Medienpreises, dankte den Preisträgern vor rund 300 Gästen aus Kirche, Politik und Medien für ihre journalistische Arbeit und unterstrich die Verantwortung aller Medien für eine authentische und ausgewogene Berichterstattung: „Die Jury hat dieses Jahr Entscheidungen für journalistische Werke getroffen, die sich vom Medien-Mainstream deutlich abheben und den Fokus auf Realitäten bezüglich Flucht und Migration lenken, die wahrlich bedrückend sind. Vertreibung und Armutsmigration gehören zur Wirklichkeit unserer Welt und bleiben eine Herausforderung und ein Appell an unsere Menschlichkeit.“ In der Berichterstattung dürfe Migration nicht nur einseitig als Problem dargestellt werden. Es gelte, komplizierte Zusammenhänge adäquat darzustellen, sodass Wirklichkeit und Wahrnehmung nicht auseinanderlaufen. „Die Medien wirken dann segensreich, wenn sie einen verantwortlichen, den Menschen gerechten Umgang mit Bildern und Sprache pflegen. Vor allem aber wirken sie segensreich, wenn sie, ohne unkritisch zu werden, auch Beispiele aufzeigen, wo das Zusammenleben der Menschen unterschiedlicher Herkunft funktioniert“, so Bischof Fürst.

Während des Festaktes erinnerte Bischof Fürst an das Zweite Vatikanische Konzil. Die Preisträger des Katholischen Medienpreises 2012 würden den hohen Anspruch der Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“ erfüllen, nach der Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi seien, „und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände“, zitierte Fürst das Dokument. Die Preisträger würden Not, aber auch Hoffnung auf authentische Weise so kommunizieren, dass sie die Herzen der Menschen berühren. Gemeinsam könne man viel zum Wohl der Menschen bewegen.

Die Preisträger wurden aus insgesamt 170 eingereichten Beiträgen – 67 in der Kategorie Printmedien, 103 in der Kategorie Elektronische Medien und darunter 6 Internetbeiträge – von einer sechsköpfigen Jury unter Leitung des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), ermittelt.

Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Katholische Medienpreis wird seit 2003 jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz in Kooperation mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e.V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e.V. (KM.) ausgeschrieben.

 

Preisträger Elektronische Medien

Der Juryvorsitzende zeichnete in der Kategorie Elektronische Medien Carsten Rau und Hauke Wendler für ihren Dokumentarfilm „Wadim“ aus, der am 13. Dezember 2011 im NDR ausgestrahlt wurde. Die Jury hatte die Geschichte der Familie auf der Flucht aus Lettland und von der zermürbenden Suche nach einem Platz auf dieser Welt als „handwerklich virtuosen Film“ honoriert. Laudator Dr. h.c. Fritz Pleitgen, ehemaliger Intendant des WDR und Präsident der Deutschen Krebshilfe, betonte, dass sich Carsten Rau und Hauke Wendler bei dem schwierigen und hoch emotionalen Thema „Asyl“ nicht zur Parteinahme hätten verleiten lassen und mit dem Film wichtige Aufklärungsarbeit geleistet hätten.

Preisträger Printmedien

In der Kategorie Printmedien wurde Wolfgang Bauer für sein Stück „Endstation Dadaab“ über das größte Flüchtlingslager der Welt in Kenia bedacht, welches am 7. Dezember 2011 in „NIDO“ erschienen war. Laut Jury und Laudator Dr. Uwe Vorkötter von der Mediengruppe M. DuMont Schauberg hätte Wolfgang Bauer das Thema mit dem journalistischen „zweiten Blick“ sensibel beobachtend aufgegriffen. Die Reportage sei ein menschliches Stück Journalismus.

Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“

Auch in diesem Jahr seien erneut so viele hervorragende Beiträge eingereicht worden, dass die Jury erneut entschieden hätte, über die dotierten Preise hinaus die undotierte Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ zu vergeben, erklärte Bischof Fürst.

Im Bereich Printmedien zeichnete die Jury Uta Keseling („Was ein Mensch braucht, um Mensch zu sein“, Berliner Morgenpost vom 22. April 2012) und Paul-Josef Raue („Konzept zum Papstbesuch 2011“, Thüringer Allgemeine, April bis Dezember 2011) aus.

Im Bereich Elektronische Medien erhielten Volker Bernius (Funkkolleg für Kinder in Zusammenarbeit mit der Herbert-Quandt-Stiftung „Was glaubst Du denn?“, Hörfunkbeitrag hr2-Kultur, 19. November 2011, 14. Januar 2012 und 18. März 2012) und Max Kronawitter („Ein Sommer für Wenke. Wenn Kinder zuhause sterben dürfen“, Fernsehbeitrag ARD-Reihe „Gott und die Welt“, 13. November 2011) die zusätzliche Auszeichnung.

 

 

Kategorie Printmedien

Wolfgang Bauer (Jahrgang 1970) wird für sein Stück „Endstation Dadaab“, erschienen in „NIDO“ am 7. Dezember 2011, in der Kategorie Printmedien ausgezeichnet.

Wolfgang Bauer, Foto: privat

Im Oktober 2011 hat der Autor Wolfgang Bauer mit dem Fotografen Matthias Ziegler Dadaab in Kenia, das größte Flüchtlingslager der Welt, besucht. Hier leben über 500.000 Menschen, die vor der Dürre und dem drohenden Hungertod aus Somalia geflohen sind, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Am Einzelbeispiel schildert der Autor in äußerst eindringlicher Weise die gefahrvolle Flucht einer Familie, die häufig insbesondere Kleinkindern den Tod bringt.

„Wolfgang Bauers Verdienst ist es, mit dem journalistischen ,zweiten Blick’ dieses Thema erneut aufgegriffen zu haben“, so die Begründung der Jury.

Mehr lesen:

Preisträger Printmedien
Wolfgang Bauer - Kurzbiographie und Jurybegründung (pdf-Datei)

Hier finden Sie den Beitrag von Wolfgang Bauer:
Endstation Dadaab (pdf-Datei)

Videobeitrag über den Preisträger Wolfgang Bauer und seinen ausgezeichneten Artikel
Zum Video auf katholisch.de
 

 

Kategorie Elektronische Medien

Carsten Rau und Hauke Wendler (beide Jahrgang 1967) erhalten den Preis in der Kategorie Elektronische Medien für ihren Dokumentarfilm „WADIM“, ausgestrahlt im NDR am 13. Dezember 2011.

Carsten Rau, Foto: Marco Grundt

Er erzählt die Geschichte des jungen Wadim, der mit seiner Familie aus Lettland nach Hamburg flieht, als die Sowjetunion zerbricht. Der Familie wird kein Asyl gewährt, sie werden jahrelang geduldet. Als Wadim volljährig ist – kurz vor seinem Hauptschulabschluss – schieben ihn die deutschen Behörden nach Lettland ab.

Der Film dokumentiert auf eindrucksvolle Weise 13 Jahre im Leben dieses Jungen zwischen Duldung, Zurückweisung, Arbeitsverbot, Flucht und letztlich tragischem Ende: Im Januar 2010 wirft sich Wadim in Hamburg vor die S-Bahn.

 

Hauke Wendler, Foto: Marco Grundt

„WADIM“ wurde in Koproduktion mit dem NDR und mit Förderung der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein durch die Produktionsfirma PIER 53 realisiert.

Der handwerklich virtuose Film sei die Geschichte der zermürbenden Suche einer Familie nach einem Platz auf dieser Welt und die Tragödie der Zerstörung einer Familie, urteilt die Jury.


Mehr lesen:

Preisträger Elektronische Medien
Carsten Rau und Hauke Wendler - Kurzbiographien und Jurybegründung (pdf-Datei)

Videobeitrag über Carsten Rau und Hauke Wendler und ihren Preisfilm:
Zum Video auf katholisch.de


Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“

Über die dotierten Preise hinaus vergibt die Jury für weitere herausragende Stücke die undotierte Auszeichung „journalistisch WERTvoll“.

Die Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ im Bereich Printmedien vergab die Jury an Uta Keseling („Was ein Mensch braucht, um Mensch zu sein“, Berliner Morgenpost vom 22. April 2012) und Paul-Josef Raue („Konzept zum Papstbesuch 2011“, Thüringer Allgemeine, April bis Dezember 2011).

Die Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ im Bereich Elektronische Medien hat die Jury Volker Bernius (Funkkolleg für Kinder „Was glaubst Du denn?“, Hörfunkbeitrag hr2-Kultur, 19. November 2011, 14. Januar 2012 und 18. März 2012) und Max Kronawitter („Ein Sommer für Wenke. Wenn Kinder zuhause sterben dürfen“, Fernsehbeitrag ARD-Reihe „Gott und die Welt“, 13. November 2011) verliehen.

Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst, wird den Preisträgern den mit jeweils 5.000 Euro dotierten Preis im Rahmen eines Festaktes am 26. November 2012 im LVR-LandesMuseum in Bonn überreichen. Zu dem Festakt um 18.30 Uhr werden rund 300 Gäste aus Kirche, Politik und Medien erwartet.

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Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ im Bereich Printmedien

Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ im Bereich Elektronische Medien

Hintergrund

Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis in verschiedenen Kategorien jährlich ausgeschrieben. Zu den Mitgliedern der Jury zählen neben Bischof Dr. Gebhard Fürst in diesem Jahr Dr. Andrea Rübenacker (Deutsche Welle, Bonn), Werner Dieste (MDR Landesfunkhaus Thüringen, Erfurt), Albert Herchenbach (stadtgottes, Nettetal), Stefan Kläsener (Westfalenpost, Hagen) und Dr. Johannes Schießl (Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Katholischen Akademie in Bayern, München).

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