Katholischer Medienpreis 2013


Bildergalerie Preisverleihung in Bonn

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Deutsche Bischofskonferenz verleiht Katholischen Medienpreis 2013

„Das Hören, aber auch das Sehen, kann das Herz tief berühren und wandeln“

Während eines Festaktes im LVR-Landesmuseum in Bonn hat die Deutsche Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e. V. (KM.) am 28. Oktober 2013 zum elften Mal den Katholischen Medienpreis verliehen. Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und Juryvorsitzender des Katholischen Medienpreises, dankte den Preisträgern vor rund 250 Gästen aus Kirche, Politik und Medien für ihre journalistische Arbeit.

Der Juryvorsitzende unterstrich, dass der Katholische Medienpreis in diesem wie auch in den vergangenen Jahren Beiträgen verliehen wird, die von bedrückenden menschlichen Grenzerfahrungen berichten. „Das Hören, aber auch das Sehen, kann das Herz tief berühren und wandeln. Journalistinnen und Journalisten, wie unsere Preisträgerinnen und Preisträger, tragen mit ihrer Arbeit zur Wandlung dieser Welt bei. Das sind beeindruckende Fähigkeiten und ein wertvoller Dienst am Menschen und ein ebenso wertvoller Beitrag zur Entwicklung unserer Zivilisation.“

Bischof Fürst ermutigte die Journalistinnen und Journalisten darin, „weiterhin für Wahrheit, Gerechtigkeit und Entwicklung, ja Wandlung der Menschen und der Welt einzutreten. Bleiben Sie Agenten prophetischer, menschendienlicher Kommunikation. Die Kirche haben Sie dabei auf Ihrer Seite“.

Die Preisträger wurden aus insgesamt 170 eingereichten Beiträgen – 67 in der Kategorie Printmedien, 103 in der Kategorie Elektronische Medien und darunter 6 Internetbeiträge – von einer sechsköpfigen Jury unter Leitung des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst, ausgewählt.

Der Katholische Medienpreis, der in der Kategorie Printmedien und Elektronische Medien mit jeweils 5.000 Euro dotiert ist, wird seit 2003 jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz in Kooperation mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e. V. (KM.) ausgeschrieben.

 

Preisträgerin Elektronische Medien

In der Kategorie Elektronische Medien wurde Heidi Specogna für ihren Film „Carte Blanche“ ausgezeichnet, der am 5. Februar 2013 in ARTE ausgestrahlt wurde. Die Preisträgerin wurde durch Professor Dr. Sabine Rollberg (WDR) vertreten. In dem Film geht es um Frauen, Männer und Kinder, die vergewaltigt wurden. Dörfer, die geplündert, Existenzen, die ausgelöscht wurden. Dies alles geschah zwischen 2002 und 2003 in der Zentralafrikanischen Republik. Den Befehl dafür soll Kongos Ex-Vizepräsident Jean-Pierre Bemba gegeben haben. Bemba ermöglichte seinen Soldaten eine „Carte Blanche“ – einen Freibrief. Dies versucht ihm der Internationale Strafgerichtshof nachzuweisen. Die Jury bewertete „Carte Blanche“ als „einen Film, der – nach einem unmenschlichen Ereignis – nach Menschlichkeit schreit“ und der bildlich in herausragender Weise die sich ihm bietenden Kontraste nutze. Beeindruckt zeigte sich auch Laudator Peter Limbourg, Intendant der Deutschen Welle: „Ja, dieser Film berührt. Ja, dieser Film geht unter die Haut.“ Der Film sei ein Appell an uns alle, Gewalt nicht zuzulassen. Und überall dort, wo Gewalt regiere, sollten wir uns dem entgegenstellen, so Limbourg.

Preisträgerin Printmedien

Bischof Fürst verlieh den Katholischen Medienpreis in der Kategorie Printmedien an Lara Katharina Fritzsche für ihren Artikel „Das Leben nach dem Tod in Utøya“, der am 12. Juli 2012 im ZEITmagazin erschienen ist. Im Jahr nach dem Massaker auf der norwegischen Ferieninsel begleitet der Beitrag die 18-jährige Sofie, die um ihre beste Freundin Lejla trauert – eines der 67 Opfer des Amokschützen. Die Jury honorierte den Text „trotz seiner Kürze als äußerst einfühlsam und zu Tränen rührend“. Schon der Titel des Textes „Das Leben nach dem Tod in Utøya“ lasse die religiöse Dimension anklingen, die aber nie aufdringlich werde. Laudator Jörg Quoos, Chefredakteur des Magazins „Focus“, hat der Artikel „tief berührt“. „Lara Katharina Fritzsche hat das getan, was bei uns Chefredakteuren oft so schwer durchzusetzen ist. Sie hat zurückgeblickt in einer Medienwelt, die sich immer schneller dreht und immer auf der Suche nach dem neuen Thema ist.“ Mit Arbeiten wie dieser fessele sie den Leser an sein Blatt. Sie liefere Tiefgang in einer Welt der schnellen Informationshappen, so Quoos.

Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“

Aufgrund der vielen herausragenden Beiträge, die eingereicht worden sind, entschied sich die Jury auch in diesem Jahr, die nicht dotierte Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ zu vergeben. Im Bereich Printmedien zeichnete die Jury Nikola Sellmair („Mein Großvater hätte mich erschossen“, Stern, Nr. 19, 3. Mai 2012) und Roland Schulz („Jenseits von Afrika“, Süddeutsche Zeitung Magazin, 14. Dezember 2012) aus. Die Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ im Bereich Elektronische Medien erkennt die Jury Martin Durm zu („Bedroht, verfolgt, verjagt – Christen im Nahen Osten“, Hörfunkbeitrag SWR2 Wissen, 21. Dezember 2012). 

 

Kategorie Printmedien

Lara Katharina Fritzsche (Jahrgang 1984) wird für ihren Beitrag „Das Leben nach dem Tod in Utøya“, erschienen im ZEITmagazin am 12. Juli 2012, in der Kategorie Printmedien ausgezeichnet.

Lara Katharina Fritzsche, Foto: privat

Amokläufe erschüttern die Öffentlichkeit zutiefst. Doch was ist mit den Überlebenden, die dem Tod ins Angesicht sehen mussten? Dieser Frage geht der Beitrag „Das Leben nach dem Tod in Utøya“ nach. Im Jahr nach dem Massaker auf der norwegischen Ferieninsel begleitet der Beitrag die 18-jährige Sofie, die um ihre beste Freundin Lejla trauert – eines der 67 Opfer des Amokschützen.

Die Autorin schafft nach Auffassung der Jury einen tiefen Einblick in die Kommunikation der Facebook-Generation, allerdings keinen oberflächlichen, sondern einen existenziellen, ohne dabei Problematisches zu verschweigen. Geradezu prophetisch schreibt Sofie am 7. Juni 2012 um 23.31 Uhr an die tote Lejla: „Ich mache es so, wie ich es dir versprochen habe. Ich lebe und genieße das Leben so gut ich kann. Es ist hart, das ohne dich zu tun, aber ich hoffe, du siehst auf mich herunter und bist stolz auf mich.“ In der Sprache der klassischen Theologie würde man das „Gemeinschaft der Lebenden und der Toten“ nennen. Gerade auch im Titel des Beitrags „Das Leben nach dem Tod in Utøya“ klingt die religiöse Dimension des Textes an, die aber nie aufdringlich wird.

Mehr lesen:
Preisträger Printmedien
Lara Katharina Fritzsche - Kurzbiographie und Jurybegründung (pdf-Datei)

 

Kategorie Elektronische Medien

Heidi Specogna (Jahrgang 1959) erhält den Preis in der Kategorie Elektronische Medien für ihren Fernsehbeitrag „Carte Blanche“, ausgestrahlt in ARTE am 5. Februar 2013.

Heidi Specogna, Foto: privat

Ein Ziel des Katholischen Medienpreises ist es, die Orientierung an christlichen Werten zu fördern. Gewaltlosigkeit ist ein solcher Wert, der in dem Beitrag thematisiert wird. Es geht um Frauen, Männer und Kinder, die vergewaltigt wurden. Dörfer, die geplündert, Existenzen, die ausgelöscht wurden. Dies alles geschah zwischen 2002 und 2003 in der Zentralafrikanischen Republik. Den Befehl für diese Grausamkeiten soll Kongos Ex Vizepräsident Jean-Pierre Bemba gegeben haben. Bemba ermöglichte seinen Soldaten eine „Carte Blanche“ – einen Freibrief zum Plündern, Töten und Vergewaltigen. Dies versucht ihm der Internationale Strafgerichtshof nachzuweisen.

Der Film zeigt in dokumentarischer Form, was Gewalt anrichtet. Er zeichnet das Leben von Menschen, die gebrochen sind. Männer, Frauen, Kinder – durch Vergewaltigung ihrer Würde und damit ihrer Zukunft beraubt. In seiner Schonungslosigkeit ist dieser Film geradezu ein Plädoyer für Gewaltlosigkeit, für ein friedliches Miteinander, für ein Ende kriegerischer Auseinandersetzungen. „Carte Blanche“ kontrastiert virtuos die Realität der Menschen in der Zentralafrikanischen Republik mit den Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs. Der ist der Überzeugung: Wenn es nicht gelingt einen anderen Umgang mit Gewalt zu finden, hat die Welt keine Zukunft. „,Carte Blanche‘ ist ein Film, der nach einem unmenschlichen Ereignis nach Menschlichkeit schreit“, so die Begründung der Jury.

Mehr lesen:
Preisträger Elektronische Medien
Heidi Specogna - Kurzbiographie und Jurybegründung (pdf-Datei)

Folgende Rezensionen, erschienen im FILMDIENST, können als pdf-Datei heruntergeladen werden:
- von Fritz Wolf
- von Josef Lederle

 

Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“

Über die dotierten Preise hinaus vergibt die Jury für weitere herausragende Stücke die undotierte Auszeichung „journalistisch WERTvoll“.Über die dotierten Preise hinaus vergibt die Jury für weitere herausragende Stücke die undotierte Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“.

Die Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ im Bereich Printmedien vergibt die Jury an Nikola Sellmair („Mein Großvater hätte mich erschossen“, Stern, Nr. 19, 3. Mai 2012) und Roland Schulz („Jenseits von Afrika“, Süddeutsche Zeitung Magazin, 14. Dezember 2012).

Die Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ im Bereich Elektronische Medien erkennt die Jury Martin Durm zu („Bedroht, verfolgt, verjagt – Christen im Nahen Osten“, Hörfunkbeitrag SWR2 Wissen, 21. Dezember 2012).

Mehr lesen:

Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ im Bereich Printmedien

Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ im Bereich Elektronische Medien


Hintergrund

Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis in verschiedenen Kategorien jährlich ausgeschrieben. Zu den Mitgliedern der Jury zählen neben Bischof Dr. Gebhard Fürst in diesem Jahr Dr. Andrea Rübenacker (Deutsche Welle, Bonn), Werner Dieste (MDR Landesfunkhaus Thüringen, Erfurt), Albert Herchenbach (stadtgottes, Nettetal), Stefan Kläsener (Westfalenpost, Hagen) und Dr. Johannes Schießl (Katholische Akademie München).

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