Die Initiative

Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland

In den letzten Jahren hat sich an vielen Beispielen gezeigt: Nach wie vor gibt es in unserer Gesellschaft Rassismus in vielen Formen und Ausprägungen. Besonders bedrückend war die Mordserie des so genannten „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU), deren Aufdeckung die Öffentlichkeit aufgeschreckt hat. Latenter oder manifester Rassismus und Fremdenfeindlichkeit lassen sich aber auch hinter weniger dramatisch klingenden Meldungen vermuten: So wies etwa eine Studie nach, dass Jugendliche mit ausländisch klingenden Namen es deutlich schwerer haben, einen Ausbildungsplatz zu finden. Auch die Diskussion um die Zuwanderung von Roma aus Rumänien, Bulgarien oder vom Balkan enthielt neben dem Verweis auf zweifellos vorhandene Probleme immer wieder rassistische Untertöne.

Die Lehre der Kirche

Die Lehre der Kirche zum Rassismus ist eindeutig: „Alle rassistischen Theorien widersprechen dem christlichen Glauben und der christlichen Liebe“ (JP 1988 Nr. 33).

„Wer rassistische Gedanken oder Haltungen hegt, versündigt sich an der konkreten Botschaft Christi, für den der ‚Nächste‘ nicht nur ein Angehöriger meines Stammes, meines Milieus, meiner Religion oder meines Volkes ist, sondern jegliche Person, der ich begegne.“ (JP 1988 Nr. 24).

Mehr noch: Das Zweite Vatikanische Konzil betont, dass Christen nicht zu Gott beten können, „wenn wir irgendwelchen Menschen, die ja nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, die brüderliche Haltung verweigern. (…)

Deshalb verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen (...) um seiner Rasse oder Farbe, seine Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht“ (Nostra aetate Nr. 5).

Literatur:
JP 1988 – Päpstliche Kommission Justitia et Pax. Die Kirche und der Rassismus. Hg. von der Deutschen Bischofskonferenz. Bonn 1998. (Arbeitshilfen, Nr. 67)
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Erklärung Nostra aetate – Über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen.
Vatikan 1965.
Zur Erklärung

Der Beitrag der Kirche

Der damalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, hat im Zusammenhang mit den Morden des NSU erklärt: „Wir sind alle gefordert, an einem Klima mitzuwirken, das Rassismus und Fremdenfeindlichkeit den Boden entzieht. Die katholische Kirche wird nach Kräften ihren Beitrag dazu leisten.“
Mit dem „Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“ will die Deutsche Bischofskonferenz noch einmal ein deutliches Zeichen setzen. Dieser Preis soll das Engagement von Katholiken würdigen, die sich aus dem Glauben heraus gegen diese Ideologien einsetzen und für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft eintreten. Er soll auch dazu beitragen, Katholiken zu weiterem Einsatz zu ermutigen und dazu anregen, neue Projekte und Initiativen ins Leben zu rufen.

Jury-Statement von Erzbischof Dr. Stefan Heße

„Hartherzigkeit und Fremdenfeindlichkeit sind mit dem christlichen Glauben unvereinbar. Als Christen sind wir dazu berufen, die Freiheit und Würde jedes Menschen zu verteidigen. Wo Ressentiments geschürt und Hassparolen skandiert werden, da haben Christen nichts verloren.“

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