Preisträger 2017

Auf Vorschlag der Jury haben die deutschen Bischöfe beschlossen, dass 2017 ein erster Preis, zwei zweite Preise und ein „Sonderpreis Schule“ vergeben werden.

Erster Preisträger

„Sach wat! Tacheles für Toleranz“, Essen

Dieser Preis ist dotiert mit 4.000 Euro

(v.l.): Christoph Grätz, stellvertretender Pressesprecher des Caritasverbandes im Bistum Essen, Michael Kreuzfelder, Caritasvorstand Oberhausen, Dara Franjic, Diözesan-Referentin für Migration und Integration bei der Caritas im Bistum Essen. © Caritas

Das von Mitarbeitern des Diözesan-Caritasverbands Essen initiierte Projekt „Sach wat! Tacheles für Toleranz“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf der Basis des christlichen Menschenbildes innovative Strategien gegen fremdenfeindliche Parolen zu entwickeln. Nicht nur mit regelmäßigen Argumentationstrainings für Haupt- und Ehrenamtliche, sondern auch mit einer „Kneipentour“, die das Problem dort angeht, wo es häufig entsteht: an den Stammtischen.

An mehreren Abenden stellte das Schauspieler-Duo Karin Kettling und Jürgen Albrecht in Ruhrgebietskneipen Stammtischgespräche nach und entwickelte mit den Gästen Gegenstrategien.

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Kneipentour von „Sach wat! Tacheles für Toleranz“: Das Schauspieler-Duo Karin Kettling und Jürgen Albrecht agiert auf der Bühne. © Caritasverband Essen

Auf diese Weise wird vermittelt, wie man sachlich, rhetorisch geschickt und entschieden auf menschenverachtende Parolen reagieren kann.

Darüber hinaus leistet auch „youngcaritas im ruhrbistum“ mit ihren „Workshops gegen Hatespeech“ einen wichtigen Beitrag zu dem Projekt: Die Kurse schulen Jugendliche und Erwachsene, die mit Jugendlichen arbeiten, im Umgang mit Hass und Hetze im Internet. Ziel ist es, jene Stimmen zu stärken, die sich in sozialen Netzwerken und anderen Online-Foren für Respekt und Toleranz einsetzen.

Teilnehmer eines Workshops gegen Hatespeech. © Caritasverband Essen

Künftig soll das Angebot um Workshops in den Themenfeldern „demokratische Werte“, „interkulturelle Sensibilisierung“, „Deeskalation“ und „Prävention religiöser Radikalisierung“ ergänzt werden.

Die Initiative „Flüchtlinge mitnehmen“, die Flüchtlingen im Ruhrgebiet zu mehr Mobilität verhilft, ist ebenfalls Teil des Projekts. Bei ihrer Entscheidung hat die Jury besonders gewürdigt, dass es sich um eine an der Basis entstandene Initiative von Caritas-Mitarbeitern handelt, die sich weit über das normale dienstliche Maß hinaus engagieren.

Weitere Informationen unter www.caritas-essen.de/aktuelles.

Zweiter Preisträger

Initiative „bleib.mensch“, Grevesmühlen

Dieser Preis ist dotiert mit 3.000 Euro

Im mecklenburgischen Grevesmühlen (ca. 10.000 Einwohner) befindet sich das sogenannte „Thinghaus“, das vom Verfassungsschutz als „Beispiel für die Vernetzung von NPD, Neonazis und struktureller rechtsextremer Szene“ genannt wird.

Mahnwache beim MVGida-Aufmarsch in Grevesmühlen. © privat

In diesem schwierigen Kontext engagiert sich die Initiative „bleib.mensch“ für die Belange schutzsuchender Menschen und leistet zudem politische Überzeugungsarbeit gegen Rechtsextremismus.

Das konkrete caritative Engagement der an den „Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern“ angebundenen Initiative umfasst alle Aspekte der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe wie Patenschaften, Begegnungsfeste, Kultur- und Sportangebote, Sprachunterricht, Asylverfahrensberatung, Unterstützung bei Familienzusammenführungen, Fahrrad- und Kleiderspenden.

Die maßgeblich von der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen getragene Initiative stellt ein gutes Beispiel für ökumenische und zivilgesellschaftliche Vernetzungsarbeit dar – inmitten eines Umfelds, in dem Katholiken nur eine kleine Minderheit sind.

Weitere Informationen unter www.bleibmensch.org.

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Zweiter Preisträger

Helferkreis für Asylbewerber, Salzweg

Dieser Preis ist dotiert mit 3.000 Euro

Die Gemeinde Salzweg (ca. 6.800 Einwohner) liegt in der Nähe der österreichischen Grenze bei Passau. Seit Oktober 2013 setzt sich die örtliche katholische Kirchengemeinde gemeinsam mit Vertretern der evangelischen und der muslimischen Gemeinde sowie der Lokalpolitik intensiv dafür ein, dass vor Ort eine lebendige Willkommenskultur wächst und aufrechterhalten wird.

Ein Ausflug mit Kindern und Jugendlichen © privat

Ein wichtiger Schritt war die Einrichtung eines Caritas-Beratungsbüros, in dem nun eine in Aleppo geborene Muslimin arbeitet.

Im „Salzweger Hof“ leben neben Syrern und Afghanen vor allem auch Menschen aus Subsahara-Afrika. 19 Kinder aus der Unterkunft wurden in der katholischen Kirchengemeinde getauft: Es bestehen seitdem enge Verbindungen zu einheimischen Taufpaten. Kinder und Jugendliche werden gezielt unterstützt, um Zugang zu Bildung und Berufsqualifikation zu erlangen. Darüber hinaus bietet der Helferkreis das ganze Spektrum an Flüchtlingshilfe an, zum Beispiel Sprachkurse, Kinderbetreuung, Begleitung zu Ärzten und Ämtern, Rechtsberatung, Hilfe bei der Wohnungssuche, Sachspenden, Freizeitgestaltung, individuelle Betreuung einzelner Familien und Personen.

Dem ehrenamtlichen Engagement ist es zu verdanken, dass die Stimmungsmache rechter Gruppen gegen eine Asylbewerberunterkunft im „Salzweger Hof“ in der Ortsmitte nicht verfing.

Weitere Informationen unter salzweg.asylkreis.de.

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Sonderpreis Schule

Projekt „K21mondial“ an den katholischen Schulen in Hamburg

Dieser Preis ist dotiert mit 1.000 Euro

Erstmals verleiht die Deutsche Bischofskonferenz 2017 auch einen Sonderpreis für Schulprojekte. „K21mondial“ initiiert und fördert kulturelle und soziale Kooperationsprojekte zwischen den Schülern der 21 katholischen Schulen in Hamburg sowie geflüchteten Kindern und Jugendlichen.

Ein Konzert des Projekts „K21mondial“ an den katholischen Schulen in Hamburg. © Abt. Schule und Hochschule / Erzbistum Hamburg

Das Programm startete 2016 und arbeitet seither eng mit zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen sowie verschiedenen lokalen Initiativen zusammen. Die Klassenorchester der katholischen Schulen besuchen Flüchtlingseinrichtungen und musizieren mit den dort lebenden Kindern und Jugendlichen. Zudem werden unter anderem gemeinsame Cajon-Workshops, Chor-Initiativen, Koch-Veranstaltungen sowie Opern-, Konzert- und Ausstellungsbesuche durchgeführt. Herzstück des Projekts sind größere Spielzeitprojekte, an denen sich auch Künstler aus Syrien, dem Iran und aus Afghanistan beteiligen, beispielsweise die Aufführung „Israel in Egypt“ (Februar 2016) und das west-östliche Konzert DIVAN im Juni 2016.

Kinder aus dem Projekt „K21mondial“ an den katholischen Schulen in Hamburg. © Abt. Schule und Hochschule/Erzbistum Hamburg

Das Programm „K21mondial“ zeigt, dass katholische Schulen – auch inmitten einer säkularen Metropole in der Diaspora – das Potential haben, einen wichtigen gesamtgesellschaftlichen Beitrag zur kulturellen Teilhabe und Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu leisten.

Weitere Informationen unter www.kulturforum21.de.

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