Kirche von A–Z

 

Von A bis Z - hier finden Sie Informationen zu einzelnen Stichwörtern. Wir sind bemüht, die Liste fortlaufend zu ergänzen und zu aktualisieren.

Heilige

Heilige sind – religionsgeschichtlich betrachtet – lebende, verstorbene oder mythische Persönlichkeiten, die den Maßstäben der jeweiligen Religion in weit überdurchschnittlichem Umfang genügen. Oft werden sie kultisch verehrt. Aus christlicher Sicht wurde diese Ehre zunächst den Märtyrern (erstmals Polykarp von Smyrna, gest. 156 n. Chr.) zuteil.

Heilige sind – religionsgeschichtlich betrachtet – lebende, verstorbene oder mythische Persönlichkeiten, die den Maßstäben der jeweiligen Religion in weit überdurchschnittlichem Umfang genügen. Oft werden sie kultisch verehrt. Aus christlicher Sicht wurde diese Ehre zunächst den Märtyrern (erstmals Polykarp von Smyrna, gest. 156 n. Chr.) zuteil.

Heilige spielen eine zentrale Rolle als Vorbilder christlichen Lebens. Sie sind Adressaten, an die man sich mit einer Fürbitte wenden kann. Damit ein Mensch heilig gesprochen werden kann, muss zunächst eine Vorstufe, der häufig langwierige Prozess der Seligsprechung, durchlaufen werden. Ausgangspunkt ist der Antrag einer Diözese oder Ordensgemeinschaft. In seinem Verlauf wird vor allem die Lebensführung des betreffenden Menschen geprüft.

Darüber hinaus ist ein in einem getrennten Verfahren zu belegendes, auf die Fürsprache des Seligen zurückzuführendes Wunder erforderlich (außer bei Märtyrern). Nach erfolgter Seligsprechung liegt es im alleinigen Ermessen des Papstes, ob er später die Kanonisation (= Heiligsprechung) vornimmt.

Der Protestantismus kennt weder Selig- noch Heiligsprechungsprozesse, da für Protestanten der Lehrsatz Martin Luthers gilt, der Mensch sei „simul iustus et peccator“ (lat. „zugleich gerecht und Sünder“). Der Mensch kann aus dieser Sichtweise heraus nie ganz ohne Sünde sein und damit niemals heilig.

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Heiliges Jahr

Die Idee des Heiligen Jahres geht auf Papst Bonifaz VIII. zurück, als er für das Jahr 1300 ein besonderes, zunächst nur für die Römer gedachtes Pilgerjahr ausrief. In der Einberufungsbulle, die den Beginn auf den 22. Februar 1300 datiert, sind allerdings noch nicht die Begriffe „Heiliges Jahr“ bzw. „Jubeljahr“ verwendet worden.

Die Idee des Heiligen Jahres geht auf Papst Bonifaz VIII. zurück, als er für das Jahr 1300 ein besonderes, zunächst nur für die Römer gedachtes Pilgerjahr ausrief. In der Einberufungsbulle, die den Beginn auf den 22. Februar 1300 datiert, sind allerdings noch nicht die Begriffe „Heiliges Jahr“ bzw. „Jubeljahr“ verwendet worden.

Der Rhythmus der Heiligen Jahre war von Beginn an Schwankungen unterworfen. Bonifaz VIII. legte ihn auf alle 100 Jahre fest, schon bald folgten Änderungen auf einen Abstand von 50 und 33 Jahren. Papst Paul II. legte 1470 endgültig den Rhythmus auf 25 Jahre fest. Das letzte, 26. Heilige Jahr wurde im Jahr 2000 gefeiert.

Die Tradition des Heiligen Jahres orientiert sich an der alttestamentlichen Tradition des „Jobeljahres“ (Jubeljahres). Jedes siebte Jahr galt als Sabbatjahr, nach sieben mal sieben Jahren war das folgende Jahr (also das 50. Jahr) ein Jubeljahr, in dem die Heilsgeschichte Gottes einen neuen Anfang machte.

Die Heilige Pforte in Rom spielt seit dem Heiligen Jahr 1400 eine wichtige Rolle. Damals wurde eine solche Pforte für die Bischofskirche des Bischofs von Rom, die Lateranbasilika erwähnt. In einem Brief aus der Zeit heißt es: „Wer dreimal durch diese Pforte schreitet, dem werden die Schuld und Sündenstrafen nachgelassen. Es ist ein Wunder, das die Menschen erleben ...“ Die Heilige Pforte wurde bald auf alle vier Papstkirchen in Rom (S. Maria Maggiore, S. Paolo fuori le mura und S. Pietro in Vaticano) ausgedehnt. Durch diese Pforte sollen die Pilger die „Schwelle“ überschreiten, um sich mit Gott zu versöhnen.

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Hilfswerke

Rund eine halbe Milliarde Euro spenden die Katholiken Deutschlands neben ihrer Kirchensteuer für weltkirchliche Aufgaben, vor allem im Bereich der pastoralen Unterstützung für die Kirchen in der so genannten Dritten Welt und für Entwicklungshilfe.

Rund eine halbe Milliarde Euro spenden die Katholiken Deutschlands neben ihrer Kirchensteuer für weltkirchliche Aufgaben, vor allem im Bereich der pastoralen Unterstützung für die Kirchen in der so genannten Dritten Welt und für Entwicklungshilfe.

Nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs erfuhren die Deutschen, wie sehr sie die Hilfe anderer Völker benötigten und trotz historischer Schuld erhielten. Daraus entwickelten die deutschen Bischöfe in den fünfziger Jahren den Gedanken, den armen Ländern der südlichen Erdhälfte die partnerschaftliche Zusammenarbeit anzubieten, um existentielle Nöte der Menschen und soziale Ungerechtigkeiten zu mildern oder zu beseitigen. Kirchliche Entwicklungsarbeit trat so neben die traditionsreiche Unterstützung der pastoralen Arbeit in den Missionsländern in Asien, Afrika, Lateinamerika und Ozeanien.

Um Spenden zu sammeln und diese finanziellen Mittel entsprechend der jeweiligen Aufgabe und gemäß den Absichten der Spender einzusetzen, schuf die Bischofskonferenz, unterstützt durch die Vertretung der Laien – das Zentralkomitee der deutschen Katholiken <<Interner Link zu 3.1.1.4_ZdK >> –, unterschiedlich strukturierte Hilfswerke. Unabhängige Prüfungen bescheinigen ihnen besonders niedrige Verwaltungskosten. Mit ihrer Arbeit verbinden die Hilfswerke die Bewusstseinsbildung unter den deutschen Katholiken für die tatkräftige Solidarität mit den Armen in der einen Welt. Heute pflegen viele Pfarreien in Deutschland direkte Partnerschaften mit Gemeinden in der Dritten Welt.

Adveniat
Bonifatiuswerk
Caritas international
Misereor
Missio
Päpstliches Missionswerk der Kinder (Sternsinger)
Renovabis
Päpstliches Missionswerk der Frauen

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Hirtenbrief

Unter einem Hirtenbrief versteht man das Schreiben eines Erzbischofs oder Bischofs an die Gläubigen seiner Diözese.

Unter einem Hirtenbrief versteht man das Schreiben eines Erzbischofs oder Bischofs an die Gläubigen seiner Diözese.

Klassische Hirtenbriefe schreiben Bischöfe häufig zur Advents- oder Fastenzeit oder in bestimmten Situationen.

Auch der Papst verfasst regelmäßig Hirtenbriefe zu bestimmten Anlässen und an bestimmte Personengruppen oder die jeweiligen Ortskirchen.

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Holocaust

Hier finden Sie eine Zusammenstellung von wichtigen Dokumenten, Erklärungen und Informationen zum Stichwort Holocaust.

Hier finden Sie eine Zusammenstellung von wichtigen Dokumenten, Erklärungen und Informationen zum Stichwort Holocaust.

Bischof Mussinghoff würdigt Papstbesuch in der römischen Synagoge. Pressemeldung vom 19. Januar 2010

Ansprache von Papst Benedikt XVI. beim Besuch der römischen Synagoge, 17. Januar 2010

Lange Wege – Dokumente zur Versöhnungsarbeit der Katholischen Kirche in Deutschland (Arbeitshilfe Nr. 227, 22. Juni 2009)

Erzbischof Zollitsch besucht die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Pressemeldung vom 14. Mai 2009

Ansprache von Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Yad Vashem (Israel), 11. Mai 2009 (in: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 185)

Ansprache von Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in der Gedenkstätte Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, 28. Mai 2006

Buchbesprechung zu Daniel J. Goldhagen "Die katholische Kirche und der Holocaust" von Dr. Karl-Joseph Hummel, 2002

Interview mit Kardinal Lehmann zum Buch von Daniel J. Goldhagen im STERN vom 26. September 2002


Das jüdisches Volk und seine Heilige Schrift in der christlichen Bibel. Dokument der Päpstlichen Bibelkommission vom 24. Mai 2001 (Verlautbarungen des Heiligen Stuhls Nr. 152)

Trauer um die Tragödien - Weg zu neuer Beziehung zwischen Christen und Juden. Ansprache von Papst Johannes Paul II. am 23. März 2000 in Jerusalem (pdf-Datei,  342 kB)

Predigt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Karl Lehmann, am 13. März 2000 über die Vergebungsbitte von Papst Johannes Paul II.

Die Vergebungsbitte von Papst Johannes Paul II. am 12. März 2000

Apostolisches Schreiben von Papst Johannes Paul II. zum 50. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges, 27. August 1989 (in: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 145) (pdf-Datei,  240 kB bzw. ve_145)

"Die Last der Geschichte annehmen" - Wort der Bischöfe zum Verhältnis von Christen und Juden aus Anlass des 50. Jahrestages der Novemberpogrome 1938, 20. Oktober 1988 (pdf-Datei,  244 kB bzw. db_043)

Geistliches Wort der deutschen Bischöfe zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, 8. Mai 1985 (pdf-Datei,  108 kB) fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/arbeitshilfen/Ah_030.pdf

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Holocaust Buchbesprechung zu Daniel Goldhagen

Buchbesprechung zu Daniel Goldhagen:
Die katholische Kirche und der Holocaust. Eine Untersuchung über Schuld und Sühne, Berlin 2002

von Dr. Karl-Joseph Hummel (Direktor der Kommission für Zeitgeschichte e.V.)

Buchbesprechung zu Daniel Goldhagen:
Die katholische Kirche und der Holocaust. Eine Untersuchung über Schuld und Sühne, Berlin 2002

von Dr. Karl-Joseph Hummel (Direktor der Kommission für Zeitgeschichte e.V.)

Im Berliner Siedler Verlag ist ein neues Buch des amerikanischen Politologen Daniel Jonah Goldhagen erschienen. Vor sechs Jahren standen in "Hitlers willigen Vollstreckern" die "ganz gewöhnlichen Deutschen" und ihre Mitwirkung am Holocaust im Mittelpunkt einer hitzigen Debatte. In der jetzt vorgelegten Streitschrift geht es am Beispiel der katholischen Kirche um Schuld und Wiedergutmachung, um moralische Probleme und deren gesellschaftliche und politische Konsequenzen.

Beide Streitschriften sind im Selbstverständnis des Autors aufeinander bezogen.
Seit seinem Erstling hält Goldhagen nämlich zwei seiner drei Hauptfragen für geklärt: "Wer hat was getan?" und "Warum haben Sie es getan?" Der Teil I des neuen Buches: "Klärung des Verhaltens" (S. 49-132) dient deshalb hauptsächlich der Wiederholung. Der aufmerksame Leser bemerkt freilich bald, dass Goldhagen diesmal zunächst lediglich um eine Sammelbesprechung von etwa einem Dutzend Bücher gebeten worden war, die in den letzten Jahren - vor allem in den USA - zum Themenkreis "Katholische Kirche, Papst Pius XI. und Papst Pius XII., Kirche im Krieg" erschienen sind. Schließlich ist daraus ein ganzes Buch geworden. Der Autor bedient sich dazu in diesen Publikationen ziemlich wahllos, übernimmt dort vorgefundene Quellenzitate je nach vermuteter Beweiskraft für seine eigenen kühnen Thesen und vertraut dabei seinen Gewährsleuten in einem Ausmaß, das für eine Publikation mit wissenschaftlichem Anspruch problematisch wäre. Für die beabsichtigte Rezension wäre das in der Wissenschaft bewährte Verfahren der Überprüfung von Aussagen an den Primärquellen wohl zu aufwendig gewesen. Da Goldhagen also fast ausschließlich aus der zweiten Hand lebt, übernimmt er mit den ungeprüften Entlehnungen auch die damit verbundenen zahlreichen Fehler und Mängel seiner Vorschreiber. Das wissenschaftliche Urteil kritischer Zeithistoriker und die in zahlreichen Medien erschienenen Besprechungen sind deshalb mit gutem Grund in einem Ausmaß übereinstimmend negativ, wie man dies selten findet.

Verlag und Autor reagierten auf die zahlreichen Hinweise auf gravierende Mängel arbeitsteilig. Anders als ein französischer Verleger hatte der deutsche Verlag sich entschieden, das Manuskript mit all seinen Fehlern so zu drucken, wie es auf der Frankfurter Buchmesse auslag. Anschließend verlegte der Verlag sich offensichtlich auf juristische Reaktionen statt auf Fehlerkorrekturen und konnte erst durch eine Einstweilige Verfügung des Landgerichts München dazu gebracht werden, z.B. eine offensichtlich falsche Bildunterschrift zu entfernen.
Der Autor selbst erklärte, es gehe ihm nicht um eine Übung in akademischer Geschichtsschreibung. Anregungen wie die, die bisher nicht berücksichtigten Forschungsergebnisse der letzten 30 oder 40 Jahre wenigstens nachträglich einzuarbeiten, korrekte Bildunterschriften zu verwenden oder die Thesen mit unverfälschten, nicht sinnwidrig aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten zu belegen, seien kleinkarierte Ablenkungsmanöver. Sie disqualifizierten sich vor dem Hintergrund der behaupteten Mittäterschaft der katholischen Kirche am Holocaust selbst. Die katholische Kirche habe im Lauf von fast 2000 Jahren ihre guten moralischen Prinzipien verraten und viele schwere Verbrechen und anderes Unrecht an Juden begangen, Massenmord, insbesondere den Holocaust, eingeschlossen. In der NS-Zeit habe die Kirche es vorgezogen, die Judenverfolgung zuzulassen oder zu unterstützen, und die Kirche von heute finde daran wenig oder gar nichts auszusetzen; "Wir" müssen deshalb eine eigene moralische Abwägung anstellen: Was ist noch zu leisten? Die Neue Zürcher Zeitung (8.10.2002) kommentierte: "Viel Moral – wenig Geschichte."

In den Teilen II und III seines Buches - "Beurteilung der Schuld" (S. 133-238) und "Wiedergutmachung des Schadens" (S. 239-367) - legt der Autor der katholischen Kirche dann für die behauptete Mitschuld am Holocaust eine dreifache Wiedergutmachung - finanziell, politisch und moralisch - nahe: Beispielsweise

- die Zahlung einer noch festzulegenden Entschädigungssumme
- den Verzicht auf eine künftige politische Rolle des Vatikan-Staates
- die Neufassung von ca. 450 Versen des Neuen Testaments.

Die Kirche müsse anerkennen, daß sie den jüdischen Opfern Geld schulde, sie müsse Israel und die jüdischen Gemeinden in Europa politisch tatkräftig unterstützen, stärken und schützen, und vor allem Teile ihrer Lehre austauschen: "Der bedrückende Kern des Problems ist die christliche Bibel." Kommentar des Spiegel (7.10.2002): "Absurde Idee."

Es ist schwer, aus einer falsch rekonstruierten Vergangenheit richtige Schlüsse zu ziehen. Und: Wer in der Analyse kein Maß kennt und z. B. annimmt, die Hauptverantwortung für den beispiellosen Haß des rassistischen Antisemitismus des Nationalsozialismus liege beim Christentum, genauer gesagt bei der katholischen Kirche, insbesondere bei den deutschen Katholiken, übertreibt auch in der Beschreibung der Konsequenzen. "Dostojewski nahm es mit Schuld und Sühne genauer", schreibt die Frankfurter Allgemeine ( 8.10.2002).

Das Buch von Daniel Goldhagen ist leider kein ernsthafter wissenschaftlicher Beitrag und bleibt auch weit unterhalb des bereits erreichten christlich-jüdischen Dialogniveaus. Hier geht es nicht um ein Gespräch, sondern um Anklage, es geht um Rechthaberei statt um Gerechtigkeit. Ein großes Thema wurde leichtfertig verschenkt. "Wieder einmal eine verpaßte Gelegenheit" resümiert die Frankfurter Rundschau (22.10.2002).

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Holocaust Interview mit Karl Kardinal Lehmann

Interview des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, zum Buch von Daniel J. Goldhagen im STERN vom 26.09.2002

Interview des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, zum Buch von Daniel J. Goldhagen im STERN vom 26.09.2002

"Wir müssen die volle Wahrheit bekennen"

Kardinal Karl Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, erkennt die Schuld der Kirche an, weist aber Pauschalurteile zurück

Hat die Kirche gegen die Juden den Hass erzeugt, der schließlich zum Holocaust geführt hat, zum Tod von Millionen?

Judenfeindschaft gab es auch schon massiv vor den Christen. Und: Es gibt ja nicht nur eine Ursache für diese Diskriminierung. Es gehört allerdings sicher zur Schuldgeschichte der Kirche, dass sie sich angesichts des Völkermordes an den Juden dem rassischen Antisemitismus zu wenig widersetzt hat. Wir tragen hier eine Last, die andere nicht so tragen – die Last unserer 2000-jährigen Geschichte. Welche Institution außer der Kirche muss sich für eine so lange Geschichte verantworten? Wir nehmen diese "Last der Toten" an.

Warum verbreitete die Kirche das Bild von Juden als Gottesmördern und Monstern, die das Blut christlicher Kinder tranken?

Sicher kann man nicht leugnen, dass es solche Bilder in der Kirche gab. Die Christen wurden ja ganz zu Beginn als jüdische Sekte gesehen, verließen den Synagogenbereich und gerieten so auch mehr und mehr in eine Konkurrenz zu den Juden. Dann wuchs die Abgrenzung, und an Versöhnung war – von Ausnahmen abgesehen – lange nicht zu denken. Goldhagen beschreibt die Beziehungen zwischen Kirche und Judentum ausschließlich aus der verzerrenden Sicht der Konfliktgeschichte. Trotzdem gab es immer wieder Perioden friedlichen Zusammenlebens.

Weil die Juden nützlich waren und zum Beispiel Zinsgeschäfte machen durften, die Christen religiös verboten waren?

Sicher auch deshalb. Aber vergessen Sie nicht die Gemeinsamkeiten. Was war denn in den vergangenen 300 Jahren? Da gab es doch eine einzigartige jüdische Kultur in Deutschland, auch eine gemeinsame Kultur. Kennt Goldhagen diesen Teil unserer Geschichte nicht? Warum unterschlägt er ihn? Das hörte doch erst 1933 schlagartig auf und bedeutete einen ungeheuren Verlust.

Und kurz nach Hitlers Amtsantritt folgte das Konkordat, ein glänzender Sieg für den Diktator.

Die Situation war sehr komplex. Rechtsbeziehungen sind keine Sympathiebekundung. Die Verhandlungen über das Konkordat hatten schon 1919 begonnen. Jetzt konnten zahlreiche kirchliche Forderungen durchgesetzt werden. Die Hitler-Regierung versprach sich davon einen Prestigegewinn. Die Kirche sah die Chance, sich in einem denkbaren Kirchenkampf auf eine völkerrechtliche Verteidigungslinie berufen zu können. Sicher waren einige Bischöfe, nicht nur der Freiburger Conrad Gröber, in ihren Erwartungen an die staatliche Vertragstreue zunächst ein wenig blauäugig.

Blauäugig? Haben viele Bischöfe Hitler nicht über Jahre zugejubelt?

Von "Jubel" ist mir eigentlich nichts bekannt. Selbst wenn das so gewesen wäre, die Kirche ist mehr als ihre Bischöfe. Und auch unter denen haben sich viele bald und ganz gewiss später sehr mutig gezeigt. Denken Sie an die Enzyklika "Mit brennender Sorge". Oder an Bischof von Galen in Münster, der die Euthanasie offen anprangerte. Auch Gröber gehörte nach einem Lernprozess dazu. Als er zum Beispiel während des Krieges einmal erfuhr, dass behinderte Kinder vergast werden sollten, rief er den Gauleiter an und sagte ihm: Wenn das stattfindet, steht es übermorgen in den Schweizer Zeitungen. Die Kinder wurden nicht ermordet.

Also hatten die Bischöfe doch die Macht, solche Gräuel zu verhindern. Warum haben sie sich nicht genauso für die Juden stark gemacht?


Wie können wir heute urteilen, in welchen Konflikten die Menschen damals steckten? In den Niederlanden zum Beispiel hatten die Bischöfe katholischen Nationalsozialisten schon 1936 mit der Exkommunikation gedroht. Ihr scharfer Hirtenbrief von 1942 aber führte zur Deportation auch der fast 700 katholisch getauften Juden, unter ihnen die inzwischen heilig gesprochene Ordensschwester und Philosophin Edith Stein. Die These Goldhagens, es gebe keinen Fall, in dem eine Intervention christlicher Kirchen zum Tod von noch mehr Juden geführt hätte, entspricht also nicht der Wirklichkeit.

Pius XII. wusste vom Holocaust. Warum hat der Papst den Mord an den Juden nicht öffentlich verurteilt?

Mit den Gewissheiten von heute ist es leicht, über damalige Verhältnisse zu urteilen. Zeithistoriker schätzen, dass von den etwa 900 000 Juden, die im deutschen Machtbereich überlebt haben, 70 bis 80 Prozent ihre Rettung den verschiedenen päpstlichen Maßnahmen und dem Einsatz der Nuntien verdanken. Als deutsche Truppen Rom besetzten, half der Papst Tausende und Tausende Juden zu verstecken. Trotzdem kann man bedauern, dass er den Mord an den Juden nicht öffentlich angeklagt hat. Er glaubte, er könne mit einem anderen Stil des Handelns mehr erreichen, zum Beispiel mit diplomatischen Protesten und diskreten Hilfen. Er befürchtete, ein scharfes Wort des Papstes könnte noch mehr Menschen das Leben kosten. Doch zu Weihnachten 1942 prangerte er in einer Ansprache Mord und Vertreibung vor der Weltöffentlichkeit an.

Doch kein Wort von den Juden, während in Auschwitz täglich Tausende in die Gaskammern geschickt wurden.

Die Weihnachtsansprache 1942 wurde durchaus auch zum Schutz der Juden verstanden. Aber man muss heute leider einräumen, dass auch die Bischöfe die Bedeutung der für alle geltenden Menschenrechte nicht im heute selbstverständlichen Maße erkannt hatten. Die Verantwortung sahen sie vorwiegend für die eigenen Leute. Dazu kam es bestimmt auch aufgrund des distanzierten Verhältnisses zu den Juden. Darüber muss man erschrecken. Andererseits ist die Kirche nicht allein betroffen. Die Alliierten wussten doch auch, was los war. Aber fast nichts geschah. Der weltweite Protest der Alliierten vom 17. Dezember 1942 ist völlig ohne Wirkung geblieben. Sollte man da nicht auch vor der eigenen Haustüre kehren? Etwa in den USA? Und manche Länder wie zum Beispiel die Schweiz machten zum Teil ihre Grenzen dicht für Juden, die vor den Nazis flohen. Ich will nicht von eigenem Versagen ablenken. Ich will nur, dass hier offener und fairer diskutiert wird. Und es ist ja auch nicht so, dass wir erst heute anfangen, unsere Vergangenheit aufzuarbeiten.

Wie aber sollen Historiker arbeiten können, wenn Ihre wichtigsten Archive für diese Zeit geschlossen bleiben?

Der Vatikan öffnet jetzt seine Archive für wichtige Teile der Nazi-Zeit. Eine umfangreiche zwölfbändige Aktenedition für die Kriegsjahre wurde bereits veröffentlicht.

Werden nicht aber nur ausgewählte Dokumente veröffentlicht?

Jede Edition ist eine Auswahl. Dass wichtige Dokumente fehlen, wird immer wieder behauptet, aber ich kenne keinen Beweis. Ganz gewiss: Wir müssen die volle Wahrheit bekennen. Deshalb befürworte ich die komplette Öffnung der Archive für diesen Zeitraum. Ich bin sicher, es würde sich dann auch viel Entlastendes für die Kirche finden.

Schuld bleibt trotzdem. Warum fällt es der Kirche so schwer, sie zu bekennen?

Papst Johannes Paul II. hat zum Heiligen Jahr 2000 ein Schuldbekenntnis abgelegt. Und das erste Schuldbekenntnis der deutschen Bischöfe nach dem Krieg stammt vom 23. August 1945. Der Dank für solche Bekenntnisse ist nicht sehr groß. Christen sind, recht verstanden, zugleich gerecht und sündig. Und Schuldbekenntnisse werden auch nicht glaubwürdiger, wenn sie ständig wiederholt werden. Dann wird es inflationär und unernst. Ich gehe ja auch nicht zur Beichte und bekenne dasselbe zweimal. Ich bin froh, dass es dieses Schuldbekenntnis des Papstes gibt.

Und die Wiedergutmachung? Muss die Kirche dazu auch endlich demokratischer werden, wie Goldhagen fordert?


Die Kirchenverfassung hat nichts mit moralischer Wiedergutmachung zu tun. Wir müssen vor allem rigoros auf die Einhaltung der Menschenrechte drängen. Überall auf der Welt. Im Übrigen braucht es zur Versöhnung zwei. Zur Wiedergutmachung muss die Vergebung kommen.

Und die vermissen Sie?

Ich gebe zu, der christlich-jüdische Dialog könnte noch intensiver werden. Jedenfalls sehe ich keine Alternative. Leider aber gibt es nach wie vor einen antisemitischen Bodensatz im Volk. Wenn ich zum Beispiel etwas Versöhnendes in Bezug auf die Juden sage, bekomme ich immer noch viele fragwürdige Reaktionen, die meisten davon anonym und antisemitisch. Schon deshalb müssen wir den Dialog intensivieren.
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Veröffentlicht in: Stern vom 26. September 2002

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Holocaust Vergebungsbitte von Papst Johannes Paul II

Die Vergebungsbitte von Papst Johannes Paul II. am 12.03.2000

Pontifikalgottesdienst von Papst Johannes Paul II. am 12.03.2000 in St. Peter in Rom

Die Vergebungsbitte von Papst Johannes Paul II. am 12.03.2000

Pontifikalgottesdienst von Papst Johannes Paul II. am 12.03.2000 in St. Peter in Rom

Allgemeines Gebet - Schuldbekenntnis und Vergebungsbitte

Gebetseinladung

Der Heilige Vater:

Liebe Brüder und Schwestern,
lasst uns vertrauensvoll zu Gott unserem Vater rufen,
der barmherzig und langmütig ist,
reich an Erbarmen, Liebe und Treue.
Er möge die Reue seines Volkes annehmen,
das in Demut seine Schuld bekennt,
und ihm seine Barmherzigkeit schenken.

Alle verharren im stillen Gebet.

 
I. ALLGEMEINES SCHULDBEKENNTNIS

Ein Vertreter der Römischen Kurie
(Kardinal Bernardin Gantin, Dekan des Kardinalskollegiums)


Lasst unser Bekenntnis und unsere Reue
vom Heiligen Geist beseelt sein.
Unser Schmerz sei ehrlich und tief.
Und wenn wir in Demut die Schuld der Vergangenheit betrachten
und unser Gedächtnis ehrlich reinigen,
dann führe uns auf den Weg echter Umkehr.

Stilles Gebet
 
 
Der Heilige Vater:

Herr unser Gott,
du heiligst deine Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit
immerfort im Blut deines Sohnes.
Zu allen Zeiten weißt du in ihrem Schoß
um Glieder, die durch ihre Heiligkeit strahlen,
aber auch um andere, die dir ungehorsam sind
und dem Glaubensbekenntnis und dem heiligen Evangelium widersprechen.
Du bleibst treu,
auch wenn wir untreu werden.
Vergib uns unsere Schuld
und lass uns unter den Menschen wahrhaftige Zeugen für dich sein.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
R/. Amen.

Kantor:
Kyrie, eleison; Kyrie, eleison; Kyrie, eleison.

Die Gemeinde antwortet:
Kyrie, eleison; Kyrie, eleison; Kyrie, eleison.

Vor dem Kruzifix wird ein Licht entzündet.

 
II. BEKENNTNIS DER SCHULD IM DIENST DER WAHRHEIT

Ein Vertreter der Römischen Kurie
(Kardinal Joseph Ratzinger, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre)


Lass jeden von uns zur Einsicht gelangen,
dass auch Menschen der Kirche
im Namen des Glaubens und der Moral
in ihrem notwendigen Einsatz zum Schutz der Wahrheit
mitunter auf Methoden zurückgegriffen haben,
die dem Evangelium nicht entsprechen.
Hilf uns Jesus Christus nachzuahmen,
der mild ist und von Herzen demütig.
Stilles Gebet

Der Heilige Vater:

Herr, du bist der Gott aller Menschen.
In manchen Zeiten der Geschichte
haben die Christen bisweilen Methoden der Intoleranz zugelassen.
Indem sie dem großem Gebot der Liebe nicht folgten,
haben sie das Antlitz der Kirche, deiner Braut, entstellt.
Erbarme dich deiner sündigen Kinder
und nimm unseren Vorsatz an,
der Wahrheit in der Milde der Liebe zu dienen
und sich dabei bewusst zu bleiben,
dass sich die Wahrheit nur mit der Kraft der Wahrheit selbst durchsetzt.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
R/. Amen

Kyrie, eleison; Kyrie, eleison; Kyrie, eleison.

Vor dem Kruzifix wird ein Licht entzündet.
 

III. BEKENNTNIS DER SÜNDEN GEGEN DIE EINHEIT DES LEIBES CHRISTI

Ein Vertreter der Römischen Kurie
(Kardinal Roger Etchegaray, Präsident des Komitees des Großen Jubiläums des Jahres 2000)


Lass das Eingeständnis der Sünden,
die die Einheit des Leibes Christi verwundet
und die geschwisterliche Liebe verletzt haben,
den Weg ebnen für die Versöhnung
und die Gemeinschaft aller Christen.

Stilles Gebet

Der Heilige Vater:

Barmherziger Vater,
am Abend vor seinem Leiden
hat dein Sohn darum gebetet, dass die Gläubigen in ihm eins seien:
Doch sie haben seinem Willen nicht entsprochen.
Gegensätze und Spaltungen haben sie geschaffen.
Sie haben einander verurteilt und bekämpft.
Wir rufen inständig dein Erbarmen an
und bitten dich um ein reumütiges Herz,
damit alle Christen sich in dir und untereinander aussöhnen.
In einem Leib und einem Geist vereint,
sollen sie die Freude über die volle Gemeinschaft wieder erleben dürfen.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
R/. Amen

Kyrie, eleison; Kyrie, eleison; Kyrie, eleison.

Vor dem Kruzifix wird ein Licht entzündet.
 

IV. SCHULDBEKENNTNIS IM VERHÄLTNIS ZU ISRAEL

Ein Vertreter der Römischen Kurie
(Kardinal Edward Idris Cassidy, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen)


Lass die Christen der Leiden gedenken,
die dem Volk Israel in der Geschichte auferlegt wurden.
Lass sie ihre Sünden anerkennen
die nicht wenige von ihnen
gegen das Volk des Bundes und der Seligpreisungen (muss wohl heißen: der Verheißungen oder Segnungen) begangen haben,
und so ihr Herz reinigen.

Stilles Gebet

Der Heilige Vater:

Gott unserer Väter,
du hast Abraham und seine Nachkommen auserwählt,
deinen Namen zu den Völkern zu tragen:
Wir sind zutiefst betrübt über das Verhalten aller,
die im Laufe der Geschichte deine Söhne und Töchter leiden ließen.
Wir bitten um Verzeihung und wollen uns dafür einsetzen
dass echte Brüderlichkeit herrsche
mit dem Volk des Bundes.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
R/. Amen

Kyrie, eleison; Kyrie, eleison; Kyrie, eleison.

Vor dem Kruzifix wird ein Licht entzündet.

 
V. SCHULDBEKENNTNIS FÜR DIE VERFEHLUNGEN GEGEN DIE LIEBE, DEN FRIEDEN, DIE RECHTE DER VÖLKER, DIE ACHTUNG DER KULTUREN UND DER RELIGIONEN

Ein Vertreter der Römischen Kurie
(Mons. Francois Xavier Nguyen Van Thuan, Präsident des Päpstlichen Rates "Iustitia et Pax")


Lass die Christen auf Jesus blicken,
der unser Herr ist und unser Friede.
Gib, dass sie bereuen können, was sie in Worten und Taten gefehlt haben.
Manchmal haben sie sich leiten lassen von Stolz und Hass,
vom Willen, andere zu beherrschen,
von der Feindschaft gegenüber den Anhängern anderer Religionen
und den gesellschaftlichen Gruppen, die schwächer waren als sie,
wie etwa den Einwanderern und Zigeunern.

Stilles Gebet

Der Heilige Vater:

Herr der Welt, Vater aller Menschen,
durch deinen Sohn hast du uns gebeten, auch den Feind zu lieben,
denen Gutes zu tun, die uns hassen,
und für die zu beten, die uns verfolgen.
Doch oft haben die Christen das Evangelium verleugnet
und der Logik der Gewalt nachgegeben.
Die Rechte von Stämmen und Völkern haben sie verletzt,
deren Kulturen und religiösen Traditionen verachtet:
Erweise uns deine Geduld und dein Erbarmen! Vergib uns!
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
R/. Amen.

Kyrie, eleison; Kyrie, eleison; Kyrie, eleison.

Vor dem Kruzifix wird ein Licht entzündet.

 
VI. BEKENNTNIS DER SÜNDEN GEGEN DIE WÜRDE DER FRAU UND DIE EINHEIT DES MENSCHENGESCHLECHTES


Ein Vertreter der Römischen Kurie
(Kardinal Francis Arinze, Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog)


Lasst uns für alle beten,
die in ihrer menschlichen Würde verletzt und deren Rechte unterdrückt wurden.
Lasst uns beten für die Frauen, die allzu oft erniedrigt und ausgegrenzt werden.
Wir gestehen ein, dass auch Christen in mancher Art Schuld auf sich geladen haben,
um sich Menschen gefügig zu machen.

Stilles Gebet

Der Heilige Vater:

Herr unser Gott, du bist unser Vater.
Du hast den Menschen als Mann und Frau erschaffen,
nach deinem Bild und Gleichnis.
Die Verschiedenheit der Völker
in der Einheit der Menschheitsfamilie hast du gewollt.
Doch mitunter wurde die gleiche Würde deiner Kinder nicht anerkannt.
Auch die Christen haben sich schuldig gemacht,
indem sie Menschen ausgrenzten und ihnen Zugänge verwehrten.
Sie haben Diskriminierungen zugelassen
aufgrund von unterschiedlicher Rasse und Hautfarbe.
Verzeih uns und gewähre uns die Gnade, die Wunden zu heilen,
die deiner Gemeinschaft aufgrund der Sünde noch immer innewohnen,
damit wir uns alle als deine Söhne und Töchter fühlen können.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
R/. Amen

Kyrie, eleison; Kyrie, eleison; Kyrie, eleison.

Vor dem Kruzifix wird ein Licht entzündet.

 
VII. BEKENNTNIS DER SÜNDEN AUF DEM GEBIET DER GRUNDRECHTE DER PERSON

Ein Vertreter der Römischen Kurie
(Person z.Zt. unbekannt)


Lasst uns beten für alle Menschen auf der Erde,
besonders für die Minderjährigen, die missbraucht wurden,
für die Armen, Ausgegrenzten und Letzten.
Lasst uns für diejenigen beten, die am wenigsten Schutz genießen,
für die ungeborenen Kinder, die man im Mutterleib tötet,
oder jene, die gar zu Forschungszwecken von denen benützt werden,
die Missbrauch getrieben haben
mit den von der Biotechnologie gebotenen Möglichkeiten.
So haben sie die Ziele der Wissenschaft entstellt.

Stilles Gebet

Der Heilige Vater:

Gott unser Vater,
du hörst stets auf den Schrei der Armen.
Wie oft haben dich auch die Christen nicht wiedererkannt
in den Hungernden, Dürstenden und Nackten,
in den Verfolgten und Gefangenen,
in den gerade am Anfang ihrer Existenz
schutzlos Ausgelieferten.
Für all jene, die Unrecht getan haben,
indem sie auf Reichtum und Macht setzen
und mit Verachtung die "Kleinen" straften,
die dir so am Herzen liegen,
bitten wir um Vergebung:
Erbarme dich unser und nimm unsere Reue an.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
R/. Amen

Kyrie, eleison; Kyrie, eleison; Kyrie, eleison.

Vor dem Kruzifix wird ein Licht entzündet.
 

Schlussgebet

Der Heilige Vater:

Barmherziger Vater,
dein Sohn Jesus Christus, der Richter über Lebende und Tote,
hat in der Niedrigkeit seines ersten Kommens
die Menschheit aus der Sünde befreit.
Wenn er wiederkommt in Herrlichkeit,
wird er für alle Schuld Rechenschaft fordern
von unseren Väter, von unseren Brüdern und Schwestern
und von uns, deinen Dienern.
Vom Heiligen Geist bewegt,
kehren wir mit reumütigem Herzen zu dir zurück.
Schenke uns dein Erbarmen und die Vergebung der Sünden.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.
R/. Amen
Zum Zeichen der Reue und Verehrung umarmt und küsst der Heilige Vater das Kruzifix.

Es wird das Erste Eucharistische Hochgebet von der Versöhnung I mit Eigenpräfation gebetet.

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Hostie

Die Hostie (von lat. hostia = Opfer) ist eine Oblate aus reinem Weizenmehl und Wasser, die bei der Heiligen Messe (vgl. Eucharistie) konsekriert, d. h. in den Leib Christi verwandelt wird.

Die Hostie (von lat. hostia = Opfer) ist eine Oblate aus reinem Weizenmehl und Wasser, die bei der Heiligen Messe (vgl. Eucharistie) konsekriert, d. h. in den Leib Christi verwandelt wird.

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