Preisverleihung 2015

Norwegischer Autor und Illustrator Stian Hole wird für sein Buch „Annas Himmel“ ausgezeichnet

26. Verleihung des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises 2015 in Osnabrück. (V.l.n.r.) Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück), Weihbischof Robert Brahm (Trier), Vorsitzender der Jury, Autor Stian Hole, Bischof Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), Vorsitzender der Publizistischen Kommission und Frau Saskia Heintz (Carl Hanser Verlag). © 2015 Hermann Petermann/KNA-Bild (Alle Rechte vorbehalten)

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Zum 26. Mal hat die Deutsche Bischofskonferenz heute den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen. Bei einem Festakt in Osnabrück wurde der norwegische Autor und Illustrator Stian Hole für sein Werk „Annas Himmel“ ausgezeichnet. In dem Buch erzählt er mit farbintensiven Bildern tröstliche und hoffnungsvolle Gedanken zum himmlischen Jenseits, indem er das Mädchen Anna nach dem Tod seiner Mutter gedanklich durch den Himmel reisen lässt, wo sich die menschliche Sehnsucht nach endgültigem Glück erfüllt. Dabei erörtert Hole religiöse Vorstellungen von Tod und Jenseits auf eine künstlerisch komplexe und dennoch für Kinder zugängliche Weise. Die Jury unter Vorsitz von Weihbischof Robert Brahm (Trier) hat das diesjährige Preisbuch aus 230 Titeln ausgewählt, die von 69 Verlagen eingereicht wurden.


In ihrer Laudatio würdigte Dr. Heidi Lexe, Jurymitglied des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises, Stian Hole für die faszinierende Bildlichkeit seines Buches, das eine paradiesische Jenseitsvorstellung erzeuge, die nicht in der Trauer um den Verlust verharre, sondern die Hoffnung und den Glauben an ein Danach akzentuiere. „Er endet nicht dort, wo die Schicksalsglocken läuten und unsere Trauer uns an das Vergangene bindet. Er endet auch nicht dort, wo wir lernen, diese Trauer in unser diesseitiges Leben zu integrieren.“ Vielmehr bewege sich „Annas Himmel“ im Spannungsfeld vom Entspringen eines neuen Lebens aus dem alten. „Aus diesen Bildern lässt sich Kraft und Trost schöpfen. Sie zeigen, dass Anna nicht zum Objekt ihrer Trauer wird, sondern aktiv nach jenem Himmel sucht, in dem ihre Mutter nun ist. Sie findet damit einen Weg, dieses Stück Himmel auch auf Erden spürbar und sichtbar zu machen“, hebt Lexe hervor. So zeichne Holes Buch das ewige Leben im Himmel als einen Ort „jenseits von Raum und Zeit“, als ein biblisches Paradies, an dem „der Mensch bei Gott ist“. Darin glücke es Hole zum einen, das für die menschliche Vorstellungskraft schwer zu greifende abstrakte ‚Jenseits‘ zu veranschaulichen; zum anderen spiegele sich in diesen Bildern die Erfahrung eines personalen Gottes, der den Menschen in den Blick nimmt. „Aus dieser Gnade entspringt Annas Fähigkeit, das Leben als Fragestellung des Menschen an Gott gleichermaßen wie als Fragestellung an den Menschen zu begreifen“, so Lexe. Aufgrund dieser feinsinnigen theologischen Zeichensetzungen von Jenseits und Ewigem Leben sei „Annas Himmel“ ein „Bilderbuch, das im wahren Wortsinn unendlich beglückt“.

In seinem Grußwort lobte Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) „Annas Himmel“ für das Vermögen, uns „für die ermutigende Kraft des Geistes Gottes, den wir in Welt, Gesellschaft und Kirche so sehr nötig haben“, zu öffnen, da es „das Kernthema unseres christlichen Glaubens an Erlösung, Heil und ewiges Leben“ anspreche. In diesem Zusammenhang hob er auch die Bedeutsamkeit des Lesens hervor: „Jeder kennt diese wunderbare Erfahrung, sich in ein Buch hineinzulesen, in die dort beschriebene Welt einzutreten und der Phantasie für die innere Ausgestaltung und den persönlichen Aufbau der Kulisse vor dem inneren Auge Raum zu geben.“

Auch der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), würdigte in seinem Grußwort Stian Holes Buch für sein „himmlisches Thema“. Die Frage nach dem Jenseits erfordere von Erwachsenen das Einlassen auf etwas Unbekanntes, das Hoffen auf mehr, „dass der Tod nicht das Ende ist“, so Bischof Fürst. Sich den Himmel bildhaft vorzustellen, darin seien besonders Kinder die wahren Meister. Dem Preisträger sei es gelungen, „den Himmel in den buntesten Farben und kühnsten Bildern“ zu malen, die Hoffnung und Trost spendeten.

Stian Hole bedankte sich bei der Jury für die Auszeichnung. „Ich war sehr stolz und dankbar, als ich gehört habe, dass ‚Annas Himmel‘ den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2015 erhält.“ Bücher seien wie Vögel, „die die Fantasie auf Reisen schicken und uns Grenzen überwinden lassen“, sagte der Autor. Besonders das Bilderbuch eröffne einen Raum für Dialog zwischen der Sicht eines Kindes und der eines Erwachsenen, „der Funken zwischen Herz und Gehirn schlägt, zwischen Spiel und Beharrlichkeit. Einen Raum für Zweifel, Neugier und Fragilität. Zwischen Erinnerungen und Träumen, Sehnsucht und Wunder. Das Bilderbuch wird zu einem Ort, an dem Wort und Bild einander brauchen und miteinander interagieren, nicht aber verpflichtet sind, das gleiche zu sagen“, hob Hole hervor.

Zum Autor
Stian Hole wurde 1969 in Hokksund im Osten Norwegens geboren und lebt heute mit seiner Familie in Oslo. Er absolvierte ein Studium der Visuellen Kommunikation an der Staatlichen Kunstgewerbe-Schule in Oslo. Mit Kollegen gründete er eine Agentur, die auf Buchgestaltung und Typografie spezialisiert ist. International bekannt wurde Hole durch das 2009 erschiene Werk „Garmans Sommer“, das von Vergänglichkeit, Abschied und Angst vor dem unbekannten Neuen handelt und für das er unter anderem mit dem Brage-Preis, dem wichtigsten Literaturpreis Norwegens, dem Bologna Ragazzi Award sowie dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 ausgezeichnet wurde. Stian Hole zählt zu den gefragtesten Illustratoren und innovativsten Bilderbuchkünstlern Skandinaviens.


Dr. Heidi Lexe, Jurymitglied des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises
Laudatio auf den Preisträger

Bischof Dr. Gebhard Fürst, Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz
Grußwort

Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Bischof von Osnabrück
Grußwort

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