Bischofssynode 2015

Nachsynodales Schreiben

Im Anschluss an eine Römische Bischofssynode verkündet der Papst das Ergebnis der Beratungen in einem Nachsynodalen Schreiben (Adhortatio Apostolica postsynodalis). Die Schreiben richten sich je nach Gegenstand der jeweiligen Synode an einzelne Gruppen oder an alle Gläubigen. Das Nachsynodale Schreiben der Bischofssynoden 2014 und 2015 wurde am 8. April 2016 um 12 Uhr veröffentlicht.

Zum Nachsynodalen Schreiben (Wortlaut, Internetseite des Vatikans)

Die deutschen Synodenteilnehmer: (V.l.n.r.) Aloys und Petra Buch, Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof Dr. Heiner Koch, Abtpräses Jeremias Schröder OSB © KNA/Romano Siciliani

Papst Franziskus hatte 2015 erneut zu einer Bischofssynode eingeladen. Vom 4. bis 25. Oktober 2015 traf die XIV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode unter dem Thema „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ in Rom zusammen. Im Unterschied zur Außerordentlichen Generalsversammlung, bei der ausschließlich die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen teilnehmen, werden bei der Ordentlichen Generalversammlung die Bischofskonferenzen je nach Größe durch ein bis vier gewählte Vertreter repräsentiert. Insgesamt nahmen rund 270 Patriarchen, Kardinäle und Bischöfe an der Synode teil. Hinzu kamen zahlreiche Berater und Gasthörer (Auditoren).

Wie bei Bischofssynoden üblich, hatte der Vatikan jeweils ein vorbereitendes Dokument (Lineamenta) veröffentlicht. Dieses Vorbereitungsdokument umfasste eine theologische Hinführung zum Thema der Synode und einen Fragenkatalog, mit dem das Synodensekretariat in Rom die Ortskirche eingebunden hat.

Die Lineamenta der XIV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode 2015 mit dem Fragebogen für die Fortsetzung der Synode finden Sie hier:

  • Lineamenta - XIV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode 2015 (Gesamtdokument mit Fragebogen)
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  • Auszug Fragebogen Lineamenta - XIV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode 2015
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Teilnehmer der Synode aus Deutschland

Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat am 24. Februar 2015 die Delegierten für die im Oktober in Rom stattfindende Bischofssynode gewählt. Gemäß den Statuten der Synode mussten aus Deutschland drei Mitglieder der Bischofskonferenz gewählt werden: Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Heiner Koch (Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie) und Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Vorsitzender der Pastoralkommission).

Im Falle einer Verhinderung der gewählten Mitglieder der Synode hat die Vollversammlung als Vertreter Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Vorsitzender der Jugendkommission) und Weihbischof Wilfried Theising (stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie) gewählt.

Als Vertreter der Union der Generaloberen der Orden ist Alterzabt Jeremias Schröder OSB, Abtpräses der Benediktinerkongregation von St. Ottilien, ebenfalls bei der Synode. Prof. Dr. Michael Sievernich SJ, emeritierter Professor für Pastoraltheologie an der Universität Mainz und der Jesuiten-Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main, ist der einzige deutschsprachige Berater der Synode.

Deutsches Ehepaar als Gasthörer

Petra und Aloys Buch sind Gasthörer bei der Synode im Oktober 2015. © KNA

Petra und Aloys Buch aus dem niederrheinischen Korschenbroich haben zusammen mit 16 weiteren Paaren aus aller Welt zu den wenigen Laien gehört, die an der Synode teilnahmen. Als Gasthörer (sogenannte Auditores) konnten sie den Kardinälen, Bischöfen, Ordensleuten und auch dem Papst selbst von ihren persönlichen Erfahrungen berichten.

Petra Buch (Jg. 1954) und Aloys Buch (Jg. 1951) sind seit 1976 verheiratet, haben drei Kinder und fünf Enkelkinder. Petra Buch studierte Latein, Philosophie und Sozialwissenschaften in Mainz und machte das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien. Seit 1992 ist sie Studienrätin am Ricarda-Huch-Gymnasium in Krefeld. Aloys Buch studierte Theologie, Philosophie und Pädagogik in Mainz und promovierte in Philosophie. 2010 wurde er zum Diakon im Zivilberuf geweiht.

Aloys Buch war Bundesleiter der Katholischen Studierenden Jugend, Mitglied der Gemeinsamen Synode der deutschen Bistümer und Geschäftsführer der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk sowie Generalsekretär von Missio (Aachen). Danach war er längere Zeit in der Wirtschaft tätig. Außerdem ist Aloys Buch seit 1975 Dozent für Moraltheologie am interdiözesanen Priesterseminar Lantershofen sowie seit 2012 Professor für Christliche Sozialwissenschaften an der Ukrainischen Katholischen Universität (UCU) in Lemberg in der Ukraine.

 

Hintergrund: Was ist eine Bischofssynode?

Die Bischofssynode ist ein Beratungsorgan des Papstes, das 1965 von Papst Paul VI. durch das Motu Proprio Apostolica Sollicitudo eingerichtet wurde. Im Zuge des II. Vatikanischen Konzils reifte die Idee der Synode als Element der kollegialen Beratung des Papstes durch die Bischöfe.

Bischofssynode 2008 - Bischöfe in der Kirche Sankt Paul vor den Mauern beim Eröffnungsgottesdienst. © KNA

Papst Paul VI. am 22. September 1974 über die Bischofssynode:
"Sie ist eine kirchliche Einrichtung, die wir im Blick auf die Zeichen der Zeit, mehr aber noch mit dem Versuch, den göttlichen Plan und die Verfassung der katholischen Kirche in ihrer ganzen Tiefe zu deuten, nach dem II. Vatikanischen Konzil beschlossen haben mit dem Ziel, die Einheit und Zusammenarbeit der Bischöfe der ganzen Welt mit dem Apostolischen Stuhl durch gemeinsames Studium der Lage der Kirche und die einträchtige Lösung all jener Fragen bezüglich ihrer Sendung zu fördern. Sie ist kein Konzil, kein Parlament, sondern eine Synode besonderer Art."

In Fragen von gesamtkirchlichem Belang gibt es die „Ordentliche Generalversammlung“. In aktuellen Belangen tritt die „Außerordentliche Generalversammlung“ zusammen, die sich unter anderem aus den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zusammensetzt. In Fragen von regionaler Bedeutung gibt es die „Sonderversammlung“.

Die Bischofssynode ist nicht entscheidungsbefugt und unterscheidet sich damit vom allgemeinen Konzil. Die Synode unterstützt den Papst bei der Bewahrung der Einheit der Gesamtkirche durch gegenseitige Information und Beratung im Bezug auf Glaube, Sitte und Disziplin. In der Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode werden die Bischofskonferenzen je nach Größe durch gewählte Vertreter repräsentiert. Auch Delegierte der Ostkirchen und Ordensgemeinschaften nehmen an der Synode teil. Zuletzt gab es ein solches Zusammentreffen 2008 zum Thema „Das Wort Gottes im Leben und der Sendung der Kirche“. Die Synode untersteht dem Papst direkt und unmittelbar. Er leitet sie selbst oder durch einen Delegierten und bestimmt den Gegenstand der Beratung. Als ständiges Organ im Dienst der Synode dient das Generalsekretariat. Unter Leitung eines vom Papst ernannten Generalsekretärs, stellt es eine Verbindung zwischen den verschiedenen Versammlungen der Synode her.

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