Dossier Vollversammlung

Halbjährliches Treffen der deutschen Bischöfe

Zur Vollversammlung, dem obersten Gremium der Deutschen Bischofskonferenz, treffen sich alle katholischen Orts- und Weihbischöfe in Deutschland und der Apostolische Exarch der Ukrainer regelmäßig im Frühjahr und im Herbst. An vier Tagen werden zahlreiche Gespräche geführt, Beschlüsse gefasst und Arbeitssitzungen abgehalten. Die Vollversammlung, die nicht öffentlich stattfindet, ist das höchste Gremium der katholischen Kirche in Deutschland.

Die Zahl der Mitglieder beträgt zurzeit 67 (Stand: Januar 2016).

Die Deutsche Bischofskonferenz bei der Herbst-Vollversammlung 2015 in Fulda. © Ralph Sondermann

Traditionell treffen sich die Bischöfe zur Herbst-Vollversammlung in Fulda, wo sich das Grab des heiligen Bonifatius befindet, der als „Apostel der Deutschen“ verehrt wird. Die Orte der Frühjahrs-Vollversammlung wechseln jährlich.

 

Frühjahrs-Vollversammlung 2016 in Kloster Schöntal

Vom 15. bis 18. Februar 2016 findet in Kloster Schöntal (Bistum Rottenburg-Stuttgart) die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz statt. An ihr nehmen 66 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz unter Leitung des Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, teil.

Während der Frühjahrs-Vollversammlung werden die Bischöfe einen Studientag unter dem Thema „Kultur der Aufnahme und der Solidarität – die Herausforderungen durch Flüchtlinge und Migranten“ durchführen. Geplant ist die Verabschiedung eines Leitbildes der katholischen Flüchtlingsarbeit, das der Sonderbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße, vorstellen wird. Am Studientag nehmen neben zahlreichen anderen Experten auch der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, und der Innenminister des Freistaates Bayern, Joachim Herrmann, teil, die sich bei einem Podiumsgespräch den Fragen der deutschen Bischöfe stellen. Während des Studientages werden die globalen Migrationsbewegungen erörtert und Flucht und Migration als politische Herausforderungen analysiert. Außerdem fragt der Studientag nach den karitativen und pastoralen Aufgaben der Kirche. Als Referenten werden unter anderem Volker Türk (Beigeordneter Flüchtlingshochkommissar des UNHCR, Genf) und Kardinal Francesco Montenegro (Erzbischof von Agrigent und Präsident der Caritas Italien) erwartet.
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Rückblick: Herbst-Vollversammlung 2015 in Fulda

Vom 21. bis 24. September 2015 hat in Fulda die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz stattgefunden. An ihr nahmen 65 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz unter Leitung des Vorsitzenden, Kardinal Reinhard Marx, teil.

Während der Herbst-Vollversammlung haben die Bischöfe über die aktuellen Herausforderungen der Flüchtlingsproblematik gesprochen. In den beiden ersten Tagen haben sie sich mit Experten aus der Flüchtlingsarbeit, kommunalen Vertretern und ehrenamtlichen Helfern beraten. Weitere Schwerpunkte der Vollversammlung waren der kurz zuvor beendete Dialogprozess der Deutschen Bischofskonferenz sowie die Planungen zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit. Außerdem stand auf der Tagesordnung die Vorbereitung der Weltbischofssynode in Rom unter dem Thema „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“.

Zum Abschluss der Vollversammlung haben die Deutsche Bischofskonferenz zur Festakademie „50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil“ eingeladen, die am Donnerstag, den 24. September 2015, von 15.00 Uhr bis 17.30 Uhr im Maritim-Hotel Fulda stattand. Der hl. Papst Johannes XXIII. umschrieb die Aufgabe des von ihm einberufenen Konzils mit „Aggiornamento“. Die Deutsche Bischofskonferenz sieht dieses „Ins-Heute-Bringen des Glaubens“ mehr denn je als die zentrale Mission der Kirche an. Dazu hat es einen Vortrag von Kardinal Karl Lehmann (Mainz) und eine Podiumsdiskussion während der Festakademie gegeben. Die Veranstaltung war presseöffentlich. Über das Programm informiert ein Flyer.

An der Eröffnungssitzung der Vollversammlung am Montag, den 21. September 2015, hat der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, teilnehmen. Als Gäste anderer Bischofskonferenzen waren Erzbischof Dr. Wiktor Skworc (Kattowitz, Polen) sowie Weihbischof Vincent Dollmann (Straßburg, Frankreich) anwesend.

Allgemeiner Ablauf

Was beraten die Bischöfe in Ihren Vollversammlungen?

Mit einem Gottesdienst im Dom zu Fulda beginnen die Bischöfe jeweils im Herbst ihre Tagung. © KNA-Bild

In der Vollversammlung treffen die deutschen Bischöfe organisatorische und inhaltliche Entscheidungen für die Kirche in Deutschland. Neben den Sitzungen der Vollversammlung im großen Saal finden sich regelmäßig kleinere Arbeitsgruppen zusammen, die inhaltliche Fragen diskutieren, um sie anschließend dem großen Plenum vorzustellen. Fester Bestandteil der Vollversammlung ist auch der Studientag zu einem zentralen Thema der Beratungen, an dem Expertenvorträge gehört und Gespräche geführt werden.

 

Eine wichtige organisatorische Aufgabe ist alle sechs Jahre die Wahl des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Gewählt werden kann jeder Diözesanbischof bis zum Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren. Darüber hinaus gehört ebenfalls im Turnus von sechs Jahren die Wahl des Sekretärs der Deutschen Bischofskonferenz, der den ständigen Sitz der Bischofskonferenz in Bonn leitet – das so genannte Sekretariat – zu den Aufgaben der Vollversammlung. Zuletzt haben diese Wahlen im März 2014 stattgefunden.

Für viele Sachbereiche gibt es Bischöfliche Kommissionen wie zum Beispiel die Kommission für Erziehung und Schule oder Dienststellen der Deutschen Bischofskonferenz. Die Vollversammlung der Bischöfe entscheidet auch über deren Einrichtung und personelle Besetzung und erlässt die jeweiligen Geschäftsordungen.

Warum Fulda?

Virtueller Rundgang durch den Hohen Dom zu Fulda.

Im Hohen Dom zu Fulda ist das Grab des heiligen Bonifatius, der als „Apostel der Deutschen“ von den katholischen Bischöfen besonders verehrt wird. Während der Vollversammlung im Herbst sind die Bischöfe regelmäßig Gäste des Bistums Fulda.

Sie beziehen für vier Tage Zimmer im Priesterseminar, feiern täglich Gottesdienst im Dom und treffen sich zu regelmäßigen Arbeitssitzungen.

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