Geschichte der Deutschen Bischofskonferenz

Kurzfassung

1848 kamen die deutschen Bischöfe erstmals zu einer Konferenz in Würzburg zusammen. 1867 entstand die Fuldaer Bischofskonferenz als feste Einrichtung, die ihre kirchenrechtliche Verankerung jedoch erst über ein Jahrhundert später durch das Zweite Vatikanische Konzil erhielt.

Die kirchenpolitischen Auseinandersetzungen des 19. Jahrhunderts, aber auch die mit den demokratischen Freiheiten gegebenen neuen Möglichkeiten, führten um die Mitte dieses Jahrhunderts zu einem verstärkten gemeinsamen Vorgehen sowohl bei den Laien (erster "Katholikentag" 1848) als auch bei den Bischöfen. Ihre gemeinsamen Beratungen ergänzen die bisherigen regionalen Zusammenkünfte.

Entwicklung der Bischofskonferenz in Deutschland:

  • 1848
    Erste deutsche Bischofskonferenz in Würzburg
  • 1867
    Erste Bischofskonferenz in Fulda "am Grabe des hl. Bonifatius" und Institutionalisierung der Konferenz

Die Konferenz versteht sich als freier Zusammenschluss, ihre Beschlüsse sind nicht rechtlich bindend. Paragraph 1 der Geschäftsordnung legt fest: "Die bischöflichen Konferenzen bezwecken nicht, den deutschen Episkopat als eine Gesamtheit zu vertreten, die kirchlichen Synoden zu ersetzen oder legislatorisch tätig zu sein..."

  • 1873
    Die Konferenzen in Fulda finden ohne die bayerischen Bischöfe statt, die sich zu eigenen Beratungen in Freising treffen. Unter dem Druck der politischen Verhältnisse stoßen sie 1933 wieder zur Fuldaer Bischofskonferenz.
  • 1965
    Kirchenrechtliche Anerkennung und Richtlinien für die Errichtung nationaler Bischofskonferenzen durch das Zweite Vatikanische Konzil (Dekret "Christus Dominus" Nr. 37 und 38).
  • 1966
    Deutsche Bischofskonferenz

Die Fuldaer Bischofskonferenz gibt sich gemäß den kirchenrechtlichen Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils ein neues Statut und heißt von nun an "Deutsche Bischofskonferenz".

Neben den Oberhirten sind jetzt auch die Weihbischöfe sowie die Apostolischen und kanonischen Visitatoren Mitglieder der Bischofskonferenz.

Als Tagungsort der jährlichen Herbstvollversammlung wird Fulda festgelegt. Die Frühjahrsvollversammlungen finden an wechselnden Orten statt.

  • 1976 Berliner Bischofskonferenz
    Mit der Verfestigung der deutschen Teilung nach dem Mauerbau 1961 wird die Teilnahme der ostdeutschen Bischöfe an den Vollversammlungen der Deutschen Bischofskonferenz durch die Behörden der DDR verhindert. Die pastoralen Erfordernisse führen zu eigenen Versammlungen der Bischöfe der DDR - zunächst unter dem Namen "Berliner Ordinarienkonferenz" - und 1976 zur Errichtung der "Berliner Bischofskonferenz". Ausdrücklich wird betont, dass ihre Errichtung keine Anerkennung der deutschen Teilung bedeute.

  • 1990
    Vereinigung beider Konferenzen durch Dekret des Heiligen Stuhls. Es gibt nur noch die "Deutsche Bischofskonferenz".

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