| Pressemeldung | Nr. 120

Gesprächsprozess der deutschen Bischöfe in Hannover

Forum „Die ‚Zivilisation der Liebe’ – unsere Verantwortung in der freien Gesellschaft“

Im vergangenen Jahr fand die Auftaktveranstaltung des Gesprächsprozesses der deutschen Bischöfe in Mannheim statt. Sie war einer Standortbestimmung gewidmet: „Im Heute glauben. Wo stehen wir?“. Vom 14. bis 15. September 2012 findet in Hannover das nächste Gesprächsforum statt. Es steht unter dem Leitwort „Die ‚Zivilisation der Liebe’ – unsere Verantwortung in der freien Gesellschaft“ und rückt die Diakonie als einen zentralen Lebensvollzug der Kirche in den Mittelpunkt.

Bei der Entwicklung des diesjährigen Forums haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, und die verantwortliche bischöfliche Steuerungsgruppe des Gesprächsprozesses (Kardinal Reinhard Marx, Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck) die in Mannheim formulierten Erwartungen berücksichtigt. Auf diese Weise wird ein Zeichen für die konsequente Fortsetzung des Gesprächsprozesses gesetzt. Drei Themenfelder werden die Teilnehmer in Hannover besonders diskutieren:

Zur Verwirklichung der Nächstenliebe (Diakonia) gehört, dass die Kirche
1.    ein positives Verhältnis zur gesellschaftlichen Vielfalt entwickelt,
2.    den Menschen in ihrer „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst“ (Zweites
       Vatikanisches Konzil) nah und
3.    bei ihrer Diakonie gesellschaftlich initiativ, politisch präsent und wirksam ist.

Im Blick auf diese Themenfelder sollen in Hannover Aspekte zusammen getragen werden, die zu einem „Bauplan“ auf dem Weg zu einer „Zivilisation der Liebe“ (Papst Johannes Paul II.) beitragen.

In seiner Einladung zum Gesprächsforum in Hannover schreibt Erzbischof Zollitsch: „Wenn wir im Rahmen des Gesprächsprozesses in diesem Jahr wieder zu einer Großveranstaltung zusammen kommen, dann tun wir dies als hörende und dienende Kirche, die dem Auftrag ihres Herrn für ihren Dienst in der Welt immer besser gerecht werden will. Wir kommen zusammen, um uns im Hören auf Gott und aufeinander auf den Weg der Kirche in die Zukunft einzulassen.“ Das Gesprächsforum sei keine parlamentarische Versammlung, so Zollitsch, aber es gehe um das Hören aufeinander, so dass es „auch Überraschungen geben kann, wenn wir offen für das Wirken des Heiligen Geistes sind. Wir vertrauen auf die unterschiedlichen Begabungen, mit denen Gott uns alle ausgestattet hat. Wir wollen sie fruchtbar einbringen für einen Weg, den wir nur gemeinsam beschreiten können.“

Auch in diesem Jahr haben die deutschen Bischöfe für das Gesprächsforum eine Teilnehmerschaft eingeladen, die der inneren Vielfalt der katholischen Kirche in Deutschland entspricht. An der Veranstaltung nehmen rund 40 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz, haupt- und ehrenamtliche Vertreter der 27 deutschen Bistümer sowie Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, der kirchlichen Bewegungen und geistlichen Gemeinschaften, des Deutschen Caritasverbandes, der Deutschen Ordensobernkonferenz und der katholischen theologischen Fakultäten teil.

Der Gesprächsprozess der deutschen Bischöfe wurde auf der Herbst-Vollversammlung 2010 in Fulda beschlossen. Die Gesamtlinie des Prozesses haben die deutschen Bischöfe während ihrer Frühjahrs-Vollversammlung in Paderborn 2011 in einem gemeinsamen Wort „Im Heute glauben“ veröffentlicht. Der Gesprächsprozess ist auf fünf Jahre angelegt. Wegmarken dieses Prozesses waren die Auftaktveranstaltung im vergangenen Jahr in Mannheim, der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland und der 98. Deutsche Katholikentag in Mannheim. Weitere Schwerpunkte bilden der Nationale Eucharistische Kongress 2013 in Köln, der Katholikentag 2014 in Regensburg und das Jubiläum zum 50. Jahrestag des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils 2015. Die Deutsche Bischofskonferenz hat außerdem in Entsprechung zu den Lebensvollzügen der Kirche (Diakonia, Liturgia, Martyria) Jahresthemen definiert, die dem Gesprächsprozess eine Struktur geben: Nachdem 2012 die Diakonia im Mittelpunkt steht, werden es 2013 „Liturgia: Die Verehrung Gottes heute“ und 2014 „Martyria: Den Glauben bezeugen in der Welt von heute“ sowie 2015 „Im Heute glauben: Wo Gott ist, da ist Zukunft“ sein.


Hinweis:

Das Programm zu dem Gesprächsforum in Hannover finden Sie untenstehend zum Herunterladen.