Hilfsprojekte der Bistümer, Orden und Hilfswerke
Angesichts der großen Zahl von Menschen, die in Deutschland Schutz suchen, hat die Kirche ihr Engagement für Flüchtlinge seit 2015 kontinuierlich ausgeweitet und weiterentwickelt.
Die Initiativen der Bistümer, Caritasverbände, Kirchengemeinden, Ordensgemeinschaften und kirchlichen Gruppen decken das ganze Spektrum der Flüchtlingshilfe ab: Neben materieller wird auch seelsorgliche Unterstützung geleistet; neben Rechts- und Verfahrensberatung werden auch Maßnahmen zur Sprach- und Integrationsförderung angeboten; neben Berufsberatungs- und Bildungsangeboten gibt es auch besondere Hilfeleistungen für minderjährige Flüchtlinge; und neben der Bereitstellung von Unterkünften wird auch für psychologische und ärztliche Betreuung gesorgt.
„Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.“
(Lev 19,33-34)
Sonderfonds der Diözesen stellen dabei sicher, dass den Flüchtlingen rasch und unkompliziert geholfen werden kann. Das vielfältige ehrenamtliche Engagement in den Kirchengemeinden zeugt von einer weitverbreiteten Willkommenskultur. Der Einsatz der Kirche für Flüchtlinge ist jedoch nicht auf Deutschland beschränkt, sondern atmet den Geist der weltweiten Solidarität. So stellen etwa die kirchlichen Hilfswerke umfangreiche Angebote für Flüchtlinge in den Krisenregionen zur Verfügung. Zahlreiche dieser Hilfsprojekte verstehen sich darüber hinaus – soweit dies angesichts von Krieg und Gewalt möglich ist – auch als Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen. In der öffentlichen Debatte tritt die Kirche als Anwältin der Flüchtlinge und Schutzbedürftigen auf. Die kirchlichen Verantwortungsträger setzen klare Zeichen für die Solidarität mit Flüchtlingen sowie gegen fremdenfeindliche Tendenzen und weisen beharrlich auf Missstände in der Asyl- und Flüchtlingspolitik hin.
Übersicht: Hilfsprojekte der (Erz-)Bistümer, Orden und Hilfswerke
Ein festes Dach über dem Kopf zu haben, ist zweifellos ein menschliches Grundbedürfnis. Im Bistum Aachen stellen viele Pfarreien, Ordensgemeinschaften und das Bistum Flüchtlingen Wohnungen und Häuser zur Verfügung. Um weiteren geeigneten Wohnraum zu schaffen, unterstützt das Bistum die Pfarrgemeinden mit finanziellen Mitteln. Auf diese Weise konnten ca. 470 Flüchtlinge untergebracht werden.
Doch Flüchtlingsarbeit geht im Bistum Aachen weit über die bloße Wohnraumbeschaffung hinaus. Schwerpunkt ist eine gelingende Integration. Eine zentrale Rolle nehmen hier die Caritas und die Fachverbände ein. Die Betreuungs- und Hilfsangebote von vielen Haupt- und Ehrenamtlichen reichen von Sprachunterricht und Hausaufgabenhilfe über Beratungsangebote bis hin zu Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung. In enger Zusammenarbeit mit den Gemeindesozialarbeitern der Caritas sind Flüchtlingsseelsorger Ansprechpartner für Flüchtlinge und Ehrenamtliche. Das Forum in Mönchengladbach bietet zudem gezielt Schulungen für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit an. Um all dies zu ermöglichen, hat das Bistum Aachen allein im Jahr 2015 rund 3,9 Millionen Euro für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung gestellt. Für 2016 hat das Bistum bis jetzt rund 2,4 Millionen Euro bereitgestellt.
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Das Bistum Augsburg hat zu Beginn der Flüchtlingskrise im Herbst 2014 schnell und umfassend reagiert: Zahlreiche Flüchtlinge wurden in kirchlichen Einrichtungen untergebracht; mit 1.145 Flüchtlingen, davon 631 unbegleitete Minderjährige, wurde die Höchstzahl im August 2016 erreicht. Pfarreien, Orden, Verbände, kirchliche Einrichtungen und Initiativen begleiten und unterstützen die Schutzsuchenden in ihrem Alltag. In vielen Orten haben sich Helferkreise gebildet. Ein besonderer Akzent liegt auf der Flüchtlings-/Asylsozialberatung: Von der diözesanen Caritas wurden im Jahr 2017 rund 3.600 Menschen unterstützt. In der Unterbringung, Betreuung, Schulung und Weiterbildung von minderjährigen Flüchtlingen sind vornehmlich auch Träger der Jugendhilfe tätig, insbesondere die Katholische Jugendfürsorge sowie die Kolping Akademie. Aus dem Bistumshaushalt wurden im Jahr 2017 rund 875.00 Euro für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt.
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Die Erzdiözese Bamberg unterstützt lokale kirchliche Organisation im Globalen Süden und Osteuropa, um Flüchtlingskrisen – soweit es geht – im Ursprungsland oder den angrenzenden Ländern zu begegnen. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ist die Ukraine Schwerpunktland. Die Beratungszahlen des Caritasverbandes in der Erzdiözese Bamberg zur Migrations- und Integrationsberatung zeigen: Die Zahl der Klienten aus der Ukraine ist seit 2022 (ca. 500 Klienten) kontinuierlich gewachsen und hat sich in 2024 bei minimalem Rückgang bei ca. 1400 eingependelt.
Projektpartnern in der Ukraine wurden seit 2022 aus Kirchensteuermitteln rund 900.000 Euro zur Linderung der Kriegsfolgen zur Verfügung gestellt. Schwerpunkte sind finanzielle Unterstützung für Unterkunft und Verpflegung von Binnenflüchtlingen sowie (Trauma-)Therapien für Kriegsveteranen und deren Familien. Außerdem unterstützt die Erzdiözese Bamberg Erholungsmaßnahmen für Kinder und Wiederaufbauprojekte. Vereinzelt wurden auch entsprechende Projekte im Libanon, der Demokratische Republik Kongo und im Südsudan gefördert.
Die Unterstützung Geflüchteter hat sich in vielen Kirchengemeinden verfestigt und ist zu einer pastoralen Aufgabe geworden. Das nach wie vor hohe Engagement der Ehrenamtlichen verändert sich durch die sich intensivierenden Aufgaben, etwa 1:1-Begleitung im Rahmen von Lotsenprogrammen sowie Nachfragen zum Kirchenasyl. Für ehrenamtlich Engagierte werden Qualifizierungs- und Austauschformate flexibel, bedarfsorientiert und vor Ort organisiert.
Vereinzelte Anfragen (vorwiegend) muslimischer Geflüchteter nach dem christlichen Glauben haben dazu geführt, dass in den angesprochenen Gemeinden mit Unterstützung des Internationalen Pastoralen Zentrums (IPZ) individuelle Wege der Taufvorbereitung gegangen werden, teils in Englisch oder mit Sprachmittlung. Es wird an einem Konzept für die Seelsorge gearbeitet.
Der Caritasverband für das Erzbistum Berlin e. V. betreibt neben diversen Beratungsdiensten eine Gemeinschaftsunterkunft (GU) und eine Notunterkunft inklusive Beratungsangeboten für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge in Berlin sowie Wohnverbünde und zwei weitere GU im Landkreis Oder-Spree im Süden Brandenburgs.
Um den Schutz vor Gewalt an Frauen, Kindern und anderen besonders schutzbedürftigen Personen in den Einrichtungen weiter zu erhöhen und präventiv zu wirken, werden im Caritasverband hierzu verschiedene Projekte in den Gemeinschaftsunterkünften umgesetzt. Der Vormundschaftsverein der Caritas vermittelt vermehrt auch Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (Stand Anfang 2018: 350 bestehende Vormundschaften). Die haupt- und ehrenamtlichen Vormünder achten auf das Wohl des Mündels sowie eine angemessene Unterbringung, schulische Betreuung, medizinische Versorgung und rechtliche Vertretung.
Die Malteser im Erzbistum Berlin betreiben derzeit eine Notunterkunft mit Platz für 600 Bewohner. An zwei Zentren engagieren sich ehrenamtliche Integrationslotsen, die geflüchtete Menschen bei alltäglichen Herausforderungen unterstützen, z. B. der Suche nach einer Schule, der Kinderbetreuung, dem Arztbesuch oder der Begleitung bei Behördengängen. Ab Februar 2018 betreiben die Malteser in Berlin-Charlottenburg die neue Jugendhilfeeinrichtung Ancora Nova, die auch jungen unbegleiteten Flüchtlingen eine Heimat bietet.
Weitere spezifische Beratungs-, Betreuungs- und Bildungsangebote in katholischer Trägerschaft sind z. B. die Beratungsstelle SOLWODI (Solidarity with Women in Distress/Solidarität mit Frauen in Not) mit Fokus auf Frauen, die Opfer von Menschenhandel wurden; die Bildungsstätte JACK für geflüchtete schutzbedürftige Frauen mit Kinderbetreuung; der Jesuiten-Flüchtlingsdienst als Mitglied der Berliner Härtefallkommission; Verfasser politischer Stellungnahmen und Seelsorger an der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung Brandenburgs in Eisenhüttenstadt sowie das Hilfswerk Misereor mit Zuständigkeit für Gemeinden in ganz Ostdeutschland. Mit der Katholischen Akademie Berlin bestehen Kooperationen im Bereich interreligiöser Dialog.
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Das Bistum Dresden-Meißen hat einen Flüchtlingshilfefonds in Höhe von 150.000 Euro eingerichtet, der vom Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen verwaltet wird. Damit sollen Einzelhilfen geleistet werden, z. B. für Haushaltsgegenstände, Bekleidung, Anwaltskosten. Einen Antrag auf solche Einzelhilfen können die Dekanatscaritasverbände und die Pfarrer stellen. Im Auftrag der Kommunen leisten mehrere Dekanatscaritasverbände Flüchtlingssozialarbeit. Die Caritasverbände auf Diözesan- und Regionalebene treten in politischen Gesprächen und in der Gremienarbeit für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ein.
Ehrenamtlich engagieren sich Mitglieder der katholischen Pfarreien für die in ihrem Gebiet untergebrachten Flüchtlinge und Asylbewerber – durch das Angebot von Sprachkursen, gemeinsamen Ausflügen und Fußballspielen, Begleitung zu Ämtern –, häufig in Zusammenarbeit mit den Caritasverbänden. Der Diözesancaritasverband bietet Fortbildungen und Informationsmaterial für die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen an.
Auf Initiative von Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB hat das Bistum Eichstätt Anfang Oktober 2014 die ehemalige Maria-Ward-Realschule in Eichstätt mietfrei als Erstaufnahmeeinrichtung zur Verfügung gestellt. Allein für den Bezug dieser Unterkunft hat das Bistum 100.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Die Erstaufnahmeeinrichtung wurde im Juli 2017 geschlossen, da die Zahlen der neu ankommenden Geflüchteten so weit zurückgingen, dass sie in anderen Unterkünften untergebracht werden konnten.
Im Juli 2016 wurde die Stelle einer Flüchtlingsbeauftragten geschaffen, die beim Malteser Hilfsdienst e. V. angesiedelt ist. Das Referat mit Standorten in Eichstätt und Neumarkt i. d. OPf. koordiniert und begleitet die Ehrenamtlichen und vernetzt Akteure. Die Angebote reichen von Sprachunterricht und Hausaufgabenhilfe über Informationsveranstaltungen und Freizeitgestaltung bis hin zur Unterstützung bei der Wohnungssuche und beruflichen Integration. Vor allem in ländlichen Gebieten spielen ehrenamtliche Helferkreise der Pfarreien eine wichtige Rolle bei der alltäglichen Unterstützung von Asylsuchenden.
Zwischen 2016 und 2022 war ein Flüchtlingsseelsorger für das gesamte Bistumsgebiet sowie ein Pastoralreferent in der Abschiebungshaft in Eichstätt tätig. Seit 2023 übernimmt ein ehrenamtlicher Seelsorger diese Aufgabe. Die Begleitung durch Gespräche und spirituelle Angebote richtet sich sowohl an Geflüchtete als auch an Beschäftigte in der Einrichtung. Es handelt sich um ein rein pastorales Angebot.
Eine weitere Anlaufstelle für Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, ist die Caritas im Bistum Eichstätt. Sie unterhält im gesamten Bistumsgebiet Stellen für Flüchtlings- und Integrationsberatung. Weitere Verbände wie das Kolping-Bildungswerk oder In Via sind im Bereich Integrationskurse, Gesundheitsvorsorge oder Förderung geflüchteter Mädchen und Frauen aktiv. Auch die Pfarreien unterstützen Asylsuchende unter anderem mit ehrenamtlichen Helfergruppen und der Bereitstellung von Wohnungsraum.
Im Jahr 2017 wurde an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt das Zentrum Flucht und Migration gegründet. Es arbeitet in den Bereichen Forschung, Bildung, Dialog und Transfer.
Der Diözesan-Caritasverband unterhält im gesamten Bistumsgebiet Stellen für Flüchtlingssozial- und Migrationsberatung, Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer sowie Jugendmigrationsdienste. In Weimar werden geflüchtete Frauen im Flüchtlingsfrauenprojekt gezielt unterstützt. In Mühlhausen hat die Caritas ein „Psychosoziales Zentrum für Geflüchtete“ eingerichtet. Die Villa Lampe in Heiligenstadt, das Caritas Kinder- und Jugendheim St. Vinzenz sowie die Malteser Werke in Erfurt betreuen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Malteser bieten thüringenweit eine mobile Beratungssprechstunde zum Thema Gesundheit für Geflüchtete an. Für die Ehrenamtlichen gibt es bei der Caritas, bei den Maltesern und im bischöflichen Ordinariat Ehrenamtskoordinatoren, die vor Ort Ehrenamtliche begleiten, Patenschaften vermitteln sowie Weiterbildungen und Begegnungsveranstaltungen durchführen. In Erfurt und Mühlhausen wird für Menschen mit Rückkehrwunsch die Rückkehrberatung der Caritas angeboten.
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Im Ruhrgebiet mit seiner jahrhundertelangen Migrations-Geschichte verfügen katholische Einrichtungen über einen großen Erfahrungsschatz bei der Betreuung von Flüchtlingen. Viele Geflüchtete leben inzwischen in privatem Wohnraum; für sie ist es besonders wichtig, den Anschluss an die Gesellschaft zu finden. Weil die Kirche und ihre Caritas die Hilfen für bedürftige Menschen nicht von Herkunft oder Weltanschauung abhängig machen, hat das Bistum Essen in enger Kooperation mit dem Caritasverband im Ruhrbistum seinen im Jahr 2015 dringend benötigten Flüchtlingshilfefonds nun zu einem Sozialfonds erweitert. Er unterstützt Projekte der Beheimatung, Integration oder Teilhabe.
Neben der professionellen Flüchtlingsbetreuung leisten Kirchengemeinden und Verbände einen wichtigen Beitrag zur Förderung und Integration von Geflüchteten. Von Begegnungscafés über gemeinsame Freizeitgestaltung bis hin zu Patenschaften für einzelne Personen oder Familien bieten Ehrenamtliche persönliche Kontakte, Begleitung und vor allem Beziehung an.
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Weltweit sind knapp 66 Millionen Menschen auf der Flucht. Nur ein sehr kleiner Teil davon erreicht Europa und noch weniger Deutschland. Die Flüchtlinge, die zu uns kommen, wurden in ihrer Heimat wegen ihrer Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder ethnischen Herkunft verfolgt. Terror und Krieg bedrohte ihr Leben oder existenzielle materielle Not und Hoffnungslosigkeit haben sie zur Flucht getrieben.
Mit Blick auf die stark gestiegene Zahl der Flüchtlinge hat Erzbischof Stephan Burger Kirchengemeinden und Menschen in der Nachbarschaft von geplanten Flüchtlingsunterkünften um verstärkte Mithilfe gebeten. „Es gibt nach wie vor eine enorm große Hilfsbereitschaft. Wir müssen Menschen, die vor Krieg, Gewalt und Elend geflohen sind und dauerhaft hier bleiben können, willkommen heißen, auf sie zugehen, mit ihnen ins Gespräch kommen und sie integrieren. Dann werden auch wir durch sie bereichert.“
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In 2017 stellte das Bistum Fulda insgesamt 1.000.000,00 Euro an Geldern für die Arbeit in der Flüchtlingshilfe zur Verfügung. Der Caritasverband für das Bistum Fulda ist vom Bischof mit der Koordination der Flüchtlingshilfe beauftragt worden. In seinen Regionalcaritasverbänden an den Standorten Kassel, Fulda und Hanau werden aktuell 3.800 Flüchtlinge in 55 Gemeinschaftsunterkünften sowie 200 UMA/UMF im Rahmen der Jugendhilfe betreut. Die Betreuung an den Standorten und in den Einrichtungen sowie die dazu notwendige Koordination übernehmen 120 hauptamtliche Mitarbeiter. In der Arbeit werden sie von 700 Ehrenamtlichen unterstützt. Die Arbeit in der Flüchtlingsbetreuung wird unterstützt und ergänzt durch die Migrationsdienste an den Standorten Kassel, Fulda und Hanau sowie die vorgehaltenen Regeldienste.
Das Netzwerk Flüchtlingshilfe im Bistum Fulda koordiniert die Flüchtlingsarbeit der katholischen Akteure wie Caritas, BDKJ, SKF, KAB, Kolping etc. und deren Engagement in stationären Maßnahmen in Gemeinschaftsunterkünften und offenen Angeboten der Beratung, Begegnung, Sprachkursen und Integrationsmaßnahmen in Bildung und Ausbildung. Im Sommer 2017 veranstaltete das Netzwerk einen Fachtag gegen Rassismus und Populismus.
Mit der Vergabe des „Preises für Solidarität“, der erstmals im März 2017 vergeben wurde, wurde das ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingshilfe gewürdigt. Das Flüchtlingsprojekt der Pfarrgemeinde in Fulda-Pilgerzell wurde neben anderen Preisträgern für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.
Die sozialpolitische Lobbyarbeit für Flüchtlinge muss vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung aufmerksam begleitet und durch Positionierungen zu Einzelfragen in der politischen Debatte (z. B. Aussetzung des Familiennachzuges für Flüchtlinge mit subsidiärem Status, Abschiebungen und Qualität der Asylverfahren für Flüchtlinge aus sogenannten sicheren Drittstaaten) unterstützt werden.
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Das Bistum Görlitz hat die syrischen Flüchtlinge in Görlitz mit der Finanzierung von Sprachkursen unterstützt. Einen eigenen Flüchtlingsfonds hat das Bistum (noch) nicht eingerichtet. Es hilft Flüchtlingsfamilien punktuell bei Bedarf. „Diese Familien sind eine Bereicherung für uns. Fremde sind immer eine Bereicherung“, sagte Bischof Wolfgang Ipolt am Rande der Begegnung mit Flüchtlingen aus Aleppo (Syrien) unlängst in Görlitz. Es sei nur bedauerlich, „dass sie unter diesen Umständen zu uns kommen“. Die syrischen Christen kämen aber nicht grundlos nach Deutschland. „Ihnen ist dort die Existenzgrundlage entzogen. Und sie sorgen sich um das Wohl ihrer Kinder“, so Bischof Ipolt.
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Viele Arme und Benachteiligte kommen aus Krisenregionen und Kriegsgebieten nach Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg. Sie suchen nach einem meist langen und leidvollen Weg neue Perspektiven. Diese Menschen will das Erzbistum Hamburg mit dem Hilfsfonds „Hilfen für Flüchtlinge“ unterstützen. Der Fonds hilft Gemeinden, Gruppen und engagierten Menschen weiter, die Flüchtlingsarbeit anbieten oder aufbauen wollen.
Im Grenzdurchgangslager Friedland unterhält der Caritasverband für die Diözese Hildesheim e. V. mehrere Beratungsangebote für Spätaussiedler:innen, Geflüchtete sowie eine Kleiderkammer. Darüber hinaus verfügen vierzehn Caritasverbände im Bistum über Migrationsberatungsstellen für Geflüchtete. Einige dieser Beratungsstellen bieten gemeinsam mit Ehrenamtlichen Integrationsprojekte an, zum Beispiel Sprachcafés, die Begegnung und Austausch fördern.
Das Referat für Ehrenamt und Engagementförderung des Diözesancaritasverbandes unterstützt und berät Ehrenamtliche sowie Initiativen im Bistum bei ihrem Engagement.
Das Raphaelswerk in Hannover bietet individuelle und ergebnisoffene Perspektiv-, Rückkehr- und Weiterwanderungsberatung für Rückkehrinteressierte und ausreisepflichte Personen an.
Aktion Neue Nachbarn – Gemeinsam für Begegnung, Hilfe und Integration
Seit 2014 bringt die Aktion Neue Nachbarn Engagierte, Ehrenamtliche, Kirchengemeinden, Verbände und Flüchtlingsberatungsstellen im Erzbistum Köln zusammen. Ziel ist es, Geflüchteten mit offenen Herzen zu begegnen, Initiativen zu stärken und Integration nachhaltig zu fördern. Dafür investierte das Erzbistum Köln in den vergangenen zehn Jahren rund 63,8 Millionen Euro in Projekte vor Ort sowie in stark von Flucht und Migration betroffene Länder.
Über 20.000 Menschen haben sich bereits ehrenamtlich eingebracht. Heute koordinieren 20 hauptamtliche Integrationsbeauftragte die Flüchtlingsarbeit in allen 15 Stadt- und Kreisdekanaten. Sichtbare Zeichen dieser Solidarität waren das Flüchtlingsboot, das 2016 am Kölner Dom als Altar diente und später als Mahnmal ins Haus der Geschichte kam, oder die 23.000 Glockenschläge im Jahr 2015, die an die Opfer auf dem Mittelmeer erinnerten.
Neben solchen Aktionen stehen konkrete Hilfen im Mittelpunkt: Rund 38.500 Geflüchtete besuchten bisher die kostenlosen Sprachkurse, bis zu 200 Jobpatenschaften eröffneten den Einstieg in den Arbeitsmarkt, und verschiedene Wohnprojekte schaffen neuen Lebensraum für Einheimische und Zugewanderte. Heute engagieren sich über 10.000 Ehrenamtliche für eine Willkommens- und Integrationskultur. Damit sie gestärkt bleiben, bietet die Aktion Neue Nachbarn Beratung, Supervision und geistliche Begleitung.
Die Initiative zeigt: Jeder Mensch verdient ein Zuhause und Gemeinschaft – und aus Nachbarschaft wächst echte Verbundenheit.
Das Bistum Limburg engagiert sich im Rahmen seines Projektes „Willkommenskultur für Flüchtlinge“ in der Flüchtlingsarbeit. Für das Projekt hat das Bistum bisher insgesamt 3,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Es arbeitet eng mit dem diözesanen Caritasverband zusammen. Mit den Mitteln wurden unter anderem die regionalen Beratungsangebote für Flüchtlinge ausgebaut – beispielsweise in der Schwangerenberatung, Ehrenamtskoordination und Wohnraumhilfe. Außerdem wurden im Jahr 2017 165 Projekte ehrenamtlicher Initiativen – etwa Sprachkurse oder Begegnungstreffen – unterstützt. In kirchlichen Immobilien des Bistums leben schätzungsweise 900 Flüchtlinge. Darunter sind auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Qualifizierung Ehrenamtlicher. Hierzu wurden seit 2015 220.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Projektbeauftragte baut außerdem ein Netzwerk ehrenamtlicher Initiativen und Gruppen im Bistum Limburg auf.
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Mit der Flüchtlingshilfe Sachsen-Anhalt unterstützt das Bistum Magdeburg Flüchtlinge, die nach Sachsen-Anhalt kommen. Laut Gründungsurkunde gilt diese Hilfe „Menschen, die aus lebensbedrohlichen Krisengebieten nach Sachsen-Anhalt kommen beziehungsweise gekommen sind, in prekären Lebenssituationen und unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus“. Die Unterstützung wird auf der Grundlage christlicher Nächstenliebe gegenüber jedermann gewährt, ungeachtet seiner Religion, Herkunft, Hautfarbe und seines Geschlechts.
Das Bistum Magdeburg hat dafür zunächst einen Fonds eingerichtet, in den bislang 250.000 Euro eingegangen sind, darunter 90.000 Euro vom Bistum selbst. Regelmäßig findet eine Kollekte in den Gemeinden des Bistums statt. In den Fonds kann jeder einzahlen, der das Anliegen unterstützen möchte. Viele Bürger des Landes haben diese Möglichkeit zu helfen, bereits genutzt. Verwendet werden diese Spenden unter anderem für Hilfen bei Familienzusammenführung, für Fahrtkosten, zur Unterstützung bei Ausbildung und Arbeitssuche und bei Beschaffen von Beglaubigungen und Gutachten. Die Verwaltung des Fonds liegt in den Händen des Caritasverbandes.
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Die am 10. Mai 2016 von Kardinal Karl Lehmann gegründete Johannes Stiftung Bistum Mainz setzt ihren Schwerpunkt auf die Förderung von Bildung, Erziehung und Chancengerechtigkeit von Kindern und jungen Menschen mit Migrationshintergrund im Gebiet des Bistums Mainz. Im Zentrum der Stiftungsarbeit steht das Schülerstipendium, welches lernwilligen Schülerinnen und Schülern Unterstützung bietet, um einen guten Bildungsabschluss zu erreichen und damit den Grundstein für eine erfolgreiche berufliche und persönliche Zukunft zu legen. Im Herbst 2017 konnten erstmals 55 Stipendien an neuzugewanderte Kinder und Jugendliche vergeben werden.
Längerfristig angelegte Integrationsmaßnahmen für zugewanderte Menschen übersteigen oft die Möglichkeiten der Gemeinden vor Ort. So wurde Ende des Jahres 2014 die zentrale Stabsstelle Migration und Integration – heute Abteilung Migration und Integration – im Bischöflichen Ordinariat eingerichtet, die aus Eigenmitteln und Spenden eine Vielzahl von Programmen, Projekten und Initiativen fördert oder auch selbst initiiert und realisiert (Fördersumme 2017: 1,0 Mio. Euro). Der Schwerpunkt der Arbeit der Abteilung liegt derzeit auf Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen sowie von Gewalt betroffenen Frauen. Im Zentrum der Abteilungsarbeit steht die Johannes Stiftung Bistum Mainz.
Im Erzbistum München und Freising besteht ein breit aufgestelltes und starkes Netzwerk in der Flüchtlingshilfe. Unterstützt wird dieses Hilfsnetz durch die Abteilung FAMI (Flucht, Asyl, Migration und Integration) durch eine enge Kooperation mit den karitativen Verbänden sowie einer Vielzahl von zivilgesellschaftlichen Akteuren.
Die Erzdiözese stellt jährlich mehrere Millionen Euro an Zuschüssen für die katholische Flüchtlingshilfe bereit. Finanziert werden damit unter anderem die Asyl- und Migrationsberatung sowie psychologische und therapeutische Hilfsangebote des Diözesan-Caritasverbands. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung ehrenamtlichen Engagements, unter anderem durch Zuschüsse für professionelle Ehrenamtskoordinator:innen. Ebenfalls gefördert werden zahlreiche Bildungsangebote und Projekte, die der Integration geflüchteter Menschen im Erzbistum dienen. Über den Hilfsfonds „Konkrete Hilfen“ können gezielt niedrigschwellige Einzelfallhilfen an notleidende geflüchtete Menschen ausbezahlt werden.
Durch die Abteilung FAMI werden zudem Kirchenasyl-Unterbringungen in Pfarreien und Ordensgemeinschaften vermittelt sowie fachliche Konzepte entwickelt und umgesetzt (z. B. Trauerbegleitung für geflüchtete Menschen).
Im Bistum Münster verstehen wir die Integration Geflüchteter als bleibende Aufgabe aus christlicher Verantwortung. Kirche und Caritas wirken dabei mit vielen Partnern in Gesellschaft, Bildung und Arbeitswelt zusammen.
Unverzichtbar ist das ehrenamtliche Engagement: Zahlreiche Menschen schenken Zeit und Nähe, begleiten Familien, unterstützen bei Sprache, Wohnen und Arbeit. Hauptamtliche Koordinatorinnen und Koordinatoren stärken dieses Engagement durch Beratung, Fortbildungen und Begleitung.
Eine juristische Referentin berät Gemeinden im Bereich Kirchenasyl. Zudem steht eine Flüchtlingsbeauftragte Geflüchteten wie auch Bürgerinnen und Bürgern bei Fragen und Anliegen zur Seite.
Über die konkrete Hilfe hinaus wollen wir die Öffentlichkeit sensibilisieren: Integration bedeutet nicht nur Ankommen, sondern auch die Stärkung von Demokratie, Solidarität und einem Miteinander, das von christlicher Nächstenliebe getragen ist.
Im Bistum Osnabrück gewährleisten die regionalen Caritasverbände und der Sozialdienst katholischer Männer (SKM) die professionelle Flüchtlingshilfe. Ziel ist es, Menschen mit Fluchterfahrung und Migrationshintergrund in allen Phasen ihrer Ankunft und ihres Aufenthalts in Deutschland zu begleiten und zu unterstützen.
Die Angebote umfassen:
- Beratung im Asylverfahren: Geflüchtete werden individuell und vertraulich zu ihren Rechten und Möglichkeiten im Asylverfahren informiert und beraten. Die Beratungsstellen stehen den Menschen bei allen Fragen rund um den Asylantrag, der Anhörung sowie bei behördlichen Abläufen unterstützend zur Seite.
- Aufenthaltsrechtliche Beratung: Die Beratungsstellen bieten Orientierung und Unterstützung bei aufenthaltsrechtlichen Fragen – z. B. zu Aufenthaltstiteln, Duldung, Familiennachzug oder möglichen Perspektiven nach dem Asylverfahren.
- Begleitung bei der Integration: Die Beratungsstellen unterstützen geflüchtete Menschen auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland – sprachlich, beruflich und sozial. Dazu gehören unter anderem:
- Vermittlung von Sprachkursen und Bildungsangeboten
- Beratung zur Arbeitsmarktintegration und Qualifizierung
- Förderung der sozialen Teilhabe und Vernetzung im Gemeinwesen
Die Arbeit basiert auf dem Grundsatz der Menschlichkeit und dem festen Glauben an die Würde jedes Einzelnen – unabhängig von Herkunft, Religion oder Aufenthaltsstatus.
Zehn Jahre „Wir schaffen das“ – Engagement, das trägt
Als Angela Merkel im Sommer 2015 sagte: „Wir schaffen das“, war das mehr als ein politisches Statement – es wurde zum gesellschaftlichen Auftrag. Zehn Jahre später zeigt sich: Die Herausforderungen waren groß, aber das Engagement war größer. Im Erzbistum Paderborn haben unzählige Ehrenamtliche und Hauptamtliche mit Herzblut und Ausdauer daran gearbeitet, geflüchteten Menschen ein würdiges Ankommen und eine echte Perspektive zu ermöglichen.
Diese Hilfe ist kein einmaliger Kraftakt, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der kreative Lösungen, verlässliche Strukturen und menschliche Nähe braucht. Das Erzbistum Paderborn unterstützt diese Arbeit mit gezielten Maßnahmen, Projekten und Förderprogrammen.
Was wir tun – konkrete Unterstützung für Geflüchtete
1. Flüchtlingsfonds – gezielt fördern, wirksam helfen
Der Flüchtlingsfonds unseres Erzbistums startete bereits im Oktober 2014 mit zunächst einer Million Euro. In der Zwischenzeit sind über 2.700 Anträge gestellt und knapp 7 Millionen Euro bewilligt worden. Auch heute stehen weiterhin Mittel zur Verfügung, um lokale Initiativen, innovative Projekte und akute Bedarfe zu unterstützen. Der Fonds ist ein flexibles Instrument, das dort hilft, wo andere Ressourcen fehlen.
2. „Engagementförderung“ aus Mitteln des Diözesan-Caritasverbandes – Engagement nachhaltig stärken
Der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn stellt Caritas- und Fachverbänden gezielt Mittel zur Verfügung, um Lücken in der Flüchtlingsarbeit zu schließen, vor allem Personalkosten. Ob Schulungen für Ehrenamtliche, neue Begegnungsformate oder die Entwicklung niedrigschwelliger Angebote – das Projekt fördert Engagement dort, wo es gebraucht wird. Antragstellende Verbände beteiligen sich über einen Zeitraum von drei Jahren mit durchschnittlich 50 Prozent an den Kosten.
3. Fachdienste für Integration und Migration – lokal verankert
An über 24 Standorten im Erzbistum leisten die Fachdienste für Integration und Migration der Caritas im Erzbistum Paderborn unverzichtbare Arbeit. Sie begleiten Geflüchtete bei der Erstaufnahme, beraten in sozialen und rechtlichen Fragen und fördern die gesellschaftliche Teilhabe durch individuelle Unterstützung und Gruppenangebote. Nach der Erteilung eines sicheren Aufenthaltstitels geht es Hand in Hand mit der Integration weiter. Das Bundesprogramm Migrationsberatung für Erwachsene (MBE; gefördert durch das BAMF/BMI) begleitet die Menschen bis zu drei Jahre bei Ihrer Integration in die Gesellschaft und Arbeitswelt.
4. Caritaskoordination – Brücke zwischen Pastoral und Sozialarbeit
Der Fachdienst Caritaskoordination ist eine zentrale Schnittstelle zwischen kirchlichem Engagement und professioneller Flüchtlingshilfe. Er begleitet die Aktivitäten im Dekanat, berät bei Projektideen und ist Ansprechpartner für alle Anträge an den Flüchtlingsfonds. So wird sichergestellt, dass Hilfe nicht nur gut gemeint, sondern auch gut gemacht ist.
Gemeinsam weitergehen – für eine solidarische Gesellschaft
Zahlreiche Initiativen im Erzbistum Paderborn blicken auf ein zehnjähriges Bestehen zurück. Die Erfahrungen der letzten zehn Jahre zeigen: Integration gelingt dort, wo Menschen sich begegnen, wo Strukturen flexibel auf neue Herausforderungen reagieren und wo Solidarität gelebt wird. Das Erzbistum und seine Caritas bleiben auch in Zukunft ein verlässlicher Partner – für Geflüchtete, für Engagierte und für eine Gesellschaft, die niemanden zurücklässt.
Im Sommer 2015 erreichten große Flüchtlingsströme Deutschland, auch das Bistum Passau wurde als Grenzregion damit konfrontiert. Seitdem haben sich Strukturen und Unterstützungsangebote etabliert und stetig weiterentwickelt: Integrations- und Hilfsangebote bleiben fest in den Arbeitsfeldern der Caritas und den Verbänden der Kirche verankert, z. B. durch die Flüchtlings- und Integrationsberatung des Caritasverbandes für die Diözese Passau e. V., welche Ratsuchende zu unterschiedlichen Themen berät und bei Bedarf auch weitervermittelt, z. B. in Sprachkurse.
In der Praxis arbeiten haupt- und ehrenamtliche Akteure zusammen, um Aufnahme, Orientierung und Teilhabe zu ermöglichen. Ehrenamtliche Helfer:innen werden vielerorts von einer Integrationslotsung unterstützt. Zudem wurden ehrenamtliche Ausfüllhilfen und Dolmetscherdienste initiiert. Neben kirchlichen Mitteln fließen nun auch Fördermittel von Ländern, Kommunen und Spenden ein. Ortsspezifisch arbeiten die vier Fachdienste mit ihren insgesamt 18 hauptamtlichen Mitarbeitenden (Stand 2025) mit Kooperationspartnern der umliegenden Städte und Landkreise sowie vielen Netzwerkpartnern eng zusammen, um Barrieren abzubauen und Chancen für eine gelingende Integration zu schaffen. Auch Anfragen zur Aufnahme ins Kirchenasyl nehmen stetig zu.
Zusätzlich erhalten junge Menschen mit Migrationshintergrund von 12-27 Jahren eine Beratungsmöglichkeit durch den Jugendmigrationsdienst, der individuelle Angebote und professioneller Beratung bei schulischen, beruflichen und sozialen Integrationsprozessen anbietet.
In katholischen Einrichtungen im Bistum Regensburg wurden bislang 230 Plätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Weitere 150 sind aktuell in Planung. Außerdem hat die Katholische Jugendfürsorge in Regensburg eine zentrale Inobhutnahmestelle für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet. Sie wird vom Regensburger Kinderzentrum St. Vincent in Kooperation mit der Lernwerkstatt der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V. organisiert. Gleichzeitig trägt die Kirche im gesamten ostbayerischen Raum die Beratung und Begleitung der Flüchtlinge. Die Kirche ist Ansprechpartner für die Menschen, begleitet sie zu Ärzten, Behörden, beim Einkauf, sorgt für Sprachunterricht, hilft mit psychotherapeutischer Betreuung, wenn die Menschen unter den Folgen von Krieg, Terror und Gewalt leiden. Dabei sind vor allem auch die Initiativen in Pfarreien und Verbänden wichtig, die sich bereits seit mehreren Jahren einsetzen. Denn für die Flüchtlinge ist es wichtig, willkommen zu sein, sich menschlich angenommen zu fühlen und Menschen zu begegnen, die ihnen Nähe, Zeit und liebevolle Zuwendung schenken.
Nach Angaben der Regierungen Niederbayerns und der Oberpfalz sind insgesamt derzeit etwa 8.000 Bewohner in den Gemeinschaftsunterkünften und dezentralen Unterkünften im Bistum untergebracht. Die Arbeit des Bistums für Flüchtlinge ist sehr vielfältig und setzt sich aus einer großen Zahl einzelner Initiativen zusammen, beispielsweise hat die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) zusammen mit einigen Arbeitsbereichen der Universität und der OTH die Initiative CAMPUSAsyl gegründet. Außerdem schaffen viele Pfarreien Raum zur Unterbringung von Flüchtlingen oder für Unterricht und Betreuung, z. B. die Pfarrei Sankt Josef in Weiden oder die Pfarrei Reinhausen.
Die Diözese Rottenburg-Stuttgart und ihr Caritasverband engagieren sich seit vielen Jahren in der Flüchtlingshilfe. Inspiriert durch das Vorbild ihres Diözesanpatrons, des Heiligen Martin von Tours, stehen eine Ethik und Spiritualität des Teilens im Zentrum ihrer Pastoral und Caritasarbeit. Dieses Selbstverständnis findet in der Sorge um geflüchtete Menschen einen besonderen Schwerpunkt.
Um die Flüchtlingshilfe langfristig und strukturiert aufzubauen, hat der Diözesanrat seit 2013 über 80 Millionen Euro aus dem diözesanen Haushaltsüberschuss für die Flüchtlingshilfe bereit gestellt und in den nachfolgenden Jahren regelmäßig aufgestockt. Diese Mittel werden jeweils zur Hälfte für die Fluchtursachenbekämpfung in den Herkunftsländern und für die Flüchtlingshilfe in der Diözese Rottenburg-Stuttgart verwendet.
Diözesane Flüchtlingshilfe: Über 740 Anträge (Stand August 2025) wurden bisher für Projekte, Maßnahmen und Individualhilfen gestellt und in Höhe von über 34 Millionen Euro bewilligt. Großes Augenmerk liegt dabei auf dem Aufbau einer langfristigen und nachhaltigen Struktur in der Diözese im Bereich der psychosozialen Versorgung, der Begleitung von Ehrenamtlichen und für Gruppen mit besonderem Schutzbedarf.
Weltkirchliche Flüchtlingshilfe: Es wurden fast 400 Anträge für Projekte der Flüchtlingshilfe weltweit mit einem Fördervolumen von 43,85 Mio. Euro bewilligt (Stand August 2025). In 37 Ländern wurden damit kirchliche Partner, vor allem diözesane und nationale Caritasorganisationen sowie der Jesuitische Flüchtlingshilfsdienst JRS, in die Lage versetzt, Geflüchteten angemessene Hilfen vor Ort zukommen zu lassen.
Die Jahreskampagne des Deutschen Caritasverbandes unter dem Motto „Zusammen sind wir Heimat“ wollte bewusst die Engführung der gesellschaftlichen Auseinandersetzung auf die „Flüchtlingsfrage“ aufbrechen, um das grundlegende Recht eines jeden Menschen herauszustellen, in einer gesicherten Heimat leben zu können. Die Kampagne wurde in der Vorbereitung auf die Bundestagswahl mit der Social-Media-Aktion „Wählt Menschlichkeit“ konkretisiert.
Obwohl die Zahl der in Deutschland Schutz suchenden Menschen deutlich zurückgegangen ist, bleibt die Flüchtlingsarbeit in der Diözese Speyer mit der gemeinsamen Aktion „Teile und helfe“ von Caritasverband und Bischöflichem Ordinariat ein wesentliches Standbein unseres anwaltschaftlichen Handelns.
Zahlen, Daten und Fakten:
Gremien
- Bis Oktober 2017 35 Sitzungen der „Task Force Flüchtlingshilfe“ von Caritas, Bischöflichem Ordinariat und Malteser-Hilfsdienst;
- sechs zumeist mehrtägige Einsätze der Sonderarbeitsgruppe aus Bischöflichem Ordinariat und Caritas zum „Kirchenasyl“.
Sonderzuwendungen aus Kirchensteuermittel
Für 2016 und 2017 konnten mit rund 1 Million Euro durchgeführt werden:
- Verfahrensberatung in den Landesaufnahmestellen Zweibrücken, Kusel und Speyer;
- Ehrenamtskoordination in Speyer, Landau, Germersheim;
- Ausbau der Schwangerschaftsberatung in Kaiserslautern und Saarpfalz;
- vier zusätzliche Bundesfreiwilligendienst-Stellen für Flüchtlinge;
- zusätzliche Mini-Jobs in unseren Sozialkaufhäusern;
- Rückkehrberatung in Ludwigshafen;
- Jugendmigrationsberatung in Ludwigshafen, Rhein-Pfalz-Kreis, Speyer.
Durch diese „Selbstfinanzierung“ konnten von Januar 2017 bis Ende Oktober 2017 weitere öffentliche Mittel in Höhe von rund 500.000 Euro akquiriert werden.
Flüchtlingshilfefonds der Caritas
Aus diesem Spendentopf konnten folgende Hilfestellungen gegeben werden:
- Familienzusammenführung: 64.000 Euro;
- Rechtsberatung: 55.000 Euro;
- Integrationshilfen: 30.000 Euro;
- Sprachförderung: 20.000 Euro.
Somit konnten bisher Hilfen von 109.000 Euro aus dem allein aus Spenden finanzierten Fonds ermöglicht werden.
Insgesamt ergab sich aus allen Sondermitteln für den Zeitraum von Oktober 2015 bis Oktober 2017 ein Gesamtvolumen von 2.359.192,75 Euro für die Flüchtlingsarbeit der Caritas im Bistum Speyer.
Solidaritätsnetz im Bistum Trier – für gesellschaftlichen Zusammenhalt
Seit 2014 engagiert sich das Bistum Trier gemeinsam mit dem Diözesan-Caritasverband Trier für geflüchtete Menschen. Mit dem Projekt „willkommens-netz.de“ (2015–2020) wurde eine breite Struktur aufgebaut, um Willkommens- und Integrationskultur zu fördern und Ehren- und Hauptamtliche zu stärken.
Auf diesen Erfahrungen baut seit 2021 das Solidaritätsnetz auf. Es richtet sich an alle, die von Ausgrenzung, Armut oder sozialer Benachteiligung betroffen sind. Ziel ist es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und solidarische Netzwerke vor Ort zu fördern.
Aktuelle Maßnahmen des Solidaritätsnetzes:
- Netzwerker*innen-Stellen bei örtlichen Caritasverbänden, Familienbildungsstätten und in Pastoralen Räumen: Vernetzung und Unterstützung für Menschen in Not sowie für Engagierte.
- Fonds für soziale Teilhabe: finanzielle Unterstützung für lokale Projekte sowie die Familienzusammenführung.
- Verfahrens- und Traumaberatung: Unterstützung in asyl- und aufenthaltsrechtlichen Fragen sowie psychosoziale Begleitung für Menschen mit Fluchterfahrung.
Das Solidaritätsnetz versteht sich als offenes, lernendes Netzwerk, das flexibel auf gesellschaftliche Herausforderungen reagiert – von der Geflüchtetenhilfe bis zu Projekten gegen Einsamkeit oder für Demokratiebildung.
Im Offizialatsbezirk Oldenburg gibt es eine zunehmende Anzahl lokal von den Verbänden und Pfarreien organisierter Flüchtlingsinitiativen. Zudem unterstützt das Bischöflich Münstersche Offizialat Vechta Maßnahmen zur Flüchtlingshilfe mit insgesamt 250.000 Euro. Im Landkreis Cloppenburg unterstützt das Offizialat eine hauptamtliche Beratung für Flüchtlinge. Einige Immobilien in der Region werden und wurden als Unterkünfte gebaut und ausgebaut.
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Im Bistum Würzburg ist die Aufnahme, Begleitung und Qualifizierung von Geflüchteten und Migranten in vielen Arbeitsbereichen sichtbar: Der Caritasverband bietet flächendeckend die Asylsozialberatung, die Integrations- und Rückkehrberatung. Für die Begleitung von Ehrenamtlichen sind in den Regionen Ehrenamtskoordinatoren eingesetzt und Mitarbeiter der Gemeindecaritas unterstützen die Arbeit in den Pfarreiengemeinschaften. Die adäquate gesundheitliche Versorgung ist ein großes Anliegen des Missionsärztlichen Instituts – in einer großen Gemeinschaftsunterkunft wird dafür ein Modellprojekt für Bayern durchgeführt. Die Erlöserschwestern betreiben eine Gemeinschaftsunterkunft für besonders schutzbedürftige Asylbewerber. Wohnräume für anerkannte Asylbewerber werden in einzelnen Pfarreien und vom katholischen Siedlungswerk zur Verfügung gestellt. Ein Aufruf des Weihbischofs wirbt für weitere Anstrengungen, auch im privaten Bereich. Unterstützt wird diese Aktion von den vier Fachstellen der Caritas für Wohnungsvermittlung an Bedürftige und Migranten. Integrationskurse und Deutschunterricht finden u. a. über die Kolping-Akademie, bei der Gemeinschaft Sant’Egidio und bei Don Bosco statt. Für die Qualifizierung von Kita-Mitarbeitern, Beratungsdiensten, pastoralen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen werden regelmäßig Fortbildungen durchgeführt.
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Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen, zu denen insbesondere die Flüchtlinge zählen. In Lateinamerika sind Millionen Menschen unterwegs: Kinder, Jugendliche und Erwachsene verlassen ihre Heimat, weil sie ohne Arbeit und Bildungsmöglichkeiten in bitterer Armut und unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. Sie fliehen vor der Gewalt, wie zum Beispiel in El Salvador, dem gefährlichsten Land der Welt außerhalb von Kriegsgebieten. Dort verbreiten die Mara-Jugendbanden Angst und Schrecken. Auch in Mexiko ziehen viele von Ort zu Ort, fliehen vor der Gewalt, die von den Drogenkartellen ausgeht.
Armut und Gewalt lassen Menschen zu Flüchtlingen werden. Auch Lateinamerika hat ein Flüchtlingsproblem. Im vergangenen Jahr hat Adveniat insgesamt rund 2.500 Projekte mit 40 Millionen Euro gefördert, darunter auch zahlreiche Projekte zugunsten von Flüchtlingen wie beispielsweise:
- die Migrantenpastoral der Kirche in Mexiko, den Bau und den Unterhalt von Migrantenherbergen sowie die Unterstützung bei dem Neubeginn nach der Flucht;
- die humanitäre und medizinische Hilfe der Kirche in Kolumbien für Flüchtlingskinder aus Venezuela;
- die Pastoralarbeit von Ordensschwestern in Honduras zur Gewaltprävention jugendlicher Binnenmigranten;
- die Pastoral für die haitianischen Migranten in der Dominikanischen Republik durch die Ausbildung von Katecheten und Mitarbeitenden sowie die Instandsetzung eines Sozialzentrums von Ordensschwestern;
- das Jugend-Projekt „Promuevo Sonrisas para el futuro“ (Lächeln fördern für eine Zukunft), das 300 Jugendlichen im Bistum Santa Ana in El Salvador eine Schul- und Berufsausbildung und Zukunftsperspektiven in der Heimat bietet.
Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken zeigt sich seit vielen Jahren solidarisch mit Geflüchteten und Einwanderern, die in Deutschland und Europa Zuflucht suchen. Das international tätige Hilfswerk fördert Projekte in den Diaspora-Regionen in Nordeuropa, im Baltikum und in Deutschland und unterstützt im Bereich der Hilfe für Geflüchtete unter anderem folgende Projekte:
- Im lettischen Saldus haben Ehrenamtliche der Malteser eine Suppenküche ins Leben gerufen, die die Not der Menschen in der 10.000-Einwohner-Stadt zu lindern versucht. Unter den Bedürftigen sind viele Ukrainerinnen und Ukrainer, die nach dem Überfall Russlands auf ihr Land ins Baltikum geflohen sind.
- Mit seiner Verkehrshilfe hat das Bonifatiuswerk in den vergangenen Jahren zahlreiche Gemeinden bei der Anschaffung von BONI-Bussen finanziell unterstützt. Die mobilen Glaubenshelfer werden vielerorts für Hilfstransporte in die Ukraine eingesetzt – vor allem in Estland und Lettland.
Darüber hinaus unterstützt das Bonifatiuswerk die Kirchen in den Diaspora-Gebieten in Nordeuropa und im Baltikum bei der Integration von Migrantinnen und Migranten in den Gemeinden vor Ort, zum Beispiel in den Schweden, wo heute zahlreiche chaldäische Christen leben, die aus Syrien und dem Irak geflüchtet sind. Im Großraum Stockholm leben derzeit rund 20.000 chaldäisch-katholische Christen; in Schweden insgesamt sind es etwa 30.000. Sie bilden zweitgrößte katholische Bevölkerungsgruppe nach den Polen. Die katholische Kirche erlebt insgesamt in Skandinavien durch die Zuwanderung ein dynamisches Wachstum.
Die Flüchtlingsarbeit der Caritas leistet direkte Unterstützung in Form von Beratung oder konkreter Hilfe und wirkt an der Gestaltung politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen mit. In allen (Erz-)Bistümern stehen Schutzsuchenden Dienste der Caritas zur Verfügung. Dabei bieten Flüchtlingssozialdienste Ratsuchenden Information, Orientierung, individuelle Hilfen sowie Integrationsmaßnahmen für die Zeit des Aufenthalts, während Asylverfahrensberatungsstellen Antragstellende bei der Vorbereitung und Durchführung des Asylverfahrens begleiten und unterstützen. Die Caritas arbeitet bundesweit mit Rechtsanwältinnen und -anwälten zusammen, die im Asyl- und Ausländerrecht spezialisiert sind. Daneben hält die Caritas einige spezialisierte Einrichtungen vor:
- Die Caritas engagiert sich bei der Unterbringung und Versorgung von Schutzsuchenden, insbesondere auch von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten.
- Psychosoziale Zentren bieten traumatisierten Flüchtlingen therapeutische und sozialarbeiterische Unterstützung.
- Geflüchtete, die in ihr Heimatland zurückkehren oder in ein Drittland weiterwandern, finden Unterstützung in den Beratungsstellen für Rückkehr und Weiterwanderung des Raphaelswerks und der Caritas.
- Abschiebebeobachtungsstellen der Caritas an den Flughäfen Frankfurt und Berlin arbeiten mit dem Ziel, mögliche Verletzungen von Grund- und Menschenrechten der Abzuschiebenden – auch durch präventiv wirkende Deeskalation – zu verhindern. Daneben sollen sie Abläufe von Abschiebungen transparenter machen.
Neben Diensten und Einrichtungen, die für migrations- und integrationsspezifische Fragen zuständig sind, stehen grundsätzlich auch alle anderen sozialen Dienste der Caritas in einschlägigen Fachfragen zur Verfügung.
Caritas international engagiert sich weltweit für Flüchtlinge in Krisenregionen. Das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, leistet humanitäre Hilfe, fördert Selbstbestimmung und engagiert sich für besonders gefährdete Gruppen in Afrika, Asien, Lateinamerika, Europa und dem Nahen Osten. Der Fokus liegt auf:
- Humanitärer Soforthilfe in Kriegs- und Krisengebieten wie Gaza, der Ukraine, dem Südsudan und Syrien.
- Unterstützung von Geflüchteten außerhalb großer Camps, z. B. durch medizinische Versorgung, psychologische Betreuung Mietbeihilfen und Bargeldhilfen.
- Förderung von Selbstbestimmung durch ein Geldkartensystem, das Flüchtlingsfamilien ermöglicht, ihre Grundbedürfnisse eigenständig zu decken.
- Besonderer Schutz für vulnerable Gruppen wie Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderung und ältere Menschen.
Aktuelle Projekte
- Palästina (Gaza): Humanitäre Hilfe für die vom Krieg betroffene Bevölkerung/intern Vertriebene, darunter Lebensmittel, medizinische Versorgung und Notunterkünfte.
- Ukraine: Psychosoziale Versorgung und Hilfsgüter für Binnenvertriebene
- Syrien/Jordanien: Unterstützung syrischer Flüchtlinge mit Bargeldhilfen, medizinischer Versorgung und psychologischer Betreuung – insbesondere für Familien außerhalb offizieller Camps.
- Sudan und Südsudan: Versorgung von Geflüchteten mit Nahrungsmitteln, Saatgut, Wasser und Unterkünften – insbesondere für unbegleitete Kinder und Familien, die vor dem Bürgerkrieg fliehen mussten.
- Bangladesch: Hilfe für Rohingya-Flüchtlinge im Camp Kutupalong, dem größten Flüchtlingslager der Welt – u. a. durch wetterfeste Unterkünfte und psychosoziale Betreuung.
- Demokratische Republik Kongo: Nothilfe für Binnenvertriebene in Nord-Kivu, darunter Trinkwasserversorgung, mobile Kliniken und Schutz für Frauen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben.
Ebenso wie die Bistümer ist auch die deutsche Ordenslandschaft in der Flüchtlingshilfe sehr aktiv. Viele Ordensgemeinschaften sind dabei nach wie vor in den unterschiedlichsten Bereichen tätig. In der Regel stehen die Ordensleute im engen Kontakt mit der öffentlichen Verwaltung und Akteuren aus Politik und Gesellschaft. Schwestern und Brüder beteiligen sich aktiv an Runden Tischen und in Arbeitskreisen. Auch die persönliche Begleitung von Migranten hat einen hohen Stellenwert. Zu nennen sind unter anderem:
- Sprachunterricht für Erwachsene und Kinder;
- Nahrungsmittelausgabe an bedürftige Geflüchtete;
- Angebot von Ausbildungsplätzen in Werkstätten, Einrichtungen für Beeinträchtigten-Hilfe etc.;
- Formulare ausfüllen, Kinder zur Schule/Kindergarten anmelden, Hilfe bei der Einschulung;
- Bereitstellung und Vermittlung von Wohnraum;
- Seelsorgerische Begleitung;
- finanzielle Unterstützung;
- Unterstützung bei Verhandlungen mit Ämtern und Anwälten.
Ein wichtiges Anliegen einiger Gemeinschaften ist außerdem das Kirchenasyl. Dabei werden Geflüchtete vorübergehend von einer Gemeinschaft aufgenommen, um eine Rücküberstellung in ein EU-Erstaufnahmeland oder eine Abschiebung ins Herkunftsland vorerst zu unterbinden und mit den staatlichen Stellen neu zu diskutieren. Solch ein Kirchenasyl bieten unter anderem die Oberzeller Franziskanerinnen, die Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe und die Jesuiten in Deutschland an.
Trotz des personell bedingten Rückgangs der Hilfestellungen von Ordensgemeinschaften für Geflüchtete in den letzten Jahren, werden zusätzlich neue besondere Projekte ins Leben gerufen und bestehende gestärkt. Drei Beispiele seien exemplarisch genannt:
Das durch die EU geförderte Projekt „SoulTalk“ in Schweinfurt in der Trägerschaft der Erlöserschwestern, welches 2017 in Zusammenarbeit mit Ärzte ohne Grenzen gegründet wurde: „SoulTalk“ bietet psychosoziale Beratung von Geflüchteten für Geflüchtete auf der Basis eines anerkannten Peer-Konzepts von Ärzte ohne Grenzen und leistet damit einen großen Beitrag für die unzureichende Gesundheitsversorgung Geflüchteter. Die psychosozialen Peer-Berater*innen haben selbst Fluchthintergrund und bieten Gespräche in der Muttersprache an.
Der JRS, der „Jesuit Refugee Service“ (Jesuiten-Flüchtlingsdienst), welcher seit 1995 auch in Deutschland tätig ist, engagiert sich in vielen Bereichen für Geflüchtete. So bieten die Jesuiten beispielsweise Rechts- und Sozialberatung bei Fragen zum Aufenthaltsrecht, zum Asylverfahren oder zum Sozialrecht und anderen wichtigen Themen von Geflüchteten. Im vom JRS ins Leben gerufene „Accompany-Projekt“ werden Geflüchteten ehrenamtliche Mentoren zur Seite gestellt, die sie bei ihren Ausbildungswegen begleiten. Auch Gruppenaktivitäten und andere regelmäßige Angebote wie zum Beispiel das Sprachcafé – Treffen in gemütlicher Runde bieten Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen – gehören zum Programm dazu. Des Weiteren zählen Seelsorge, Kirchenasyl, Lobbyarbeit für Geflüchtete in Öffentlichkeit und Politik, Sprachunterricht und die Unterbringung in Wohnungen zu den Kernkompetenzen des JRS in Deutschland.
Der Freiwilligendienst „Mission Beyond Borders“ (MBB), bietet jungen Erwachsenen die Möglichkeit, sich sozial an den Grenzen Europas in Griechenland, Italien, Portugal oder der Ukraine für Geflüchtete zu engagieren. Dabei handelt es sich um ein recht junges Projekt, welches in Kooperation der Steyler Missionsschwestern mit dem JRS läuft. Die Arbeit bei MBB kann dabei sehr unterschiedlich aussehen. In Griechenland beispielsweise leben die Freiwilligen mit Jesuiten und Missionsschwestern im selben Haus und kümmern sich gemeinsam mit ihnen um die Geflüchteten vor Ort.
Ordensgemeinschaften – Ordensfrauen und -männer - in Deutschland sind in vielfacher Weise solidarisch mit den Menschen auf der Flucht. Angesichts der oftmals personell angespannten Lage der Gemeinschaften ein insgesamt eindrucksvolles Engagement für Geflüchtete in Deutschland.
Das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ ist das internationale Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Mit seinen Partnern setzt sich das Kindermissionswerk weltweit für benachteiligte und Not leidende Kinder ein und schützt sie vor Unterdrückung und Ausbeutung. Vor allem Kinder und Jugendliche in Fluchtsituationen sind vielfachen Gefahren ausgesetzt. Viele von ihnen sind von ihren Familien getrennt, haben keinen Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung, leiden an Mangelernährung und sind schwer traumatisiert. Projektpartner des Kindermissionswerks in aller Welt setzen sich für Kinder und Familien ein, die sich auf der Flucht befinden. Partner in den Kriegs- und Krisenregionen der Welt brauchen besondere Unterstützung. Zu den Hilfen des Kindermissionswerks für Flüchtlingskinder zählen unter anderem:
- Hilfe bei der Lebensmittelversorgung
- Bereitstellung von Unterkünften
- Verteilen von Kleidung und Decken
- medizinische Versorgung
- psychologische Betreuung und psycho-soziale Begleitung
- Schulbildung, etwa durch die Übernahme der Kosten für den Schulbesuch und das Schulmaterial
Einen Schwerpunkt seiner Arbeit setzt das Kindermissionswerk – neben der Projektarbeit im Ausland – auf die Bildung von Kindern in Deutschland. In verschiedenen Publikationen für Schule, Kindertageseinrichtung und Gemeinde werden den Kindern die Lebenswirklichkeiten von Jungen und Mädchen aus aller Welt nähergebracht. Kindgerecht wird dabei auch über die Situation von Kindern auf der Flucht informiert und somit ein weltweites solidarisches Bewusstsein gefördert.
Die Malteser kümmern sich in vielfältiger Weise um Geflüchtete und Asylbewerber. In Deutschland betreuen die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter die Menschen in Gemeinschaftsunterkünften der Gemeinden und Bundesländer. In Spitzenzeiten der Flüchtlingsbewegungen waren dies über 50.000 Menschen täglich. Mit der Erfahrung aus 28 Jahren Migrationsarbeit sorgen die Malteser dafür, die Probleme und Fragen der ausländischen Frauen, Kinder und Männer aufzugreifen und bereits am Anfang des Aufenthaltes in Deutschland den Weg zur Integration zu ebnen. Nach dem Aufenthalt in den großen Gemeinschaftsunterkünften helfen sogenannte Integrationslotsen den Geflüchteten, ihren Weg in Deutschland zu finden. An 100 Standorten engagieren sich so mehr als 4.000 Ehrenamtliche. Hilfe für Flüchtende vor Krieg und Katastrophen im Ausland leistet Malteser International, das Hilfswerk des Malteserordens, sowie nationale Malteserassoziationen etwa im Libanon oder in Italien.
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Das Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR e. V. arbeitet mit lokalen Partnerorganisationen in Herkunfts-, Transit- und Zielländern zu Flucht und Migration. Besonders Binnenvertriebene in den Regionen des Nahen Ostens, in Afrika, Asien und Lateinamerika werden unterstützt. Das Thema ist ebenfalls zentral in der Bildungs- und politischen Arbeit in Deutschland.
Ein Fokus der Zusammenarbeit liegt im Nahen Osten (Syrien, Irak und Libanon), aber auch in Ländern wie Südsudan, Myanmar oder Kolumbien. Neben Sofortmaßnahmen zur Sicherung der Ernährung, medizinischer Versorgung und Unterbringung von Geflüchteten geht es um bleibende Entwicklungsperspektiven. So wird besonders schulische und berufliche Bildung gefördert, um langfristige Zukunftschancen aufzubauen. Weitere Förderschwerpunkte sind die psycho-soziale Arbeit, der Wiederaufbau und die Rechtsberatung in Landrückgabeprozessen. Wichtig dabei ist die Unterstützung von Vertriebenen gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung.
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Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen unterstützt aktuell (2016/17) mit knapp 1,23 Millionen Euro die Flüchtlingsarbeit der Ortskirche in elf Ländern Afrikas sowie dem Nahen und Mittleren Osten. Von den 23 geförderten Projekten profitieren vor allem die Menschen, die keinen Zugang zu großen internationalen Hilfsprogrammen haben oder die besondere individuelle Begleitung brauchen. Schwerpunkte setzen die kirchlichen missio-Partner auf die psychologische Betreuung von Frauen und Kindern, die vor und während ihrer Flucht sexuelle und andere Gewalterfahrungen erlitten haben. Gleichzeitig ermöglichen die missio-Partner den Flüchtlingen durch religiöse Angebote, ihren Glauben auch in der Fluchtsituation leben zu können. Das stabilisiert sie. missio Aachen unterstützt die Flüchtlingsarbeit der Kirche in Ägypten, Äthiopien, Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, dem Irak, Libyen, Nigeria, Sierra Leone, Syrien, der Türkei und der Zentralafrikanischen Republik.
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Wenn Krieg, Katastrophen oder Hunger Menschen dazu bringen, ihre Heimat zu verlassen, verlieren sie fast alles. Viele suchen ihr Glück in Europa. Doch neun von zehn Flüchtlingen bleiben in ihren Nachbarländern. missio München unterstützt zahlreiche Projekte in Afrika, Asien und im Nahen Osten und leistet auf diese Weise einen wichtigen Beitrag, um Fluchtursachen zu bekämpfen. Unsere Partner stehen den Menschen in afrikanischen Flüchtlingslagern zur Seite, ermöglichen syrischen Kindern im Libanon zur Schule zu gehen oder helfen den Christen dabei, sich im Nordirak eine neue Zukunft aufzubauen.
Das missio magazin, als auflagenstärkstes Medium des Hauses, liefert dazu fundierte, vor Ort recherchierte Hintergrundinformationen, Interviews und Reportagen aus den betroffenen Ländern und gibt Akteuren der Weltkirche eine Stimme. Mit diesen Inhalten positioniert sich das Münchner Hilfswerk in Medien und Öffentlichkeit als weltkirchliche Fachstelle zum Thema „Flucht und Vertreibung“.
Hand in Hand damit geht die Bildungsarbeit von missio München. In Schülerworkshops klärt missio über Ursachen von Flucht auf und versucht, zur Bildung eines globalen Solidaritätsgedanken beizutragen. Ehrenamtliche werden für die Arbeit mit Flüchtlingen von interkulturell erfahrenen missio-Referenten gecoacht oder über die kulturellen Hintergründe von Menschen aus Syrien oder Eritrea informiert.
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Die Solidaritätsaktion Renovabis unterstützt zahlreiche Organisationen und Projektpartner in den Ländern Mittel-, Ost-, und Südosteuropas, die im Bereich der Flüchtlingsarbeit tätig sind. Dies gilt sowohl für Binnenflüchtlinge (aktuell: in der Ukraine), als auch für Flüchtlinge aus den Krisenregionen Syrien/Irak, die in den Ländern im Osten Europas Schutz suchen. Grundsätzlich erfolgt die Unterstützung von Renovabis nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“, das bedeutet: Die Partner vor Ort sollen durch gezielte Unterstützung dazu befähigt werden, eigene Strukturen und Institutionen zu schaffen, die bestehenden Probleme erkennen und selbstständig lösen zu können. In Krisensituationen – wie in der Ukraine – leistet Renovabis auch schnell und unbürokratisch akute Nothilfe, um Menschenleben zu retten und das Leid der Flüchtlinge zu lindern. Seit Februar 2014 hat Renovabis die Flüchtlingsarbeit in der Ukraine mit rund 300.000 Euro gefördert. Viele Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak landen bei ihrer Flucht auch in den Ländern Mittel-, Ost-, und Südosteuropas. Schwerpunkte sind hier Kroatien, Mazedonien und der Kosovo. Grundsätzlich gibt es zwar in diesem Bereich der Flüchtlingsarbeit auch Unterstützungen von der Europäischen Union, allerdings sind diese oft nicht ausreichend – vor allem was die psychosoziale Unterstützung der Flüchtlinge angeht. Renovabis unterstützt deshalb seit vielen Jahren den Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS), der vor Ort eine psychologische und seelsorgliche Begleitung für die Flüchtlinge bietet.
Viele Flüchtlinge sehen aufgrund der Lebensumstände in den osteuropäischen Flüchtlingseinrichtungen und -unterkünften oft nur eine Zwischenstation. Gerade hier versucht Renovabis mit den Partnerorganisationen vor Ort die Situation nachhaltig zu verbessern und für die Flüchtlinge eine angemessene Betreuung und Unterkunft zu gewährleisten. Im Jahr 2014 hat Renovabis für langfristige Projekte im Bereich der Flüchtlingsarbeit auf dem Balkan rund 700.000 Euro bewilligt. Die Finanzierung der geförderten Flüchtlingsprogramme ist damit bis 2017 gewährleistet.
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