| Pressemeldung | Nr. 011

Tagung der katholischen Vertreter in den Gremien der Rundfunksender

„Ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist unverzichtbar“

Die katholischen Vertreter in den Gremien der öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfundsender sowie der Landesmedienanstalten sind gestern (25. Januar 2018) zu einer Konferenz auf Einladung des Sekretärs der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Dr. Hans Langendörfer SJ, in Bonn zusammengekommen. Bei dem Austausch ging es vor allem um die medienpolitischen Herausforderungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten im digitalen Medienmarkt. Hintergrund ist die gegenwärtig kontrovers geführte Diskussion um eine Strukturreform der öffentlich-rechtlichen Sender sowie die bevorstehende Änderung des 22.  Rundfunkstaatsvertrags. Die Gremienvertreter hielten dazu fest: „Ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist unverzichtbar. Er muss sich daher weiterentwickeln und auch neu entstehende Kommunikationsräume adäquat nutzen dürfen. Gleichzeitig sind faire Wettbewerbsbedingungen für die Privatsender und Verlage notwendig.“ Der Gesetzgeber sei gefordert, die unterschiedlichen Interessen zu berücksichtigen.

Mit Blick auf die zunehmende Hetze und Verrohung in den sozialen Netzwerken machten die Gremienvertreter deutlich: „Öffentlich-rechtliche und private Sender sowie die Verleger sollten sich gemeinsam für Qualitätsjournalismus und eine differenzierte Debattenkultur engagieren.“ Die Gesellschaft spalte sich mehr und mehr in Teilöffentlichkeiten. Dem müsse gemeinsam gegengesteuert werden: „Es ist eine übergreifende Aufgabe der Medienunternehmen, Meinungsvielfalt zu organisieren, Werte zu vermitteln und zur gesellschaftlichen Integration beizutragen.“ Den öffentlich-rechtlichen Sendern komme aufgrund des spezifischen Auftrags eine besondere Verantwortung zu. Ihre Bestands- und Entwicklungsgarantie sowie eine solide Finanzausstattung müssten daher dauerhaft gesichert werden.

Während der Tagung informierte funk-Programmgeschäftsführer Florian Hager über die bisherige Bilanz des jungen Contentangebots von ARD und ZDF. Die Kirchen sind seit dem Sendestart am 1. Oktober 2016 mit eigenen Programmen dabei. Die Gremienvertreter würdigten die Kooperation als vorbildliche kreative Zusammenarbeit. Man wolle junge Menschen mit werteorientierten Inhalten erreichen. Das gelinge mit funk zielgruppengerecht.