| Pressemeldung | Nr. 131

100 Jahre Kirchliche Statistik

Vor 100 Jahren, am 19. August 1915, wurde auf Beschluss der Fuldaer Bischofskonferenz die „Amtliche Zentralstelle für Kirchliche Statistik“ in den Gebäuden des Erzbischöflichen Generalvikariats in Köln eingerichtet. Dieses Datum gilt als Geburtsstunde der kontinuierlichen kirchlichen Statistik. Die Aufgabe der Zentralstelle bestand darin, die bis dahin nur bruchstückhaft oder für einzelne Gebiete vorhandenen statistischen Daten der katholischen Kirche zusammenzutragen, zu erheben und zu verarbeiten. Ab dem Jahr 1978 wurde die Zentralstelle dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn als „Referat Statistik“ zugeordnet.

Zur Analyse empirischer Daten der (Erz-)Diözesen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz werden in regelmäßigen Abständen Informationen zu den unterschiedlichsten religiösen Handlungen wie Taufen, Trauungen, Bestattungen, Gottesdienstbesuchen sowie zu kirchlichen Organisationen und Institutionen, aber auch zu Meinungen und Einstellungen erfasst und aufbereitet. Dazu werden Tabellen erstellt, Grafiken und Schaubilder geliefert und Zahlen zur elektronischen Datenweiterverarbeitung zur Verfügung gestellt. Ein wesentlicher Teil der Arbeit besteht in der regelmäßigen Aktualisierung und Aufbereitung vorhandener Datenbestände, wie zum Beispiel der Ergebnisse aus dem Zensus 2011. Dazu gehört auch die Digitalisierung alter Bestände, die nur in Papierform vorliegen und die Bereitstellung der Daten für die (Erz-)Diözesen. Die Zentralstelle sowie das Referat haben wesentlich zur Institutionalisierung der Statistik in der katholischen Kirche beigetragen.

Die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt durch das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz im „Kirchlichen Handbuch“. Das aktuelle statistische Jahrbuch aus 2014 enthält die Daten der Jahre 2007 bis einschließlich 2011. Thematisch und nach Jahren gegliedert sind darin unter anderem Daten zu den Oberthemen Weltkirche, Europa, katholische Kirche in Deutschland, geistliche Berufe und kirchliche Dienste, Ehenichtigkeitsverfahren und Zeitreihen von 1960 bis 2011 enthalten.

Bereits 1909 wurden mit Hilfe händisch auszufüllender Erhebungsbögen statistische Daten erfasst, verarbeitet und anschließend über Zählbögen den (Erz-)Diözesen zur Verfügung gestellt. In den 80er Jahren wurden die Bögen durch neue unterschiedliche Erhebungsbögen ersetzt. Im selben Zeitraum hielt die elektronische Datenverarbeitung unter Verwendung von Lochkarten und Magnetbändern Einzug in die kirchliche Statistik. Seit 1997 wird ein einheitlicher Erhebungsbogen in allen deutschen (Erz-)Diözesen verwendet. Heute können die Daten von den Mitarbeitern der (Erz-)Diözesen im Rahmen eines Onlineverfahrens zur Verfügung gestellt werden. Eine moderne Datenbank erledigt die Speicher- und Rechenprozeduren. Die technischen Innovationen reduzierten deutlich die notwendigen Durchlaufzeiten der Daten, sodass die Erhebungsergebnisse heute bereits im Sommer des jeweiligen Folgejahres vorliegen.


Hinweise:

Die Statistik der katholischen Kirche finden Sie unter der Rubrik „Kirche in Zahlen“. Die letzte Ausgabe des „Kirchlichen Handbuches“ ist im Buchhandel oder unter www.verlag-mainz.de erhältlich: Kirchliches Handbuch. Band XL: 2007 bis 2011. Statistisches Jahrbuch der Bistümer im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz.
Hrsg.: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2014
Preis: 25,00 €
ISBN: 978-3-8107-0182-4