Preisverleihung 2022

Kirsten Boie wird für „Dunkelnacht“ ausgezeichnet

Zum 33. Mal hat die Deutsche Bischofskonferenz am 2. Juni 2022 den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen. Bei einem Festakt in Würzburg übergaben der Bischof von Würzburg, Dr. Franz Jung, und Weihbischof Robert Brahm (Trier), Vorsitzender der Jury des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis, die Preisträgerstatuette an die Autorin Kirsten Boie für ihren Jugendroman „Dunkelnacht“ (Verlag Friedrich Oetinger). Die Jury hatte das Buch aus insgesamt 161 Titeln ausgewählt, die von 59 Verlagen eingereicht wurden.

Kirsten Boie erzählt die Geschehnisse eines Endphasenverbrechens der letzten Tage des Zweiten Weltkrieges, welches als „Penzberger Mordnacht“ in die Geschichte eingegangen ist. In nur einem Tag und einer Nacht wurden 16 Menschen standrechtlich zum Tode verurteilt und ermordet.

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In seiner Begrüßung hob Bischof Jung den mahnenden Charakter des Romans hervor: „Penzberg könnte überall in Deutschland sein. Verbrechen wie jenes in Penzberg, die in den letzten Tagen und Stunden des Dritten Reiches durch die Nationalsozialisten verübt wurden, gibt es viele. Gegen das Vergessen und die fortwährende Mahnung vor möglichen Wiederholungen solcher Gräueltaten, ist Ihr Text, Frau Boie, ein beeindruckendes Plädoyer.“ Weihbischof Brahm betonte in seinem Grußwort, was die Jury bei der Lektüre und Bewertung des Buches von Frau Boie nicht losgelassen habe: „Wir kamen nicht umhin, zu fragen: Was hätte ich getan? Wo liegen meine eigenen Handlungskompetenzen? Welches Menschenbild ist das für mich verbindliche?“

Kirsten Boie freute sich sehr über den Preis und bedankte sich bei der Jury und der Deutschen Bischofskonferenz für die Auszeichnung: „Wir brauchen diesen Preis, bei dem es nicht nur, wie bei vielen anderen Preisen, um den Unterhaltungswert eines Buches geht – obwohl: um den eventuell auch! – oder um literarische Qualität – obwohl: um die hoffentlich immer auch! – sondern auch um Werte, um Haltungen, um das, was es seinen Leserinnen und Lesern zum Nachdenken mit auf den Weg gibt.“

In ihrer Laudatio würdigte die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriele von Glasenapp das Werk von Kirsten Boie: „Die Autorin hat sich in Penzberg umgesehen, mit Lokalhistorikern gesprochen, die Akten studiert und die Ereignisse nicht aufgeschrieben, sondern erzählerisch verdichtet. Ein Panorama des Dritten Reiches aus der deutschen Innenperspektive ist auf diese Weise entstanden – wie man es so bislang in einer jugendliterarischen Erzählung noch nicht gelesen hat. Im Zentrum stehen, natürlich, die Akteurinnen und Akteure, in ihrer Bandbreite verkörpern sie wie in einem Brennglas stellvertretend ‚die Deutschen‘ in ihrer Gesamtheit nach zwölf Jahren Diktatur: die Überzeugten, die Mitläufer, die Opportunisten, die Fanatiker, die Berechnenden und – die alten Demokraten.“

Zur Autorin
Kirsten Boie, geboren 1950 in Hamburg, studierte Deutsch und Englisch auf Lehramt und promovierte in Literaturwissenschaften mit einer Arbeit über Bertolt Brecht. Seit fast 40 Jahren verfasst sie Geschichten für Kinder und Jugendliche wie die wohlbekannten und beliebten Reihen „Geschichten aus dem Möwenweg“, „Der kleine Ritter Trenk“ oder die Detektivgeschichten um den Jungen Thabo. Für ihre Arbeit als Schriftstellerin erhielt sie u. a. den Sonderpreis des Jugendliteraturpreises für ihr Lebenswerk und wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Ansprachen bei der Preisverleihung

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