Preisträger 2019

Im Jahr 2019 wird der Preis nach 2015 und 2017 zum dritten Mal vergeben. Im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz sind bis zur Ausschreibungsfrist Mitte Januar 2019 insgesamt 81 Bewerbungen und Vorschläge eingegangen.

Erster Preis für das Projekt „Global Village: Weltort Lennep“

Katholische Pfarrgemeinde St. Bonaventura und Hl. Kreuz in Remscheid-Lennep

Das Projekt „Global Village: Weltort Lennep“ hat sich auf kreative und sensible Weise dem Austausch zwischen Kulturen und Generationen verschrieben.

Im Zentrum stehen die Geschichten von Menschen vor Ort: in Lennep aufgenommene Flüchtlinge, Senioren aus dem Umfeld der Kirchengemeinde, Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Gruppen, Gläubige der Spanischen Mission oder Menschen in schwierigen Lebenslagen, die beim örtlichen „Lotsenpunkt“ Unterstützung suchen. Das Projekt macht erfahrbar, was Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung verbindet. Der persönliche Austausch wird zu einer Stadtführung weiterentwickelt, die in Gesprächen, im szenischen Spiel und durch kulinarische Spezialitäten von der Vielfalt des Lebens im Quartier erzählt. Dabei zeigt sich: Geschichten aus Lennep sind Weltgeschichten. Eine besondere Stärke des Projekts, das vom „Engagementförderer“ der Katholischen Pfarrgemeinde St. Bonaventura und Hl. Kreuz geleitet wird, liegt in der Vernetzung von Akteuren, zwischen denen es sonst nur wenige Berührungspunkte gäbe. Mit „Global Village: Weltort Lennep“ eröffnen die Pfarrgemeinde und der von ihr getragene „Lotsenpunkt“ Räume des Austauschs, die der gesamten Stadtgesellschaft zugutekommen. An die Stelle abstrakter Stereotypen tritt konkrete menschliche Wertschätzung.

Zweiter Preis für das Projekt „Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus“

Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) und Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland (BDAJ)

Bei „Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus“ handelt es sich um ein interreligiöses Kooperationsprojekt, das junge Menschen für Fragen des Antisemitismus und Extremismus sensibilisieren und zur aktiven Mitgestaltung einer weltoffenen, pluralen Gesellschaft befähigen will. Im Laufe des Projekts haben Jugendliche und junge Erwachsene gelernt, als Multiplikatoren Schulungen anzubieten. Von besonderem Wert sind die interreligiösen und interkulturellen Begegnungen unter Jugendlichen, die ein Kennenlernen über Grenzen hinweg ermöglichen und Vorurteile abbauen helfen. Durch den Austausch mit der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) verfolgt das Projekt auch einen „trialogischen“ Ansatz. Für Ende 2019 ist eine gemeinsame pädagogisch begleitete Gedenkstättenfahrt geplant.

Zweiter Preis für das Projekt „Lesekoffer Flucht und Vertreibung“ und weitere Aktivitäten in der Flüchtlingshilfe

Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt

Der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt engagiert sich in besonderer Weise für die Anliegen von Geflüchteten und die Überwindung fremdenfeindlicher Ressentiments. Dabei besteht eine enge Kooperation mit lokalen Partnern: der Citypastoral Schweinfurt, der Diakonie, Vereinen, Verbänden, Schulen und kommunalen Einrichtungen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das Projekt „Lesekoffer Flucht und Vertreibung“ eröffnet Lesern einen persönlichen Zugang zu den Gründen, Schrecken und Ursachen von Flucht und Vertreibung. Neben der Vermittlung von Faktenwissen geht es vor allem darum, Empathie zu wecken, Vorurteilen entgegenzuwirken und Verständigung zu ermöglichen. Ein weiteres Projekt ist die Kinderbetreuung im Schweinfurter Anker-Zentrum, die maßgeblich von Ehrenamtlichen unterstützt wird. Unter den widrigen Umständen einer Großunterkunft wird ein Ort der gemeinsamen Erfahrung und des gegenseitigen Vertrauens geschaffen.

Sonderpreis innovative Projektidee: „Café Hoffnung“

Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen

Das Projekt „Café Hoffnung“ versteht sich als „Wanderakademie gegen die Angst“. Herzstück des Konzepts ist ein sogenanntes „Café-Mobil“, das durch Sachsen fährt, um auf Wochenmärkten und Gemeindefesten den Austausch über kulturelle und religiöse Unterschiede anzuregen. Daneben werden im jeweiligen Ort Abendveranstaltungen sowie Workshops für Verbände und Unternehmen durchgeführt. Während sich die Angebote der Akademie ansonsten auf die Universitätsstädte Sachsens konzentrieren, eröffnet das Projekt Diskussionsräume im ländlichen Raum und erreicht dabei Menschen unterschiedlicher Bildungsniveaus und Altersgruppen. Der Name des Cafés ist Programm: Statt Hass soll die Hoffnung in den Mittelpunkt des kulturellen und religiösen Miteinanders gestellt werden. Nach einer Aufbauphase 2018 lud das Café-Mobil im März 2019 beim Ostritzer Friedensfest erstmals zu einer Begegnung ein. Inzwischen folgten öffentliche Veranstaltungen in Bautzen, Zwickau und Chemnitz. Bis Ende 2020 sind zahlreiche weitere Veranstaltungen geplant.

Hintergrund

Auf Anregung der Migrationskommission lobte die Deutsche Bischofskonferenz Anfang 2015 zum ersten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aus. Mit dem Preis werden Personen und Gruppen ausgezeichnet, die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus bzw. für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft engagieren. Der Preis soll dazu beitragen, das kirchliche Zeugnis gegen jede Form der Menschenverachtung zu stärken. 

 

Hinweis:

Kostenfreies Fotomaterial von den Preisträgern und den Projekten finden Sie – unter Nennung des Copyrights – zum Herunterladen in den Bildergalerien.